„Ä chli stinkä muäss äs“ – Gedanken zur Herbstversammlung der Wetterschmöcker

Gestern Freitagabend fand also nun die Herbstversammlung der Innerschwyzer Wetterschmöcker statt. Der Winter soll dem Vernehmen nach viel Schnee und kalte Wintertage mit sich bringen.

wetterschmoeckerDie sechs Wetterpropheten
Bildquelle: basellandschaftlichezeitung.ch

Coop und die Wetterprognosen
Die Kurz-Zusammenfassung der Wetterprognosen für das kommende Winterhalbjahr freut Coop, eines der grössten Detailhandels- und Grosshandelsunternehmen der Schweiz. Die seit einiger Zeit geschaltete Werbung zeigt drei Wetterschmöcker in der Fondue-Pfanne stochern. Martin „Wettermissionar“ Horat meint denn zum Schluss des Spots vielsagend: „Ä chli stinkä muäss äs“. Derweil sich der neue Wetterkönig Peter „Sandstrahler“ Suter über seinen deutlichen Sieg freut. Dieser schaute nämlich lieber aufs Wetter statt aus dem Bodensatz des Fondue-Caquelon zu deuteln…

Ob Coop den Wetterschmöckern einen „harten Winter“ aufschwatzte, um möglichst viele und lauschige Fondue-Abende verkaufen zu können, würden wohl nur die allerbösesten Zungen behaupten.
Gleiches könnte man auch über Herr und Frau Touristiker sagen: Viel Schnee und Weisse Weihnachten und das halbe Wintergeschäft ist gerettet. Die Wetterprognosen sind für vielerlei Leute, Betriebe und Organisationen matchentscheidend. Schlechte Wettervoraussagen, ob sie dann eintreffen oder nicht, schaden nur dem Geschäft.
Ich behaupte aber, dass „unsere“ sechs Innerschwyzer Wetterschmöcker so unbestechlich sind wie der Papst. Höre ich da jemanden lachen?

Frölein Da Capo – die erste Wetterschmöckerin?
Die geheimen und eigenwilligen Beobachtungen aus und in der Natur war bisher eine reine Männersache. Auch in Zukunft? Jedenfalls liess Max Estermann aus Rickenbach LU im Bote der Urschweiz verlauten, dass die Zeit nun reif für eine Wetterschmöckerin sei. Für diesen Job würde er Frölein Da Capo in Betracht ziehen. Aha! Estermann fügte seinem Wunsch zudem an, dass er die Kollegialität und die fröhlichen Leute bei den Versammlungen der Wetterschmöcker schätze: „Es sei wie bei einem Schwingfest.“ Das kann ich nur bestätigen. Und lustig ist es jeweils, denn die sechs zum Teil grossbärtigen Herren spicken ihre Prognosen mit geharnischten Witzen und träfen Sprüchen. Das gefällt dem Publikum. Der Einsiedler Meinrad Kälin meinte denn auch zum „Bote“: „Für mich sind die Wetterschmöcker eine Art Cabaret Rotstift.“ Dazu würde das Frölein(-Wunder) Da Capo aus dem Luzerner Hinterland prima passen.

„Je älter desto reifer“
Diese Aussage trifft nicht nur auf Wein zu. Auch bei den Wetterschmöckern fand es in Form des neuen Wetterkönigs seine Bestätigung. Der 89-jährige Peter Suter aus Ried-Muotathal hatte für die letzten sechs Monate den richtigen Riecher und liess die anderen fünf Mitstreiter ziemlich deutlich hinter sich. Übrigens: Er sieht bereits für kommenden November Schnee bis ins Tal vor. Und: „Die Schneeschaufel bleibt im Hochwinter ein begehrtes Werkzeug.“ Ein harter Winter steht uns also bevor. Ein Hoffnungsschimmer für den Frühling bleibt: „Im Tal weidet das Vieh schon im April.“
Natürlich gibt es, wie immer, auch die anderen Meinungen. Alois „Tannzapfen“ Holdener prophezeit einen niederschlagsarmen Vorwinter. Später recht viel Schnee und kaltes Wetter. Auch er „schmöckt“ bereits schon für März den Frühling. Das klingt doch alles ganz schön, wenn man nicht Fan von einem Endlos-Winter ist.

Ideale Werbeträger?
Ob die sechs Wetterschmöcker ideale Werbeträger sind, wissen nur Petrus respektive entsprechend geschulte Fachleute. Man kann dem Treiben in der Werbung zuschauen oder nicht – dafür gibt es seit je her den berühmten Knopf. Letzte Woche hörte ich jemanden über die Coop-Werbung „wettern“, dass über die „Hobby-Meteorologen“ sowieso zu viel berichtet wird und sie selten bis nie das Wetter „tüpfen“. Ja, und? Bucheli und Co. sehe und höre ich auch täglich. Deren Kurzzeit-Prognosen sind manchmal auch nicht mehr wert als ein Pfifferling. Gehen sie mir deswegen auf die Nerven? Überhaupt nicht. Sie gehören zum Alltag wie die Konfi aufs Brot. So auch die sechs Innerschwyzer Wetterschmöcker. Ich möchte sie überhaupt nicht missen. Für mich sind diese Herren ein kleines Stück Heimat, mit einer gehörigen Portion Schalk und Humor bestückt. Dass sie zudem mit dem Wetter des Schweizers liebstes Gesprächsthema in Beschlag genommen haben, passt ausgezeichnet.

Ich bin schon seit einiger Zeit ein kleiner Fan der Wetterschmöcker. Sonst würde ich nicht in ihrem Sinn eine tägliche Wetterprognose im Muotitaler Dialekt auf Twitter verbreiten. Dabei gilt zu sagen, dass dies nicht mit den sechs abgesprochen ist. Es ist quasi eine im Hintergrund bleiben wollende „Fan-Seite“. Der Spass steht im Vordergrund, und dass man die Wetterprohezeierei wie auch sonst viele Dinge im Leben nicht bierernst nehmen sollte. Petrus macht mit dem Wetter sowieso was er will.

feldwaldwiesenblogger

„Das hier oben ist meine Welt“ – Interview mit dem neuen Wetterschmöcker Roman Ulrich

Wie der Bote der Urschweiz am 9. April berichtete, sind die Muotathaler Wetterschmöcker wieder komplett. Die Lücke für den letztes Jahr verstorbenen Karl „Steinbockjäger“ Reichmuth konnte mit dem Muotathaler Roman Ulrich geschlossen werden. Roman ist 44jährig und von Beruf Landwirt. Er wohnt auf dem Bergli im oberen Bisisthal und bewirtschaftet dort auf rund 1100 Metern über Meer einen Bauernbetrieb. Die Hobbys des neuen Wetterschmöckers sind nebst dem Wetter die Musik. Genauer gesagt die Ländlermusik, von welcher der Bisisthaler jede Woche einmal eine Dosis braucht. Zu diesem Zweck fährt er an Feste mit Volksmusik. Im Winter ziehen ihn die urchigen Klänge in das Restaurant Fluhhof im Ried-Muotathal SZ oder nach Seedorf UR, wo jeweils am Mittwochabend Ländlermusik zu hören ist. Roman schwingt dabei auch gerne das Tanzbein.

Da der Bergbauer kürzlich zum Wetterschmöcker gewählt wurde und am Freitag, 29. April in Illgau SZ seine Feuertaufe erleben wird, fuhr ich mit einem Chratten voll Fragen ins „Bergli“ hoch. Am 29. April findet nämlich die Frühlingsversammlung der Wetterschmöcker in der Mehrzweckhalle Ilge in Illgau statt.
Roman traf ich dabei beim Melken der Kühe und dem Tränken der Kälber an. Dies hinderte ihn aber keineswegs, Rede und Antwort zu den verschiedenen Fragen zu stehen.

roman beim melken
Roman Ulrich beim Melken
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Wie lief das Wahlprozedere eigentlich ab?
Anfangs März fand im Restaurant Sigristenhaus in Illgau SZ ein sogenanntes „Casting“ statt. Wir waren insgesamt drei Kandidaten. Anwesend waren zudem die fünf Wetterpropheten, der Präsident Josef Bürgler und der Aktuar Thomas Horat. Diese Herren haben uns ausgefragt, und wir gaben ihnen über dies und das Auskunft. Später wurde ich bei einer Vorstandssitzung in einer geheimen Abstimmung gewählt.

Was waren deine Beweggründe, dich als neuen Wetterschmöcker zu bewerben?
Ich habe mich dafür nicht beworben. Ich wurde von Martin „Muser“ Holdener letzten Herbst, eine Woche vor der Herbstversammlung der Wetterschmöcker, angefragt, ob ich Interesse hätte. Ich habe ihm damals nicht gleich zugesagt. Ende November gab ich dann meine Zusage.

Was waren die Gründe für die Zusage?
Es ist etwas, das zu mir passt. Sie brauchen jemanden, welcher am Wetter interessiert ist und reden kann. Ich denke, ich werde in dieses Gremium reinpassen. Zudem bin ich nicht nur als Landwirt, sondern bei all meinen Jobs, welchen ich nachgehe, sehr wetterabhängig.

Wie haben dich die anderen fünf Wetterschmöcker als Jüngsten in ihrem erlauchten Kreis aufgenommen?
Seit dem „Casting“ habe ich nicht mehr alle Wetterschmöcker zusammen angetroffen. Kürzlich begegnete ich dem „Muser“, Karl „Naturmensch“ Hediger und dem Präsidenten Josef Bürgler. Ich denke, es wird „gigä“.

Hast du schon eine Ahnung, was dich als neuen Wetterschmöcker alles erwarten wird?
Ich habe das in groben Zügen mitbekommen. Das Wichtigste ist, dass ich die Sommerprognosen bis am Freitag, 22. April geschrieben und abgegeben habe. Weiter, was die Kommunikation unter den Propheten betrifft und dass die Leute gerne mit uns Wetterschmöckern über das Wetter reden möchten. Dann muss ich sicher viele Vorträge halten. Es gehören auch Medientermine dazu, bei welchen man den Medienschaffenden mit Worten und nicht mit dem Stock begegnen sollte (Roman lacht).

Welchen Übernamen wirst du als Wetterschmöcker bekommen?
Am kommenden Freitag, also eine Woche vor der Frühlingsversammlung, treffen wir uns zu einer Vorstandssitzung. Dort werden wir dieses Thema ansprechen. Denn es ist vorgesehen, dass ich, wie die anderen Wetterpropheten, auch einen Übernamen erhalten soll. Am 29. April wird man ihn in Illgau erfahren.

Hast du als Bergbauer und Bergbewohner einen besonders feinfühligen Draht zum Wetter?
Besonders feinfühlig vielleicht nicht grad. Ich interessierte mich schon immer für das Wetter. Ich meine, jeder, der draussen arbeitet, hat Interesse am Wetter. Auch die Sportler. Eigentlich kann man sagen, dass praktisch jeden das Wetter interessiert. Schon die Kindergärtler haben ein Auge auf’s Wetter, wenn es zum Beispiel regnet und sie in den Kindergarten müssen. Sicher, das Wetter interessiert nicht jeden im gleichen Masse. Als Bergbauer vom oberen Bisisthal muss ich vor allem die Schneefallgrenze im Auge behalten.

Wie wirst du deine Wetterprognosen künftig erstellen? Wirst du, wie deine anderen fünf Kollegen, auch irgendeine spezielle Methode entwickeln?
Bis jetzt habe ich mir da noch keine Gedanken gemacht, und habe auch nichts Spezielles im Kopf. Ich schaue dabei auf den Winter. So wie der war, wird vielleicht auch der Sommer. Einige Bauernregeln werde ich sicher auch zu Rate ziehen. Zudem gehört sicher auch etwas Bauchgefühl dazu. Ein älterer Herr vom Kanton Nidwalden schickte mir kürzlich ein dickes Buch mit Bauernregeln. Dieses Werk stammt aus dem Jahr 1973. Ich habe darin bereits ein paar Seiten gelesen.

Du bist Bergbauer auf dem „Bergli“ im oberen Bisisthal. Wie viele Tiere zählen zu deinem Betrieb?
Zu meinem Betrieb gehören 27 Stück Vieh. Das sind neun Kühe, sieben Rinder und elf Mastkälber. Zudem sieben Ziegen und acht Gitzi. Im Jahr 2004 wurde mein Vater 65-jährig und ich übernahm den Bauernbetrieb. 2007 baute ich den neuen Stall.

roman vor dem stall
Der neue Wetterschmöcker vor seinem Stall im „Bergli“
Bildquelle: feldwaldwiesenblogger

Kannst du eigentlich als Bergbauer existieren?
Existieren kann man mit wenig. Es kommt immer darauf an, wie viel du ausgibst. Sehr viele Landwirte gehen noch einer zusätzlichen Tätigkeit nach. Denn die Milchproduzenten erhalten einen sehr schlechten Milchpreis. Mit der Kalbermast hat man es ein bisschen besser.

Gehst du noch einer anderen Tätigkeit nach?
Ja. Ich arbeite auf eigene Rechnung für die Genossame Muotathal, die Oberallmeindkorporation Schwyz, die Muota-/Starzlen-Wehrigenossenschaft und für Private. Zu meinen Tätigkeiten gehören Zäune erstellen, Unkraut und Stauden entfernen und Naturmauern instand stellen. Weiter verrichte ich auch Arbeiten an Häusern, wie zum Beispiel dem Erstellen einer neuen Fassade.
Im Frühling, Herbst und Winter gehe ich diesen Tätigkeiten nach. Im Sommer weniger, da habe ich genug Arbeit auf meinem Bauernbetrieb.

Wie war das Echo seit deiner Ernennung? Waren schon viele Leute zu Besuch bei dir?
Journalisten vom Bote der Urschweiz, Tele 1 und Tele 24 haben mich schon besucht. Die Leute wissen es und sprechen mich beim Ausgang natürlich darauf an. Denn sie mussten relativ lange auf einen neuen Wetterschmöcker warten. Einige meinten schon vor meiner Wahl: Ich soll doch Wetterprohet werden, da ich gut reden kann.
Ich denke, ich bin schon der Richtige. Sie wollten ja auch einen Muotathaler. Jetzt ist es sogar ein Bisisthaler, einer von nur noch 74 Bewohnern. Vor 30 Jahren waren wir hier oben noch mehr als 100 Einwohner.

Wird deine Agenda in Zukunft ein paar Termine mehr enthalten?
Ja, definitiv. Ich schätze, dass ich nach der Versammlung ziemlich gefragt sein werde, am Tag und am Abend. Für mich wäre es praktischer am Abend, vor allem im Sommer während der Heu-Saison. Zu den zusätzlichen Terminen werden Vorträge gehören. Vielleicht kommt auch mal eine grössere TV-Station oder eine andere Zeitung zu Besuch.

Was dürfen die Leute von dir an deiner ersten Wetterschmöcker-Versammlung erwarten?
Ich werde etwas über mein bisheriges Leben erzählen. Wie ich zum Wetterschmöcker wurde, und meine Prognose vortragen. Ich versuche dies möglichst kurzweilig und witzig zu gestalten. Dass die Leute eine gute Meinung von mir bekommen.

Weisst du schon, welche Witze du in Illgau zum Besten geben wirst?
Nein, welche Witze ich erzählen werde, weiss ich noch nicht. Zwei oder drei harmlose Witze habe ich im Kopf, welche man bringen könnte. Man muss ja nicht gleich mit den „Gröbsten“ beginnen.

Bist du schon ein wenig nervös auf die bevorstehende Feuertaufe?
Nein, nicht speziell. Ich rede ja sonst auch, und getraue mich im Ausgang mit jedem zu unterhalten.

Hast du die Prognosen für den Sommer schon erstellt? Verrätst du schon ein paar Details?
Zweimal Nein (Roman lacht). Es ist wie es ist, man erledigt die Dinge im letzten Moment. Ich werde aber nächstens an einem Abend meine Prognose niederschreiben. Der „Muser“ hat mich vor rund drei Wochen genau instruiert, wie man das macht. Was in der Prognose stehen soll, respektive wie die Punkteverteilung der Jury aussieht.
Übrigens: Die Leute haben es gerne, wenn die Wetterpropheten schöneres statt schlechteres Wetter prophezeien…

Was für einen Sommer wünscht du dir?
Natürlich einen schönen Sommer! Das wünscht sich wohl jeder. Ausser das EBS (Elektrizitätswerk des Bezirkes Schwyz), welches gerne viel Wasser hätte. Für mich heisst ein schöner Sommer, dass neben warmem Wetter auch genügend Regen fällt. Richtiges Wachswetter. Schön wären für uns Bauern mindestens drei schöne Tage hintereinander.

Roman wollte aus verständlichen Gründen seine Wetterprognosen noch nicht verraten. Nur so viel liess er verlauten: „Dieses Jahr ist ein bisschen besser als der langjährige Schnitt. Heisst, dass alles eine Woche früher als üblich ist.“ Und: „Der Monsun folgt dem höchsten Sonnenstand“ fügte der 44-Jährige noch schmunzelnd hinzu. Darauf angesprochen, was er damit meint, erklärte der Bisisthaler: „In gut einem Monat regnet es in Schwyz vorne eher als hier oben. Weil es im Talkessel wärmer ist, ist die Luft mit mehr Wasser gesättigt.“

Man spürt, dass der Bergbauer sich mit dem Wetter und der Natur auskennt. Er wird als neuer Wetterschmöcker definitiv kein Neuland betreten. Höchstens eine neue Plattform: Die Bühne, wo er künftig seine Wetterprognosen vortragen darf. Roman wohnt und arbeitet zudem gerne im Bisisthal. Lachend sagte er zum Abschied: „Das hier oben ist meine Welt.“

feldwaldwiesenblogger

Sieben Fragen an Nick Betschart zur Eröffnung des Bastards Place

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(Bildquelle: Facebook-Seite von Bastards Place)

Morgen Samstag, 14. März, ist es soweit: Das altehrwürdige Restaurant Sonne wird wieder eröffnet. Allerdings mit „Bastards Place“ unter neuem Namen. Als Info kann auf der Facebook-Seite von Bastards Place folgendes entnommen werden: „Schaut vorbei und geniesst ein paar Drinks in gemütlicher Saloon Atmosphäre.“

Dies veranlasste mich wieder einmal „Sieben Fragen an“ loszuwerden, und schrieb deshalb Nick Betschart, den Betreiber des neuen Lokals, an. Betschart erklärte sich bereit, mir Auskunft zu geben, und so horchte ich ihn zum Bastards Place aus.

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Bastards Place
(Bildquelle: Nick Betschart)

Frage 1: Wer betreibt und führt das Bastards Place? Wann habt ihr geöffnet?

Das Bastards Place wird von mir geführt, mit Unterstützung von Jenny Marty. Jenny wird an der Theke stehen. Ich bin jeweils am Wochenende anwesend, unter der Woche aber nicht jeden Abend.
Wir haben von Mittwoch bis Sonntag geöffnet. Mittwoch und Donnerstag von 16 bis etwa 22 Uhr, Freitag von 16 bis 24 Uhr und Samstag/Sonntag von 14 Uhr bis 24 Uhr.

Frage 2: Wer hatte die Idee, das Restaurant Sonne als Bastards Place wieder zu eröffnen? Wo und wann wurde das Unterfangen spruchreif?

Das war meine Idee. Ich wollte schon seit längerem im Muotatal etwas Eigenes auf die Beine stellen und etwas Rockiges und Saloon-mässiges in unser Tal bringen. Die konkrete Idee dazu hatte ich letzten Herbst.
Übrigens: Ich mietete das Restaurant Sonne letzten Herbst mal, und zwar für das Abschlussessen der Organisatoren des Muotathaler Dorffestes, welches am 1. August über die Bühne ging.

Frage 3: Wieso der Name „Bastards Place“? Hat es eine besondere Bewandtnis auf sich? Gibt’s eine Geschichte dazu?

Da ich bereits in Muotathal und in Küssnacht zwei Tätowierstudios mit dem Namen „Bastards Paradise“ besitze, war es meine Absicht, das neue Lokal ähnlich zu benennen. Zudem: Bastarde sind Mischlinge. Tätowierte wurden früher schräg angeschaut. Leute, die viel trinken auch. Das Bastards Place soll eine eigene Welt sein.

Frage 4: Auf eurer Facebook-Seite steht „ (…) in gemütlicher Saloon Atmosphäre.“ Wieso gerade Saloon-Style? Gibt’s im Muotatal nun einen Country-Schuppen?

Ein Saloon ist etwas, wo ich mich zuhause fühle. Muotatal und Saloon passt, nur schon wegen der Landwirtschaft und der Liebe zu den Tieren.
Ein Country-Schuppen wird das nicht. Rock, Country-Rock, Rockabilly, Rock’n’Roll, Blues und auch Ländlermusik wird man im Bastards Place zu hören bekommen. Ganz sicher kein HipHop, Techno und solches Zeugs.

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Bastards Place
(Bildquelle: Nick Betschart)

Frage 5: Was darf man als Gast im neuen Lokal erwarten? Spezielle Getränke, Snacks, Livemusik?

Getränkemässig werden wir etwa das gleiche Sortiment wie das Valley Pub (ebenfalls ein Lokal in Muotathal) führen. Das Ess-Sortiment wird aus Fastfood bestehen, mit mehr Auswahl als das Pub. Es wird Pizzas, Schnitzelbrot, Knoblibrot und Hamburger geben.
Das Ziel ist, ab kommendem April an jedem Samstag Livemusik anzubieten.

Frage 6: Wen möchtet ihr mit dem Bastards Place ansprechen? Wird das auch ein Lokal für Jung und Alt?

Ja, ich hoffe sehr, dass es Jung und Alt anspricht. Einerseits gibt es für die Jungen eine Lounge. Andererseits für die älteren Herrschaften auch Tische mit Stühlen, wo sie gemütlich ein Glas Wein trinken können.
Es wird deshalb ab dem frühen Samstagnachmittag bereits Livemusik geben, damit jedermann Zeit findet, irgendwann ein Stündchen Musik zu hören.
Livemusik wird es für gewöhnlich nur am Samstag geben, jeweils von etwa 14 bis 20 Uhr.

Frage 7: Gab’s bei der Vorbereitung auch Probleme? Musstet ihr auch Hindernisse, die die Eröffnung erschwerten, aus dem Weg räumen?

Nein, eigentlich nicht. Das Ganze gab viel Arbeit, und es lief gut. Ich hatte sehr viele Helfer, denen ich für ihre grosse Unterstützung meinen Dank aussprechen möchte. Diese Unterstützung hat auch vieles einfacher gemacht.

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Lounge im Bastards Place
(Bildquelle: Nick Betschart)

Ich bedanke mich bei Nick Betschart für das Beantworten meiner Fragen und den Fotos. Seine Antworten, aber auch die Bilder, machen mich neugierig, und ich werde dem neuen Lokal sicher auch bald einen Besuch abstatten.

Es ist doch immer wieder schön, wenn sich junge Leute für eine Sache stark machen und etwas wagen. Ich jedenfalls wünsche Nick Betschart alles Gute und viel Erfolg mit dem Bastards Place.

feldwaldwiesenblogger

Sieben Fragen an Cornel Suter

Am 18. Dezember traf ich mich mit Cornel Suter im Café Ryser in Schwyz zum Interview. Ich hatte mich vorgängig mit sieben Frageblöcken vorbereitet und mich auf seiner Homepage cornelsuter.ch ein wenig informiert.
Cornel ist ein Muotathaler, dessen grosse Leidenschaft die Berge sind. Er ist so oft wie möglich draussen in der Natur, unternimmt im Winter Skitouren und im Sommer Bergtouren sowie Hochtouren. Der gelernte Bäcker-Konditor ist Mitglied beim SAC Mythen. Weiter muss ich Cornel an dieser Stelle nicht vorstellen, denn dies tut er bei seinen Antworten gleich selber.

Ecuador 2014,
Cornel Suter auf dem Cotopaxi (5897 Meter)
(Bildquelle: Cornel Suter)

Frage 1:
Auf deiner Homepage (www.cornelsuter.ch) schreibst du über dich, was du in deiner Freizeit machst, folgendes: „Z’Berg gah, z’Berg gah und nuäisch z’Berg gah!!!“
Wann hast du mit diesem sehr naturverbundenen Hobby begonnen, und was waren deine Beweggründe?
Was bedeutet für dich das Bergsteigen?
Wieviel Zeit pro Woche investierst du in deine intensive Freizeitbeschäftigung, aufgeteilt in Vorbereitung, Tour und Multimedia (Fotos samt Texten auf deine Homepage und Facebook stellen)?

Richtig angefangen habe ich anno 1988 mit elf Jahren, bei einer Bergtour auf den Chaiserstock (2515 Meter). Zusammen mit meinem Vater, Bernhard Gwerder und noch ein paar anderen Muotathalern.
Auf meine erste Skitour ging ich mit 15 Jahren. Von Lidernen auf den Blüemberg, und vom Blüemberg die Abfahrt ins Muotathal hinunter.

Meine Beweggründe: Ich bin draussen in der Natur aufgewachsen, in unserem schönen Tal und auf unserer Alp. Mich hat es immer in die Natur rausgezogen. Etwas Neues zu betrachten, zu erfahren wie es dort oben aussieht, oder wie es wohl an einem anderen Ort ist.
Früher ging ich viel Richtung Rupperslaui „z’Bärg“, da wir in der Nähe „z’Alp“ waren. Von dort sah ich Richtung Schärhorn und Chammlijoch samt Gletscher. Ich dachte mir immer: Irgendwann steht der Suter mal dort oben. Eines Tages war es so weit und ich war im Alter von etwa 30 Jahren auf dem Chammlijoch und dem Schärhorn.

Bergsteigen bedeutet für mich Freiheit, Erholung und etwas Neues entdecken. Wenn ich an einem Wochenende eine schöne Skitour gemacht habe, mit super Wetter und guten Verhältnissen bei der Abfahrt, zehre ich von dem noch ein paar Tage oder ein paar Wochen. Ich betrachte dann die schönen Bilder und versetze mich in diese Momente.
Man sieht immer etwas Schönes, zum Beispiel im Sommer auf Hochtouren einen schönen Sonnenaufgang.
Es ist ruhig, man ist mit den Bergen allein, manchmal ein richtiger „Wau“-Effekt.
Wenn man auf einem Berg oben ist, sieht man andere Berge, und überlegt sich: Soll ich diesen irgendwann auch besteigen? Dabei suche ich auch spezielle Aufstiege, abseits der gängigen Touren. Eine Route, die nicht jeder geht, und wo man alleine ist.

Betreffs Zeitinvestition pro Woche: Schwierig zu sagen. Ich investiere unter der Woche praktisch jeden Tag gut zwei Stunden in mein grosses Hobby. Am Wochenende, wenn das Wetter gut ist, bin ich draussen auf einer Tour. Wenn das Wetter mal nicht so gut ist, dann ruft die Homepage. Ich investiere schon relativ viel Zeit in meine Leidenschaft. Es sind so zwischen 20 bis 25 Stunden pro Woche. Dazu rechnen muss man auch den Anreiseweg.

Frage 2:
Du machst laut deiner Homepage im Sommer Bergtouren und Hochtouren. Zudem kletterst, und wanderst du. Im Winter sind es Skitouren und das Eisklettern.
Setzt du dir jeweils am Anfang einer Sommer- oder Wintersaison entsprechende Ziele?
Welche für dich wichtigen Touren hast du diesen Sommer unternommen?
Welche werden es im kommenden Winter sein?

Grundsätzlich mache ich mir nie Ziele bei den Hochtouren. Denn dies ist aus witterungsbedingten Gründen kaum machbar.
Bei den Skitouren setze ich mir schon Ziele, dieser und jener Berg zu besteigen. Weil es schon weniger anstrengend ist, denn es gibt nur den Aufstieg, die Abfahrt fährt man ja mit den Skiern.

Natürlich, für so eine Reise wie diesen Herbst nach Ecuador setzt man den Termin bereits schon ein Jahr vorher.

Ich nehme es aber meist spontan, so kommen oft die schönsten Touren.

Was wir uns für nächstes Jahr vorgenommen haben, ist eine Skitour auf drei Viertausender im Unterwallis, für welche wir drei Tage einplanen. Ich machte diese Tour bereits schon mal im Jahr 2009.

Meine beiden wichtigsten Touren diesen Sommer waren der Dom und der Nadelgrat. Der Dom (4545 Meter), der höchste Berg, welcher vollständig auf Schweizer Boden steht. Ich durfte bereits schon das zweite Mal oben stehen, das erste Mal vor ein paar Jahren. Zwei Tage später absolvierten wir den Nadelgrat mit vier Viertausendern, welche wir alle an einem Tag machen konnten. Dazu gehören das Dirruhorn (4035 Meter), Hobärghorn (4219 Meter), Stecknadelhorn (4241 Meter) und das Nadelhorn (4327 Meter). Wir hatten top Verhältnisse, bestes Wetter und stahlblauer Himmel mit hochnebelartiger Bewölkung bis etwa 3900 Meter hinauf.
Weitere schöne und interessante Touren waren die Besteigungen des Mönchs. Ich stand dieses Jahr vier Mal auf diesem Berg in den Berner Alpen. Zweimal ging ich über den Südwestgrat hinauf, zweimal über die Normalroute.

In diesem Winter nehme ich es eher spontan, je nach Wetter und Tourenpartner. Was sicher schön wäre, wäre die Besteigung des Aletschhorn, ein abgelegener Viertausender in der Jungfrauregion. Eine relativ lange Tour.

Nadelgrat
Nadelgrat
(Bildquelle: Cornel Suter)

Frage 3:
Auf deiner Visitenkarte steht: „Gerne würde ich meine Freude am Bergsteigen auch an Ihrem Anlass zeigen. Sei es nur vom Kilimanjaro (5895 Meter) oder mit anderen Touren kombiniert.“
Hast du deine Begeisterung am Bergsteigen schon an vielen Anlässen zeigen dürfen?
Was genau dürfen die Besucher von so einem Anlass erwarten?
Wann genau warst du auf dem Kilimanjaro?

Bis jetzt durfte ich das an vier Anlässen machen. Nämlich an einem Frühlingshock des SAC Mythen, bei der SAC Gotthard Ortsgruppe Pilatus, in der Bibliothek Muotathal und bei der Kantonalbank Schwyz.
Ich erzählte den Zuhörern von einer halben Stunde bis zwei Stunden über meine Touren, das Erlebte und was dabei alles passiert ist. Ich zeigte dabei ab einer DVD Filme sowie die schönsten Bilder, und kommentiere das Gezeigte.

Die nächsten Anlässe sind schon wieder in Planung. Der SAC Mythen möchte, dass ich nächstes Jahr wieder etwas an ihrem Frühlingshock erzähle.

Auf dem Kilimanjaro war ich am 3. März 2010. Ich war dort während gut zehn Tagen unterwegs, inklusive Flug und Akklimatisierung. Beim Aufstieg auf den Kilimanjaro sind es mehrere Etappen bis man auf dem Gipfel ist. Anschliessend machten wir in dieser Gegend noch eine Safari.

Frage 4:
Du bist erst grad kürzlich vom Bergsteigen mit einem Achter-Team in Ecuador (6. – 23. November) heimgekehrt. Ihr bestiegt dort den Illiniza Nordgipfel (5126 Meter), den Cotopaxi (5897 Meter) und den Chimborazo Veintimilla (6228 Meter).
Kannst du mir und meinen Lesern ein wenig von deinem Ecuador-Trip berichten?

Wir waren acht Personen, gingen privat ohne Schweizerführung oder Leitung. Mein Kollege Dominic Anthamatten organisierte diese Reise zusammen mit seiner Freundin.
Vorgängig informierten wir uns im Internet über die Berge, deren Beschaffenheit und den Schwierigkeitsgrad.
Das war eine sehr eindrückliche und interessante Reise. Man war dabei auf einem anderen Kontinent, in einem grossen Land, dass man vielleicht nur ein wenig vom TV her kennt. Die Leute sind dort arm, der Durchschnittslohn beträgt zwischen 400 und 500 Dollar.

Es gibt dort ein Indiostamm, welche die Touristen aufnehmen und gerecht auf die verschiedenen Familien verteilen. Diese Familien bieten in ihren Häusern Übernachtungsmöglichkeiten an, und stellen auch Bergführer. Denn dort ist es so, dass man für die Besteigung der Berge einen lokalen Führer haben muss.
Wir waren in einem Bergdorf auch bei so einer Familie untergebracht, und wohnten dort in einem einfachen Haus. Die Frau kochte für uns, und gab sich unglaubliche Mühe. Ihr Mann war ein lokaler Bergführer, und brachte uns auf den Imbabura (4263 Meter).

Vor Ort wird spanisch gesprochen. Mit Englisch kann man sich nur schwierig verständigen, in ländlichen Gegenden praktisch gar nicht. Dominic und seine Freundin können sehr gut spanisch, was für unsere Gruppe ein grosser Vorteil war.

Zuerst bestiegen wir die beiden Viertausender Fuya Fuya und Imbabura, sowie den Fünftausender Illiniza zum Akklimatisieren. Das Akklimatisieren ist für diese Höhe sehr wichtig.
Dabei hatten wir eigentlich immer Nebel, auch bei der Besteigung des Illiniza Nordgipfel. Das war mehr eine Nebelwanderung, was schon ein wenig auf aufs Gemüt schlug.
Die Besteigung des Cotopaxi war sehr eindrücklich und sehr emotional für mich. Es herrschte nämlich unglaublich gutes und sonniges Wetter, und auf dem Gipfel war es praktisch windstill. Die Emotionen gingen mit einem fast durch und es gab auch Tränen: „Wauw, man ist einmal hier oben!“. Der Berg weist eine wunderbare Form auf. Er ist nämlich ein Vulkan, welcher leicht aktiv ist. Man sah in den Krater hinunter, aus welchem Schwefeldämpfe empor stiegen. Diese Tour war ziemlich lang.
Die Besteigung des Cotopaxi fuhr bei mir viel mehr ein, als die Besteigung meines ersten Sechstausender, dem Chimborazo Veintimilla (6228 Meter).

Die Tour auf den Chimborazo war auch sehr eindrücklich „Wir starteten um Mitternacht, gingen sechs Stunden, und waren am Morgen um sieben Uhr auf dem Gipfel.
In einer Zweier-Seilschaft gingen wir Schritt für Schritt auf den Chimborazo. Ich hatte dabei einen 64-jährigen Mann am Seil. Nach ein paar Schritten legten wir jeweils einen Halt ein um zu verschnaufen, etwas zu trinken und die Aussicht zu geniessen. Auf dieser Höhe hat man es einfach verspielt, wenn man meint, dort schneller zu gehen. Den Chimborazo und den Cotopaxi kann man gut ohne Sauerstoff machen.

Wir legten zwischen den Bergtouren auch Erholungstage ein, wo wir mit den Menschen vor Ort in Kontakt kamen. Wir gingen auch in Thermen mit heissen Quellen, um zu entspannen und schwimmen. Die heissen Quellen werden von aktiven Vulkanen gespiesen.

Nach dem Bergsteigen besuchten wir die Galapagos-Inseln, zwei Flugstunden von Ecuador entfernt. Wir sahen dort viele verschiedene Tiere, wie Schildkröten, Seelöwen, kleinere Haien oder Seesterne.
Wir gingen auch im Meer schnorcheln, und erlebten traumhafte Sonnenuntergänge am Meer.

Ecuador 2014,
Krater des Cotopaxi
(Bildquelle: Cornel Suter)

Frage 5:
Du arbeitest zurzeit bei Strüby Holzbau in Seewen-Schwyz und hast ursprünglich mal Bäcker-Konditor gelernt.
Könntest du dir vorstellen, in Zukunft das Bergsteigen zum Beruf zu machen?
Was würde dafür sprechen, was dagegen?

Jein (lacht). Ich wurde auch schon darauf angesprochen: „Du gehst doch so viel z’Bärg. Wieso hast du den Bergführer nicht gemacht?“
Wenn ich nochmals 20 wäre, würde ich es vielleicht machen. Ich würde vielleicht schauen, ob ich bei den Gebirgsspezialisten die Rekrutenschule machen könnte. Dabei schon eine Superausbildung geniessen, und mir eine gute Basis für die Bergführerausbildung legen könnte.
Jetzt sage ich: „Ich kann nun gehen, wo hin ich grad will, und Lust dazu habe.“ Ich kann sooft auf den Höch Turm oder den Haggenspitz wie’s mir grad beliebt, oder mit den Skiern aufs Rau Stöckli und dort oben zwei Stunden lang die Aussicht geniessen.

Frage 6:
Multimedia und die Fotografie sind nebst dem „z’Berg gah“ weitere Freizeitbeschäftigungen von dir.
Verbindest du beides vor allem mit deinen Touren?
Veröffentlichst du deine Fotos vor allem auf deiner Homepage und Facebook, oder gibt es noch andere Plattformen, wo du sie veröffentlichst?
Bekommst du auch Anfragen von Zeitungen oder Magazinen, welche Interesse an deinen Fotos oder Beiträgen über das Bergsteigen bekunden, und es veröffentlichen möchten?

Mit meiner Homepage habe ich 2005 angefangen. Damals arbeitete ich bei der Schokoladen-Fabrik Felchlin, und ein Arbeitskollege von mir meinte: „Du könntest doch eine eigene Homepage unterhalten. Du gehst doch so viel in die Berge.“ Ich überlegte mir das, startete dieses Unterfangen und kam nach und nach rein.
Ich wurde wegen meiner Seite auf Touren auch schon von fremden Leuten angesprochen: „Dank deinem Beschrieb war ich auch schon auf diesem Berg.“ Oder es ergaben sich deswegen schon Begegnungen oder neue Tourenpartner, was mich sehr freute.

Ich begann zu fotografieren und kaufte mir bessere Fotoapparate. Ich fragte einige Leute, wie man gewisse Dinge fotografiert, und begann verschiedene Sachen auszuprobieren (Belichtung, Blende). Irgendwann war ich vertraut mit der Materie und kaufte mir eine Spiegelreflex-Kamera. Weiter probierte ich auch andere Objektive mit schönen Zooms oder einem super Fischauge aus. Ich pröble immer noch viel herum und lese auch verschiedene Artikel über die Fotografie.

Anfragen und Interesse für Bilder von mir gab es auch schon. Gwerder Sport Muotathal oder eine Basler Immo-Firma verwendeten beispielsweise Bilder für einen Prospekt.
Beim SAC-Auswahlführer „Zentralschweizer Alpen“ (von Bruno Müller) sind 20 Bilder von mir enthalten, was mich sehr stolz machte.
Der Gratiszeitung 20 Minuten zeigte ich auch schon Bilder von mir, welche sie hernach druckten. Eines war dabei ein Bild vom Morgen früh, wo der Vollmond über die Rigi hinaufwandert.
„Meteo“ vom Schweizer Fernsehen zeigte in ihrer Sendung auch schon mehrere Bilder von mir.

Auf andere Plattformen habe ich noch keine Bilder gestellt.

Als Gery Gick einmal auf einer Tour zum Haggenspitz dabei war, machte er hinterher spontan einen Bericht in der Schwyzer Zeitung mit Bildern von mir und meinem Kollegen. Dieser Bericht brachte viel Lob ein, auch deswegen, weil mal ein positiver und „gfreuter“ Bericht den Weg in die Zeitung fand.

Frage 7:
Beim Durchscrollen deiner Homepage fiel mir auf, dass du noch nie im Himalaya-Gebiet warst.
Wäre das in naher Zukunft eine Option, einen Achtausender oder gar den höchsten Berg der Welt, den Mount Everest, zu besteigen?
Und: Gibt es nächstes Jahr auch wieder so eine Reise wie „die Ecuador Reise 2014“? Wenn ja, wohin führt die dich?

Interessant wäre das sicher mal, dort „z’Bärg gah“. Aber ein Ziel? Ich sage mir immer: „Beim Mount Everest, da spielt man doch mit dem Leben.“
Im Himalaya gibt es natürlich viele schöne Berge, die grad so interessant sind wie der Höchste. Reizen täte es mich schon ein bisschen.

Wenn man Berichte sieht von Profibergsteigern wie Ueli Steck, Stephan Siegrist oder Gerlinde Kaltenbrunner, wo schon unzählige Besteigungen mit schwierigen Routen absolvierten und auch im Himalaya waren, ist man sehr beeindruckt. Und ich war schon beeindruckt, als ich das erste Mal den Dom und das Täschhorn von Saas-Fee aus sah. Die Berge im Himalaya sind noch grösser…
Ich sage nicht Nein, und wenn’s irgendwie passt mit allem Drum und Dran, wieso nicht mal dort bergsteigen. Es muss ja nicht unbedingt ein Achttausender sein. Zudem ist es auch eine Kostenfrage, denn nur schon die Reise kostet rund 50‘000 Franken. Dabei ist die Ausrüstung noch nicht gezählt.

Eine Südamerika-Reise wäre im Jahr 2015 angedacht gewesen, die fällt aber nun leider ins Wasser. Ich wurde auf einer Hochtour angefragt, da bei einer Vierergruppe ein Tourenpartner aus beruflichen Gründen ausfiel. Ich sagte spontan zu. Sie wollen diese Reise aber nun im 2016 machen, dann geht es allen vier wieder. Nun schaue ich mal, ob da noch was zu retten ist.
Sonst nehme ich es wieder spontan. Definitiv ist gar nichts geplant. Wenn irgendetwas kommt, die Route oder Tour für mich machbar ist und es für mich stimmt, dann sage ich spontan zu und bin gerne dabei.

Rupperslaui
Rupperslaui
(Bildquelle: Cornel Suter)

Herzlichen Dank an Cornel Suter für das ausführliche Beantworten meiner Frageblöcke. Seine Schilderungen und Erzählungen waren für mich sehr interessant. Dabei erfuhr ich erstens viele neue wissenswerte Dinge und zweitens hatte ich hinterher unglaublich viel Material beisammen. Da ich unmöglich alles Material für die „Sieben Fragen an“ verwenden wollte und konnte, werde ich daraus demnächst einen separaten Beitrag machen.
Da Cornel mir bei den einzelnen Antworten viele spannende Details und auch die eine oder andere Anekdote erzählte, wird der Titel des nächsten Beitrages „Von Skipeaks, Lieblingsorten und wie alles begann“ heissen.

feldwaldwiesenblogger

Sieben Fragen an Rachel Divà

Heute präsentiere ich bei meinen „sieben Fragen an“ eine junge, vielversprechende Muotathaler Musikerin: Rachel Divà alias Rahel Bächtold. Aufmerksam auf Rachel Divà wurde ich letzte Woche, als im Bote der Urschweiz ihr Finaleinzug in den kleinen PRIX WALO ein Thema war. Der kleine PRIX WALO gilt als Sprungbrett für junge Künstler.

Ich begann darauf auf ihrer eigenen Homepage (www.racheldiva.ch) zu lesen, und erfuhr dabei, dass das in Ibach SZ lebende Jungtalent anfangs nächstes Jahr ihre erste CD veröffentlicht. „This message from my heart“ heisst Rachel’s Erstling und wird am 3. Januar 2015 im City Hotel (Brunnen) getauft.

Divà präsentiert sich als Sängerin und Pianistin. Dabei tritt sie solo oder auch mit einer Band auf. Auftritte hatte sie schon an verschiedenen Orten, unter anderem auch an Hochzeiten.

„Wünschen Sie die perfekten romantischen Songs, die Sie an Ihrem wichtigsten TAG Ihres Lebens, begleitend mit leidenschaftlichen Eigen-Interpretationen grosser Künstler oder eigenen Songs, live von Rachel DIVÀ inszeniert sind?“ – Diese Aussage stammt nicht von mir, sondern von Rachel. Ich habe mir zudem die beiden Musikvideos auf ihrer Homepage angesehen, und kann das kurze Statement nur unterstreichen. Es sagt in meinen Augen viel über die Musik der Muotathalerin aus.

Musik war seit der frühsten Kindheit Rachel‘s Leidenschaft. Als kleines Kind begann sie schon zu singen, und mit sieben Jahren komponierte sie ihren ersten eigenen Song.
Weitere Details aus ihrer Biografie kann man ab der erwähnten Homepage entnehmen. Für mich waren diese Infos die Basis für meine Fragen.

Irgendwann musste ich feststellen, dass ich mit sieben „reinen“ Fragen einfach nicht durchkomme. Da ich Rachel nicht persönlich kenne und selber ein grosser Musikfan bin, hatte ich tausend Fragen an sie. Ich fasste diese etwas zusammen, und machte aus sieben Fragen sieben Frageblöcke.

Nun übergebe ich das Wort, respektive den Stift an Rachel. Ich finde, sie hat mit ihren knapp 24 Jahren schon viel zu sagen. Lasst euch überraschen.

rachel
(Bildquelle: Rachel Divà)

Frageblock 1:
Herzliche Gratulation zum Einzug in den Final des kleinen PRIX WALO! Was bedeutet für dich dieser Erfolg? Was meinst du, wie wirkt sich die Finalteilnahme für deine Zukunft aus?
Hast du, abgesehen von der CD-Taufe, gar etwas Grosses vor im Jahr 2015, und möchtest es mir und meinen Lesern jetzt schon verraten?

„Vielen herzlichen Dank! Es bedeutet für mich sehr viel, da es wichtig ist Erfahrungen zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und neue Leute sowie Künstler kennen zu lernen. Ich bin jedoch sehr überrascht über den Tagessieg.
Natürlich ist dieser Tagessieg für mich eine Belohnung. Nun weiss ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich wünsche mir sehr, dass der Finaleinzug einen positiven Einfluss auf die Zukunft hat. Für mich hat nur schon das Mitmachen beim PRIX WALO einen positiven Einfluss gehabt. Ich freue mich nun umso mehr dabei zu sein, und bin gespannt wie es weitergeht.
Für das Jahr 2015 habe ich einiges vor. Ich bin jedoch noch in der Planungsphase. Im Kopf habe ich eine EP, welche ich herauszugeben möchte, und ein zweites Album. Das hängt jedoch alles davon ab, wie es nach dem PRIX WALO weiter geht. Ich freue mich sehr auf die kommende Zeit.“

Frageblock 2:
Am 3. Januar 2015 wird laut Angabe auf deiner Homepage deine erste CD getauft. Was meinst du, wie wird die CD aufgenommen? Welche Reaktionen erwartest du von den Hörern? Welche vom Fachpublikum?

„Genau, die CD wird am 3. Januar veröffentlicht. Ich erhoffe mir natürlich ein positives Feedback. Die Kritik darf jedoch nicht fehlen. Das wird mich schlussendlich auch wieder weiterbringen.
Ich habe bei meiner ersten CD-Produktion einige Denkfehler gemacht, die ich bei der zweiten CD verbessern werde. Das ist auch gut so, sonst könnte ich ja keine Erfahrungen sammeln und lernen.
Ich nehme gerne jedes positive wie auch negative Feedback an. Ich lasse mich einfach überraschen, wie die Leute darauf reagieren. Ich selber habe sehr Freude an meiner ersten CD und finde sie einfach nur toll.“

Frageblock 3:
Hast du eigentlich eine eigene Band, respektive wirst du in Zukunft auch mit den Musikern auftreten, welche mit dir die CD eingespielt haben? Wirst du auch weiterhin Solo-Auftritte absolvieren?

„Ich habe nur für den Moment eine Band. Für die CD-Taufe habe ich ein paar Musiker dazu geholt, die bei der Vorbereitung der CD nicht dabei waren. Jedoch waren diese wiederum im Studio dabei.
Ich kann nicht genau sagen, wer von ihnen danach mit mir weiterzieht. Ich denke, da kann es noch Veränderungen geben.
Das finde ich jedoch toll und spannend. Es gibt so viele tolle Musiker, und am liebsten würde ich mit vielen Musikern einmal auf der Bühne stehen und musizieren. Das sind wieder neue Inspirationen, man kann immer wieder dazu lernen.
Natürlich werde ich auch Solo-Auftritte machen. Je nachdem, was wo passt. Da bin ich sehr flexibel und möchte auch weiterhin so auftreten.“

rachel mit gitarre an einem auftritt
(Bildquelle: Rachel Divà)

Frageblock 4:
In einem Bot-au-feu-Beitrag (Bote der Urschweiz vom 21. August 2013) wird erwähnt, dass du damals 80 selber komponierte Songs (oder teilweise fertige Songs) hattest. Wie viele sind es heute?
Hattest du deshalb für deine CD auch ein bisschen die Qual der Wahl?
Und: Sind nur Eigenkompositionen auf der bald erscheinenden CD?

„Heute sind es sicherlich um die 100 Songs. Leider kann man nicht alle gebrauchen. Sie sind zum Teil nur auf Papier festgehalten, oder es ist nur der Text vorhanden und die Melodie wurde nie ganz fertig geschrieben.
Meine „alten“ Songs haben eben nicht mehr zum aktuellen Thema beziehungswiese zu meiner Lebensphase gepasst. Ich habe mich auch verändert. Die meisten Songs auf der CD habe ich deshalb neu geschrieben. Ich habe nur zwei „alte“ Songs auf der CD.
Auf meiner CD sind nur Eigenkompositionen. Ich liebe es, zu komponieren und zu schreiben. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag Songs schreiben und komponieren. Dazu fehlt mir jetzt noch definitiv die Zeit…“

Frageblock 5:
Möchtest du eigentlich voll auf Musik setzen, wenn es die Umstände erlauben?
Wie viele Stunden pro Woche investierst du derzeit für deinen Traum, die Musik?
Hast du dein Arbeitspensum inzwischen reduziert, wie du in oben erwähntem Bot-au-feu-Beitrag erwähnt hast?

„Das ist eine schwierige Frage. Natürlich wäre es schön, voll auf die Musik zu setzen. Ich habe so viele Ideen, die ich umsetzen möchte und auch umsetzen werde. Ich denke, es kommt so wie es kommen muss, und werde dann schauen, wenn sich die Situation wirklich ergibt. Es wäre jedoch schon sehr schön.
Ich investiere momentan pro Tag zwischen drei bis sechs Stunden in die Musik. Am Wochenende (Freitag bis Sonntag) sind es bis zu zehn Stunden. Darunter kommt nicht nur das Üben, sondern auch sehr viel Administratives zusammen. Die Planung und Produktion der CD, Organisation, Büroarbeiten, neue Ideen ausarbeiten, Songs schreiben, Sponsoring, Proben, Termine mit Kunden und so weiter.
Ja, das Pensum habe ich im Büro auf 80 Prozent reduziert. Wobei ich immer noch zusätzlich im Valley Pub, und ab und zu im Restaurant Alpenrösli aushelfe. Ich mag es eben, etwas zu tun und brauche sehr viel Abwechslung.“

Frageblock 6:
Du schreibst in deiner Biografie, dass du dich von Lady Gaga hast inspirieren lassen. Inwiefern?
Was genau bedeutet Divà mit „à“ geschrieben? Was sagt diese Wortkreation über dich aus?

„Lady Gaga ist eine tolle Künstlerin, auch wenn sie ein bisschen ausgeflippt ist. Aber sie hat mit dieser Strategie Erfolg. Das ist ein bisschen meine Inspiration. Sie hat mich auf den Namen Divà gebracht. Gaga ist auch ein „gaga“ Name. So einen wollte ich auch, denn so etwas können sich die Leute merken. Sie fangen an darüber zu reden und das ist gut so. Egal ob positiv oder negativ, sie reden… Was ich danach mache ist wichtig: Ich möchte mit meiner Musik überzeugen. So können sie etwas Gutes mit meinem Namen in Verbindung bringen, was schlussendlich wieder etwas Positives ist.
Das „à“ bedeutet, dass ich eben eine etwas andere Diva bin. Ich bin eigentlich ein ganz normaler Mensch, vielleicht ab und zu etwas ausgefallen, aber das gehört dazu. Ich mag Schuhe, Taschen, Schminke, schöne Kleidung…, halt eben „divamässig“. Das „Divà“ kann auch meine Persönlichkeit ausdrücken; auf den ersten Blick wirke ich anders, als ich eigentlich wirklich bin. Jedoch kann ich garantieren, dass das einzig überhebliche der Name „Diva“ ist. Das ist irgendwie auch witzig, finde ich.“

rachel am piano im studio
(Bildquelle: Rachel Divà)

Frageblock 7:
Auf deiner Homepage habe ich zudem gelesen, dass du an deiner Stimme arbeitest (Vocal-Coaching und Intensiv-Gesangswoche). Kannst du kurz schildern, wie und was du dabei übst? Konntest du für die CD-Aufnahmen davon profitieren?
Welche Instrumente spielst du eigentlich? Bildest du dich auch instrumental weiter?

„Ja, ich gehe zirka einmal pro Monat im Kanton Aargau bei Xangsart in den Gesangsunterricht. Ich übe dort die richtige Atem-Technik, dass ich nach dem ersten Song nicht schon das Gefühl habe, ich hätte einen ganzen Marathon gelaufen. Ich lerne auch, wie ich an einen bestimmten hohen oder tiefen Ton heran komme. Wo und wie der Ton überhaupt produziert wird, richtiges Einsingen, die korrekte Aussprache von Songtexten und die Vorbereitungen für einen neuen Song. Zudem auch alles was ich noch nicht kann und lernen möchte.
Ich habe dort einen super Coach und lerne sehr viel von ihr. Davon kann ich natürlich sehr profitieren.
Auch für die CD-Aufnahmen konnte ich sehr viel mitnehmen. An einigen Sachen muss ich zwar noch arbeiten, aber darum gehe ich ja noch in den Unterricht.
Ich spiele hauptsächlich Klavier. Gitarre habe ich mir selbst beigebracht, deshalb spiele ich auch entsprechend. Ich habe jedoch noch ganz andere Instrumente zu Hause, wie Geige, Kontrabass und Schlagzeug, die ich aber noch nicht spielen kann. Ich habe Freude an fast jedem Instrument und möchte noch viel ausprobieren. Ich möchte gerne auch mal „Handörgeli“ und E-Bass spielen lernen. Dann finde ich sicherlich noch andere tolle Instrumente, wie beispielsweise das Saxophon.
Das Hauptinstrument soll jedoch immer meine Stimme sein und bleiben.“

Irgendwo auf Rachel’s Homepage steht “THIS YEAR GONNA BE A GREAT YEAR”. Ich denke, mit dem Finaleinzug beim kleinen PRIX WALO und der Realisierung ihrer ersten eigenen CD hat sie IHR JAHR ZU EINEM GROSSARTIGEN JAHR gemacht. Meine Hochachtung vor dieser jungen Frau!

Ich danke Rachel für das spontane Mitmachen bei meinen „sieben Frage(blöcken) an“. Dabei erhielten wir einen kleinen Einblick in das Wirken und Schaffen der Muotathaler Musikerin.
Irgendwann möchte ich die Künstlerin auch mal live erleben, um mir neben ihren Aussagen und den erwähnten Musikvideos einen weiteren Eindruck zu verschaffen.
Einstweilen wünsche ich Rachel Divà alles Gute und den Erfolg, den sie sich wünscht.

feldwaldwiesenblogger

Sieben Fragen an Aldo Betschart (ds Gigers)

Mit Freude darf ich heute die sieben Fragen und sieben Antworten eines sehr guten Muotathaler Musikerkollegen in meinen Blog stellen: Aldo Betschart (ds Gigers) stand mir Rede und Antwort, und gibt mir und meinen Lesern einen Einblick in sein Leben, Wirken und Schaffen.

Über Aldo könnte ich jetzt vorgängig eine Menge schreiben und berichten. Ich lasse ihn aber lieber selber zu Wort kommen. Denn seine Antworten, welche er mir schriftlich in einer Email zukommen liess, sind nicht nur sehr interessant ausgefallen. Sie sind auch umfangreich und informativ. Man merkt, dass man es mit einem Menschen zu tun hat, der auch viel schreibt.

Zu meinen TERROR GEISS-Zeiten spielte Aldo bei der Muotathaler Metal Core- / Thrash Metal-Band VERWAINT. Zu dieser Band fand ich im Internet folgende Angaben:
Die Schweizer „Nature Core“ Gruppe Verwaint wurde 1988 in Muotathal von Aldo Betschart (Gitarre, Gesang), Iwan Heinzer (Bass), Erich Gwerder (Gitarre) und Roger Schelbert (Schlagzeug) gegründet. Der Gruppenname entstand beim Anblick eines einem in Seewen / SZ herumstehenden Verwo-Abfallcontainers… Die Gruppe genoss bis zur Auflösung einen äusserst guten Ruf und gilt heute als Vorreiter des Heavy Metal in Muotathal. Nicht etwa, dass Verwaint breitenwirksame Musik gemacht hätten, im Gegenteil! Aber dass im sagenumwobenen Muotathal knochenharter Metal Core und Thrash Metal komponiert und gespielt wurde liess aufhorchen und lenkte von Anfang an grosses Interesse auf die eigenwillige Band.
(Auszug aus http://mikiwiki.org/wiki/Verwaint)

Daneben spielten Aldo und ich in einem gemeinsamen Musikprojekt namens GONZ. Wir hatten einige intensive sowie lustige Proben, und schafften es immerhin zu zwei unvergesslichen Auftritten.

Danach verflüchtigte sich unser Kontakt leider etwas. Dieser wurde glücklicherweise dieses und letztes Jahr bei zwei gemeinsamen Reisen (Berlin und München) wieder ein wenig reaktiviert. Wir führten dabei auch interessante Diskussionen und ich erfuhr von seiner Familie, seinem Beruf, von seinem Buchprojekt und seiner Band DESPU PALLITON.

Aldo Betschart ist eine vielseitige Persönlichkeit, kennt viele Leute und ist auch ein offener und sehr kommunikativer Typ. Er wohnt zwar schon seit vielen Jahren nicht mehr im Muotathal, ist aber im Herzen einer geblieben. Das merkt man auch an seinem Dialekt, der immer noch so klingt, als würde er im Thal der Berge und Wildbäche wohnen.

Nun will ich nicht mehr länger werden, und lasse Aldo zu Wort kommen.

aldo_persönlich
(Bildquelle: aldo-betschart.ch, fotografiert von Roger Schelbert auf unserer gemeinsamen Reise in Berlin)

Frage 1:
Hast du manchmal Heimweh nach dem Muotathal? Kann man dich auch als Heimweh-Muotathaler bezeichnen?

„Nein, denn hätte ich Heimweh, würde ich am falschen Ort leben, was nicht der Fall ist. Gelegentliche Ausflüge ins Muotathal sind mir aber wichtig, um meine Eltern zu sehen, meine Schwester, den Göttibub und nicht zuletzt alte Freunde. Auch möchte ich, dass meine Kinder, die in Zürich aufwachsen, wissen, wo ihr Vater herkommt.“

Frage 2:
Wie lange lebst du schon in der Stadt Zürich? Wieso gerade Zürich?

„In Zürich lebe ich seit 2001. Folglich werde ich Ende Januar 2015 bereits 14 Jahre in Zürich wohnhaft sein.

Ich habe Zürich als Stadt schon immer gemocht und pflegte bereits während meiner Zeit im Thal verschiedene Kontakte mit Zürcherinnen und Zürchern, die ich z.B. bei Konzerten von VERWAINT ein erstes Mal getroffen hatte.
Nachdem ich 2001 in Zürich landete, ging vieles wie geschmiert: Ich fand interessante Jobs und lernte neue spannende Menschen kennen. Damals wie heute fühle ich mich die meiste Zeit wohl hier. Zürich ist überschaubar – nicht zu gross und nicht zu klein – und es herrscht alles in allem eine weltoffene Atmosphäre. Das kulturelle Angebot sucht seinesgleichen, diesbezüglich ist nicht einmal New York viel besser.

Nicht zuletzt hält mich meine Familie hier. In Zürich habe ich 2005 meine Frau kennen und lieben gelernt. Unsere Kinder, die ganz hierher zu gehören scheinen, sprechen heute ein sehr erheiterndes Züridüütsch…. Also: Was soll man dagegen tun? Ich werde wohl mindestens so lange in Zürich gestrandet bleiben, bis die Kinder nichts mehr von mir und ihrer Mutter wissen wollen 🙂 .“

Frage 3:
Was sind deine Hauptbeschäftigungen, sowohl beruflich wie auch in der Freizeit?

„Da gibt es einerseits meine Brotarbeit. Diese macht im Jahresdurchschnitt gut 40 Prozent aus. Im Augenblick arbeite ich abwechselnd für drei verschiedene Firmen. Zwei davon sind sogenannte ‚Eventagenturen‘, für die ich verschiedenste technische Auf- und Abbauten bestreite, wie etwa jüngst für das Zürich Film Festival. Dazu gehören festliche Grossanlässe genauso wie Konferenzen. Dritter Arbeitgeber ist ein grösseres Zürcher Theater, mit dem ich jeweils vor allem in den Monaten Juni/Juli für eine Sommer-Freilicht-Tournee unterwegs bin. Das alles tue ich als Aushilfe; einer Festanstellung wollte ich ab 2010 vorerst nicht länger nachgehen. Man könnte also sagen, ich betätige mich als Söldner.

Meine Freizeit wird zunächst einmal ganz klar von meiner Familie ausgefüllt. Meine Frau arbeitet 60 Prozent, das heisst, ich verbringe viel Zeit mit unseren Kindern Philon (geb. April 2009) und Jemina (geb. Mai 2012). Für die Kinder Zeit zu haben, das ist das Wichtigste, und ich betrachte es als ein besonderes Privileg, z.B. am Morgen mit meiner Familie den Tag beginnen zu können. Erst danach, in ausgesuchten Stunden, kommen meine anderen Leidenschaften vermehrt zum Zug: die Musik und das Schreiben.“

Frage 4:
Ich habe kürzlich deinen neuen Roman EWIG DIE DUMMEN gekauft. Gelesen habe ich ihn noch nicht, aber den Inhalt mit seinen stolzen 1114 Seiten bestaunt. Wie lange hast du an diesem Buch geschrieben? Und: Wie entstand dieser Roman? Kannst du kurz über den Werdegang von EWIG DIE DUMMEN berichten?

„Vom Beginn des Schreibens von EWIG DIE DUMMEN bis zur Fertigstellung des Buches hat es auf den Monat genau acht Jahre gedauert (2006 bis 2014). Das Schreiben selbst hat nur siebeneinhalb Jahre ausgemacht 🙂 .

Zum Werdegang des Buches kann ich ansatzweise äussern, was im Roman unter ‚Persönliche Bemerkungen‘ bereits geschrieben steht: Rückblickend war es eine gewaltige und nicht immer leichte Aufgabe. Ich hatte von Anfang an einen facettenreichen Kriminalroman im Sinn, der auch ohne permanente Schiessereien und dergleichen fesselnd sein würde. Ich bin kein eifriger Leser von Kriminalromanen; allzu oft steht die Effekthascherei im Vordergrund und die Gedankenwelt der Protagonisten wird mehr oder weniger ausgeklammert. Das wollte ich anders machen, ein bisschen wie bei einem guten Theaterstück, wo auch die Psyche des Menschen sichtbar, mit Liebe zum Detail, beleuchtet wird.

Was den Handlungsstrang meines neuen Romans betrifft, so hatte ich anfangs einfach nur eine gute, zündende Idee, ein originelles Thema, das sich meiner Meinung nach für einen Kriminalroman ideal verarbeiten liess.
Am Anfang standen Recherchen, die ich auch vor Ort in New York betrieb. Später, tief im Schreibprozess, kamen andere Faktoren hinzu. Meine Protagonisten entwickelten manchmal so etwas wie ein Eigenleben, was geradezu magisch war und der Geschichte eine neue, wegweisende Richtung gab. Schlussendlich habe ich alle Zeit (und allen Nerv) darauf verwendet, die zur Fertigstellung nötig gewesen ist; und ich weiss jetzt mehr denn je, es hat sich gelohnt.“

Frage 5:
Was für Projekte beschäftigen dich zurzeit? Ist gar ein weiteres Buch geplant?

„Was die Romanliteratur anbelangt, gönne ich mir momentan eine verdiente Pause. EWIG DIE DUMMEN ist gerade erst fertig geworden, und nun überlege ich, wie ich das Buch an die Leserinnen und Leser bringen könnte. Das war acht Jahre lang kein Thema, ist jetzt aber eines geworden. Ganz vom Schreiben befreit bin ich denn doch nicht; die Ausnahme bilden momentan die Liedtexte, die ich für DESPU PALLITON, meine Band, schreibe.“

despu palliton
DESPU PALLITON live
(Bildquelle: Aldo Betschart)

Frage 6:
Du bist neben deinem schriftstellerischen Wirken auch ein begnadeter Rockmusiker. Mit deiner Band DESPU PALLITON lebst du deine Freude zur Musik aus. Kannst du in wenigen Sätzen berichten, was bei euch gerade abgeht und ansteht?

„Was DESPU PALLITON angeht, so steht die Produktion des neuen Albums auf dem Plan. Das Album ist fertig aufgenommen, gemischt und gemastert…. Es ist schon lange überfällig. In Kürze geht es endlich in Produktion, und die Band freut sich schon sehr darauf.“

verwaint muotathal
VERWAINT im Probelokal ‚im Bödäli hindä‘
(Bildquelle: Aldo Betschart)

Frage 7:
Wann und wie kam es damals zur Gründung der legendären Muotathaler „Natur Core“-Band VERWAINT? Inwiefern war diese Band für dein weiteres musikalisches Schaffen wegweisend?

„VERWAINT wurde im Sommer 1988 gegründet, nachdem wir (Tönis Röschul, Bäschuls Erich, Hänis Iwan und ich, Gigers Aldo) die gesamten Sommerferien darauf verwendet hatten, uns ‚im Bödäli hindä‘ ein eigenes Probelokal auszubauen und einzurichten. Die Gründung war für uns … man könnte fast sagen: etwas Heiliges.
VERWAINT war anfangs eine Gruppe von vier langhaarigen Heranwachsenden, die auf einer völlig anderen Bühne tanzten als der Rest der Thalbevölkerung. Wir waren blutjunge, eingefleischte Musikfans, und hatten nur die harte Musik im Kopf. Jene nämlich, die damals noch absolut ‚Underground‘ war. Zum Beispiel kaufte ich mir Slayers ‚Reign In Blood‘ 1986 während unserer Schulreise, im Zürcher Hauptbahnhof, und ich sehe noch heute das Gesicht unseres Lehrers, als er auf mein Bitten ‚Angel Of Death‘ ins Deutsche zu übersetzen versuchte.
Für Roger, Iwan, Erich und mich waren es unglaublich aufregende Zeiten; denn zweifellos war damals eine musikalische Revolution im Gang, ‚Speed Metal‘ und ‚Thrash Metal‘ genannt, die wir mit Herzblut vom Thal aus mitverfolgten. Wir liebten Bands wie Slayer, Venom, Carnivore, Nuclear Assault, Metallica, Kreator, Voivod etc. etc. Diese neue, hammerharte, originelle Musik war uns eine regelrechte Zuflucht und schweisste uns sehr zusammen.

Eines Tages, das war 1987, genügte es uns nicht länger zuzuhören, und so beschafften sich diejenigen von uns, die noch nicht mit einem Musikinstrument ausgestattet waren, alles nötige, damit wir zu viert ordentlich Lärm machen konnten. Wir waren extrem ambitioniert und wollten ebenfalls Thrash Metal spielen. Also bespielten wir bald täglich stundenlang unsere Instrumente. Der Zusammenhalt in der Band war unglaublich stark. Wir spielten allabendlich zusammen, gingen zusammen aus und teilten uns gegenseitig unsere Wünsche und Sorgen mit. Als wir für die ersten eigenen Konzerte das Thal verliessen, das war 1990, waren wir einfach nur stolz und glücklich. Vor fremdem Publikum zu spielen, war ein wunderbarer neuer Aspekt. Das hatten wir selbst geschafft, den Vorurteilen zum Trotz, die uns hin und wieder im Thal zuteil wurden.

Die Zeit mit VERWAINT hat zu einem gewissen Grad mein Selbstbewusstsein als Musiker gestärkt. Dank VERWAINT habe ich Freundschaften schliessen können, welche mein Leben oder zumindest manche meiner Lebensansichten verändert haben. Vor allem haben diese elf Jahre mit VERWAINT eine Wertschätzung gelehrt, die ich auch heute meinen Bandkollegen entgegenbringe. Schliesslich geht es darum, zusammen Spass zu haben! Miteinander ist man pure Energie, allein geht in der Rockmusik gar nichts – ganz anders als beim Schreiben.“

Aldo schrieb zum Schluss seiner Antworten „Vielen Dank für deine Fragen, Koni. Mit herzlichem Wink ins Thal – Aldo“. Dem kann ich mir nur anschliessen. Mit dem Unterschied, dass mein Dank und Wink nach Zürich geht. Vielen herzlichen Dank, Aldo, für dein Mitmachen, deine wunderbaren Antworten und die schönen Fotos!

feldwaldwiesenblogger

Sieben Fragen an den Regisseur des Muotathaler Theaters

In einer weiteren Reihe mit „Sieben Fragen an“ beglückte ich Daniel Heinzer, den Regisseur des Muotathaler Theaters.
Kaum hatte ich seine Antworten in meinem Compi durchgelesen, erschien diese Woche ein Bote der Urschweiz-Beitrag:

theater muotathal_bote
(Quelle: Bote der Urschweiz)

Wie im Beitrag von Journalistin Andrea Schelbert geht es in meinen Fragen auch um die vielen neuen Gesichter des diesjährigen Theaters.

Zudem hatten Heinzer und sein Team angeblich ein „Horror-Erlebnis“ zu bewältigen. Solche Dinge gehören aber wohl dazu. Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne (oder so ähnlich)…

Die ganze Sache ist aber nun auf Kurs, und die Probenarbeit ist in vollem Gange. Auf folgendem YouTube-Video bekommen wir einen Einblick ins momentane Geschehen, und dürfen auch eine Standpauke des Regisseurs miterleben.


(Quelle: Youtube.com)

Es darf also auch laut geschmust werden. Man darf gespannt sein, was uns in Bälde im schönen Theater der St. Josefshalle erwarten wird. Premiere ist morgen Samstag in zwei Wochen, also am 25. Oktober.
Nun aber Vorhang auf zu den „Sieben Fragen“ von mir, und den „Sieben Antworten“ von Daniel Heinzer.

daniel heinzer
(Bildquelle: http://www.theater-muotathal.ch)

Frage 1:
Wie verlaufen die Proben? Seid ihr schon fast aufführungsreif?

„Die Proben verlaufen gut. Bei den meisten Sachen sind wir im Fahrplan. Zwei, drei Baustellen gibt es noch, aufführungsreif sind wir aber noch nicht. Wir brauchen die verbleibenden Proben schon noch.
Ab der Woche 42 (Montag, 13. Oktober) werden an jedem Abend alle Akte gespielt. Ich erwarte dann noch einmal einen grossen Sprung vorwärts.“

Frage 2:
Laut Programm habt ihr fürs neue Stück „Bim Waldbrünneli“ relativ viele neue Schauspieler rekrutieren müssen. Wieso eigentlich?

„Zum einen spielen Karin Gwerder, Franz Betschart, Marie-Louise Kistler, Martin Steiner, Luzia Betschart und Daniel Büeler nicht mehr mit. Zum anderen braucht es mehr Spieler als letztes Jahr.“

Frage 3:
Besteht bei so vielen neuen Gesichtern nicht die Gefahr, dass die Qualität ein wenig darunter leiden könnte?

„Ich hoffe nicht. Es ist sicher so dass neue Spieler/innen am Anfang verhaltener spielen. Sie getrauen sich noch nicht, aus sich herauszukommen.
Wir versuchen in den Proben, den neuen Spielern Momente und Situationen zu geben, damit sie solche Erlebnisse vor der Premiere haben. Danach treten die Spieler meist viel gelassener auf.“

Frage 4:
Wie bereitest du als Regisseur deine Akteure auf ein neues Stück vor? Und: Ist Lampenfieber bei euch eigentlich ein Thema?

„Die Vorbereitung mit den Spielern beginnt im Juni. Dort haben wir vier Leseproben. Hier erzählt der Regisseur, wie er sich die einzelnen Figuren vorstellt. Danach wird das Stück durchgesprochen. Dabei wird die
Mundart bereinigt und diverse Passagen, welche beim Aussprechen einen Knopf in der Zunge verursachen, beseitigt.

Anschliessend lernen die Spieler das Stück auswendig, bis in der dritten Woche im August die Proben auf der Bühne beginnen. Zuerst Stellproben, danach die Wege. Eine spezielle Vorbereitung gibt es bei uns nicht.
Da wir ein eigenes Theater besitzen, können wir ab der ersten Probe auf die Bühne, was gerade den neuen Spielern sehr hilft.

Ich persönlich finde Lampenfieber als sehr wichtig, und sollte immer vorhanden sein. Wenn das Lampenfieber beginnt, werden die Dinge um einen herum ausgeblendet. Es beginnt eine Fokussierung auf das wesentliche, und man ist hoch konzentriert.

Bei der grossen Anzahl von Aufführungen geht das Lampenfieber allmählich zurück. Damit geht auch die Konzentration etwas verloren, und schon passiert auf der Bühne etwas. Jemand kommt beim Text ins Stottern, oder ein anderer hat beispielsweise eine Requisite nicht dabei. Dann bin ich als Regisseur wieder gefragt, um die Spieler wieder etwas zu ermahnen.“

theater_bild
(Bildquelle: http://www.theater-muotathal.ch)

Frage 5:
Gibt es gegen Ende der 28 Aufführungen nicht jeweils Ermüdungserscheinungen? Musst du dann die Schauspieler motivieren?

„Die Spieler sind sicher nicht bei jeder Aufführung gleich motiviert. Gerade an einem Sonntag im Herbst, wenn draussen die Sonne scheint, zieht es einem nicht gerade in die Theaterhalle. Wir versuchen dem vorzubeugen, und schauen, dass wir eine gute Stimmung haben. Aber spätestens wenn die Spieler wieder auf der Bühne sind, braucht es keine Motivation mehr.“

Frage 6:
Was wäre, wenn ein Schauspieler sich eine Grippe einfängt und keine Stimme mehr hätte?

„Eine Grippe kann man für drei Stunden mit Arznei, Tee und Lampenfieber ausblenden. Schlimmer wird es dann bei grösseren Sachen. Daran möchte ich gar nicht denken.
Wir haben keine Doppelbesetzungen. Generell ist es so: Solange man laufen kann, und verständliche Töne von sich gibt, wird gespielt. Bei Heiserkeit wird dann halt das Lied nicht gesungen. Wir sind bis jetzt davor verschont geblieben und hoffen, dass es auch so bleibt.“

Frage 7:
Welche wichtigen Dinge stehen für dich und deine Schauspieler noch an vor der Premiere?

„Wie am Anfang erwähnt, sind wir im grossen und ganzen auf Kurs. Was noch ansteht ist die Hintergrundmusik und die Beleuchtung.
Wenn dann alles steht, muss das Ganze noch ‚rund‘ werden. Ich meine damit die Proben, in welchen der Regisseur nicht mehr dauernd drein redet und die Spieler unbeschwert auftreten können.“

Aha, so sieht das also aus beim Theater Muotathal. Wie es in so vielen Situationen im Leben ist, beginnt man zwar rechtzeitig mit einem Projekt oder Vorhaben. Richtig zur Reife und zum Endprodukt getrimmt wird es aber in den meisten Fällen erst gegen Schluss.
Ich meine aber, dass das absolut normal ist. Denn viele Menschen arbeiten unter leichtem Druck und bei bevorstehendem Lampenfieber, wie beim Theater Muotathal ebenfalls, am besten. Und so zweifle ich keine Minute daran, dass auch das diesjährige Theaterstück wieder zu einem absoluten Publikumshit wird.

Ich bedanke mich bei Daniel Heinzer für seine ehrlichen, offenen und interessanten Antworten. Zudem wünsche ich ihm und seinen Akteuren ToiToiToi und 28 gelungene Vorstellungen! Ich freue mich jedenfalls jetzt schon darauf, im November das Theater „Bim Waldbrünneli“ besuchen zu dürfen.

feldwaldwiesenblogger