Ehemalige Schwingergrössen: Jean-René Leuba

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit II (1980) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Jean-René Leuba ist am 9. Mai 1952 geboren und schwang für den Schwingklub Schaffhausen

Im Weinleset entdeckt
Im Herbst, wenn die Trauben reif sind, braucht es bekanntlich flinke Mädchen und starke Burschen, um den nächsten Jahrgang rechtzeitig einzubringen. Jean Leuba scheute sich als 15-jähriger Jüngling nicht, die schweren «Brenten» sicheren Schrittes zum Fass zu tragen. Werner Schwab, von der Schwingerfamilie mit Kurt und Willy Schwab, entging dies nicht. Er lobte den Burschen und animierte ihn zum Schwingen. Jean sagte nicht nein, doch vorerst zeigte sich, dass zur Kraft das Können kommen musste. «Ich erreichte während drei Jahren nie den Ausstich. Trotzdem gefiel mir das Schwingen, und ich gab nicht auf», erzählt er. Diese Einstellung trug Früchte.

1974 und 1977 den ESAF-Kranz gewonnen
An zwei Eidgenössischen klassierte er sich grossartig: 1974 in Schwyz im dritten und 1977 in Basel im fünften Rang mit je sechs gewonnenen Gängen. Wahrlich eine tolle Leistung für den Kurz- und Übersprungspezialisten, der immer wieder seine Glanztage hat, an denen er über sich hinauswächst. Von seinem Erfolg in Schwyz mit Siegen über Fritz Uhlmann, Bruno Jutzeler und zuletzt Josef Bissig war er selbst überrascht.

Ursprünglich aus der Romandie
Leuba, ein nach Schaffhausen verpflanzter Romand, ist in der Ostschweiz heute in jeder Beziehung eingelebt. Eigentlich war nur ein Schnupperjahr vorgesehen, doch er lernte gute Schwingerkameraden und – gewiss mitentscheidend – seine Frau kennen. Mit ihr zusammen führt er seit März 1980 das Restaurant «Linde» in Schaffhausen.

Konditions- und ein Krafttraining in der «Folterkammer»
Ausser dem Schwingen ist ihm die Familie sehr wichtig. Wenn er zu Hause ist und Zeit hat, betätigt er sich als Hobbykoch. Im Winter fährt er gerne Ski. Weitere Ausgleichssportarten sind Velofahren, Schwimmen und Waldläufe. Das Trainingsschwergewicht liegt auf dem Winterhalbjahr: Pro Woche ist Leuba da an zwei Abenden im Schwingkeller, dazu kommen ein Konditions- und ein Krafttraining in der sogenannten «Folterkammer». Während der Schwingfestsaison wird zweimal pro Woche geübt.

Sein grosses Vorbild einmal auf den Rücken gelegt
Vor Unfällen blieb Leuba bis jetzt verschont. Karl Meli ist für ihn «der Grösste». Wohl gerade deshalb freut es den Schalk, dass er sein Vorbild wenigstens einmal auf den Rücken legen konnte. Es geschah am Jubiläumsfest zum 75-Jahr-Jubiläum des Schwingklubs Winterthur im Jahre 1977. Immerhin gewann mit Noldi Ehrensberger doch noch ein Vertreter des ruhmreichen Klubs.

Am Olma-Schwinget 1979 im Schlussgang
Leuba war bisher zweimal Erstgekrönter, beide Erfolge glückten ihm in der ursprünglichen Heimat: Sieg am Neuenburger Kantonalen 1972 und am Freiburger Kantonalschwingfest 1977. Im Schlussgang bettete er den scheinbar ungefährdet in Führung liegenden Ernest Schläfli ins Sägemehl und überflügelte ihn knapp. Am Olma-Schwinget bestritt er 1979 den Schlussgang mit Ernst Schläpfer, und wurde Fünfter.

Leuba meint zum Schwingsport: «Es bedeutet mir sehr viel, obwohl Schwingen für mich keine ernste Sache ist. Ich habe einfach den Plausch am Volkstümlichen und an den vielen Kameraden und Schwingerfreunden.»

feldwaldwiesenblogger

Nach der Hüft-OP im vergangenen Herbst: Wie geht es Schwingerkönig Nöldi Forrer?

Text: feldwaldwiesenblogger

Nöldi Forrer, der Schwingerkönig von 2001 in Nyon, ist bekanntlich immer noch aktiv. Der bald 42-jährige Toggenburger hat mittlerweile 147 Kränze auf seinem Konto – Rekord. Ebenso zieren 46 Kranzfestsiege und alle möglichen Teilverbands- und Bergkränze seinen Palmarès. Der Vater einer Tochter ist Käsermeister und Produzent vom «Königs-Chäs». Er betreibt zusammen mit seinem Companion Franz Rüdisüli zwei Käsereien.

Nöldi’s grosses Ziel ist nun die magische Zahl von 150 Kränzen. Für dieses Unterfangen nahm er auch Schmerzen in Kauf, und liess sich wegen anhaltender Hüftprobleme im Herbst 2019 gar ein künstliches Hüftgelenk einsetzen. Es gab bisher noch keinen Schwinger, welcher mit einem künstlichen Hüftgelenk ein Schwingfest bestritten hat – das wäre ebenfalls eine Premiere.

Da wegen der Corona-Pandemie 2020 nur ganz wenige Schwingfeste ausgetragen werden konnten, haben die meisten Schwinger dieses Jahr gar nie einen Ernstkampf bestritten. Dazu gehört auch der 147-fache Kranzschwinger. Zeit also, beim leidenschaftlichen Velofahrer nachzufragen, wie die Rückkehr nach der Hüft-Operation ins Kurzholz verläuft. Wie Nöldi’s Trainingsaufbau für 2021 aussieht, und ob der 150. Kranzgewinn in der nächsten Saison realistisch ist.


Nöldi Forrer hat mittlerweile 147 Kränze auf seinem Konto
Bild: noeldiforrer.ch

Wie geht es dir? Wie ist die Hüftoperation verlaufen?
«Mir geht es sehr gut, ich bin gut erholt und habe keine Schmerzen. Ich habe mittlerweile das Training aufgenommen. Die Operation ist sehr gut verlaufen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Genesung so zügig verläuft. Bereits eine Woche nach der Operation musste ich keine Schmerztabletten mehr nehmen. Ich kann inzwischen wieder alles machen, ohne Schmerzen und ohne Tabletten.»

Wie sah dein Trainingsaufbau nach dem Eingriff aus?
«Die ersten vier Monate nach dem Eingriff habe ich intensiv Physiotherapie gemacht und dabei die Weichteile um die Hüfte in Schwung gebracht. Ich absolvierte bis in den April hinein einen intensiven Trainingsaufbau mit meinem Physiotherapeuten. Als die Corona-Pandemie ausbrach, habe ich mich entschieden, dieses Jahr keine Schwingfeste zu bestreiten.»

Wie sind die ersten Schwünge mit dem künstlichen Hüftgelenk verlaufen?
«Ich habe es noch nicht wirklich probiert. Zusammen mit Samir Leuppi haben wir in Wildhaus beim «Königscamp» den Kids Schwünge gezeigt. Das war gewissermassen das erste Mal. Dabei lief alles problemlos.»

Hast du das Training für 2021 schon aufgenommen? Wie sieht dieses aus?
«Ja, das Training habe ich vor drei Wochen aufgenommen. Ich mache nun mit Kraft und Kondition einen gezielten Aufbau. Ich hielt mich aber mit Velo fahren die vergangenen Monate fit.
Das Schwingtraining starte ich im Dezember oder Januar. Das deshalb, weil ich wegen dem Coronavirus vorsichtig bin, und mir eine Quarantäne als Selbständiger nicht leisten kann.»

Kannst du wieder Vollgas geben im Training und schmerzfrei trainieren?
«Ja, ich darf und kann Vollgas geben. Ich spüre, dass es gut geht. Ich habe in Wildhaus mit Leuppi ein paarmal stärker gerissen, und habe dabei nichts gespürt. Wie bereits erwähnt, kann ich nun schmerzfrei trainieren.»


Nöldi Forrer stellt in seiner eigenen Käserei in Rufi SG den «Königs-Chäs» her
Bild: blick.ch

Was meinst du, ist der 150. Kranzgewinn 2021 realistisch?
«Wenn Schwingfeste stattfinden, ist es sehr realistisch. Realistischer als letztes Jahr mit der kaputten Hüfte.»

Ist nach 150 Kränzen gleich Schluss? Gedenkst du diesen magischen Kranzgewinn speziell zu feiern?
«Nein, nach dem 150. Kranz ist nicht zwingend Schluss. Ich mache es nicht von dem abhängig. Wenn alles gut läuft und ich gesund bin, schwinge ich die Saison fertig, und es gibt eventuell noch den einen oder anderen Kranz mehr.
Eine Feier ist nicht geplant. Ich habe weder beim 100. Kranz noch beim Rekord-Kranz ein grosses Fest organisiert. Gefeiert wurde damals spontan, und das werde ich beim 150. Kranz auch so handhaben. Ich denke, es wird eine spontane Feier an jenem Schwingfest geben, wo es passiert. Dann werde ich am Abend ganz bestimmt feiern.»

2021 soll ja unter allen Umständen geschwungen werden, nötigenfalls gar mit Geisterschwingfesten. Was hältst du davon?
«Ich halte nicht viel davon. Der Schwingsport lebt vom und mit dem Publikum. Von Schwingfesten ohne Publikum bin ich gar kein Fan. Aber das entscheiden schlussendlich andere.»

Was hat sich in deinen Augen seit deinem ersten Kranzgewinn 1996 am Nordostschweizer Schwingfest in Schwanden im Schwingsport verändert?
«Vom Sport her gesehen stelle ich fest, dass allgemein mehr trainiert wird, nicht nur an der Spitze. Dadurch erleben die Ranglisten eine bessere Durchmischung. Früher waren die Eidgenossen zuvorderst, und dann kamen die Kranzschwinger. Heutzutage können die Mittelschwinger den Eidgenossen gestellte Gänge abringen, oder sie sogar bezwingen. Weiter fällt auf, dass die Schwinger mehr Sponsoren haben. Aber nicht nur die Schwinger: Auch die Organisatoren machen sich das Sponsoring zu Nutze, und können so dadurch grössere Anlässe auf die Beine stellen.»

Wenn du technischer Leiter vom Eigenössischen Schwingerverband wärst, was für Schwerpunkte würdest du anpacken?
«Ich würde möglichst fair einteilen, in der Sache allen gerecht werden und gute Arbeit leisten. Zudem würde ich alles daransetzen, dass wir in Zukunft auch attraktiven Schwingsport haben. Und dass die Zahl der Aktiven stabil bleibt, und nicht rückläufig ist.»

feldwaldwiesenblogger

Das angekündigte Schutzkonzept für die Schwingfeste steht – Nachgefragt bei Stefan Strebel, dem Technischen Leiter ESV

Text: feldwaldwiesenblogger

Der neue Technische Leiter (TL) des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) heisst Stefan Strebel, sein Vorgänger war der Berner Samuel Feller. Stefan ist seit anfangs Mai im Amt, wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich der Amtsantritt um zwei Monate. Der dreifache Eidgenosse war selber ein erfolgreicher Schwinger und holte sich in seiner Karriere 49 Kränze sowie drei Kranzfestsiege. Bevor der Aargauer ins höchste Amt als Technischer Leiter gewählt wurde, versah er während neun Jahren dieses Amt bei den Nordwestschweizer Aktiven. Vorher war er vier Jahre lang Technischer Leiter der Nordwestschweizer Jungschwinger. Stefan ist 43-jährig, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Der Schwingerfunktionär arbeitet in einem 100 Prozent-Pensum als Geschäftsführer von der Traitafina AG in Lenzburg.

Kürzlich konnte man in einer Mitteilung des ESV entnehmen, dass unter der Leitung von Stefan eine Arbeitsgruppe sich dem Thema «Durchführung von Schwingfesten 2021» auseinandersetzen wird. Dabei sollen so vielfältige Themen wie Schutzkonzepte mit diversen Zuschauerzahlen, Standorte, Budgets, Fernseh- und Livestream-Übertragungen usw. besprochen werden. Es ist bald Mitte September, Zeit also, beim Technischen Leiter vom ESV ein paar Informationen einzuholen. Denn: Die Schwinger-Schweiz sehnt sich nach Schwingfesten, und möchte wissen, wie es diesbezüglich 2021 weitergeht.


Stefan Strebel ist seit anfangs Mai Technischer Leiter des Eidgenössischen Schwingerverbandes
Bild: esv.ch

Du bist nun seit gut vier Monaten in deinem neuen Amt als Technischer Leiter ESV. Der Start in dieser aussergewöhnlichen Zeit war sicher mehr als speziell. Wie hast du diesen erlebt?
«Sehr speziell war, dass wir keine Schwingfeste hatten. Ich hatte trotzdem viel zu tun mit dem Ausarbeiten von Ideen und dem Besuch von Sitzungen. Die letzten vier Wochen haben wir nun ein Schutzkonzept erarbeitet und in die Vernehmlassung geschickt. Der Aufwand war trotz ausgefallenen Schwingfesten nicht kleiner.»

Was waren die grössten Herausforderungen bisher?
«Das aufwändigste war die Kommunikation, welche sehr intensiv war. Regelmässig veröffentlichte der Bundesrat neue Bulletins, und die Medien schürten dabei auch etwas Angst. Uns waren die Hände gebunden, und wir mussten uns auf die Beschlüsse der Behörden abstützen. Es wurde leider viel Pessimismus verbreitet. Positiv ist nun, dass der Bundesrat wieder vorsichtig öffnet. Man spürte, dass die Organisatoren von Schwingfesten verunsichert sind. Mit dem Schutzkonzept sind wir überzeugt, dass 2021 wieder geschwungen werden kann.»

Können von der eingangs erwähnten Arbeitsgruppe betreffs der Durchführung von Schwingfesten 2021 schon Ergebnisse vermeldet werden? Wer wirkt in dieser Arbeitsgruppe mit?
«Das Konzept wird gegen Ende September kommuniziert, dann wissen alle, wie es weitergeht. Ab dem 1. Oktober können die OK’s ihre Schwingfeste für 2021 planen. Das Schutzkonzept ist nicht in Stein gemeisselt, und die Organisatoren müssen auch die Begebenheiten ihrer Region berücksichtigen. Wichtig ist, dass nicht auf Pessimismus gemacht wird, und dass 2021 Schwingfeste durchgeführt werden.
Das Schutzkonzept habe ich zusammen mit Rolf Gasser (ESV-Geschäftstellenleiter), der Assistentin der Geschäftsstelle und der Technischen Kommission erarbeitet. Dies unter dem Einbezug des Aktiven-Rates unter der Führung von Florian Gnägi. Wir haben uns dabei auch auf die Schutzkonzepte des Fussball- und des Eishockey-Verbandes abgestützt.
Das Konzept soll auf breiten Schultern abgestützt sein, mit diesem geben wird den Organisatoren einen Leitfaden. Sie sollen es dann mit den Begebenheiten vor Ort umsetzen.»

Was waren aus deiner Sicht die grössten Knackpunkte?
«Die Frage war: Wie tiefgründig muss das Konzept sein? Anhand der Bundesratsentscheide haben wir abgewogen, und unsere Entscheidungen darauf gebaut. Die Registrierung an einem Schwingfest läuft bei grösseren Schwingfesten über den Ticketvorverkauf. Bei kleineren Festen muss man sich vor Ort mit einem QR-Code registrieren. Dabei werden die Telefonnummer und die Adresse erfasst. Ein wichtiger Punkt ist, dass ein Mundnasenschutz auf dem ganzen Areal Pflicht ist, und dass genügend Desinfektionsmittel vor Ort bereitsteht. Weiter gilt es, die Abstände einzuhalten: Beim Anstehen für Verpflegung und beim WC-Besuch gelten 1.5 Meter Abstand. Gegessen und getrunken wird beim Sitzen, ebenso wird es beim Schwingfest nur Sitzplätze mit den entsprechenden Abständen geben. Desweiteren müssen die Besucherströme mit separaten Zu- und Abgängen geführt werden. Je nach Situation muss das Konzept wieder angepasst werden.»

In der besagten ESV-Mitteilung vom 14. August ist zudem zu lesen: «Es werden im Jahr 2021 unter allen Umständen Schwingfeste organisiert und durchgeführt». Wären je nach Pandemie-Situation demnach auch «Geisterschwingfeste» möglich?
«Ja, und zwar aus der Überlegung heraus, dass man es sich nicht erlauben kann, zwei Jahre nicht zu schwingen. Es besteht die Gefahr, dass wir Jungschwinger verlieren, welche sich im Übertritt zu den Aktiven befinden. Der Aktiven-Rat plädierte bereits für dieses Jahr für Geisterschwingfeste, für mich kam das aber wegen der unsicheren Lage zu früh. Das oberste Ziel für 2021 ist, dass geschwungen wird. Wenn ein OK sein Schwingfest nicht durchführen will, muss der Teilverband aktiv werden. Weiter soll man sich beispielsweise nicht auf die Gaben konzentrieren. Im 2021 soll man einfach froh sein, wenn geschwungen werden kann. Der Aktiven-Rat unterstützt diese Haltung.
Möglich sind nächstes Jahr Szenarien mit Geisterschwingfesten, Feste mit bis zu 1000 Zuschauern und Anlässe mit plus 1000 Zuschauern. Der Bundesrat könnte uns höchstens einen Strich durch die Rechnung machen, indem er Kampfsportarten wieder verbieten würde.»


Stefan Strebel sagt: «Das oberste Ziel für 2021 ist, dass auf allen Stufen geschwungen wird.»
Bild: esv.ch

Was meinst du, werden die nächsten Schwingfeste der Aktiven, die beiden Hallenschwingfeste in Dietikon und Pratteln, zur Austragung kommen?
«Der Niklausschwinget Dietikon vom 5. Dezember wurde leider abgesagt, wieso weiss ich nicht. Von den Organisatoren vom Niklausschwinget in Pratteln (5. Dezember) und dem Berchtoldschwinget (2. Januar) habe ich noch nichts gehört. Bei Hallenschwingfesten gelten überdies andere Schutzkonzepte, die haben eigene Auflagen.»

War der Schwinger-Schnuppertag ein Erfolg? Wie sehen die Teilnehmerzahlen im Vergleich mit den vergangenen Jahren aus?
«Ich habe mitbekommen, dass einige Kinder teilgenommen haben. Aber: Es ist noch zu früh, eine Aussage zu machen, da ich bisher noch zu wenig Rückmeldungen erhielt.»

Besteht die Gefahr, dass wegen dieser «verlorenen Saison» die Zahlen der Jungschwinger und der Aktiven leicht zurück gehen könnten?
«Ich sage klar ja, weil ich mir das leider sehr gut vorstellen kann. Wir müssen in Zukunft wieder aktiver werden, dabei wieder mehr in den Nachwuchs investieren, aber auch für die Aktivschwinger gilt es einiges zu tun. Die drei Schwingfeste mit Eidgenössischem Charakter sollten für 2021 aber Werbung genug für den Schwingsport sein.»

Nebst dem Coronavirus: Welche wichtigen Traktanden begleiten dich derzeit?
«Mich begleiten momentan einige wichtige Themen. Eines davon ist das Kampfrichterwesen. Wir wollen hier eine gewisse Professionalität reinbringen, und dafür mehr Zeit in die Ausbildung investieren. Weiter müssen die Militär-WK’s für die Spitzenschwinger in Magglingen neu aufgegleist werden. Ich komme ursprünglich von «Jugend+Sport» her, und möchte diese Organisation näher an den ESV führen. Zudem möchte ich mehr Transparenz in die Einteilung bringen, um ein besseres Verständnis für das Publikum zu erreichen. Desweiteren soll der Aktiven-Rat näher an die Technische Kommission herangeführt werden.
Mir schwebt auch eine bessere Betreuung der Schwinger an den Bergschwingfesten und an den Eidgenössischen Schwingfesten vor: Was muss den Schwingern bereitgestellt werden, damit es ihnen an den Anlässen noch wohler ist? Ist die momentan vorhandene Infrastruktur überall zeitgemäss? Demnächst trage ich meine Ideen bei den Bergschwingfest-OK’s vor. Dabei werden wir an den Pflichtenheften und an der Infrastuktur arbeiten müssen. Es ist beispielsweise sicher nicht mehr zeitgemäss, wenn die Athleten an Eidgenössischen Schwingfesten in Sechzehner- oder Achter-Schlägen schlafen müssen.»

Welche Ziele hast du dir für 2021 gesteckt?
«Das oberste Ziel ist, dass 2021 auf allen Stufen geschwungen wird. Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Schwinger die Corona-Pandemie gemeistert haben. Gewisse Akteure werden gestärkt aus der Covid 19-Krise herauskommen, andere vermutlich nicht. Mir ist wichtig, dass die drei Eidgenössischen Schwingfeste tolle Anlässe mit einer guten Einteilung werden, in der Form wie es derzeit halt sein muss.
Wichtig ist mir zudem, dass man bei den anstehenden Veränderungen alle ins gleiche Boot bringt. Ein weiteres Ziel dabei ist, dass wir fünf Prozent besser und professioneller werden. Denn: Schwingen ist keine Randsportart mehr. Dazu gehört, wie bereits erwähnt, die Ausbildung der Kampfrichter. Sie verrichten zweifellos sehr gute Arbeit. Ich habe aber auch Ideen hinsichtlich eines vierten Kampfrichters. Es ist mir zudem aufgefallen, dass Kampfrichter auf höchstem Niveau teilweise dem Druck nicht Stand halten. Da ist gute Schulung und Teambildung gefragt. In diesem Zusammenhang könnte ich mir Trainingslager zusammen mit Spitzenschwingern in Magglingen vorstellen. Dabei soll auch das Verhalten im Gesamten geschult werden. Das wird ein Programm für mehrere Jahre sein.
Weiter schwebt mir ein Medientag in Magglingen vor, damit die Berichterstattung noch moderner und professioneller wird. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die Schwinger wie die Funktionäre weiterhin von Montag bis Freitag einer Arbeit nachgehen.»

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 36: Schönwetter-Bon fürs EJSF im 2021, Coronaschwinget 2.0 und sind 2021 gar «Geisterschwingfeste» möglich?

Text: feldwaldwiesenblogger

In Zeiten vom Coronavirus kann man in einem schwingerischen Wochenrückblick leider nicht von einem stimmungsvollen Schwingfest mit packenden Zweikämpfen, einem spannenden Schlussgang oder einem würdigen Sieger schreiben. Was man aber kann, ist von zukünftigen oder vergangenen Anlässen berichten, und so die Durststrecke bis zu den nächsten Schwingfesten etwas verkürzen.
Ein Schwingfest ging aber trotzdem über die Bühne: Der Coronaschwinget 2.0. Matthias Aeschbacher hiess der überlegene Sieger dieses Klubschwingfestes.
Jörg Abderhalden erinnerte sich am vergangenen Sonntag an seinen ersten Königstitel 1998 in Bern.
Sind 2021 gar «Geisterschwingfeste» denkbar? Michael Wiget erklärte in einem «Nau.ch»-Interview: «Falls nötig, werden aber auch «Geisterschwingfeste» durchgeführt.» Eine Arbeitsgruppe des Eidgenössischen Schwingerverbandes (ESV) erarbeitet dieser Tage diesbezüglich ein Schutzkonzept.

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«Land unter» beim eigentlichen EJSF 2020-Termin
Bild: Eidgenössisches Jubiläumsschwingfest 2020 (Facebook)

Das Eidgenössische Jubiläumsschwingfest wäre am letzten Sonntag eine nasse Angelegenheit geworden…
Auch das Eidgenössische Jubiläumsschwingfest, welches letzten Sonntag in Appenzell stattgefunden hätte, musste wegen Corona verschoben werden. Etwas Positives hat das Ganze allerdings: Der Anlass wäre eine ziemlich nasse Angelegenheit geworden, mehr noch: Das viele Regenwasser hätte rings ums Festgelände vermutlich einige Probleme verursacht. Die Organisatoren meinten dazu auf ihrer Facebook-Seite «Wir hätten euch ja so gerne dieses Wochenende bei uns auf dem Festgelände in Appenzell begrüsst – aber wenigstens können wir uns so den Schönwetter-Bon aufsparen und ihn bei Petrus für den 5. September 2021 einlösen». Wie wahr!

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Matthias Aeschbacher heisst der Sieger vom Coronaschwinget 2.0
Bild: Barbara Loosli

Coronaschwinget 2.0
Letztes Wochenende trug der Schwingklub Sumiswald das zweite «Coronaschwingfest» aus. An diesem Klubschwinget, welches in der Schwinghalle der Sumiswalder ausgetragen wurde, nahmen 12 Schwinger teil, darunter die beiden Eidgenossen Matthias Aeschbacher und Patrick Schenk. Die beiden Klubkollegen trafen denn auch im zweiten Gang und im Schlussgang aufeinander. Beide Begegnungen entschied Aeschbacher, der frischgebackene Vater, für sich und gewann den Coronaschwinget 2.0 in überlegener Manier. Aeschbacher schrieb dazu auf seiner Facebook-Seite: «Coronaschwinget 2.0 – wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Aber ja he nu, machen wir das Beste draus und Spass macht Schwingen immer!»

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Jörg Abderhalden erinnert sich mit diesem Zeitungsausschnitt an den Königstitel vor 22 Jahren
Bild: Jörg Abderhalden (Facebook)

Jörg Aberhalden’s Erinnerung ans ESAF 1998 in Bern
«Ein 19jähriger Schreinerlehrling ist König – und das Toggenburg steht kopf»: Mit diesem Zeitungsausschnitt erinnerte Jörg Abderhalden auf seiner Facebook-Seite an seinen Triumph vor 22 Jahren, als er 1998 im alten Wankdorf-Stadion in Bern seinen ersten von insgesamt drei Schwingerkönig-Titeln holte. Abderhalden ist unbestritten einer der besten Schwinger aller Zeiten, sicherte er sich doch mit den Siegen am Kilchberger-Schwinget und dem Unspunnen-Schwinget den sogenannten «Schwinger-Grand Slam».
Der 41jährige ist auch heute noch stark mit dem Schwingen verbunden. So amtete der dreifache Familienvater beispielsweise als Technischer Leiter des St. Galler Kantonalen Schwingerverbandes und ist aktuell Schwingexperte beim Schweizer Fernsehen.

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Neueidgenosse Michael Wiget im Interview mit «Nau.ch»
Bild: Nau.ch

Sind 2021 sogar «Geisterschwingfeste» denkbar?
«Nau.ch» führte vor ein paar Tagen ein Interview mit dem Berner Neueidgenossen Michael Wiget. Dabei kamen auch das Coronavirus und seine Auswirkungen zur Sprache. Auf die Frage, ob Schwingfeste auch ohne Zuschauer denkbar sind, entgegnete der 21-Jährige: «Nein, «Geisterschwingfeste» könnte ich mir nicht vorstellen. Die Fans würden in der Arena fehlen. Die Emotionen würden niemals dieselben sein. Der Verband hat bereits mitgeteilt, ein Schutzkonzept zu erstellen. Falls nötig, werden aber auch «Geisterschwingfeste» durchgeführt.» Diese Aussage liess mich aufhorchen. Könnte es den Schwingern ähnlich ergehen, wie schon den Fussballern? Wären demnach 2021 «Geisterschwingfeste» denkbar?
Der ESV hat kürzlich auf seiner Homepage informiert: «Die ab September, unter der Leitung des TL ESV Stefan Strebel, wirkende Arbeitsgruppe zum Thema «Durchführung von Schwingfesten 2021» wird sich mit vielfältigen Themen (Schutzkonzepte mit diversen Zuschauerzahlen, Standorte, Budgets, Fernseh- und Livestream-Übertragungen usw.) auseinanderzusetzen haben.» Im Verlaufe des Septembers werden wir Schwingerfreunde wohl mehr erfahren, wie der Eidgenössische Schwingerverband 2021 «coronamässig» angehen will.

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Teilnehmer vom «Imperial Valley Schwingfest», welches um 1932 stattfand
Bild: West Coast Swiss Association (Facebook)

Das «Imperial Valley Schwingfest»
Diese Woche entdeckte ich dieses Foto auf der Facebook-Seite der «West Coast Swiss Association», quasi das Pendant zum ESV in der Schweiz. Der Verband an der US-Westküste erstreckt sich über die Bundesstaaten Kalifornien, Oregon und Washington. Als Erklärung kann man dazu lesen, dass es sich hierbei um das 11. oder 12. Schwingfest um 1932 in Holtville handelt: Nämlich das sogenannte «Imperial Valley Schwingfest». Die ersten Schweizer Siedler in Kalifornien brachten bekanntlich nebst verschiedenen Schweizer Bräuchen auch den Schwingsport mit, und frönen diesem auch heute noch. So nehmen an jedem «Eidgenössischen» jeweils auch Schwinger aus den USA teil. In Zug waren letztes Jahr vier Schwinger von der US-Westküste startberechtigt, nämlich Dustin Gwerder, Jacob Schallberger, Steve Widmer und Andrew Betschart.

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Das Speaker-Team vom ESAF 2022 Pratteln vor der Countdown-Uhr
Bild: Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest Pratteln im Baselbiet (Facebook)

Zu Guter Letzt:
Letzte Woche haben die Organisatoren des nächsten «Eidgenössischen» 2022 in Pratteln den Countdown eingeläutet. Nun wurde dieser Tage auch das Speaker-Team bekannt gegeben. Es sind dies Eliane Gnägi, Thomas Jäger und Arnold Schuhmacher. Diese drei Stimmen werden in zwei Jahren die Schwingerfreunde in der Arena mit den nötigen Informationen fachkundig versorgen.
Die Baselbieter tun es diesbezüglich den Zugern zweifach gleich: Auch diese hatten letztes Jahr ein Dreier-Team mit Beat Tschümperlin, Fabienne Bamert und Hugo Abegg am Start. Und auch zu diesem Team gehörte eine Frau.

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 35: Erinnerungen ans ESAF 2019, der Countdown fürs ESAF 2022 läuft und keine Freiluft-Anlässe 2020

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Saison 2020 kam nie in die Gänge. Gerade mal sechs Hallenschwingfeste konnten anfangs Jahr ausgetragen werden, bevor Covid-19 alles über den Haufen warf. Deshalb stimmen die Erinnerungen ans «Eidgenössische» von vor einem Jahr richtiggehend wehmütig. Dieser Tage erinnern sich Schwinger und Medien daran.
In exakt zwei Jahren findet bereits das nächste ESAF statt, und zwar in Pratteln. Die Organisatoren haben heute das Festplakat vorgestellt und die Countdown-Uhr in Betrieb genommen.
Man hört hüben und drüben, dass man Martin Grab wegen seines angeblichen Doping-Vergehens endlich in Ruhe lassen soll. Natürlich, wer könnte da widersprechen? In dieser Woche aber nahm der ehemalige Rothenthurmer Spitzenschwinger selber im «Tages Anzeiger» Stellung zu verschiedenen Punkten. Er kritisierte dabei sowohl Antidoping Schweiz wie auch den ESV. Antidoping Schweiz nahm kurz darauf Stellung zu den Vorwürfen von Grab, ebenso der abgetretene ESV-Obmann Paul Vogel.
Der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) hakt 2020 als «verlorene Saison» ab, und hat für das Jahr 2021 die Devise gefasst, dass unter allen Umständen Schwingfeste organisiert und durchgeführt werden sollen.

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Der Erstgekrönte Joel Wicki liess sich am 25. August 2019 mit Schwingerkönig Christian Stucki feiern
Bild: Andy Busslinger (Facebook-Seite von Joel Wicki)

Erinnerungen ans ESAF 2019 Zug
Just vor einem Jahr fand am 23. bis 25. August ein wunderschönes Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest in Zug statt. Von der heutigen Warte aus gesehen fand dieser Riesenanlass in einer ganz anderen Zeitepoche statt. Denn: Wegen der Corona-Pandemie hat man das Gefühl, das liege eine gefühlte Ewigkeit zurück…
Nichtsdestotrotz haben diese Woche etliche Schwinger auf ihren sozialen Kanälen dem stimmungsvollen Fest gehuldigt, und schöne Erinnerungsfotos «gepostet». Aber auch die Medien griffen das ESAF auf, und gedachten nochmals den schönsten Momenten.
Der Erstgekrönte Joel Wicki erinnert sich auf seiner Facebook-Seite mit folgenden Zeilen an den Top-Anlass: «Heute vor einem Jahr standen Christian Stucki und ich im Schlussgang vom ESAF 2019 in Zug. Ein atemberaubender Moment! Gerne erinnere ich mich immer wieder an die intensiven, spannenden, top organisierten, sportlich hochstehenden und spektakulären zwei Tage in Zug zurück. Vielen Dank allen Beteiligten, welche dazu beigetragen haben, dass das ESAF 2019 zu einem Riesen Highlight wurde. ES WAR ABSOLUT GENIAL!»

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Das heute vorgestellte Festplakat dient auch als Motivationsfaktor in den Schwingkellern
Bild: ESAF 2022 (Facebook)

Der Countdown fürs ESAF 2022 in Pratteln läuft
Exakt heute in zwei Jahren (26. – 28. August 2022) findet in Pratteln das nächste Eidgenössische Schwing- und Älplerfest statt. Heute wurde an einer Medienkonferenz das Festplakat der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Organisatoren schreiben dazu auf ihrer Homepage: «Das Festplakat ist ein Klassiker eines Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes. Es hat seinen festen Platz in der Schwingszene und hängt als Motivationsfaktor in den Schwingkellern. Unser Festplakat ähnelt dem Riemen einer Treichel oder Glocke. Und genau so ist es auch entstanden. Sattler Paul Eggimann hat es in traditioneller Machart von Hand genäht – entsprechend einer Vorlage von Roland (Rolli) Hess, dem Grafiker des ESAF Pratteln im Baselbiet.»
Zugleich hat das OK heute auch die Countdown-Uhr in Betrieb genommen. Sie wird am Festsamstag um 8 Uhr auf null stehen. Mit «Feldschlösschen» wurde schliesslich der fünfte Königspartner willkommen geheissen.

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Im Tages Anzeiger erschien diese Woche ein Interview mit Martin Grab
Bild: watson.ch

Martin Grab’s «Tagi»-Interview führte zu einigem Wirbel
In einem Tages Anzeiger-Interview von dieser Woche erklärt Martin Grab, dass ihn das leidige Doping-Thema auch heute noch sehr belastet. «Wieso ich? Wieso ist mir das passiert? Ich bin doch kein Riesenarsch, der diese Geschichte verdient». Oder: «Manchmal fühlte ich mich wie ein Aussätziger, wenn jeder hinter meinem Rücken redete. Ich war dermassen mit mir selbst beschäftigt, dass ich nicht realisierte, wie schlecht es meinen Liebsten ging. Wird das Wort Doping erwähnt, wirkt das wie ein Messerstich.»
Grab sagt im Interview, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, wie Tamoxifen in seinen Körper gelangt sein könnte, und stellte sogar ein Dossier zusammen. Antidoping Schweiz ging aber angeblich nicht darauf ein. In diesem Dossier erwähnt ein Arzt die Möglichkeit der körpereigenen Produktion von Tamoxifen, die er bei verschiedenen Patienten beobachtete. Interessant dabei: Grab’s Tamoxifen-Wert war auch ein halbes Jahr später noch relativ hoch. Zudem erklärt der ehemalige Spitzenschwinger im Interview, dass er vom Schwingerverband sehr enttäuscht sei: «Skandalös ist, wie sich der Eidgenössische Schwingerverband verhalten hat. Der nun abgetretene Obmann Paul Vogel war ein Schönwetterpräsident. Bis heute haben weder der Zentralvorstand noch die Antidopingkommission des Schwingerverbandes mit mir gesprochen. Obwohl ich mehrmals das Gespräch gesucht habe.» Der 123-fache Kranzschwinger musste sich mit der zweijährigen Sperre abfinden, welche ihn zudem zum Rücktritt als Präsident des Schwingklubs Einsiedeln zwang.
In der aktuellen Ausgabe von «Sägemehlsplitter», dem Offiziellen Mitteilungsorgan des ESV, nimmt Antidoping Schweiz Stellung dazu, und weist die Vorwürfe zur angeblich unprofessionellen Verfahrensführung entschieden zurück. Wörtlich steht in der Stellungnahme: «Antidoping Schweiz hat die von Martin Grab während des Verfahrens eingebrachten Erklärungsversuche detailliert geprüft und gewürdigt. Zu einigen der gemachten Behauptungen hat Antidoping Schweiz ergänzende Gutachten von aussenstehenden Experten in Auftrag gegeben, welche die Argumentation von Antidoping Schweiz untermauerten. Das Verfahren wurde durch mehrmalige Fristenverlängerungen durch den Athleten selbst verzögert. Antidoping Schweiz hat erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Athleten im Verfahren zu begleiten, wobei ihm die Möglichkeit einer Analyse der Nahrungsergänzungsmittel aufgezeigt wurde, worauf Grab jedoch auf eigenen Wunsch verzichtete.» Und weiter: «In der sehr ausführlichen 38-seitigen Urteilsbegründung der Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic (DK) wurden die von Grab gemachten Behauptungen ebenfalls detailliert gewürdigt. Zur Verfahrensführung von Antidoping Schweiz hält die DK in ihrem Urteil fest, dass die Dopingkontrolle vom 17. April 2018 gemäss den anwendbaren Bestimmungen ordnungsgemäss durchgeführt wurde, gleiches gelte auch für den Resultatmanagementprozess und die Analyse der Dopingprobe.»
Paul Vogel, Alt-Obmann des ESV, wehrt sich ebenfalls gegen die Kritik von Martin Grab. Ihm stösst die Bezeichnung «Schönwetter-Präsident» auf, und er nehme das so nicht hin, wie Vogel im «Tages Anzeiger» sagt: «Das ist respektlos. Martin Grab hat weder schriftlich noch mündlich bei mir um einen Termin gebeten, sich aber eine Kommunikationsberaterin genommen.» Das Gespräch habe er, Vogel, bewusst nicht gesucht, um keine Partei zu ergreifen.
Nun ist es aber wohl an der Zeit, Martin Grab diesbezüglich endgültig in Ruhe zu lassen.

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Am Herbstschwinget Unteriberg (28. September 2019) war die Welt noch in Ordnung. Dorf fand der bisher letzte Freiluftanlass der Aktivschwinger statt.
Bild: feldwaldwiesenblogger

Keine Freiluft-Anlässe 2020 – Wie weiter 2021?
Das hätte sich Ende letzter Saison niemand vorstellen können, dass 2020 ohne Freiluft-Anlässe der Aktiven über die Bühne gehen wird. Lediglich sechs Hallenschwingfeste konnten anfangs Jahr ausgetragen werden.
Das Schwinger-Fachblatt «SCHLUSSGANG» vermeldete diese Woche, das gerade mal noch sechs Schwingfeste in der Agenda 2020 stehen, und bisher sage und schreibe 295 Schwingfeste wegen Covid-19 abgesagt oder verschoben wurden. Die nächsten Anlässe der Aktiven wären demnach der Niklausschwinget in Dietikon und der Niklausschwinget in Pratteln, beides Hallenschwingfeste und terminiert auf den 5. Dezember.
Ohne Hellseher zu sein darf man jetzt schon vermuten, dass je nach Entwicklung der Pandemie und wann ein Impfstoff erhältlich sein wird, das Corona-Virus auch auf die Agenda von 2021 Einfluss haben wird. Zumindest zu Beginn des Jahres.
In oben erwähnter «Sägemehlsplitter»-Ausgabe meint der ESV zudem, dass das Jahr 2020 als «verlorene Saison» in die Geschichte eingehen wird. Wörtlich ist zu lesen: «Der ZV ist sich seiner Verantwortung zusammen mit den Teilverbänden für das Jahr 2021 absolut bewusst. Die gefasste Devise lautet: Es werden im Jahr 2021 unter allen Umständen Schwingfeste organisiert und durchgeführt. Die Durchführung der Schwingfeste, ob nun Jungschwingertag, Nachwuchsschwingertag, Rangschwingfest, Kranzschwingfest oder auch Schwingfest mit eidgenössischem Charakter sind von allergrösster Bedeutung.» Und: «Die ab September unter der Leitung des TL ESV Stefan Strebel wirkende Arbeitsgruppe zum Thema «Durchführung von Schwingfesten 2021» wird sich mit vielfältigen Themen (Schutzkonzepte mit diversen Zuschauerzahlen, Standorte, Budgets, Fernseh- und Livestream-Übertragungen usw.) auseinanderzusetzen haben.»

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Zu Guter Letzt:


Am 5. September findet der nationale Schwinger-Schnuppertag statt
Bild: esv.ch

Unter dem Motto «Wer die Jugend hat, hat die Zukunft» organisiert der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) am Samstag, 5. September zusammen mit seinem Partner «Migros» einen weiteren nationalen Schwinger-Schnuppertag. An diesem Anlass geht es vor allem darum, den interessierten Kindern den Schwingsport näher zu bringen und die Freude daran zu wecken. Schliesslich wird dabei der Schwingerkönig von 2035 gesucht, wie es im Flyer des ESV heisst. Arrivierte Schwinger zeigen den «Kids», welche selber Sägemehl schnuppern dürfen, verschiedene Schwünge.
Der Schwinger-Schnuppertag findet dabei schweizweit in über 100 Klubs statt. Auf der ESV-Homepage sind die Standorte aufgelistet, und bei den örtlichen Klubs erhält man alle Informationen zu diesem Tag. Angewendet werden dabei die erstellten Schutzkonzepte. Übrigens: Auf jeden Teilnehmer wartet ein Erinnerungsgeschenk.
Der ESV schreibt ergänzend zum Schwinger-Schnuppertag: «Der Traditionssport bietet mehr als spielerischen Spass: Schwingen lehrt Ausdauer, Beweglichkeit, Kampfgeist, Kameradschaft, aber auch Respekt vor dem Gegner.»

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ENST 2021 – Die stärksten Nachwuchsschwinger der Schweiz treffen sich in einem Jahr in Schwarzenburg zum nationalen Kräftemessen

Text: Reto Zbinden (Ressort Kommunikation ENST 2021) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Am Sonntag, 29. August 2021 ist in Schwarzenburg der sechste Eidgenössische Nachwuchsschwingertag (ENST) angesagt. Trotz der speziellen Ausgangslage wegen dem weiterhin grassierenden Corona-Virus laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.


Das erweiterte Organisationskomitee vor der künftigen Schwingarena
Bild: enst2021.ch

Abwechslungsreiches Programm
Das Organisationskomitee (OK) ist bereits seit über drei Jahren daran diesen Anlass zu organisieren, und freut sich, ein Jahr vor dem Fest das Programm bekannt zu können.
Der ENST 2021 wird am Freitagabend mit einem Jodlerabend lanciert. Mit den Jodlerklubs St. Stephan, Alphüttli Plaffeien, Guggershörnli Guggisberg und dem Jodlerchörli Hüsliberg aus dem Toggenburg wartet ein abwechslungsreiches Programm auf die Jodlerfreunde aus nah und fern.
Am Samstag führt der Schwingklub Schwarzenburg einen Jungschwingertag durch, bevor am Abend die Stubete-Gäng im Festzelt einheizen wird.
Der Höhepunkt des ENST 2021 steigt am Sonntag, 29. August und wird musikalisch durch den Jodlerklub Bergfründe Mamishaus und das Alphorntrio Waldecho umrahmt.

Unterstützung durch Partner und Sponsoren
Für die Durchführung des Festes ist die Unterstützung durch Partner und Sponsoren sehr wichtig. Umso erfreulicher ist es, dass bereits drei sehr gut zum ENST 2021 passende Firmen ihre Unterstützung zugesagt haben. Die Bank Gantrisch ist Sponsorin aller Schwarzenburger Trägervereine. Die Migros engagiert sich seit 2009 als offizielle Nachwuchspartnerin des ESV und Rugenbräu hat bereits zahlreiche Schwingfeste als Hauptsponsorin unterstützt.

Gaben-Komitee hat Arbeit aufgenommen
Das Gaben-Komitee, unter der Leitung des dreifachen Eidgenossen Walter Stoll, hat seine Arbeit aufgenommen. Walter wird dabei von vielen ehemaligen Schwingern und Mitgliedern aus allen Trägervereinen unterstützt. Das OK dankt den Sponsoren und Gabenspendern für ihre Unterstützung und freut sich auf das Festwochende in Schwarzenburg. Unter www.enst2021.ch werden die Informationen zum Festwochenende laufend ergänzt.

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Ehemalige Schwingergrössen: Alex Auf der Maur

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit IV (1992) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Alex Auf der Maur ist am 24. März 1968 geboren und schwang für den Schwingerverband am Mythen

Brillante Technik macht ihn zum Publikumsliebling
Mit zehn Jahren hat er sich dem Schwingsport verschrieben, mit Haut und Haaren sozusagen, denn halbe Sachen kennt Alex Auf der Maur nicht. Trainingsfleiss, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen sind einige Charakterstärken des Innerschweizers. Wer seinen Aufstieg ein wenig näher mitverfolgt hat, dem fiel bald einmal die Konstanz des Sennenschwingers auf, mit der er sich Rang für Rang nach vorne arbeitete.

Der vierfache Eidgenosse Toni Steiner als Mentor
Einen wesentlichen Anteil an seiner Entwicklung hatte der vierfache «Eidgenosse» Toni Steiner. Ihm blieb das Talent von Alex nicht verborgen. Er war es, der Auf der Maur die Zeit zur persönlichen Reife liess, ihm oft den notwendigen Beistand im Training und im Wettkampf leistete. Die Beharrlichkeit, mit der das Duo arbeitete, zahlte sich mit einer steil verlaufenen Karriere aus: Mit 18 Jahren der erste Kranz als Gast des Luzerner Kantonalfestes 1986. Schon drei Jahre später schaffte Alex die Schlussgangqualifikation sowohl auf dem Stoos, als auch auf der Rigi. Beide Male musste er gegen den Schwingerkönig von 1986, Harry Knüsel, noch Lehrgeld bezahlen. Die vorläufige Krönung war im gleichen Jahr der eidgenössische Kranz.

Vier gewonnene Gänge am ESAF 1986 in Stans
In Stans verlor der brillante Techniker nur gerade die Begegnung gegen Fritz Flühmann. Viermal war Alex siegreich und trennte sich gegen Christian von Weissenfluh, Erich Gnägi und im letzten Gang gegen Urs Schöni unentschieden. In ähnlichem Stil ging es 1990 weiter. Am NOS-Fest holte Alex Auf der Maur den Kranz. Drei Wochen später unterlag er im Schlussgang des Innerschweizer Schwingfestes Eugen Hasler und belegte Rang zwei. Mit diesem Leistungsausweis war die Teilnahme am Kilchberger-Schwinget (Rang 10d) die logische Folge. Mit dem ersten Kranzfestsieg am Zuger Kantonalfest 1991 erfüllte sich Alex einen weiteren Wunsch.

Schwere Verletzung auf der Rigi zugezogen
Erneut gelang es ihm, auf dem Stoos und auf der Rigi in die Endausmarchung vorzudringen. Beide Male hiess sein Bezwinger Eugen Hasler. Auf der Rigi verletzte sich der sympathische Schwyzer allerdings schwer. Die Ärzte in der Klinik St. Anna in Luzern diagnostizierten einen Kreuzband- und Innenbandriss am rechten Knie, was eine rund zehnmonatige Pause zur Folge hatte. Unterschiedlich verlief die Saison 1992. Bei seinem Comeback am Zuger Kantonalfest liess Alex Auf der Maur mit der Schlussgangteilnahme, die er wegen einer im ersten Zug eingehandelten Zerrung gegen Adelbert Gisler überraschend verlor, bereits wieder aufhorchen. Erstmals in seiner bisherigen Laufbahn erreichte der Innschweizer auf dem Stoos den Ausstich nicht. Auf der Rigi drang er wieder in den Schlussgang vor und unterlag dem entfesselten Vinzenz Küttel.

Den zweiten Eidgenössischen Kranz 1992 in Olten gewonnen
In Olten doppelte Alex mit dem zweiten eidgenössischen Kranz nach. Auf der Maur scheut keinen Aufwand, um an der Spitze zu bleiben. Das Schwingtraining beansprucht mindestens zwei Abende zu je drei Stunden pro Woche. Dieses ausgesprochen zielgerichtete Training ist im Wettkampf jedoch nur anwendbar, wenn die Kondition ebenfalls mitspielt. Dafür wendet Alex im Sommer zwei, und im Winter drei Trainingseinheiten auf. Mit seiner vielseitigen und offensiven Schwingweise hat er sich die Herzen der Zuschauer schon lange erobert. Sei es ein rasanter Kurz, die Kombination Kurz-Lätz, ein gekonnter Brienzer, ein schneller Übersprung oder ein «Bodenrugeli» – alles ist beim Landwirt möglich.

Mit neun Geschwistern aufgewachsen
Alex Auf der Maur erlebte zusammen mit neun Geschwistern eine schöne Jugendzeit. Bruder Franz nahm ihn mit ins Training. Er gewann zwar nie einen Kranz, dafür ist Roman (Jahrgang 1971) stark im Kommen und reihte sich 1990 und 1992 am Innerschweizer Schwingfest wie Alex unter die Kranzgewinner.

Jeweils eine Woche Skiferien in Kitzbühel
Seit Abschluss der Schule arbeitet Alex auf der Maur auf dem elterlichen Hof, den er dereinst vom Vater übernehmen wird. In der Freizeit beschäftigt er sich am liebsten mit Sport im Allgemeinen und Skifahren. Jedes Jahr verbringt er zusammen mit anderen Schwingern des Schwingerverbandes am Mythen eine Woche Skiferien in Kitzbühel und besucht dann jeweils die Hahnenkamm-Abfahrt. So konnte er den Abfahrtstriumph seines Freundes Franz Heinzer 1991 hautnah miterleben.

Alex Auf der Maur meint zum Schwingsport:
«Ich betreibe das Schwingen als Hobby und weil die Kameradschaft so sehr gepflegt wird.»

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Ehemalige Schwingergrössen: Rolf Klarer

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit IV (1992) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Rolf Klarer ist am 17. Dezember 1968 geboren und schwang für den Schwingklub Basel

Mit Angriffsfreude schon viel erreicht
Auf seine «angriffige Schwingweise» führt Rolf Klarer die schönen Erfolge zurück, die er in regelmässigen Abständen immer wieder erreicht. «Bei jedem Schwingfest nehme ich mir vor, das Bestmögliche daraus zu machen, und das geht für mich nur mit Angriff», lässt er uns einen Blick in seine innere Kraftquelle tun. Auch die Vererbung ist mit im Spiel: Sein Vater, Hans Klarer, war ein bekannter Kranzschwinger, und bereits der Grossvater war aktiv.

1991: Sieg am Bundesfeier-Schwinget in Flüelen
Über den Sieg am Bundesfeier-Schwinget in Flüelen freut sich Rolf uneingeschränkt. Seine Schuld ist es nicht, dass der Schlussgang in Passivität erstarrte. Klarer befolgte auch in Flüelen seine Devise des draufgängerischen Kampfes und konnte vier Siege buchen. Bemerkenswert waren sein platter Wurf gegen Armin Thomi und der abschliessende Sieg über den Berner Hünen Johann Graf, der Rolf noch um elf Zentimeter überragt. Für die beiden Gestellten gegen Urs Schöni und Daniel von Euw gab es keine Punkteabzüge, was am Schluss mitentscheidend war für das Vordringen auf Platz eins.

Starke Leistung am «Eidgenössischen» 1989 in Stans
Vier Siege mit ebenso vielen Maximalnoten genügten ihm 1989 für einen Platz in der ersten Hälfte der eidgenössischen Kranzträger. Seine starke Leistung brachte ihm auch einen Gang gegen Eugen Hasler ein, den er allerdings verlor. Doch Rolf zeigt fast immer etwas, und so muss er sich kaum je Punkteabzüge gefallen lassen, die dann in der Endabrechnung schmerzlich fehlen. 1992, in Olten, stiess er auf Platz drei vor.

Intensives Training und vielseitiges technisches Rüstzeug
Die Saison 1991, wo er die Kantonalfeste der Aargauer und Solothurner gewann — beide Male gammte er im Schlussgang Daniel Siegrist — hat ihm natürlich auch dank dem krönenden Abschluss mächtig Auftrieb gegeben. Das intensive Training wird beibehalten; vier bis fünf Mal wöchentlich gibt er an. Das technische Rüstzeug ist vielseitig: Schlungg, Brienzer, Kurz beidseitig, Gammen und wenn’s sein muss Bodenarbeit gehören dazu.

Klarer liess schon als junger Schwinger aufhorchen
Der kecke Rolf hat übrigens schon als ganz junger Schwinger aufhorchen lassen. 1985 kam er am Baselstädtischen in den zweiten Rang. Er meisterte im Ausstich die Routiniers Paul Vollenweider und Hansruedi Zumstein. 1989 und 1992 gewann er dieses Fest. Auch beim Basellandschäfter Fest war er schon zweimal an der Spitze.
Seine ganze Einstellung erinnert etwas an Marcel Buser, den er denn auch als Lehrmeister nennt. Diverse unfallbedingte Rückschläge konnten Rolf bisher nicht aus dem Konzept bringen.

Nach dem ESAF in Basel (1977) mit Schwingen begonnen
Bereits mit acht Jahren, nach dem Eidgenössischen in Basel, packte ihn die Freude am Schwingen. Zwar hat er auch Freude an anderen Sportarten wie Handball und Fussball, doch das Schwingen bleibt im Mittelpunkt. Was das Leben sonst noch bringt, das will Rolf auf sich zukommen lassen. Sicher ist für ihn nur, dass er «etwas aus dem Leben machen will, was, das werde ich sehen». Mit gesunder und aktiver Lebensweise will er einiges dazu beitragen.

Zum Schwingsport im Allgemeinen meint Rolf:
«Es ist in meinem Leben ein ständiger Begleiter, hält den Körper in Form, man trifft Kollegen.»

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Ehemalige Schwingergrössen: Hans Loretz

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit II (1980) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Hans Loretz ist am 15. April 1947 geboren und schwang für den Schwingklub Schattdorf

Schwinger und Holzspalter
Es ist schon ein Zufall, dass Hans Loretz zum Schwingen kam. Aufgewachsen wie sein sportliches Vorbild Walter Tresch im Skifahrerdorf Bristen, faszinierte ihn verständlicherweise das Skifahren mehr. «Noch heute zieht es mich sehr oft nach Hause zurück nach Bristen, wo meine Eltern einfache Bauern sind», berichtet er.

Erst mit 22 Jahren mit Schwingen begonnen
Er gilt denn auch als eigentlicher Spätzünder. Erst im Alter von 22 Jahren animierten ihn die Cousins seiner Frau Emmi, die beiden ehemaligen Aktivschwinger Bernhard und Beat Arnold, für den Zweikampf. Inzwischen auf die Sonnenterrasse des 500-Seelen-Dorfes Haldi ob Schattdorf umgezogen, sprang der Funke.

Gewinner von drei Eidgenössischen Kränzen
1973 schwang der über Bärenkräfte verfügende Sennenschwinger am Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest obenaus. Diesen Erfolg wiederholte er nochmals 1974 und 1979. An grossen Anlässen wuchs Hans Loretz immer wieder über sich hinaus. Am Kilchberger Schwinget 1973 klassierte er sich als bester Innerschweizer im Rang 7a. 1972, 1974 und 1977 war ihm eidgenössisches Eichenlaub beschieden.

Sein grösster Triumph am Unspunnen-Schwinget 1976
Den dritten Platz hinter Ernest Schlaefli und Josef Burch am Unspunnen-Schwinget 1976 bezeichnet er als seinen grössten Triumph. Dem Unentschieden mit Robert Zingg folgten fünf Siege, unter anderem über Franz Schatt und Otto Seeholzer. Im Sägemehlring versucht Hans Loretz seine Gegner möglichst eng in den Griff zu bekommen. Was ihm mit seiner enormen Kraft meistens gelingt.

Spezialschwung selber entwickelt
Er bevorzugt Kurz, Kreuzgriff und Schlungg. Einen Spezialschwung, «Loretz-Spezial», hat er selbst entwickelt. Aus der Flanke heraus leert er seine Gegner übers Knie ab. Zu seinem Trainingsaufwand gehören pro Woche zwei Mal Schwingen im traditionsreichen Schwingklub Schattdorf, wo einst auch alt Obmann Hans Gisler seine Sporen abverdiente. Insbesondere die harten 15-Minuten Gänge mit zwei oder drei verschiedenen Gegnern gehören zu seinem Pflichtstoff.

Alle Berg- und Teilverbandskränze herausgeschwungen
Mit einem wöchentlichen Lauftraining wird die Kondition verstärkt. Der wortkarge Urner darf für sich in Anspruch nehmen, dass er als recht kranzsicher gilt. 38 Kränze hat er bis heute erobert. Nach seinem letztjährigen Ehrenplatz am Südwestschweizerischen Schwingfest besitzt er nun alle Berg- und Teilverbandskränze, einige in mehrfacher Ausführung. Sein Bestreben ist es nun, seine Karriere mit dem vierten eidgenössischen Kranz abzuschliessen.

Freizeitbeschäftigungen
Neben Jassen, Skifahren und Bergwandern zählt Holzen zu seiner Freizeitbeschäftigung. Mehrmals hat er an der Schweizermeisterschaft im Holzspalten schon Lorbeer geholt.

Auf die Frage, was ihm das Schwingen ganz allgemein bedeute, schrieb er kurz und prägnant: «Sehr grosse Freude».

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Ehemalige Schwingergrössen: Stefan Schlachter

Quelle: Schwingergestalten unserer Zeit III (1986) / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Stefan Schlachter ist am 1. Dezember 1964 geboren und schwang für den Schwingklub Fricktal

Mit dem 13. Kranz kam die Bestätigung
Es hat lange gedauert, bis Stefan Schlachter seinen überraschenden eidgenössischen Kranz von Langenthal bestätigen konnte. Für das Eidgenössische in Sitten hatte er kein besonders gutes Gefühl. Er hätte es schon als kleine Bestätigung empfunden, acht Gänge zu bestreiten. Als er sich knapp für den Kranzausstich qualifiziert hatte, drehte er auf. Im siebten Gang bezwang er Hans Nauer, so das für den achten noch etwas drin lag. Und es gelang ihm tatsächlich, den drahtigen Berner Oberländer Ueli Zumbrunn, einen «Eidgenossen» von 1980, mit Kreuzgriff und Kniestich zu fällen. Es war der 13. Kranz für den Fricktaler.

Eidgenössischer Kranz von 1983 ein Glücksfall?
Mit Ausnahme der beiden eidgenössischen Kränze und eines Lorbeers vom Südwestschweizerischen 1984, hat Stefan bisher alle Kränze in der Nordwestschweiz geholt. Sei es am Teilverbandsfest (3), am Aargauer (4), Baselstädtischen (2) oder am Basellandschäftler (1). Er sei schon hin und wieder ausgelacht worden, sein eidgenössischer Kranz von 1983 sei ein Glücksfall gewesen, berichtete er.

Nach dem zweiten «Glücksfall» weiterschwingen bis 1989
1984 habe ihn der Militärdienst (RS, UO und Abverdienen) etwas zurückgeworfen, das Jahr darauf ein Bänderriss am Knie. Jetzt, nach dem zweiten «Glücksfall», will Stefan auf alle Fälle weiterschwingen bis 1989.

Merkwürdiger Zusatzgang in Langenthal
In Langenthal, erinnert er sich, hiess sein Gegner im achten Gang Hansueli Niederhauser. Dieser versuchte einen Hüfter, Stefan fing ihn ab und gewann. Dann kam noch jener merkwürdige Zusatzgang gegen den Berner Oberländer Werner Amstutz. Stefan gibt zu, dass er nach seinem überraschenden Kranzgewinn nicht mehr wirklich motiviert in diesen Kampf stieg. Er sei schon mehr als zufrieden gewesen. Kein Wunder, dass er den Kampf verlor.

Stefan Schlachters Hauptwaffen im Zweikampf
Zweimal pro Woche findet im Schwingklub Fricktal ein Training statt. Kondition wird im Winter einmal gebüffelt, dazu noch jeder privat nach eigenem Programm. Schlachters Hauptwaffen im Zweikampf sind Kreuzgriff, Übersprung, Hüfter, Kurz links und rechts. Er ist auch Nationalturner und geht im Winter gerne Skifahren.

Vom älteren Bruder zum Schwingen animiert worden
Sein vier Jahre älterer Bruder Hubert hat ihn zum Schwingen animiert. Das war 1974. Dann waren da in Möhlin, einem 6000 Einwohner zählenden Ort mit viel Industrie, auch noch die früheren «Eidgenossen» Paul Soder und Paul Nussbaum.

Seit 1985 Betriebsleiter der Milchsammelstelle Möhlin
Der Bauernsohn Stefan Schlachter absolvierte eine Metzgerlehre, war einen Winter lang Akkordholzer und ist seit 1985 Betriebsleiter der Milchsammelstelle Möhlin. 37 Milchproduzenten liefern im Tagesdurchschnitt 7000 Liter Milch ab. Stefan hat drei Angestellte. Dem Vater und Bruder auf dem Bauernhof auszuhelfen, wenn er Zeit hat, betrachtet Stefan als Hobby.

Wie sieht Stefan Schlachter den Schwingsport?
Stefan meint dazu: «Schwingen ist ein gesunder und kameradschaftlicher Sport. Man ist nicht nur Gegner, sondern spricht noch miteinander.»

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