Samir Leuppi strebt am Sonntag in Balterswil seinen achten NOS-Kranz an. Er sagt: «Am Ende des Tages will ich sagen können, dass es ein super Wettkampf war und ich alles gegeben habe. Was dabei herausspringt ist Zugabe.»

Text: Schwinger-Blog

Samir Leuppi gehört mit seinem Palmarès und seiner offensiven Schwingweise zur Spitze in der Nordostschweiz. In dieser Saison gewann er bereits drei Kränze. Beim St. Galler Kantonalschwingfest stand der bärenstarke Athlet gar im Schlussgang und wurde hervorragender Zweiter. Die Vorbereitung auf die neue Saison wurde allerdings durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt. Nun ist Samir wieder einigermassen fit und so richtig im Wettkampf-Modus angelangt. An diesem Sonntag steht für ihn mit dem Nordostschweizer Schwingfest in Balterswil TG ein erster Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Beim Anschwingen wird er auf den Appenzeller Michael Bless treffen.

Samir konnte bisher drei Kranzfestsiege feiern

Bild: schlussgang.ch

2017, 2019 und 2021 jeweils 7 Kränze gewonnen

Samir’s Geburtsdatum ist der 24. Februar 1993. Der 29-Jährige wohnt mit seiner Freundin im Kanton Zug, und weist mit seiner Grösse (194 Zentimeter) und seinem Gewicht (140 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Samir ist gelernter Zimmermann und lässt sich momentan bei der Transportpolizei zum Polizisten ausbilden. Nebst der Arbeit und dem Schwingsport benennt der Sennenschwinger Jassen, Kraftsport und Fischen als seine Hobbys.

Samir ist Mitglied vom Schwingklub Winterthur und hat drei Kranzfestsiege und sieben Regionalfestsiege auf seinem Konto. Weiter gehören zu seinem Palmarès 47 Kränze: 33 Kantonalkränze, 8 Teilverbandskränze, 5 Bergkränze und 1 Eidgenössischer Kranz (ESAF 2019 in Zug). Der Winterhurer gewann seinen ersten Kranz am 2. Mai 2010 beim Thurgauer Kantonalschwingfest in Wängi. Ab der Saison 2015 wurde Samir zu einem regelmässigen Kranzsammler. In den Jahren 2017, 2019 und 2021 gewann er jeweils sieben Kränze.

2022: Trotz beeinträchtigter Vorbereitung schon drei Kränze gewonnen

Von November bis Februar plagten Samir Schleimbeutelprobleme. Während dieser Zeit konnte der Eidgenosse leider kein Sägemehl-Training absolvieren. Hinzu kam anschliessend eine langwierige Reflux-Erkrankung, welche ihm zu schaffen machte. Für das Thurgauer Kantonale musste Samir deshalb Forfait erklären. Vor seinem Heimfest, dem Zürcher Kantonalen, musste Samir zudem eine Erkältung auskurieren. In Ossingen stieg er schliesslich in die Saison ein, und mit Rang 5d war der Einstand geglückt. Beim St. Galler Kantonalschwingfest in Wil wurde Samir sehr guter Zweiter. Bei diesem Anlass gewann er gleich gegen zwei Sieger eines eidgenössischen Anlasses, nämlich gegen Damian Ott und Arnold Forrer. Der Schlussgang gegen Werner Schlegel endete gestellt, was dem Toggenburger den Sieg einbrachte. Eine Woche später gewann Samir beim Glarner-Bündner Schwingertag in Netstal mit Rang 6d den dritten Saisonkranz.

Tragische Figur beim Kilchberger Schwinget

In den Köpfen der Schwingerfreunde blieb ein kapitaler Fehlentscheid beim letztjährigen Kilchberger Schwinget hängen. Samir bodigte im fünften Gang mit einer blanken Zehn Bernhard Kämpf. Die Kampfrichter sahen dies jedoch anders, der Gang endete gestellt und der Zürcher verpasste dadurch den Schlussgang. Der «Blick» schrieb hinterher: «Leuppi ist der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere geraubt worden.» Samir verhehlte nicht, dass er am Boden zerstört war und die Welt nicht mehr verstanden habe. Er sagte aber auch: «Ich hatte trotz allem eine tolle Saison und habe in Kilchberg gespürt, dass ich ganz an der Spitze mithalten kann.»

Beim Gespräch mit dem dreifachen Kranzfestsieger blickt der Schwinger-Blog aber nicht mehr zurück, sondern nach vorn. In die aktuelle Gegenwart, auf das bevorstehende Nordostschweizer Schwingfest, auf einen möglichen Sieg an einem grossen Fest und natürlich auch aufs ESAF in Pratteln.

Beim St. Galler Kantonalen bezwang Samir Schwingerkönig Nöldi Forrer

Bild: Lorenz Reifler

Wie geht es dir? Bist du wieder vollständig gesund?

«Es geht mir so weit gut und ich bin gesundheitlich recht gut dran. Die Schleimbeutelentzündung ist vollständig auskuriert, der Reflux macht aber noch ein wenig Probleme. Bei übermässiger Anstrengung äussert sich dies mit Husten.»

Trotz beeinträchtigter Saisonvorbereitung hast du bereits drei Kränze gewonnen. Wie bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

«Es läuft trotz der verkürzten Vorbereitung gut. Die Routine fehlt mir noch etwas und ich bin schwingerisch noch nicht ganz auf dem Stand wie ich gerne möchte. Dadurch, dass ich längere Zeit ausfiel, ist es dennoch gut herausgekommen.»

In der SCHLUSSGANG-Wertung für die diesjährige Saison belegst du aktuell Platz 43. In der Schluss-Wertung für 2021 warst du auf Platz 15 zu finden. In der zweiten Saisonhälfte besteht da durchaus noch Luft nach oben?

«Diese Wertung halte ich während der Saison nicht unbedingt für repräsentativ. Zum jetzigen Zeitpunkt wird wegen unterschiedlicher Anzahl Kranzfeste sowieso nicht mit gleichen Ellen gemessen. Und: Ich habe erst drei Kantonalfeste bestritten, die grossen Schwingfeste stehen für mich erst noch bevor.»

Nun steht am kommenden Sonntag mit dem Nordostschweizer Schwingfest ein erster Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Wie siehst du deine Erfolgschancen?

«Es ist ein erster Höhepunkt und wie ich auf Bildern gesehen habe, sieht die Arena toll aus. Ich handhabe es wie immer: Ich gehe an den Wettkampf und will ein gutes Gefühl haben. Ich werde meine beste Leistung abrufen und möchte wieder gesund heimfahren. Am Ende des Tages will ich primär sagen können, dass es ein super Wettkampf war und ich alles gegeben habe. Was dabei herausspringt ist Zugabe. Zudem: Die Jungen drücken und wir haben ein sehr gutes Team. Da bin ich gefordert, wenn ich vorne dabei sein möchte. Dieser Umstand bereitet mir aber grosse Freude.»

Samuel Giger ist der absolute Topfavorit in Balterswil. Du hast dir sicher auch schon Gedanken gemacht, wie man den Überschwinger aus dem Thurgau bezwingen könnte. Verrätst du uns diese?

Samir lacht. «Er ist der absolute Favorit. Wenn ich wüsste wie, hätte ich ihn schon längst bezwungen. Ich suche aber mein Erfolgsrezept gegen ihn immer noch.»

Samir will seine Aufgabe am Nordostschweizer Schwingfest konzentriert angehen

Bild: samir-leuppi.ch

Welche weiteren Saisonhöhepunkte stehen bei dir nebst dem NOS noch auf dem Programm?

«Nach dem NOS folgt mit dem Bernisch-Kantonalen Schwingfest ein weiteres Teilverbandsfest. Anschliessend geht es auf die Berge: Der Reihe nach trete ich auf dem Weissenstein, auf dem Brünig und auf der Schwägalp an. Und Ende August steht das ESAF in Pratteln auf dem Programm. Jetzt folgen in dem Sinne nur noch Highlights.»

Wie sieht deine aktuelle Trainingswoche aus?

«Im Moment gestalte ich diese flexibel. Weil ich im Praktikum stecke und Schicht arbeite, muss ich mein Athletiktraining flexibel planen und die Schwingtrainings auf die freien Abende legen. Das sind dann wöchentlich drei bis vier Trainingseinheiten: Zwei Krafttrainings und ein bis zweimal Schwingen.»

Wirst du dein Arbeitspensum hinsichtlich ESAF reduzieren, und dein Training noch intensivieren?

«Eine Reduktion des Arbeitspensums ist wegen der Ausbildung nicht möglich. Zudem stehen kurz vor dem ESAF Prüfungen an. Das Training werde ich so gut es geht intensivieren. Ich versuche alles unter einen Hut zu bringen, muss aber auch auf meinen Körper hören, damit ich nicht in ein Übertraining gerate.»

Das Nordostschweizer Team darf sich in Pratteln berechtigte Hoffnungen machen, dass der neue Schwingerkönig aus ihren Reihen kommen wird und sie ein gewichtiges Wörtchen um die Kranzverteilung mitreden werden. Wie ist die momentane Stimmung im Team?

«Mein Gefühl ist sehr gut. Der Team-Spirit ist sehr gut und man mag einander den Erfolg gönnen. Jeder gibt alles und nach dem Wettkampf sitzt man gemeinsam zusammen. Beim NOS treten wir noch als Gegner gegeneinander an. Bei den anstehenden Bergkranzfesten werden wir dann zum ersten Mal in dieser Saison als Team zusammenspannen und auftreten. Ich bin stolz, ein Teil dieses Teams sein zu dürfen und freue mich riesig auf diese Anlässe.»

Apropos grosse Feste: Beim letztjährigen Kilchberger Schwinget hast du gezeigt, dass du für den Sieg an einem grossen Fest bereit bist. Was braucht es in deinen Augen für so einen Triumph?

«Ich glaube, da müssen viele Faktoren zusammenstimmen und passen. Dazu gehört das nötige Glück, es muss dein Tag sein, du musst dich super fühlen, man muss mental parat sein und es müssen Gegner sein, die dir liegen. Ein eigentliches Rezept gibt es nicht. Am Ende so eines Tages wirst du vermutlich sagen, dass du niemals mit so einem Erfolg gerechnet hast.»

Der Spatenstich zum ISAF 2022 ist erfolgt

Am Sonntag, 3. Juli findet das 115. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest (ISAF) in Ennetbürgen statt. Rund zwei Wochen vor dem Fest erfolgte am Freitag, 17. Juni der offizielle Spatenstich zum sportlichen Grossanlass, wie er so nur alle rund 15 Jahre in Nidwalden durchgeführt wird.

Text und Bild: Peter Bircher / Bearbeitung: Schwinger-Blog

In rund zwei Wochen, am Sonntag, 3. Juli, wird im Gebiet der Herdern in Ennetbürgen Schwingsport vom Feinsten geboten. Rund 200 Schwinger aus der Innerschweiz und aus anderen Teilverbänden schwingen um Kränze und um den Festsieg. Daneben werden auch Steinstösser um jeden Zentimeter kämpfen.

Von links nach rechts: Marco Zimmermann (OK-Vizepräsident und Festwirt Aussenstände), Peter Keller (OK-Präsident) und Yves Seiler (OK Infrastruktur und Bau) beim Spaten-, bzw. Tribünenstich des ISAF 2022

Auf- und Abbau dauert rund 3 Wochen

Am Freitag, 17. Juni fand vor Ort der offizielle Spatenstich und damit auch der Start zum Fest statt. In den kommenden rund zwei Wochen wird das gesamte Festareal aufgestellt und in Betrieb genommen. Neben der Schwingerarena mit rund 7’000 Zuschauerinnen und Zuschauer braucht es ein Festzelt für rund 1’000 Personen, ein Zelt für die Schwingerfreunde, zahlreiche Ess- und Getränkestände, sanitäre Anlagen sowie Strom- und Wasserleitungen. Weiter werden Mobiliar wie Tische, Bänke, Sonnenschirme, Einrichtungen für den Gabentempel und Einrichtungen fürs Festbankett für rund 1’500 Gäste aufgebaut. «Der ganze Auf- und Abbau beginnt heute und dauert bis rund eine Woche nach dem Schwingfest am 8. Juli», erklärt Yves Seiler, Leiter Infrastruktur und Bau. «Die Koordination mit allen Lieferanten, Partnern und Helfenden funktioniert hervorragend. Die grosse Unterstützung und auch Flexibilität aller Beteiligten helfen dabei sehr.»

Über 1’500 Personen im Einsatz

Für den Auf- und Abbau werden neben rund 30 Personen vom Zivilschutz auch 350 Helferschichten vorwiegend am Abend und teilweise auch am Tag unterstützend zur Seite stehen. Am Festwochenende werden rund 1’200 Personen vom Donnerstag bis Sonntag etwa 9’000 Einsatzstunden leisten. «Es ist einfach grossartig, wie uns die Helferinnen und Helfer, sowohl aus Vereinen wie auch Privatpersonen, unterstützen», meint OK-Präsident Peter Keller.

Rund 50’000 Liter Getränke und über 4 Tonnen Esswaren

Das ganze Festgelände öffnet bereits am Donnerstag seine Türen. Jeder Tag wird dabei unter ein Motto gestellt: Am Donnerstag ist «Ländlerabig», am Freitag «Partyabend» und am Samstag «Familientag». «Mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm wollen wir für jeden Geschmack und jedes Alter etwas bieten und natürlich auch die umfassende Infrastruktur über mehrere Tage nutzen», erklärt Peter Keller. Der Eintritt ans gesamte Rahmenprogramm ist frei.

Um das leibliche Wohl kümmert sich ein grosses Team unter der Leitung von Alois Keiser und Marco Zimmermann. Die Mengen, die dabei im Vorfeld bestellt werden müssen, sind beeindruckend: Je 4’500 Kalbs- und Schweinsbratwürste, 2’500 Schweinshalssteak, 3’000 Buttergipfeli, knapp 15’000 Liter Bier sowie rund 16’000 Liter Wasser und Softgetränke. «Die grosse Schwierigkeit für uns ist das Wetter und damit auch der Aufmarsch der Besucherinnen und Besucher», meint Marco Zimmermann, OK-Vizepräsident und Festwirt Aussenstände, und ergänzt, dass «wir dank der grossen Flexibilität der Lieferanten auch kurzfristig reagieren und allenfalls Nachschub organisieren können. Hunger oder Durst muss am ISAF bestimmt niemand haben.»

Buebeschwinget am Samstag

Als besonderes Highlight beim Rahmenprogramm findet am Samstag ein Buebeschwinget mit rund 250 Teilnehmenden im Alter von 8 bis 15 Jahren statt. «Für unseren Nachwuchs ist das Buebeschwinget in der grossen Arena enorm wichtig und im Rahmen eines Innerschweizer Schwingfests einzigartig», so Marco Zimmermann, der zudem Präsident der mitorganisierenden Schwingersektion Beckenried ist.

Die Vorfreude ist gross

Die Vorfreude auf das Fest ist riesig. Die Bilder der letzten Schwingfeste helfen hier sicher mit. «Das Kribbeln und die Spannung steigen wieder mit den Übertragungen im Fernsehen und natürlich mit den Besuchen vor Ort bei den zahlreichen Schwingfesten in den letzten Wochen», erklärt Peter Keller und ergänzt: «Das OK ist topmotiviert und arbeitet mit grossem Elan. Immer mehr Zahnräder greifen ineinander und bringen das ganze Fest mehr und mehr in Schwung.» Weitere Infos findet man unter www.isaf2022.ch.

Starkes Comeback: Steven Moser wurde bei den ersten beiden Kranzfesten in der Südwestschweiz zweimal Zweiter, und peilt nun einen Kranzfestsieg an. Er sagt: «Es ist eine grosse Herausforderung, da wir mittlerweile viele gute Schwinger bei uns haben.»

Text: Schwinger-Blog

Steven Moser ist im Südwestschweizer Schwingerverband momentan der beste Nichteidgenosse, und zählt zusammen mit den drei Eidgenossen Benjamin Gapany, Lario Kramer sowie Steve Duplan zum Team-Leader-Quartett. Bei den beiden bisher ausgetragenen Kranzfesten (Walliser und Neuenburger Kantonales) belegte er jeweils den hervorragenden zweiten Platz, und beim Mittelländischen Schwingfest anfangs Mai sicherte sich der Freiburger mit Rang 6d den Kranz. Nach einer längeren Verletzungspause gab er diesen Frühling beim Regionalschwingfest in Ried bei Kerzers mit dem dritten Rang ein starkes Comeback. Beim Regionalschwingfest in Le Mouret stand Steven mit Benjamin Gapany im Schlussgang. Diesen verlor er allerdings und landete erneut auf dem dritten Platz.

Am Walliser Kantonalen in Savièse wurde Steven Zweiter, und durfte kranzgeschmückt die Heimreise antreten

Bild: Fabio Salvatore Sabatino

Vor dieser Saison: Letztmals am 19. August 2018 vor die Kranzdamen getreten

Steven’s Geburtsdatum ist der 29. März 1996. Der 26-Jährige wohnt in Rechthalten, ist ledig und weist mit seiner Grösse (192 Zentimeter) und seinem Gewicht (120 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der Freiburger ist gelernter Polymechaniker und absolvierte eine Ausbildung zum Maschinenbau-Ingenieur. Er arbeitet derzeit in einem 100 Prozent-Pensum bei der Firma Polytype in der Stadt Freiburg. Nebst der Arbeit und dem Schwingsport findet der Sennenschwinger nur wenig Zeit für weitere Aktivitäten. Am ehesten noch für Wanderungen.

Steven ist Mitglied vom Schwingklub Sense und hat einen Kranzfestsieg (Waadtländer Kantonalschwingfest 2017 in Mont-Pèlerin), 27 Kränze und fünf Regionalfestsiege auf seinem Konto. Der Sensler gewann seinen ersten Kranz am 21. April 2013 beim Genfer Kantonalschwingfest in Satigny. Ab jener Saison sammelte er regelmässig Kränze. Am meisten in den Saisons 2017 und 2018, nämlich jeweils sechs Eichenlaub-Exemplare. Vor der diesjährigen Saison durfte Steven letztmals am 19. August 2018 beim Walliser Kantonalen vor die Kranzdamen treten. 

Verletzungsgeschichte und Corona-Pandemie

Die Verletzungsgeschichte begann 2019: Steven zog sich im Januar am rechten Knie einen Kreuzbandriss zu und musste operiert werden. Kurz vor dem ESAF in Zug kehrte er wieder auf die Schwingplätze zurück. Beim «Eidgenössischen» schwang der 27-fache Kranzschwinger immerhin acht Gänge. Dann folgte 2020 die Corona-Pandemie und wie fast das gesamte öffentliche Leben wurde auch der Schwingsport ausgebremst. Als es wieder erlaubt war, nahm der Modellathlet das Training auf und bereitete sich entsprechend auf die Saison 2021 vor. Beim allerersten Schwingfest im Juni, am Regionalschwingfest Schwarzsee, riss sich Steven erneut das Kreuzband im rechten Knie. Es erfolgte wieder eine Operation und anschliessend ein monatelanger Aufbau. Wie schon erwähnt, gewann Steven in dieser Saison bereits drei Kränze. An diesem Sonntag steht für den Maschinenbau-Ingenieur beim Waadtländer Kantonalen in Aigle das nächste Kranzfest auf dem Programm.

Nach 2018 das zweite Gespräch

Steven schnupperte am ESAF 2016 in Estavayer-le-Lac schon mal am Eidgenössischen Kranz. Mit der momentanen Form darf er sich berechtigte Hoffnungen machen, dass es diesmal in Pratteln tatsächlich gelingen kann. Und: Wenn Steven gesund bleibt, ist es eine Frage der Zeit bis zum zweiten Kranzfestsieg. Der Schwinger-Blog besuchte Steven Ende Mai 2018, und berichtete im Beitrag «Gespräch mit Steven Moser, einem Team-Leader der Südwestschweizer» von einem hoffnungsvollen Südwestschweizer Talent. Steven gehört nach wie vor zu den Team-Leadern in der Südwestschweiz, welches inzwischen zu einem Quartett herangewachsen ist. Im heutigen Gespräch wird auf die jüngsten Erfolge eingegangen, eine Zwischenbilanz gezogen, sowie aufs ESAF und das Südwestschweizer Team geschaut.

Beim Neuenburger Kantonalen auf Vue-des-Alpes wurde Steven wieder Zweiter und durfte nebst dem Kranz auch ein schönes Bild nach Hause nehmen

Bild: Schwingklub Sense

Herzliche Gratulation zu den beiden Top-Platzierungen in der Südwestschweiz und zum gewonnenen Kranz am Mittelländischen Schwingfest. Wie ordnest du diese Erfolge ein?

«Für mich ist das sehr gut. Beim ersten Schwingfest, dem Regionalschwingfest in Ried bei Kerzers, konnte ich noch nicht richtig einschätzen, wo ich stehe. Beim Mittelländischen Schwingfest in Bern ging es für mich auf, und es machte «klick» im Kopf. Ich dachte mir, wenn es bei den Bernern funktioniert, dann kann ich auch Kränze bei uns in der Südwestschweiz gewinnen.»

Rückblick auf den 7. Mai: Der Einstieg ins «Mittelländische» endete mit einer Niederlage gegen Adrian Walther, ehe vier Siege und ein «Gestellter» folgten. Welcher Gang war in deinen Augen der Schlüssel-Gang zum Kranzerfolg?

«Das war klar der vierte Gang, in welchem ich den Eidgenossen Patrick Schenk bezwingen konnte. Das war für mich eine Kopfsache. Denn: Das war derjenige Gegner am ESAF 2016 in Estavayer-le-Lac, gegen den ich im letzten Gang um den Kranz verloren habe.»

Der Auftakt beim Walliser Kantonalen verlief mit zwei gestellten Gängen ebenfalls wenig verheissungsvoll. Anschliessend gab’s vier Zehner-Würfe. Verrätst du uns, wie du den Schalter umlegen konntest?

«Das war so nicht geplant, dass ich mit zwei «Gestellten» startete. Im ersten Gang waren wir beide nicht sonderlich aktiv. Im zweiten Gang schwang ich drauf los, mein Gegner hat sich aber defensiv auf mich eingestellt. Ich kam anschliessend schon kurz ins Studieren, entschied mich dann Vollgas zu geben und in jedem Gang anzugreifen.»

Auch beim Neuenburger Kantonalen verlief der Start in den Wettkampf mit der Niederlage gegen Lario Kramer nicht wunschgemäss. Anschliessend folgten fünf Siege. Worin bestand auf der Vue des Alpes das Erfolgsrezept?

«Im ersten Gang lief es für mich blöd und ich habe mich überschätzt. Sieben Sekunden vor Schluss ging der Kampf verloren. In den nächsten Gängen gab ich Vollgas, und mein Ziel war der Schlussgang. Diesen verpasste ich leider um einen Viertel Punkt. Bei einem gestellten Schlussgang hätte ich sogar erben können.»

Was auffällt, sind deine verhaltenen Starts. War das Zufall, oder brauchst du jeweils einen «Gingg» um wirklich wach zu werden?

Steven lacht. «Das ist nicht einfach zu erklären. Im ersten Gang kriegt man jeweils die besten Gegner und geht die Aufgabe dementsprechend sachte an. Ich denke, die Saison ist noch jung und das wird im weiteren Verlauf sicher noch besser. Es war für mich zudem schwierig einzuschätzen, wo ich nach der langen Verletzungspause stehe. Auf einige Topschwinger bin ich im Übrigen schon länger nicht mehr getroffen. Deshalb spielte auch ein Abwägen mit.»

Beim Gespräch im Mai 2018, inmitten der schönen Natur auf dem Menzisberg bei Steven’s Elternhaus

Bild: Schwinger-Blog

Was für eine persönliche Saison-Zwischenbilanz ziehst du?

«Ich bin recht zufrieden. Von drei möglichen Kränzen habe ich drei geholt, das ist positiv. Wenn ich mich noch besser vorbereite und noch etwas fitter werde, liegt noch mehr drin. Schlussgang-Teilnahmen oder Schlussgang-Siege liegen im Bereich des Möglichen. Es ist aber eine grosse Herausforderung, da wir mittlerweile viele gute Schwinger bei uns haben.»

Wie sieht deine aktuelle Trainingswoche aus?

«Aktuell absolviere ich zwei Schwing- und zwei Krafttrainings. Das Trainingsprogramm habe ich momentan wegen den anstehenden Schwingfesten stark reduziert. Ich möchte nicht körperlich kaputt bei diesen antreten. In der Vorbereitungszeit ist das Trainingspensum um einiges grösser.»

Wirst du dein Arbeitspensum hinsichtlich ESAF reduzieren, und dein Training noch intensivieren?

«Eine Reduktion des Arbeitspensums ist nicht geplant. Ich arbeite in einem Büro und kann die Arbeitszeiten flexibel gestalten, damit ich zu genügend Erholungszeit komme. Hinsichtlich ESAF werde ich das Training schon intensivieren. So beispielsweise untertags, wenn ich mit dem Velo zur Arbeit fahre.»

Apropos ESAF: Das Südwestschweizer Team darf sich berechtigte Hoffnungen machen, die Kranzausbeute von Zug am ESAF in Pratteln gar zu übertreffen. Wie siehst du das?

«Ja, dieser Meinung bin ich auch. Wir haben etliche starke Schwinger und es sind einige von Verletzungen zurückgekehrt. Das Ziel ist, mehr Kränze zu gewinnen als in Zug. Und: Jene zu gewinnen, welche wir können. Wenn alle fit sind und die Form in Pratteln stimmt, können wir dieses Ziel durchaus erreichen.»

Beim Gespräch Ende Mai 2018 waren du und Benjamin Gapany die beiden einzigen Team-Leader im Südwestschweizer Verband. Inzwischen ist das Duo zu einem Quartett herangewachsen. Die Leader-Rolle wurde nun auf mehrere Schultern verteilt. Was hat sich dahinter, bei den sogenannten Mittelschwingern, in den letzten vier Jahren verändert?

«Die drei Eigenossen von Zug haben sich enorm auf die Schwinger-Szene in der Romandie ausgewirkt. Die Mittelschwinger haben inzwischen mächtig aufgeholt. Die Corona-Pandemie hinterliess allerdings auch bei uns Spuren. Das hat man beispielsweise an den tiefen Schwingerzahlen beim Walliser Kantonalen gesehen. Wir hoffen, dass die Zahlen wieder steigen. Es braucht alle Schwinger, auch die stärker gewordenen Mittelschwinger, welche den Schwingsport weitergeben. Das ist beste Werbung für den Nachwuchs.»

Andreas Henzer beendete am Baselstädtischen Schwingertag seine 30-jährige Karriere. Er sagt: «Jedes Fest und jede Niederlage hatten etwas Positives, was für meinen Weg im Schwingsport förderlich war.»

Text: Schwinger-Blog

Andreas Henzer, welcher am 15. Oktober 43 Jahre jung wird, beendete am Baselstädtischen Schwingertag seine lange und erfolgreiche Karriere. Der Baselbieter gewann in seiner Aktivzeit 70 Kränze, darunter 55 Kantonal-, 12 Teilverbands- und 3 Bergkränze. Weiter feierte Andreas einen Kranzfestsieg sowie diverse Regionalfestsiege und qualifizierte sich für sechs «Eidgenössische». Das Mitglied vom Schwingklub Binningen schwingt seit 1992. Der 182 Zentimeter grosse und 97 Kilogramm schwere Athlet beeindruckte das Schwingfest-Publikum mit seiner bescheidenen und ruhigen Art. Auf die Frage, welches seine bevorzugten Schwünge waren, entgegnet Andreas, dass diese sich auf die jeweiligen Gegner bezogen. Übrigens: Der Turnerschwinger ist einer derjenigen Nichteidgenossen mit den meisten Kränzen. Den Rekord hält aber Werner Jakob mit 75 Kränzen.

Nochmals volle Konzentration, für das letzte Schwingfest

Bild: Pascal Alpiger

Gestellte Gänge gegen drei Berner Schwingerkönige

Im Rücktritts-Schreiben vom 23. Mai listete Andreas seine schönsten Erfolge auf. Nebst den ESAF-Teilnahmen erwähnt er die gewonnenen Bergkränze auf dem Stoss, der Rigi und dem Weissenstein. In bester Erinnerung bleiben dem Schönenbucher auch die auswertigen Kranzgewinne am Luzerner sowie Ob- und Nidwaldner Kantonalen und am Südwestschweizer Teilverbandsfest. Als sportliches Karriere-Highlight benennt Andreas den Sieg am Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest 2007 in Wintersingen. Laut seinen Angaben war er nur selten verletzt und konnte sich zudem je zweimal für den prestigeträchtigen Unspunnen und Kilchberger Schwinget qualifizieren. An diesen Eidgenössischen Anlässen hatte er keinen einzigen Gang verloren. Weiter bleiben für Andreas auch die gestellten Gänge gegen die Berner Schwingerkönige Silvio Rüfenacht, Matthias Sempach und Kilian Wenger unvergessen. Die Erwähnung von Rüfenacht bringt einem erst vor Augen, wie lange Andreas eigentlich dabei war. Er schwang insgesamt 30 Jahre lang.

TK-Chef vom Schwingklub Binningen

Andreas ist gelernter Metzger, arbeitet im Schlachthof Basel und ist dort als Berufsbildner tätig. In seiner spärlichen Freizeit widmet er sich seinem Aquarium und fährt gerne Töff. «Wenn man den Schwingsport lebt, liegt nebenbei einfach nicht mehr drin», erklärt der 70-fache Kranzschwinger, welcher seit 2007 TK-Chef vom Schwingklub Binningen ist. Andreas, oder Res, wie ihn seine Kollegen nennen, blickt heute mit dem Schwinger-Blog auf seine erfolgreiche Schwingerkarriere zurück.

Vor dem allerletzten Gang, nach einer 30-jährigen Karriere

Bild: Pascal Alpiger

Wie ist die Gefühlslage nach dem letzten Schwingfest?

«Es war nun höchste Zeit, abzutreten. Angedacht war der Abschied für 2018, ein Beinbruch verhinderte aber das Unterfangen. Während der Corona-Pandemie ist der Entschluss gereift, zurückzutreten. Im Vorfeld auf den Baselstädtischen Schwingertag hat es mich schon im Hals gewürgt und ich habe die eine oder andere Träne verdrückt. Am Tag X konnte ich mich jedoch voll auf das Schwingfest konzentrieren und nochmals geniessen. Leider zog ich mir im vierten Gang eine Schulterverletzung zu. Ich habe aber während meiner ganzen Karriere nie ein Schwingfest aufgegeben, und wollte das bei meinem letzten auch nicht tun.»

Du wurdest auf dem Schwingplatz nach deinem letzten Gang gebührend und unter lang andauerndem Applaus verabschiedet. Gab es gestern Abend nach dem Baselstädtischen Schwingertag noch eine grosse Feier?

«In unserem Dorf Schönenbuch wurde Freinacht eingegeben und ich durfte im engeren Rahmen mit meinen Kollegen den Abschluss meiner Karriere feiern.»

Gibt es eigentlich einen bestimmten Grund, dass du den Baselstädtischen Schwingertag als Schlusspunkt ausgewählt hast?

«Der Baselstädtische Schwingertag ist ein ganz besonderes Fest. In unserer Region ist es eines der bestbesuchten Schwingfeste und es sind jeweils Topschwinger dabei.»

Du hast deinen ersten Kranz 1997 am Nordwestschweizer Schwingfest in Lostorf gewonnen. Welches war deine erfolgreichste Saison?

«2002, 2007 und 2008 waren meine erfolgreichsten Saisons. 2002 gewann ich unter anderem den Luzerner Kranz in Rothenburg. 2007 holte ich mir den Kranzfestsieg am Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest und 2008 gewann ich den Stoos- sowie den Rigi-Kranz.»

Wie nahe dran warst du am Gewinn eines ESAF-Kranzes?

«Ich nahm an sechs ESAF’s teil, an fünfen schwang ich jeweils acht Gänge. 2013 in Burgdorf war ich am nähesten dran. Im siebten Gang verlor ich leider gegen Fabian Kindlimann. Dann war es gelaufen.»

Dein Karriere-Highlight ist der Sieg am Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest 2007 in Wintersingen. Blick doch nochmals kurz auf dieses Schwingfest zurück!

«Ich konnte an diesem Schwingfest voll auf meine Qualitäten setzen. Nebst vier Zehner-Würfen stellte ich mit dem Eidgenossen Bruno Gisler. Im Schlussgang konnte ich gegen den Eidgenossen Thomas Zindel stellen und das Fest gewinnen. Das war für mich ein super Ereignis!»

Andreas wurde unter Trompeten-Klängen, viel Rauch und einer würdigen Laudatio gebührend verabschiedet

Bild: Andreas Henzer

Was wird dir in deiner nun zu Ende gehenden Karriere besonders positiv in Erinnerung bleiben?

«Jedes Fest und jede Niederlage hatten etwas Positives, was für meinen Weg im Schwingsport förderlich war.»

Wer waren deine grössten Wegbegleiter und Unterstützer?

«Mein bester Trainingspartner war sicher mein Bruder Michael. Mit ihm konnte ich auch mal zuhause im Garten einen Gang schwingen und etwas ausprobieren. Ich habe immer sehr viel Wert daraufgelegt, junge Talente zu fördern. Daraus wurden auch immer gute Trainingspartner.»

Gab es in deiner langen Schwingerkarriere auch Enttäuschungen?

«Ich musste mich leider vier Bandscheiben-Operationen unterziehen, was mich jedes Mal ausgebremst hat. Da fiel ich jeweils länger aus und musste teils mit dem Aufbau wieder von vorne anfangen. Das war schon ärgerlich.»

Was hat sich deiner Meinung nach während deiner Karriere im Schwingsport verändert?

«Man muss heutzutage fast Sponsoren haben. Ich hatte aber nie einen und habe trotzdem meine Kränze gemacht. Ich absolvierte zudem eine normale Rekrutenschule als Grenadier in Isone. Was mir zudem auffällt, ist die Tendenz des Schwingfest-Abbrechens, wenn es für den Kranz nicht mehr reicht. Das habe ich nie gemacht und immer fertig geschwungen.»

Die Vorfreude aufs ESAF Ende August im Baselbiet ist förmlich spürbar. In welcher Form wirst du für diesen Grossanlass tätig sein?

«Ich werde im Vorfeld mein Amt als Technischer Leiter vom Schwingklub Binningen weiterführen und alles daransetzen, dass das Baselbiet wieder einen Eidgenossen feiern darf. Am ESAF bin ich für die Platzaufsicht eingeteilt. Weiter möchte ich nach meiner Karriere dem Schwingsport in verschiedenen Funktionen etwas zurückgeben.»

Auf was freust du dich nun am meisten nach deiner aktiven Schwingerkarriere?

«Ich habe immer Freude gehabt, auch als Aktivschwinger Zuschauer bei Schwingfesten zu sein. Ich freue mich nun besonders darauf, ohne Druck an Schwingfeste gehen zu können und einer anderen Generation beim Schwingen zuschauen zu können.»

Starkes Teilnehmerfeld mit Samuel Giger und Joel Wicki am 101. Baselstädtischen Schwingertag (Auffahrt, 26. Mai)

Text: Moritz Schibler / Bearbeitung: Schwinger-Blog

Nach zwei Jahren Pandemiezwangspause kehrt der Baselstädtische Schwingertag am Auffahrtsdonnerstag zurück auf die Sandgruben in Basel. Das Teilnehmerfeld hat es in sich: Die Schwingfans dürfen sich insbesondere auf Samuel Giger, Schwinger des Jahres 2021, und Joel Wicki, Erstgekrönter vom ESAF 2019 in Zug, freuen. Dem Baselstädtischen Schwingertag kommt im Jahr des ESAF in Pratteln eine besondere Bedeutung zu und er bietet mit neun starken Gästeschwingern aus drei Verbänden die Bühne für einen spannenden Wettkampf.

Kilchberg-Sieger Samuel Giger ist einer der Topfavoriten am Baselstädtischen Schwingertag

Bild: Hans Brunner

In gewohnter Umgebung, ohne Einschränkungen und mit Zuschauern heisst es am 26. Mai zum 101. Mal «Sägemehl frei» für den Baselstädtischen Schwingertag. Nach den coronabedingten Ausfällen des populären Sportevents in den vergangenen zwei Jahren wird auf den Basler Sandgruben an Auffahrt endlich wieder geschwungen. Erneut darf am Wettkampftag in der Kleinbasler Schwingarena ein starkes Teilnehmerfeld bewundert werden.

Mehr als 120 Aktive erwartet – Giger, Wicki, Ledermann und weitere Gastschwinger aus drei Verbänden

Im Jahr des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests vor der Basler Haustür in Pratteln schicken die Teilverbände von Bern, der Nordostschweiz und der Innerschweiz am Auffahrtstag absolute Top-Schwinger in die Stadt am Rheinknie. Mehr als 120 Aktive werden erwartet, darunter natürlich die Schwinger der Nordwestschweizer Delegation, die sich auf heimischem Boden mit besonderer Motivation dem ohne Einschränkungen zugelassenen Publikum präsentieren dürfen. Sie werden angeführt vom Eidgenossen-Quintett Nick Alpiger, David Schmid, Andreas Döbeli, Joel Strebel und Patrick Räbmatter. Hervorzuheben gilt es die Gästeschwinger Samuel Giger und Joel Wicki, zwei erfahrene Athleten, denen Expertinnen und Experten durchaus auch den Königstitel am Prattler ESAF Ende August zutrauen. Das Duo hat sich auch in dieser noch jungen Saison bereits unter die Kranzfestsieger gereiht. Ebenso der Berner Michael Ledermann, welcher das Mittelländische und das Seeländische Schwingfest gewinnen konnte und in Basel ebenfalls an den Start geht. Was für ein starkes Teilnehmerfeld in Basel!

Folgende neun Gästeschwinger werden erwartet: Samuel Giger, Fabian Kindlimann und Domenic Schneider (alle NOSV). Marco Fankhauser, Remo Vogel und Joel Wicki (alle ISV). Lorenz Berger, Patrick Gobeli und Michael Ledermann (alle BKSV).

Siegermuni «Simon» mit Züchter Urs Wiggli, Landwirt «Eigenhof» Seewen/SO und Sponsor Thomas Schnell, COO, Neoperl AG, Reinach/BL (mit Mütze)

Bild: Ruedi Schwald

Bewährtes fasnächtliches OK und Auftritt von Regierungsrätin Esther Keller

Organisiert wird der Baselstädtische Schwingertag nach 2018 bereits zum zweiten Mal von der Fasnachtsgesellschaft Seibi Basel 1933 und den Seibi-Mysli, in Zusammenarbeit mit dem Schwingerverband Basel-Stadt. Als Ehrenpräsidentin konnte die Basler Regierungsrätin Esther Keller gewonnen werden. Die selbst sportbegeisterte Bau- und Verkehrsdirektorin wird sich im Rahmen des offiziellen Festakts mit einer persönlichen Grussbotschaft vor Ort an das Publikum des Schwingertags wenden.

Abwechslungsreiches Programm im bewährten Rahmen

Wie üblich für ein Schwingfest wird den Zuschauerinnen und Zuschauern bereits am frühen Morgen und bis zum späten Abend ein Programm geboten. Das Anschwingen ist auf 08.15 Uhr angesetzt, und mit dem Schlussgang ist um 16.30 Uhr zu rechnen. Der sportliche Teil wird von Alphornklängen sowie Jodel-Auftritten umrahmt und bietet den Besucherinnen und Besuchern viel Abwechslung neben den Sägemehlringen.

Hanspeter Luginbühl feiert mit bald 38 Jahren als Co-Sieger vom Seeländischen Schwingfest seinen zweiten Kranzfestsieg. Er sagt: «Ich habe mich riesig gefreut, dass es nochmals zu einem solchen Erfolg gereicht hat.»

Text: Schwinger-Blog / Bilder: Hanspeter Luginbühl

Am letzten Sonntag gab es beim Seeländischen Schwingfest in Oberwil bei Büren gleich fünf Sieger. Nebst Curdin Orlik (1a), Kilian von Weissenfluh (1b), Florian Gnägi (1c) und Michael Ledermann (1d) ziert mit Hanspeter Luginbühl (1e) ein Routinier aus der zweiten Reihe die Ranglistenspitze. Dieses Resultat zeigt einerseits, wie gross und breit die Spitze der Berner ist, andererseits die erfreuliche Tatsache, dass die Mittelschwinger den Spitzenschwingern gefährlich nahekommen. Ein Garant für Spektakel und Überraschungen. Einer dieser freudigen Überraschungen ist Hanspeter Luginbühl.

Hanspeter Luginbühl errang beim Seeländischen Schwingfest den zweiten Kranzfestsieg seiner Karriere

Starke Frühjahrsschwingfeste

Den ersten und bis zum letzten Sonntag einzigen Kranzfestsieg errang Hanspeter am Walliser Kantonalfest 2013 in Leukerbad. Den Co-Sieg in Oberwil bei Büren kam daher wohl für viele überraschend. Dennoch hat sich dieser im Verlaufe des Frühlings angekündigt. Am Frühjahrsschwinget Zäziwil belegte der Berner Oberländer den guten vierten Rang, und den Wislisauschwinget in Rüschegg gewann der bald 38-Jährige. Im Schlussgang bezwang er gar den aufstrebenden Severin Schwander. Schliesslich holte sich Hanspeter beim Abendschwinget Frutigen mit Platz zwei eine weitere Spitzenklassierung.

Zweiter Kranzfestsieg im zweiten Schwinger-Frühling

Der Auftakt beim «Seeländischen» verlief mit einem «Gestellten» gegen Roman Sommer noch eher mässig. Dann folgten gegen Thierry Neukomm und Ueli Rüegsegger zwei Plattwürfe, ehe gegen den Eidgenossen Philipp Roth eine weitere gestellte Begegnung notiert wurde. Die beiden Zehner-Würfe im Ausstich gegen Fabian Bader sowie Christian Rüegsegger und der gestellte Schlussgang zwischen Curdin Orlik und Kilian von Weissenfluh bescherten dem bescheidenen Schwinger den zweiten Kranzfestsieg. Man darf im Fall von Hanspeter wortwörtlich von einem zweiten Schwinger-Frühling sprechen, welchen er in diesen Tagen erleben darf.

Stolzer Palmarès

Hanspeter’s Geburtsdatum ist der 26. Juni 1984. Der zweifache Kranzfestsieger wohnt zusammen mit seiner Partnerin und den gemeinsamen zwei Kindern in Trimstein, einem Weiler von Münsingen. Aufgewachsen ist der 178 Zentimeter grosse und 108 Kilogramm schwere Athlet in Aeschiried im Kandertal. Hanspeter machte ursprünglich die Ausbildung zum Forstwart und liess sich zum Forstingenieur weiterbilden. Er arbeitet derzeit beim Staatsforstbetrieb Bern und bewirtschaftet dort mit seinem Team die kantonseigenen Wälder. Hanspeter geniesst seine Freizeit gerne zusammen mit der Familie in der Natur.

Der Sennenschwinger schwingt für den Schwingklub Aeschi und gewann bisher stolze 64 Kränze. Diese setzen sich aus 48 Gau-/Kantonal-, 10 Teilverbands- und 6 Bergkränzen zusammen. Nebst den beiden Kranzfestsiegen blickt Hanspeter auf 11 Regionalfestsiege, 5 ESAF- und 2 Unspunnen-Schwinget-Teilnahmen zurück. Der erste Kranzgewinn datiert auf den 26. Juni 2005 am Bern-Jurassischen Schwingfest in Tavannes, just an seinem 21. Geburtstag. Der Schwinger-Blog unterhielt sich nach dem Erfolg beim Seeländischen Schwingfest mit Hanspeter, und brachte dabei interessante Fakten in Erfahrung. 

Hanspeter Luginbühl packt in seiner unverkennbaren Art an

Herzliche Gratulation zum Co-Kranzfestsieg! Wie war die Gefühlslage nach dem Sieg?

«Überwältigend! Ich war mir erst nicht sicher, welche Note Michael Ledermann im letzten Gang geschrieben wurde, und wie das Ganze ausgeht. Als dann das Endergebnis feststand, habe ich mich riesig gefreut, dass es nochmals zu einem solchen Erfolg gereicht hat.»

Welcher Gang war der Schlüssel zum Erfolg?

«Einerseits der fünfte Gang gegen Fabian Bader, welchen ich ziemlich schnell gewann. Andererseits der sechste Gang gegen Christian Rüegsegger, beide Gegner konnte ich platt gewinnen. Und schliesslich der vierte Gang gegen Philipp Roth, dass ich nicht verloren habe. Natürlich hätte ich gerne auch diesen gewonnen.»

Was ist im Rückblick dein Fazit über das Seeländische Schwingfest 2022?

«Ich habe am Montag Dankesbriefe geschrieben, einer davon ging auch ans OK. Es war ein super Fest mit einem schönen Rahmen. Ich habe mich auf dieses Schwingfest gefreut, denn ich bin in dieser Gegend auch beruflich tätig. In Oberwil war ein gutes Teilnehmerfeld am Start, dieses war auch mit vielen guten Mittelschwingern besetzt. Den Zuschauern wurden gute Gänge und viele Überraschungen geboten. Man konnte dabei beobachten, wie stark das Mittelfeld in den letzten zwei Jahren geworden ist. Diese hatten während der Pandemie keine Chance sich zu zeigen, und mischen nun die Rangliste gehörig auf. Es ist eine Riesenfreude, das zu sehen.»

Man ist geneigt zu sagen, dass du derzeit einen zweiten Schwinger-Frühling erlebst. Hast du den Trainingsumfang im Vergleich zu früheren Jahren vergrössert?

«Nein, überhaupt nicht. Ich habe eine gute Balance zwischen Familie, Beruf und Schwingen gefunden. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall. Zudem gehe ich das Ganze in diesem Jahr viel lockerer an. Das «Seeländische» war bereits mein neuntes Schwingfest. Bei den ersten fünf lief es nicht so gut, die Sicherheit war noch nicht vorhanden. Diese kehrte beim Frühjahrsschwinget Zäziwil zurück. Beim Wislisauschwinget, welches ich gewinnen konnte, konnte ich das umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Von da an hat es gepasst. Natürlich gehört auch Glück dazu, und dass einem die Gegner in die Hand passen. Mein Ziel war es schon immer, möglichst viele kleine Schwingfeste zu besuchen. Dies als Training und als Wertschätzung für die Organisatoren.»

Wie sieht dein aktuelles Training aus?

«Ich absolviere am Dienstag das Verbandstraining mit den Oberländer Schwingern, am Donnerstag steht das Klubtraining auf dem Programm. Relativ fix ist der Termin am Mittwoch: Da spiele ich mit meinen Kollegen jeweils zwei Stunden Badminton. Wenn ich an zwei Wochenenden hintereinander Schwingfeste bestreite, lasse ich in der Woche dazwischen die Schwingtrainings weg. Als Erholung, denn diese ist mit meinen bald 38 Jahren wichtig.»

Hanspeter Luginbühl verbringt seine Freizeit gerne zusammen mit der Familie in der Natur

Die Berner scheinen ein unermessliches Reservoir an Spitzenschwingern zu haben. Sowohl bei den Jungen wie auch bei den älteren Semestern scheints prima zu laufen. Sind die Berner Trainings nochmals professionalisiert worden?

«Ich weiss nicht, wie das in anderen Teilverbänden organisiert ist. Wir werden durch TK-Chef Roland Gehrig und seinen Helfern sehr gut betreut. Ich erlebe super organisierte Trainings, welche bei uns Schwingern keinen Druck erzeugen. Wir gehen motiviert ins Training und pflegen innerhalb der sechs Gauverbände eine gute Freundschaft. Gehrig konnte bei der Übernahme des Amtes die gute Stimmung mitnehmen. Wir haben viele gute Schwinger und die Grundlage sind die Schwingklubs. Darunter sind einige Klubs, welche ganz stark aufgestellt sind, diese sind enorm wichtig für das ganze Kollektiv innerhalb des Bernisch Kantonalen Schwingerverbandes.»

Du stehst als Kranzfestsieger nun mehr im Fokus. Was für Gedanken erzeugt das bei dir?

«Das war nicht mein Saison-Ziel. Ich versuche mich deswegen nicht unter Druck setzen zu lassen. Ich will einfach Freude am Schwingen haben und ich will auch mit Freude an die Schwingfeste gehen. Der Kranzfestsieg hat Aufmerksamkeit erweckt: Ich hatte hinterher 105 Nachrichten auf meinem Handy. Ich verspürte eine Riesenfreude und durfte nachfühlen, wie es Spitzenschwingern ergeht. Darum: Auf dem Boden bleiben und auf das nächste Schwingfest freuen.»

Korrigierst du nach dem Co-Kranzfestsieg deine Ziele nach oben? 

«Nein, ich korrigiere diese nicht nach oben. Wie in der vorherigen Frage schon erklärt: Ich will bescheiden und am Boden bleiben. Das habe ich während meiner ganzen bisherigen Karriere so gehandhabt. Ich hielt mich zurück und habe alle Entscheide akzeptiert, was mir einen gewissen Respekt eingebracht hat. Das versuche ich bis zum Karriereende durchzuziehen, und natürlich auch darüber hinaus.»

Ist dies eigentlich deine letzte Saison?

«Eventuell, aber vielleicht schwinge ich weiter. Stand heute höre ich Ende Saison nicht auf, Philipp Schuler war am Ende seiner Karriere 40-jährig… Und: Ich hatte Riesenglück, dass ich immer verletzungsfrei blieb. Solange ich Freude habe, bin ich dabei. Ich versuche zudem zu vermeiden, einen Rücktritt anzukündigen. Ich will mit positiven Gedanken an die Schwingfeste reisen, und nicht dabei denken müssen, dass ich nun das letzte Mal dort starte.»

Welches war deine bisher erfolgreichste Saison?

«Meine Highlights sind die Saisons 2011 und 2012. Ein weiteres Highlight ist der 2012 gewonnene Brünigkranz. Ich habe mich damals so gefühlt wie heute. Es hat alles gestimmt, das Umfeld und im Kopf. Stimmen diese Faktoren nicht, wirkt sich das auf die Leistung aus.»

Philipp Schuler beendet am Schwyzer Kantonalen seine lange Karriere. Er sagt: «1992 bestritt ich in Muotathal mein erstes Schwingfest. Nach 30 Jahren schliesst sich nun ein Kreis.»

Text: Schwinger-Blog

Der am 12. Mai 40 Jahre jung gewordene Philipp Schuler tritt beim Schwyzer Kantonalen in Muotathal zu seinem letzten Schwingfest an. Der Rothenthurmer gewann in seiner langen und erfolgreichen Karriere 48 Kränze, darunter 34 Kantonal-, acht Teilverbands und sechs Bergkränze. Weiter feierte Philipp sechs Regionalfestsiege und qualifizierte sich für sieben «Eidgenössische». Der Schwyzer schwingt seit 1992. Der 181 Zentimeter grosse und 98 Kilogramm schwere Athlet begeisterte mit seiner feinen Technik schweizweit das Schwingfest-Publikum und lehrte dabei auch angehende Schwingerkönige das Fürchten. Die bevorzugten Schwünge sind der Stich und Flankenschwünge.

Philipp Schuler beendet am Schwyzer Kantonalen in Muotathal seine aktive Schwingerkarriere

Bild: Philipp Schuler

Schwinger-Dynastie Schuler

Philipp entstammt der bestens bekannten Schwinger-Dynastie Schuler in Rothenthurm. Schon sein Vater Franz war ein erfolgreicher Schwinger. Diese Tradition haben nun seine Söhne Philipp und Christian mit viel Erfolg weitergeführt. Auch die Cousins Alex und Daniel sind begeisterte Schwinger. In Philipp’s Wiege wurden aber auch Schwingergene mütterlicherseits gelegt. Denn: Alle Brüder seiner Mutter haben geschwungen. Einer davon ist der inzwischen verstorbene Eidgenosse Thomas Bisig.

Präsident vom Schwingklub Einsiedeln

Philipp ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er ist gelernter Lastwagenmechaniker und betreibt heute in Rothenthurm ein eigenes Geschäft mit dem Namen Philipp Schuler Fahrzeugtechnik AG, mit sechs Mitarbeitern. Der Sennenschwinger ist seit letztem Dezember Präsident vom Schwingklub Einsiedeln. Vorher bekleidete er während neun Jahren das Amt des technischen Leiters. Philipp blickt heute mit dem Schwinger-Blog auf seine erfolgreiche Schwingerkarriere zurück.

In seinem unverkennbaren Stil griff Philipp Schuler etliche Male energisch an

Bild: einsiedleranzeiger.ch

Wie ist die Gefühlslage vor dem letzten Schwingfest?

«Meine Gefühlslage ist sehr gut und ich freue mich auf meinen letzten Wettkampf. Ich möchte dabei eine gute Leistung abrufen und es wäre schön, mit dem Kranz abtreten zu können.»

Wann hast du dich definitiv entschlossen, zurückzutreten?

«Ende März habe ich mich definitiv durchgerungen. Ich war mir davor nicht sicher, ob ich noch bis zum ESAF in Pratteln schwingen soll. Rund um das Regionalschwingfest in Chavornay, bei welchem wir vom Schwingklub Einsiedeln Gast waren, reifte mein Entschluss, am Schwyzer Kantonalen zurückzutreten.»

Gibt es einen bestimmten Grund, dass du das Schwyzer Kantonale in Muotathal als Schlusspunkt ausgewählt hast?

«Ja, den gibt es. 1992 bestritt ich in Muotathal an einem Nachwuchsschwinget mein erstes Schwingfest. Mein Vater Franz gewann 1984 im «Thal» das Schwyzer Kantonale und meine Frau Irene ist von Muotathal. Es schliesst sich nun ein Kreis nach 30 Jahren.»

Du hast deinen ersten Kranz 2001 am Schwyzer Kantonalen in Ingenbohl gewonnen. Welches war deine erfolgreichste Saison?

«Das war 2008. In jener Saison gewann ich zwei Bergkränze, und ich konnte mich für den Kilchberger Schwinget qualifizieren.»

Was sind rückblickend deine Karrierehöhepunkte?

«2001 durfte ich als junger Schwinger am ESAF in Nyon starten und schloss mit einem guten Notenblatt ab. Weiter zähle ich meine sieben ESAF-Teilnahmen dazu. Speziell ist auch der gewonnene ISAF-Kranz 2016 in Einsiedeln, jenes Fest wurde von meinem Bruder Christian gewonnen. Zu erwähnen gäbe es viele guten Gänge. In bester Erinnerung bleiben mir die beiden gewonnenen Gänge gegen Daniel Bösch und Mario Thürig am Stoos-Schwinget 2008.» 

In Erinnerung bleiben den Schwingerfreunden auch Gänge, in denen du zwei zukünftige Berner Schwingerkönige das Fürchten lehrtest. Erzähl doch bitte!

«Christian Stucki rang ich am ISAF 2013 in Emmen einen «Gestellten» ab. Wegen diesem gestellten Gang erreichte er den Schlussgang nicht. Stucki gewann an jenem Fest ansonsten fünf Gänge. Gegen Matthias Sempach konnte ich am «Innerschweizerischen» 2011 in Küssnacht stellen.»

Der Kranzgewinn am ISAF 2016 in Einsiedeln gehört zu den Highlights der Karriere

Bild: Philipp Schuler (Facebook)

Was wird dir in deiner nun zu Ende gehenden Karriere besonders positiv in Erinnerung bleiben?

«Besonders in Erinnerung bleiben mir die vielen freundschaftlichen Beziehungen, welche ich an den Schwingfesten knüpfen konnte. Daraus entstanden Freundschaften in allen Teilverbänden. Es ist halt wie eine grosse Familie.»

Dein Bruder Christian war sicher dein grösster Wegbegleiter. Wie wichtig waren für dich seine Inputs?

«Die Inputs waren gegenseitig. Christian ist technisch sehr versiert und kann dazu viel erklären. Wir haben beide eine eigene Technik und konnten uns so gegenseitig mit Tipps den Feinschliff verpassen. Wir ergänzen uns mental sehr gut und haben viel über die Schwingerei und unsere Gegner gesprochen.»

Gab es in deiner langen Schwingerkarriere auch Enttäuschungen?

«Ja, die gab es. Die grösste Enttäuschung erlebte ich am ESAF 2013 in Burgdorf, an welchem sie mir den letzten Gang gestohlen haben. Ich war der Meinung, dass ich Urs Abderhalden bezwungen hatte. Das Resultat wurde leider nicht gegeben und ich verlor den Gang. Es kamen hinterher viele zu mir, welche einen Sieg sahen. Ich mochte Urs den Erfolg gönnen. Es wurde mir dort einmal mehr bewusst, wie nahe Glück und Pech liegen. Es war für mich einfach schade, dass das Pech gerade in dem Moment zuschlug. Ich stand damals kurz vor dem Rücktritt.»

Was hat sich deiner Meinung nach während deiner Karriere im Schwingsport verändert?

«Was die sportliche Sichtweise angeht, hat sich das Schwingen nicht verändert. Was man heute mehr sieht sind athletische Schwinger. Kein Wunder, sind diese doch etwa gleich lang im Kraftraum wie im Schwingkeller. Was eindeutig zunahm, ist der Kommerz und das Drumherum. Ob diese viele Werbung immer nur zum Positiven gereicht, wage ich zu bezweifeln. Wegen der zunehmenden Kommerzialisierung besteht eine grosse Gefahr, dass sich eine Zweiklassengesellschaft bildet. Wegen den Schwingerzahlen müssen wir aufpassen, die einzelnen Klubs sind dabei hart am Kämpfen. Mir bereitet das Sorgen, und wir müssen zum Nachwuchs Sorge tragen. Ausser Frage steht, dass dabei grosse Arbeit geleistet wird. Das sind eben die zwei Seiten der Medaille.»

Du bleibst dem Schwingsport als Präsident vom Schwingklub Einsiedeln erhalten. Was ist dir bei der Zusammenarbeit innerhalb eines solchen Gremiums besonders wichtig?

«Die Kommunikation ist das Wichtigste. Am Herzen liegt mir auch, dass sich die Leute in ihrem Amt wohl fühlen. Ich sehe es nicht gerne, wenn Spannungen vorhanden sind. Du kannst nur konstruktiv arbeiten, wenn das Wohlbefinden von allen da ist.»

Auf was freust du dich nun am meisten nach deiner aktiven Schwingerkarriere?

«Ich freue mich darauf, mehr Zeit für die Familie und Kollegen zu haben. Unser Familienleben war doch sehr auf das Schwingen ausgelegt. Ich habe mich bis anhin stark für den Schwingsport engagiert und kann dieses Engagement nun etwas reduzieren. Natürlich werde ich weiterhin das eine oder andere Schwingfest besuchen. Ich bin nun aber nicht mehr so an den Schwingfest-Kalender gebunden.»

Nachgefragt bei Fabian Durrer, dem Überraschungssieger vom Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest. Er sagt: «Ich denke, dass es dieses Jahr noch weitere Überraschungen geben wird.»

Text: Schwinger-Blog

Keiner der sogenannten Spitzenschwinger stand am letzten Sonntag in Kerns im Schlussgang des Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfests (ONKS). Mit dem Zuger Fabian Durrer und dem einheimischen Christian Zemp erreichten zwei Schwinger die Endausmarchung, welche vor dem letzten Sonntag nur wenige Schwingerfreunde im Fokus hatten. Der SCHLUSSGANG schrieb hinterher von «der grössten Überraschung der letzten Jahre». Und Radio Central-Kommentator Daniel von Euw sprach gar von einer Schlussgang-Paarung eines Kranzfestes, welche es in der Geschichte des Eidgenössischen Schwingerverbandes wohl noch nie gab. Denn: Sensations-Sieger Durrer hatte vor dem ONKS 2022 erst einen Kranz auf seinem Konto, sein Gegner Zemp noch gar keinen. Eine unglaubliche Geschichte, wie sie nur der Schwingsport schreibt.

Mit Sieger Fabian Durrer war die Überraschung in Kerns perfekt

Bild: René Burch

Überraschungen und überstürzende Ereignisse

Ob es jetzt an den Spitzenleuten lag, die teils völlig überraschend verlorene Gänge in Kauf nehmen mussten, an der Einteilung, welche die Übersicht verloren haben könnte, oder an der einen oder anderen gestellten Begegnung zu viel: Entscheidend war, dass die beiden Überraschungs-Athleten bereit waren, die Gunst der Stunde nutzten und in die Bresche sprangen. Denn geschwungen wird immer noch im Sägemehl und nicht am grünen Tisch.

Nach Startniederlage folgten fünf Siege

Der Auftakt ins Fest verlief für Fabian Durrer mit der Niederlage gegen Christoph Waser wenig verheissungsvoll. Dann drehte der Zuger aber mächtig auf und reihte Sieg an Sieg. Der Reihe nach bodigte er Christian Ming, Markus Durrer und Mario Ettlin. Den Schlussgang-Einzug verdiente sich Fabian mit dem Sieg über den Teilverbandskranzer Christian Odermatt. Im Schlussgang suchte er die Entscheidung von Beginn an vehement. Diese fiel in der vierten Minute mit Kurz und nachdrücken.

Gespräch mit spannenden Stichworten

Wer aber ist der 22-Jährige? Der 186 Zentimeter grosse und 107 Kilogramm schwere Athlet wohnt in Edlibach, ist gelernter Zimmermann und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Der Turnerschwinger gehört dem Schwingklub Oberwil-Zug an und ist auch aktiver Nationalturner. Den ersten Kranz erschwang sich Fabian in der Saison 2018 am Zuger Kantonalen in Menzingen. Nach letztem Sonntag wurde bekannt, dass Fabian wegen einer Rückenverletzung während zweieinhalb Jahren nicht schwingen konnte. Der Schwinger-Blog führte mit ihm ein Gespräch, und sprach den glücklichen Neo-Kranzfestsieger auf verschiedene Stichworte an.

Fabian Durrer (links) griff im Schlussgang vehement an, und liess Christian Zemp, dem anderen Überraschungsmann in Kerns, keine Chance

Bild: René Burch

Herzliche Gratulation zum ersten Kranzfestsieg! Wie war die Gefühlslage nach dem Sieg?

«Für mich war es einfach wunderschön! Es kam für mich völlig überraschend, ich habe nie damit gerechnet. Ich realisierte meinen Sieg erst einen Tag später so richtig.»

Welcher Gang war der Schlüssel zum Erfolg? War es der Sieg über Christian Odermatt?

«Ja, das würde ich sagen. Ich bezwang Christian mit einem Schlungg, und bin mit diesem Sieg überraschend in diese Situation gelangt.» 

Du und dein Schlussgang-Partner Christian Zemp haben die Gunst der Stunde in Kerns genutzt. Was ist im Rückblick dein Fazit über das ONKS 2022?

«In Kerns gab es einige faustdicke Überraschungen. Da sich die Favoriten selbst aus dem Rennen genommen haben, kam es zu dieser völlig überraschenden Schlussgang-Paarung. Ich ging am Morgen mit dem Ziel Kranzgewinn an den Start. Nach dem fünften Gang dachte ich, dass ich nicht mal kranzsicher bin. In der Garderobe schauten wir den Livestream von Central TV. Meine Kollegen witzelten noch darüber, dass ich es eventuell in den Schlussgang schaffen könnte. Dann war es plötzlich Tatsache! Meinen Schlussgang-Gegner sah ich während dem ganzen Tag nie schwingen. Ich bekam von meinen Klubkollegen Unterstützung für die Vorbereitung auf den Schlussgang. Von der Tagesform her wusste ich, dass ich den Gang dominieren kann.»

Darf man rückblickend behaupten, dass der Abstand zwischen den Spitzenschwingern und den Mittelschwingern dank gutem Training eindeutig verringert wurde? Weitere Überraschungen sind also vorprogrammiert?

«Ja, ich denke, dass es dieses Jahr noch weitere Überraschungen geben wird. Diese Tatsache ist sicher der Corona-Pandemie geschuldet. Denn: Die Jungen haben gut trainiert, und es drücken nun solche nach, welche man bis anhin noch nicht so gut kannte. Man darf aber auch sagen, dass die lange Pause für einige Eidgenossen sicher schwierig war.»

Stichwort Rückenverletzung: Wie lange konntest du nicht schwingen und trainieren? Seit wann bist du wieder im Training?

«Das letzte Schwingfest, welches ich bestritt, war das ISAF 2019 in Flüelen. Ich habe wegen Rückenbeschwerden seit damals bis zum Dezember 2021 nicht mehr geschwungen. Meinen ersten Wettkampf nach dieser längeren Pause war dann der Frühjahrsschwinget Cham. Die Spezialisten waren sich nicht einig, ob die diagnostizierte Wirbelverletzung angeboren war oder nicht. Das Schwingen war jedenfalls der Auslöser, und ich verspürte grosse Schmerzen, so dass ich nicht mehr schwingen konnte. Ich musste mich keiner Operation unterziehen, mit gezielter Therapie konnte die Verletzung sauber ausheilen.»

Der 22-jährige Zuger meint zum weiteren Saisonverlauf: «Ich werde nun sicher härter eingeteilt, was mich freut.»

Bild: Fabian Durrer

Stichwort Trainingsumfang: Wie sieht dein aktuelles Training aus?

«Ich besuche pro Woche zwei Schwingtrainings. Weiter versuche ich dreimal wöchentlich ein Krafttraining zu absolvieren. Wenn ein Schwingfest auf dem Programm steht, sind es nur zwei Einheiten. Um die Nationalturner von Menzingen haben wir eine Gruppe gebildet, mit welchen ich teilweise das Krafttraining bestreite. Ich praktiziere einige Einheiten aber auch allein.»

Stichwort weiterer Saisonverlauf: Du stehst als Kranzfestsieger nun mehr im Fokus. Was für Gedanken erzeugt das bei dir?

«Das ist schwierig einzuordnen. Ich werde nun sicher härter eingeteilt, was mich freut. Denn ich schwinge lieber mit bekannteren Schwingern. Wenn die Tagesform stimmt, kann ich sicher weiterhin meine Leistung erbringen.»

Stichwort Ziele: Nach dem Kranzfestsieg musst du deine Ziele wohl nach oben korrigieren?

«Ich habe mir für dieses Jahr bereits hohe Ziele gesetzt. Zu diesen gehört unter anderem auch der Gewinn eines Teilverbands- und Bergkranzes. Es ist deshalb schwierig, meine Ziele nach oben zu korrigieren.» 

Stichwort Ausbildung zum Physiotherapeuten: Wo absolvierst du diese und wo stehst du gerade?

«Ich absolviere an der THIM, der internationalen Hochschule für Physiotherapie, ein Vollzeitstudium. Momentan bin ich im ersten Jahr der Ausbildung zum Physiotherapeuten. Ich bin unter anderem durch Pirmin Reichmuth, welcher diese Ausbildung letztes Jahr abschloss, an diese Schule gekommen. Ich pendle dabei zwischen meinem Wohnort Edlibach und Landquart.»

Stichwort Hobbys: Bleiben neben der Ausbildung und dem Schwingsport noch Zeit für Hobbys?

«Das Schwingen ist bereits ein grosses Hobby von mir, und auch das dazugehörige Krafttraining mache ich sehr gerne. Es bleibt aber auch Zeit fürs Töff fahren. Ich bin zudem im Turnverein, diesen vernachlässige ich jedoch momentan ein wenig. Wenn alles gut läuft, möchte ich dieses Jahr zumindest einen Nationalturn-Wettkampf bestreiten. Wegen meinen Rückenbeschwerden konnte ich mich leider auch längere Zeit nicht dem Nationalturnen widmen.»

Nachgefragt bei Werner Schlegel, dem Schlussgang-Teilnehmer beim Thurgauer Kantonalen. Er sagt: «Für mich war es schön zu sehen, dass die Form stimmt und die Formkurve nach oben zeigt.»

Text: Schwinger-Blog

Werner Schlegel stand am vergangenen Sonntag in Müllheim beim Thurgauer Kantonalen im Schlussgang. In diesem traf er auf niemand geringeren als auf den NOS-Leader Samuel Giger. Nachdem der Toggenburger im zweiten Gang Giger noch einen «Gestellten» abtrotzen konnte, hatte er im Schlussgang auf einen Kurz das Nachsehen.

Der Schwinger-Blog unterhielt sich heute mit Werner und wollte wissen, wie man eigentlich Samuel Giger bezwingen könnte. Weiter waren der Rückblick aufs Thurgauer Kantonale, das Toggenburg und seine starken Schwinger sowie Jörg Abderhalden’s Unterstützung ein Thema.

2022: Schlussgang-Teilnahme an einem Kranzfest und zwei Regionalfestsiege

Die neue Saison ging für Werner dort weiter, wo sie letzte Saison endete: Mit weiteren Erfolgen. Bei seinem ersten Einsatz am Rheintal-Oberländer Verbandsschwingfest in Oberriet belegte er mit fünf Siegen in der Endabrechnung Rang vier. Dann folgten beim Rapperswiler Verbandsschwingertag in Wagen und beim Toggenburger Verbandsschwingertag in Magdenau zwei Regionalfestsiege. Und am vergangenen Sonntag kam die verdiente Schlussgang-Teilnahme am Thurgauer Kantonalschwingfest hinzu. Werner gehört bereits in jungen Jahren zur NOS-Spitze, und wird diese auch 2022 mitprägen.

2021: Zwei Kranzfestsiege errungen und sechs Kränze gewonnen

Werner’s Geburtsdatum ist der 25. Oktober 2002. Der 19-Jährige wohnt in Hemberg, ist ledig und weist mit seiner Grösse (189 Zentimeter) und seinem Gewicht (113 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Der St. Galler absolviert derzeit bei Mettler Holzbau in Schwellbrunn die Ausbildung zum Zimmermann. Im Juni steht die Lehrabschluss-Prüfung an. Nebst der Arbeit und dem Schwingsport findet der Sennenschwinger im Winter Zeit fürs Skifahren, im Sommer fürs Velofahren und für Unternehmungen mit seinen Kollegen. 

Werner ist Mitglied vom Schwingklub Wattwil und hat bereits zwei Kranzfestsiege, zwölf Kränze und acht Regionalfestsiege (darunter fünf bei U20-Schwingfesten) auf seinem Konto. In der letzten Saison durfte er sechsmal vor die Kranzdamen treten, zweimal davon gar als Kranzfestsieger. Bereits in der Saison 2019 gewann das Ausnahmetalent vier Kränze, und dies notabene als 16-Jähriger. Werner schwingt seit 2007 und benennt als schwingerisches Vorbild Jörg Abderhalden.

Werner Schlegel freut sich über seinen ersten Kranzfestsieg, errungen 2021 am Appenzeller Kantonalschwingfest in Urnäsch

Foto: Toggenburg24

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir nach dem verlorenen Schlussgang durch den Kopf?

«Ich sah meine Siegchancen zwar als eher gering an. Dennoch war ich enttäuscht, dass der Schlussgang nicht länger ging.»

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen? Oder anders gefragt: Wie könnte man Samuel Giger bezwingen?

«Das ist eine gute Frage. Eine andere Taktik oder Einstellung für den Schlussgang hätte mir nicht viel gebracht. Wenn Giger in Topform ist, ist es schwierig, ihn zu bezwingen. Ich habe mich in den letzten Wochen darüber mit meinen Kollegen ausgetauscht, was man dabei besser machen könnte.»

Mit vier souveränen Siegen und einem «Gestellten» gegen Samuel Giger hast du den Schlussgang erreicht. Welcher dieser Gänge war der härteste Kampf? 

«Der härteste Kampf war jener im zweiten Gang gegen Samuel Giger. Da er den ersten Gang gewann, musste er den zweiten nicht unbedingt gewinnen. Bei so einer Ausgangslage ist es einfacher mit ihm zu schwingen. Steht er aber unter Siegzwang, wird es definitiv schwierig gegen ihn zu bestehen. Ich habe zudem gespürt, dass er sich sehr gut für den Schlussgang gegen mich eingestellt hat.»

Was für ein Fazit ziehst du vom Thurgauer Kantonalen?

«Für mich war es schön zu sehen, dass die Form stimmt und die Formkurve nach oben zeigt. Ich freue mich auf die nächsten Kranzfeste! Mein nächster Kranzfest-Einsatz ist das Zürcher Kantonale am 22. Mai.»

Mit der Schlussgang-Teilnahme in Müllheim und den beiden Regionalfestsiegen bist du sehr gut in die Saison gestartet. Es ist alles angerichtet für weitere Kranzfestsiege?

«Ja, es kommt dabei aber auch auf die Tagesform an. Wir haben gut trainiert, und während dem kommenden Sommer ist alles möglich.»

Werner Schlegel griff beim Thurgauer Kantonalen im zweiten Gang Samuel Giger keck an

Foto: Lorenz Reifler

Du hast deinen ersten Kranz 2018 beim St. Galler Kantonalen in Tübach gewonnen. 2021 durftest du sechsmal vor die Kranzdamen treten, zweimal als Sieger. In der letztjährigen Saison hast du den Sprung an die NOS-Spitze geschafft. Wie ordnest du diese Erfolge rückblickend ein?

«Es sind für mich immer noch Riesenerlebnisse, ebenso die Teamleistung zusammen mit Damian Ott, Marcel Räbsamen und Pascal Heierli. Wir dürfen auf eine tolle Saison zurückblicken und diese hat uns einen Riesenspass bereitet.»

Bereits mit Jörg Abderhalden und Nöldi Forrer kamen äusserst starke Schwinger aus dem Toggenburg. Beide wurden Schwingerkönig. Mit dir, Damian Ott und Marcel Räbsamen ist eine neue starke Generation Toggenburger am Start. Wer oder was macht euch so stark?

«Ich denke, es ist einerseits der Trainingsfleiss und der Aufwand, den wir betreiben. Andererseits ist es unser guter Teamgeist, jeder braucht den anderen, um besser zu werden. Denn: Im Team besser zu werden ist einfacher und macht zudem mehr Spass und Freude.»

Schwingerkönig Jörg Abderhalden ist dein erklärtes Vorbild. Welche Unterstützung bietet er dir?

«Wenn wir eine Frage haben, ist er immer für uns da. Wir können ihn jederzeit kontaktieren. Ab und zu kommt er in den Schwingkeller und leitet ein Training. Dabei gibt er uns den einen oder anderen nützlichen Tipp.»

Wie sieht deine aktuelle Trainingswoche aus?

«Am Montagabend bin ich bei Robin Städler für ein Athletik-, Kraft- und Ausdauer-Training. Am Dienstagabend steht das Toggenburger-Training im Schwingkeller an. Am Mittwochnachmittag besuche ich ein weiteres Training bei Robin Städler und abends bin ich beim Klubtraining in Wil. Für Donnerstagabend stehen ab sofort die NOSV-Intensivtrainings auf dem Programm und am Freitagabend absolviere ich ein Schwingtraining beim Schwingklub Wattwil. Während der Saison lasse ich auch mal ein Training weg. Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören.»

Wirst du dein Arbeitspensum hinsichtlich ESAF reduzieren, und dein Training noch intensivieren?

«Am Mittwochnachmittag arbeite ich bereits jetzt schon nicht und bin am Trainieren. Nach dem Abschluss der Lehre werde ich mein Arbeitspensum um 10 oder 20 Prozent reduzieren. Ziemlich sicher werden wir hinsichtlich ESAF mit dem heutigen Training so weiterfahren. Wie bereits vorhin erwähnt, ist es wichtig, auf seinen Körper Acht zu geben, und einzuschätzen wie viel Training es leiden mag. Dabei beobachten wir, was möglich ist.»

Mittelländisches Schwingfest 2022, BEA Bern – Hochkarätiger Kranzfestauftakt der Berner Schwinger

Die Kranzfestsaison der Berner Schwinger startet am kommenden Samstag, 7. Mai mit dem Mittelländischen Schwingfest in der Postfinance Arena, während der BEA in Bern. Das Teilnehmerfeld verspricht hochstehende Zweikämpfe in besonderer Atmosphäre. Wo normalerweise auf dem Eis um Tore und Punkte gekämpft wird, findet das Spektakel am selben Ort auf Sägemehl statt.

Text: Reto Zbinden (Ressort Medien und Social Media) / Bearbeitung: Schwinger-Blog

Kann Vorjahressieger Fabian Staudenmann seinen Titel in Bern verteidigen?

Bild: suedostschweiz.ch

Bärenstarkes Teilnehmerfeld

Trotz der verletzungsbedingten Absage von Schwingerkönig Christian Stucki verspricht das hochkarätige Teilnehmerfeld Hochspannung und einen attraktiven Wettkampf. Die jungen und aufstrebenden Mittelländer rund um Kilchberg- und Vorjahressieger Fabian Staudenmann werden von starken Gegnern aus den anderen Berner Gauverbänden herausgefordert. Die Delegation aus dem Berner Oberland wird angeführt von Schwingerkönig Kilian Wenger. Unterstützt wird er von seinem Klubkollegen Ruedi Roschi, den Eidgenossen Curdin Orlik, Bernhard Kämpf und Simon Anderegg, sowie von vielen weiteren starken Oberländern. Auch vom Emmentalischen Schwingervand sind mit den Eidgenossen Matthias Aeschbacher, Christian Gerber, Patrick Schenk, Thomas Sempach und den Teilverbandskranzern Stefan Gäumann und Gustav Steffen etliche Siegesanwärter am Start. Auch der Sieger vom letzten Mittelländischen an der BEA (2014), Florian Gnägi, möchte wieder ein Wort um den Sieg mitreden. Die Mittelländer versuchen dies zu verhindern. Mit Adrian Walther, Severin Schwander, Michael Ledermann, Lukas Renfer, Lorenz Berger und Martin Rolli haben sie so viele hoffungsvolle Akteure in ihren Reihen wie schon lange nicht mehr. Gespannt sein darf man auch auf den Auftritt der Gästeschwinger vom Schwingklub Sense. Sie werden bestrebt sein, den Kanton Freiburg im Berner Hockey-Tempel bestmöglich zu vertreten. Vielleicht wird sogar ein wenig Derby-Stimmung aufkommen.

Das Mittelländische Schwingfest fand letztmals 2014 in der PostFinance Arena während der BEA in Bern statt

Bild: PostFinance Arena

Einmalige Ambiance

Der Vorverkauf ist sehr gut angelaufen. Dank der grossen Kapazität der Postfinance Arena sind trotzdem noch Tickets im Vorverkauf erhältlich. Der Eintritt in die BEA ist im Ticket enthalten. Das OK möchte allen Besuchern ein einmaliges Erlebnis bieten und ist bestrebt, dass sich alle Gäste rundum wohl fühlen. Für das leibliche Wohl sorgt die Sport Gastro AG, welche alle Restaurants in der Postfinance Arena betreibt.

Grosse Unterstützung

Als Premium Sponsoren fungieren EWB, Migros, PostFinance und Swisscom. Das OK dankt ihnen und den vielen weiteren Sponsoren und Spendern für ihre grosszügige Unterstützung. Ohne diese Hilfe wäre die Durchführung eines Schwingfestes in diesem Rahmen nicht möglich.

Interessante Ausgangslage

Können die jungen Wilden aus dem Mittelland den Sieg in den eigenen Reihen halten? Gewinnt ein erfahrener Routinier? Oder gelingt gar eine grosse Überraschung? Wir können uns auf jeden Fall auf hochstehenden Sport freuen!