Äs chömid dä gläbi wiedr all gnuäg Schnee übr!

Text und Fotos: feldwaldwiesenblogger


Heute Morgen: Blick aus dem Fenster

„Äs chömid dä gläbi wiedr all gnuäg Schnee übr!“ – Dieser Satz ging mir heute Morgen beim Öffnen des Fensters als Erstes durch den Kopf. Schier unglaublich, bereits am 9. Dezember so viel Schnee. Wo hin führt uns dieser Winter bloss?

Meine Crux am Schnee ist die Hassliebe zu ihm. Einerseits liebt man ihn, vor allem wenn man darauf Ski fahren, Snowboarden oder sonst ein Wintersport betreiben kann. Andererseits hasst man ihn: Er muss weggeräumt und entfernt werden. Damit man ja winters wie sommers auf den Strassen seinem Temporausch frönen kann. Mit zunehmendem Alter sieht man leider eher die Unannehmlichkeiten, Probleme und Ärgernisse.

Aber keine Bange! Wir haben ja immer noch Klimaerwärmung. Die sorgt dann rechtzeitig dafür, dass an Weihnachten wieder Tau- und Frühlingswetter regieren. Das allerdings möchte ich wohlverstanden auch nicht. Trotzdem, müssen jetzt schon hochwinterliche Bedingungen vorherrschen? Denn die Zeit bis zum Frühling ist noch soooooo lang…
Alles Jammern und Zettern nützt nichts, den Zustand zu akzeptieren ist angesagt.

Und ja! Wenn schon dann schon zieht es mich auch wieder auf die Skier. Denn die vergangenen milden Winter waren diesbezüglich unmotivierte Gesellen. Im Kopf spielt sich der ganze Zauber ab. Ist es draussen aper, ist der Betriebszustand auf Dauerherbst oder schon auf baldigen Frühlingsmodus eingestellt. Ist es aber weiss und kalt, macht es klick und die verschneiten Berge wollen befahren werden.

Ob dann alle genug Schnee abbekommen, wird sich spätestens im kommenden März zeigen. Ich weiss, dass sich einige wie wild auf möglichst viel von Frau Holles Pracht freuen. Anderen ist es ein Graus. Allen Recht getan ist ein Ding, das niemand kann.


Tief verschneit!

Man kann es mit dem Schnee gleich handhaben wie mit der Politik. Manchmal wird es einem einfach zu viel! Und man möchte gewisse Exponenten wie den Schnee entfernen. Natürlich nur aus ihren Ämtern. Diese Woche sorgten unter anderem Yannick Buttet, Donald Trump und die SVP für rote Köpfe.

Yannick Buttet, gefallener CVP-Nationalrat aus dem Wallis, wird des Stalkings bezichtigt. Er soll sofort seine Ämter räumen, sind gewisse Kreise der Meinung. „Me Too“ lässt grüssen und veranstaltet einen wahren Hexentanz. Hinter jedem Strauch wird bald ein Widerling vermutet, dabei hat der liebestolle Wolf bloss seiner Wölfin zugeheult…

Das ist einfach unerhört, was US-Präsident Donald Trump mit der Anerkennung von Jerusalem als Israels’ Hauptstadt abzieht! Der Friedensprozess im Nahen Osten wird so um Jahre zurückgeworfen. Eine neue Intifada wird wohl für viel Tod, Leid und Zerstörung sorgen. Dieser Präsident kennt aber auch wirklich gar nichts. Statt sich um Frieden und Stabilität zu bemühen, zündelt er und stürzt sonst schon eine instabile Region in ein Chaos. Dabei hat er zu Beginn seiner Amtszeit gesagt, dass er sich aussenpolitisch zurückhalten werde. America First – so ein Chabis!

Man kann es mit der Nationalhymne drehen und wenden wie man will. Vor einem Fussballspiel kann sie nicht laut genug gesungen werden. Feiert aber die SVP im Nationalratssaal den 25. Jahrestag des EWR-Neins mit dieser Hymne, ertönt der Ruf nach Klamauk oder gar nach Faschismus. Geht’s noch? Es ist in beiden Fällen dasselbe Lied. Aber: Es kommt scheinbar darauf an, wer es wo und wie tut. Tun es die Nati-Spieler zu wenig oder gar nicht, wie unsere Secondos, dann wird unverständlich der Kopf geschüttelt. Singt aber die SVP lauthals, steht die Linke Kopf und fordert Massnahmen. Im ehrwürdigen Nationalratssaal ziemt sich das scheinbar nicht. Dabei ist unsere Nationalhymne ein frommes und christliches Lied, und hat mit Faschismus so wenig zu tun wie der Neuschnee von heute Morgen.

feldwaldwiesenblogger

20 Jahre POLUTION: Die Bandgeschichte

Text: feldwaldwiesenblogger und POLUTION

Die Muotathaler Hardrockband POLUTION wurde im Mai 1997 gegründet.
Die Besetzung um Pascal Gwerder (Gesang), Marcel Betschart (Gitarre), Matthias Betschart (Gitarre), Christian Epp (Bass) und Armin Betschart (Schlagzeug) feierte zusammen mit allen ehemaligen Mitgliedern am 11. November den 20. Band-Geburtstag. Im heimischen Muotathal, im Saal des Restaurant Sternen, wurde mit einem grandiosen Jubiläumskonzert tüchtig gefestet.
Dieses Jubiläum nahm ich zum Anlass, die Bandgeschichte genauer unter die Lupe zu nehmen und mit der Band ein Gespräch zu führen.


Marcel Betschart (links) und Pascal Gwerder beim Gespräch an der Bar im Proberaum
Foto: feldwaldwiesenblogger

Was bedeutet eigentlich der Name POLUTION?
Das Wort „POLUTION“ klang für die Gründer cool. Wird „POLLUTION“ mit zwei „LL“ geschrieben, meint man die Umweltverschmutzung. Die Band erklärt es denn auch in diesem Zusammenhang. Damit das Dreckige und das entsprechende Drumherum hervorgehoben wird, wie es irgendwie auch zum Rock’n’Roll passt. Pikantes Detail: POLUTION mit einem „L“ ist ein italienischer Ausdruck und bedeutet „der erste nächtliche Samenerguss“. Die Band hat es aber nie auf diese Erklärung bezogen und meinte stets die Umweltverschmutzung. Übrigens: Da der Ausdruck „Pollution“ weltweit von Umweltorganisationen in Blogbeiträgen Erwähnung findet, wird die Homepage der Muotathaler Band öfters dazu verlinkt.

Die Band-Gründung
Im Mai 1997 trafen sich Pascal Gwerder, Daniel Heinzer, René Heinzer und Roger Rickenbacher im Valley-Pub in Muotathal. Die vier Kollegen hatten die Bieridee, eine Rockband zu gründen. Kurze Zeit später beschafften sie sich aus Brockenhäusern und Musikgeschäften die passenden Musikinstrumente. Das erste Probelokal war ein alter Baucontainer im Ried und schon bald stand der erste Auftritt im „Wärchhof“ Schwyz an. Der erste Gig war ein voller Erfolg. Während den ersten drei Jahren spielte man einige Konzerte im inneren Kantonsteil. Unter anderem im Valley-Pub, in der Linde Schwyz oder an der Schwyzer Chilbi.


Die vier Gründungsmitglieder im Jahr 1997: Daniel Heinzer, Pascal Gwerder, Roger Rickenbacher und René Heinzer (von links nach rechts)
Foto: POLUTION

Der Einstieg von Marcel Betschart
Einen Tag nach dem „Musigfäscht“ der Musikgesellschaft Muotathal im Herbst/Winter 1999 wurde Marcel Betschart angefragt, ob er in Zukunft den Gitarrenpart von Pascal übernehmen möchte. Marcel, welcher sowieso an jedem POLUTION-Konzert dabei war, sagte nach reiflicher Überlegung zu. Von da an waren POLUTION zu fünft unterwegs, und Pascal konnte sich nun ausschliesslich des Gesanges widmen.
Von AC/DC über Böhse Onkelz, Status Quo bis Metallica und Motörhead wurde alles rauf und runter nachgespielt. In diesem Zeitraum entstanden aber auch die ersten Eigenkompositionen.

Wechsel hinter dem Schlagzeug, am Bass und an der Gitarre
2003 gab Schlagzeuger Roger Rickenbacher aus zeitlichen Gründen seinen Rücktritt aus der Band bekannt. Rasch meldete sich der damalige Sound-Mischer Armin Betschart, dass er sich vorstellen könnte die Drums zu bedienen. Es war eine sehr gute Entscheidung. Der Job am Mischpult übernahm Andy Betschart, der jüngere Bruder von Armin. Was sich im Jahr darauf, als Bassist René Heinzer die Band verliess, auch als Glücksgriff erwies. Andy zupfte nämlich fortan den Viersaiter.
Kaum ein Jahr darauf verkündete auch Daniel Heinzer, dass er POLUTION verlassen möchte. Denn er war mit seiner Zweitband, „Den Geheimen Sportsocken“, dermassen ausgelastet, dass ihm die Zeit einfach fehlte. Ab diesem Moment stand die Band etwa ein halbes Jahr ohne zweiten Gitarristen da. Bis Matthias Betschart, damals noch aktiver Rock’n’Roller bei „Loose Contact“, schlussendlich die Chance packte und sich für POLUTION entschied.

Die erste CD und die Europa-Tour mit SHAKRA
Eigene Songs komponieren war nun angesagt. Etwas später stand die Teilnahme am Emergenza-Bandcontest, einem der grössten internationalen Wettbewerbe für junge Musiker, an. Dank der Unterstützung der Fans belegte POLUTION Platz zwei in der Schweiz.
Nur knapp zwei Jahre nach dem Beitritt von Matthias standen POLUTION im Tonstudio von Tommy Vetterli in Pfäffikon SZ. Das erste Album „Overheated“ wurde aufgenommen und 2008 durch das englische Label Escape Music Ltd. weltweit veröffentlicht.
Dank der Kontakte und Mithilfe von Vetterli entstanden die ersten Gespräche mit dem Musikmanager Oliver Macchi. Macchi verschaffte POLUTION den Kontakt mit dem englischen Label, zu einem TV-Auftritt bei Dani Beck und zu einer Europa-Tour im April 2009 mit SHAKRA. Innert zwei Wochen absolvierte die Muotathaler Hardrockband zwölf Gigs in Holland, Deutschland, Belgien und Italien.
Keine zwei Monate später wurden sie als Headliner an einem Open Air im Südosten von Tschechien gebucht. 2009 war für die Band ein sehr ereignisreiches Jahr mit vielen schönen, lehrreichen und unvergesslichen Momenten.

Der zweite Tonträger „Beyond Control“
Im Frühjahr 2011 wurde das zweite Album „Beyond Control“ in Ralph Zünd’s „2inch-records – Studio“ aufgenommen. 2012 wurde die CD wieder durch das Label Escape Music Ltd. weltweit veröffentlicht. Mit „Beyond Control“ wurde ein Meilenstein gesetzt. Weiter sind POLUTION auch auf diversen internationalen Samplern vertreten.

Christian Epp übernahm für Andy Betschart
Als 2013 Andy Betschart mit seinen anderen Musikformationen auch Erfolge feiern konnte und die Zeit für ihn immer rarer wurde, entschied er sich, POLUTION zu verlassen. Die Band fragte Christian Epp, den Bassisten und Sänger von „Dryhouse“, ob er Zeit und Lust hätte einzusteigen. Sein Entscheid war schnell gefällt und Christian übernahm von 2013 bis 2017 den Bass. In diesen vier Jahren spielten POLUTION weitere coole Gigs. Unter anderem in München oder dieses Jahr an einem Festival in Stockholm.
Auch die Schweiz kam konzertmässig nicht zu kurz. Die „Schüür“ in Luzern, das Z7 in Pratteln und fast jeder Kanton wurde mal „gerockt“. Entweder als Hauptact oder als Vorband von John Coghlan, Krokus, Sodom, Jeff Scott Soto und weiteren Musikgrössen.


POLUTION live in der „Schüür“: Marcel Betschart, Pascal Gwerder, Armin Betschart, Christian Epp und Matthias Betschart (von links nach rechts)
Foto: POLUTION

Mit Renja Schmidig erstmals eine Frau in der Band
Die Jubiläumsfeier im „Sternen“ war zugleich Christian Epp’s letzter Auftritt mit POLUTION. Ab 2018 übernimmt Renja Schmidig, welche derzeit einen USA-Aufenthalt geniesst, den Bass. Es ist für POLUTION eine Premiere, erstmals eine Frau in der Band zu haben. Sie sind überzeugt, dass das junge Talent Renja sie an der Bassgitarre tatkräftig unterstützen wird. Zudem hoffen die Bandmitglieder, bald mit ihr live unterwegs zu sein.

Über 200 Konzerte wurde in den letzten 20 Jahren gespielt. Es wurden sieben Länder bereist. POLUTION waren mit einem Nightliner und vier Flugzeugen unterwegs und übernachteten in etlichen Hotelzimmern. Die Band bereut keinen Moment. Denn es entstanden viele interessante Kontakte, Freundschaften und Begegnungen.

feldwaldwiesenblogger

SRF möchte bei den Schwingerfreunden punkten und weitere Sägemehl-News

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Weihnachtsbeleuchtungen wurden montiert und eingeschaltet und man kann wieder durch teilweise herrlich beleuchtete Städte, Dörfer und Landschaften fahren. Weihnachten und das Jahresende eilt uns mit grossen Schritten entgegen, und mit ihnen auch die letzten Schwingfeste des Jahres. Der Niklausschwinget Dietikon und der Niklausschwinget Pratteln stehen vor der Tür. Derjenige in Dietikon wird nachfolgend thematisiert. Ein wenig Nordostschweiz-lastig widme ich mich auch dem Vorstandswechsel bei den St. Galler Schwingern, dem NOS-Jubiläumsschwingfest von 2018 und Nöldi Forrer.

Fast täglich grüsst derzeit wieder das Murmeltier, und zwar in Form von Berichterstattung über das Fehlverhalten des mittlerweile zurückgetretenen Finanzchefs vom Schwägalp-Schwinget. Aber keine Bange: Ich werde es nicht tun. Irgendwann muss wieder mal Schluss sein.
Derweil wage ich ein kleines Plädoyer zugunsten von SRF respektive gegen die „No Billag“-Initiative. Denn das Schweizer Fernsehen (SRF) fiel diese Woche mit Umtriebigkeit für den Schwingsport auf. Wie der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) verkündete, liefert SRF 2018 von acht Schwingfesten Live-Bilder. Zudem fungiert SRF auch als Medienpartner von Schwingfesten. Das ist ein ganz klares Signal vor der anstehenden „No Billag“-Abstimmung.

Niklausschwinget Dietikon
Der Schwingklub Glatt- und Limmattal ist verantwortlich für den 80. Niklausschwinget Dietikon, welcher morgen Samstag in der Stadthalle Dietikon zur Austragung kommt. Ab der klubeigenen Homepage kann man entnehmen, dass sich bisher vier Eidgenossen angemeldet haben: Philipp Roth, Nick Alpiger, Patrick Räbmatter und Fabian Kindlimann. Letzterer musste aber am vergangenen Donnerstag wegen einer Rippenverletzung, welche er sich beim Unspunnen-Schwinget zuzog, absagen. Weiter sind etliche Teilverbands-, Berg- und Kantonalkranzer am Start. Gemeldet sind nebst den Nordostschweizern auch je zehn Gastschwinger aus Bern, der Nordwestschweiz und aus der Innerschweiz. Hier der Link zur Schwingerliste.

Gewonnen wurde der letztjährige Anlass von keinem geringeren als Armon Orlik. Der Bündner Spitzenschwinger ist dieses Jahr aber nicht am Start. Die besten Siegchancen werden den beiden Nordwestschweizern Alpiger und Räbmatter eingeräumt. Der Beginn des Wettkampfs wurde auf 14.00 Uhr angesetzt.


Foto: Facebook

Vorstandswechsel im St. Galler Kantonalen Schwingerverband
Am vergangenen Sonntag stand bei den St. Gallern Schwingern die kantonale Delegiertenversammlung in Niederwil auf dem Programm. Dabei wurden für die beiden zurückgetretenen Vorstandsmitglieder Emil Bürer und Marcel Gächter zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt. Auf Bürer folgt als neuer Medienchef Pascal Schönenberger und anstelle von Gächter rückt Andreas Rohrer als Beisitzer in den Vorstand.


Foto: schwingenonline.ch

NOS-Jubiläumsschwingfest 2018
Nebst den Innerschweizern jubilieren 2018 auch die Nordostschweizer. Mit einem schön gestalteten Flyer wird jetzt schon auf das NOS-Jubiläumsschwingfest vom 24. Juni aufmerksam gemacht.


Foto: Facebook

Der Nordostschweizerische Schwingerverband (NOSV) feiert 2018 den 125. Geburtstag. Der Jubiläumsschwinget wird vom Schwingklub Herisau und vom Jodlerklub Herisau-Säge organisiert. Als OK-Präsident amtet Niklaus Hörler, welcher als OK-Präsident vom Schwägalp-Schwinget viel an Erfahrung mitbringt. Tickets sind ab dem 1. Februar erhältlich.

Feiert Nödli Forrer 2018 seinen 150. Kranz?
Obige Frage stellte diese Woche die Fachzeitschrift SCHLUSSGANG auf ihrer Website. Für den 145-fachen Kranzschwinger aus dem Toggenburg verlief die Saison 2017 alles andere als optimal. Den 39-Jährigen plagten immer wieder Verletzungen.
Als Optimist habe ich bei der Umfrage natürlich mit „JA“ gestimmt. Denn ich möchte es dem Schwingerkönig von 2001 von Herzen gönnen, dass er diese magische Kranzmarke knackt.


Foto: schlussgang.ch

SRF berichtet 2018 live von acht Schwingfesten
Am vergangenen Dienstag wurden gute Nachrichten für die Schwingsport-Fans verkündet: SRF wird 2018 von acht Schwingfesten live berichten, und der Brünig-Schwinget wird gar in voller Länge übertragen. Der Eidgenössische Schwingerverband hat sich mit der SRG über Änderungen bei der Übertragung von Schwingfesten geeinigt. Das Resultat ist, dass nun von mehr Schwingfesten Live-Bilder in die Stube flimmern werden.

Der SCHLUSSGANG schrieb am Schluss seiner Mitteilung: „Der Zentralsvorstand ist überzeugt, mit dem Ausbau der Übertragungen von Schwingfesten bei SRF, die mediale Verbreitung des Schwingens bei bester Qualität gewinnbringend zu fördern. Die Bilder von SRF sind ein wichtiges Element der Nachwuchsförderung für den Nationalsport.“ Das ist eindeutig ein Plädoyer vom ESV für die SRG und gegen die „No Billag“-Initiative.
Denn: Die Initianten und deren Anhänger sind sich in meinen Augen gar nicht bewusst, oder noch schlimmer, es ist ihnen egal, wie schädlich ein Ja zur Initiative sein könnte. Was für Auswirkungen dies auf den Schwingsport hätte, weiss derzeit wohl niemand. Meines Erachtens könnten aber aus Kostengründen und „höheren Überlegungen“ wohl nur noch Schwingfeste mit eidgenössischem Charakter gezeigt werden. Und dies kaum mehr in dem Ausmass, wie bei den jüngsten Übertragungen.


Foto: schlussgang.ch

SRF ist Medienpartner vom Nordwestschweizerischen 2018
Am Dienstag konnte man zudem ab der Facebook-Seite vom Nordwestschweizerischen Schwingfest 2018 entnehmen: „SRF als Medienpartner am Nordwestschweizer Schwingfest 2018: Mit punktueller TV Live-Berichterstattung – inklusive Schlussgang in voller Länge und Teilaufzeichnungen sowie den ganzen Tag als Online/Mobile-Livestream.“

Da geht ein Medienhaus schon weit vor der „No Billag“-Abstimmung in die Offensive und möchte bei einem Publikum punkten, welches vermeintliches „SVP-Terrain“ ist. Diese Offensive treibt (hoffentlich) einen Keil in das Ja-Lager…

ESAF 2022 Pratteln auf gutem Weg
Die Verantwortlichen des Bewerberkomitees vom ESAF 2022 Pratteln informierten am 9. November einige ESV-Zentralvorstandsmitglieder über den Stand der Vorbereitungsarbeiten. Gemeinsam wurde zudem das vorgesehene Festgelände besichtigt.


Foto: shj-zeitschrift.ch

Leider nur zu gut erinnern wir uns an das Hickhack, als vor gut einem Jahr Aesch im Baselland im medialen Fokus stand. Es entbrannte ein Riesenwirbel um das vorgesehene Gelände und den Naturschutz. Die Baselstädter waren drauf und dran, mit dem Fussballstadion St. Jakob einzuspringen. Dies „Notlösung“ passte den Schwingerfreunden aber nicht wirklich. Eine Entspannung der Situation erfolgte erst, als mit Pratteln ein neuer Standort zur Sprache kam. Seither ist Ruhe eingekehrt und die Vorbereitungsarbeiten wurden in Angriff genommen. Beruhigt darf man zur Kenntnis nehmen, dass das ESAF 2022 Pratteln auf gutem Weg ist!

Trainingsbetrieb wiederaufgenommen
Die Schwinger haben mittlerweile das Training wiederaufgenommen. Bekanntlich widmen sich die Kurzholz-Athleten in der ersten Phase des Wintertrainings dem sogenannten „Schulschwingen“. In dieser Zeit erteilen aktive und ehemalige Spitzenschwinger auch etliche Schwingkurse. So war erst kürzlich der Obwaldner Benji von Ah beim Schwingklub Langenthal zu Gast und absolvierte mit den Aktiven in Niederbipp einen interessanten, lehrreichen und unterhaltsamen Trainings-Kurs.


Foto: Facebook

Der ehemalige Spitzenschwinger und Eidgenosse Enrico Matossi war beim Schwingklub Lenzburg und Umgebung zu Besuch und zeigte den Aargauer Schwingern sein vielseitiges Können.


Foto: Facebook

feldwaldwiesenblogger

Besuch beim vierfachen Eidgenossen Toni Steiner in Ingenbohl SZ – Teil 3

Text: feldwaldwiesenblogger

Heute folgt bereits Teil 3 und der Abschluss der Reihe „Besuch beim vierfachen Eidgenossen Toni Steiner in Ingenbohl SZ“. Ich lauschte Toni beim Gespräch in Ingenbohl gespannt und war ob einigen Entscheidungen, Tatsachen und Vorkommnissen von damals ziemlich erstaunt. Hinterher beim Niederschreiben ertappte ich mich öfters, wie ich bei gewissen Aussagen des Ingenbohlers den Schwingsport von damals mit heute verglich. Ich musste aber auch eingestehen: Es waren andere Zeiten. Auf die Unterschiede kommen wir beim Teil 3 auch zu sprechen. Toni meint dazu: „Die Schwingerei als solches ist immer noch gleich. Der Stellenwert ist einfach anders und ist im Moment viel grösser als zu unserer Zeit.“


Toni Steiner, vierfacher Eidgenosse
Foto: feldwaldwiesenblogger

Welche Schwinger beeindruckten Toni während seiner Aktivzeit am meisten?
Toni erklärt: „Von den ganz Grossen haben mich Karl Meli und Ruedi Hunsperger am meisten beeindruckt. Weiter Karl Oberholzer: Zu ihm hatte ich beste Beziehungen, da ich während meiner Zeit in Zürich mit ihm trainiert habe. Auch Ruedi Kobelt war ein starker Schwinger. Bei einem Schwingfest in Domat-Ems bezwang Kobelt gar Meli, Oberholzer und Brändle. Für mich persönlich war es einer der grössten Siege, als ich Ruedi Kobelt beim Allweg-Schwinget einmal bezwingen konnte.
Von den ISV-Schwingern hinterliessen Remigi Niederberger, Adi Zurfluh und Hans Zurfluh für mich den grössten Eindruck. Gegen Remigi habe ich ein einziges Mal geschwungen. An den grossen Festen mussten wir halt meistens gegen Gäste aus anderen Teilverbänden antreten, ausser an den Jahren mit einem Eidgenössischen. An diesen waren damals bei den Teilverbandsfesten keine Gäste zugelassen.“

Erinnerungen an Eidgenössische Schwingfeste und an Schwingfeste mit Eidgenössischem Charakter
Toni nahm an sieben Eidgenössischen Schwingfesten teil, weiter dreimal beim Kilchberger Schwinget und zweimal beim Unspunnen-Schwinget. Der vierfache Eidgenosse ergänzt: „Früher hatte der Unspunnen-Schwinget nicht der Stellenwert, welcher dieser heute besitzt und war damals noch kein Schwingfest mit Eidgenössischem Charakter. Zu meiner Aktivzeit fiel einmal sogar der Rigi-Schwinget mit dem Unspunnen-Schwinget zusammen. Ich gewann an diesem Tag den Rigi-Kranz.“

Zwei Episoden zum „Südwestschweizer Kranz“
Als Toni beim Südwestschweizerischen Schwingfest den Kranz gewann, konnte er hinterher nicht wie üblich seine Gabe auslesen. Man musste in Lausanne eine Nummer ziehen, welche zu einer Gabe gehörte. Der leidenschaftliche Faustball-Spieler zog dann einen Stuhl: „Aber was wollte ich mit einem Stuhl auf der Rückreise im Zug? Ich gab diesen zusammen mit 5 Franken einem Burschen und erteilte ihm den Auftrag, mir diesen heimzuschicken. Der Stuhl traf dann tatsächlich per Post ein.“
Als Toni mit seinen Kameraden nach dem besagten Südwestschweizerischen mit dem Zug heimfuhr, wurden sie von einem Bekannten gefragt, ob sie denn an einem Hornusser-Anlass waren. Toni entgegnete, dass er an einem Schwingfest war und nahm zum Beweis den Kranz hervor. In diesem Moment fiel ihm auf, dass die Kranzschleife gar nicht angeschrieben war. Der Ärger war verständlicherweise gross. Der gelernte Maschinenschlosser empört: „Es stellte sich heraus, dass sie im Welschland Sparmassnahmen hatten und nur eine gewisse Anzahl Kränze vorgängig anschreiben liessen. Ich gab etwas später in Luzern einen ESV-Schwingkurs und erwähnte die Kranzschleifen-Geschichte vor dem Zentralvorstand, welcher dort anwesend war. Ich erklärte ihnen: Das schlimmste sei dieser Südwestschweizer Kranz, welcher nicht angeschrieben ist. ISV-Präsident Walter Kürzi wurde hellhörig, setzte sich dafür ein und zwei Wochen später wurde mir eine korrekt angeschriebene Kranzschleife heimgeschickt.“


Eine seiner liebsten Gaben: Die Allweg-Truhe
Foto: feldwaldwiesenblogger

Die begehrte Allweg-Truhe
In Toni’s Stube steht eine Allweg-Truhe, welche dannzumal ein Erinnerungs-Symbol an den Allweg-Schwinget war. Diese Gabe gibt es heute nicht mehr. Als der 15-fache Rangfestsieger diese mit nach Hause nehmen durfte, stand er mit Karl Meli im Schlussgang. Zu der für ihn sehr bedeutsamen Allweg-Truhe meint er: „Es gab auch Klopfen und Schellen als Preise. Diese waren in der Regel wertvoller als die Truhe. Aber alle wollten zu dieser Zeit diese Allweg-Truhe. Beim besagten Schwinget war Michael Bütler vor mir platziert und sagte zu mir: Hast du bereits so eine Holzkiste? Ich verneinte. Darauf erwiderte er, dass er deshalb eine Schelle nehme. So kam ich zu dieser Truhe. Für mich ist das ein schönes Andenken an diesen Anlass.“

Das beste Schwingfest in Toni’s Karriere
Toni meint zu diesem Thema: „Mein bestes Schwingfest war das Urner Kantonale Jubiläumsschwinget 1967 in Bürglen, welches ich gewann. Die Urner feierten damals das 50-jährige Bestehen ihres Kantonalen Schwingerverbandes. Bei diesem Fest gestaltete ich fünf Gänge siegreich und musste im fünften Gang mit Franz Emmenegger stellen.“ Der Schwyzer zog in Bürglen einen Supertag ein und bezwang Toni Zurfluh, Albert Imfeld, Adi Zurfluh, Remigi Niederberger und im Schlussgang Werner Sturzenegger. Von der Besetzung her war das Schwingfest fast wie ein „Mini-Innerschweizerisches“. Denn es trat praktisch die gesamte Innerschweizer Elite an. „Die Gebrüder Adi, Sepp und Theo Zurfluh haben gar den Kranz verpasst. Gäste von anderen Teilverbänden waren übrigens keine anwesend“, schliesst Toni ab.
Apropos: Den Mythenverbändlern scheinen die Jubiläumsschwingfeste der Urner zu liegen. Denn: Toni gewann beim 50. Geburtstag des Urner Kantonalen Schwingerverbandes und Daniel von Euw beim 75. Geburtstag. Beinahe hätte Philipp Laimbacher heuer beim Jubiläumsschwingfest zum 100. Geburtstag obenaus geschwungen. Leider stellte Philipp im Schlussgang mit Benji von Ah und der Sieg trug schlussendlich der Luzerner Sven Schurtenberger davon.


Toni (links) schwingt mit Hans Neukomm beim Eidgenössischen 1974 in Schwyz
Foto: Toni Steiner

Keine Kranzfeier nach dem Eidgenössischen in Schwyz
Wie bereits erwähnt, war das Eidgenössische 1974 in Schwyz Toni’s letztes Schwingfest. Nach dem Grossanlass, an welchem der Familienvater als einziger Schwyzer den Kranz gewann, musste er am darauf folgenden Morgen um sieben Uhr wieder zur Arbeit. Es gab weder am Abend noch später eine Kranzfeier. Selbst bei der Generalversammlung des Schwingerverbandes am Mythen blieb dies unerwähnt. Einzig die OK-Mitglieder vom Eidgenössischen wurden geehrt. Ganz ohne Geschenk blieb Toni dann doch nicht. „Beim Traktandum „Verschiedenes“ wurde mir von Jost Stössel eine Flasche Chrüter übergeben. Diese besorgte Stössel vor der GV im Restaurant Rose. Das war früher halt schon anders. Heutzutage werden für die Kranzgewinner an Eidgenössischen hüben und drüben Kranzfeiern abgehalten“, meint der Mythenverbändler zu diesem Thema.

Der Schwingsport während Toni’s Aktivzeit und heute
Angesprochen auf dieses Thema und ob er dabei Unterschiede ausmache, meint Toni: „Eigentlich keine. Die Schwingerei als solches ist immer noch gleich. Der Stellenwert ist einfach anders und ist im Moment viel grösser als zu unserer Zeit. Damals war man ein einfacher Schwinger und nebst den Schwingsport-Fans hat uns praktisch niemand gekannt. Wenn ich zum Beispiel beim Faustballspiel auf meine Schwingerkarriere angesprochen werde und erkläre, dass ich vier Eidgenössische Kränze habe, erschrecken einige Leute beinahe. Was auch auffällt, ist die Tatsache, dass heutzutage viel mehr Frauen an den Schwingfesten anzutreffen sind. Das zeigt, dass die jungen Schwinger beliebt sind bei den Frauen.“
Der ehemalige Sennenschwinger stellt aber auch fest, dass die Schwinger heute mehr Gelegenheiten erhalten, an Kranzfeste zu gehen und einen Kranz zu gewinnen. Aber noch etwas Anderes sticht Toni ins Auge: „1964 traten nach dem Eidgenössischen in Aarau beim Allweg-Schwinget 24 (!) Eidgenossen an. Jenes Schwingfest gewann Adi Zurfluh. Heute bringen sie nach einem Grossanlass bestenfalls fünf Eidgenossen ins Starterfeld. Sogar Thomas Sutter startete 1995 als frischgebackener Schwingerkönig beim Allweg-Schwinget. Heute käme ein neuer Schwingerkönig ganz sicher nicht mehr auf den Allweg.“

Diskussion mit Martin Grab vor dem diesjährigen Haldiberg-Schwinget
Als Toni dieses Jahr zum Haldiberg-Schwinget fuhr, führte er bei der Anfahrt eine interessante Diskussion mit Martin Grab. Der rüstige Senior sagte zu Grab, welcher beim diesjährigen Haldiberg-Schwinget Rang 2b belegte: „Es klingt zwar etwas komisch. Aber: Wir nahmen damals vermutlich lieber an Schwingfesten teil als die Schwinger heute. Die besten Schwinger wollen heutzutage nämlich auf keinen Fall ein schlechtes Fest abliefern. Wenn wir früher mal an einem Fest verloren haben, nahm man es nicht gleich tragisch wie in der Neuzeit. Heutzutage wird das in den Medien gleich ziemlich breitgeschlagen, wenn ein Eidgenosse an einem Kranzfest den Kranz nicht gewinnt. Und: Mit Sponsoren im Rücken darfst du dir kaum mehr ein schlechtes Fest erlauben.“


Toni (rechts) im Bodenkampf mit Ernst Wyrsch beim Alpenrösli-Schwinget in Schwyz (Jahr unbekannt)
Foto: Toni Steiner

„Es ist tragisch, dass man heute vier Teilnahmen an Rangschwingfesten pro Jahr vorschreiben muss“
Der 78-fache Kranzgewinner findet es tragisch, dass man heute vier Teilnahmen an Rangschwingfesten pro Jahr vorschreiben muss. Für ihn gehörte die Teilnahme an den Rangschwingfesten in der Region einfach dazu. Sie mussten sich damals sogar für den Herbstschwinget Siebnen qualifizieren. Toni durfte glücklicherweise immer antreten. Teilweise konnten aber Kranzschwinger aus seinem Klub nicht teilnehmen, da sonst zu viele angetreten wären. Der ehemalige Liegenschaften-Schätzer führt weiter aus, dass die Organisatoren in der Neuzeit manchmal darum betteln müssen, um genügend Teilnehmer an einem Herbstschwinget zu haben. Toni ergänzt: „Aber: Diese Herbstschwingfeste haben von der Tradition und vom Namen her nichts eingebüsst. Das Wetter ist ziemlich massgebend. Die Zuschauer kommen in grossen Scharen, auch wenn nicht 20 Eidgenossen teilnehmen.“
Der 76-Jährige beobacht dabei eine Negativ-Spirale: Die grossen Schwingfeste werden noch grösser und man bläst sie noch mehr auf. Einige Rangschwingfeste hingegen müssen teilweise ums Überleben kämpfen.

Welche Schwinger beeindrucken Toni heute am meisten?
Der sechsfache Kranzfestsieger kontert mit einer Gegenfrage: „Soll ich etwas Böses sagen? Es sind die Schwinger, welche an alle Schwingfeste gehen. Ich bin zwar nicht der grösste Fan von ihm, denke dabei aber an Stefan Burkhalter. Der Thurgauer geht mit 43 Jahren noch an praktisch alle Schwingfeste. In meinen Augen dürften sich einige Schwinger den Oldie als Vorbild nehmen.“

Ich bedanke mich bei Toni Steiner für das lebendige Gespräch: Für die interessanten, spannenden und teilweise lustigen Fakten sowie Anekdoten! Der 76-jährige war zu seiner Zeit einer der erfolgreichsten Innerschweizer Schwinger. Seine statistischen Zahlen sind äusserst beeindruckend.
Ich wünsche dem rüstigen Rentner noch viele spannende Schwingfestbesuche, beste Gesundheit und alles Gute für die Zukunft!

feldwaldwiesenblogger

Vor 100 Jahren: Der 10. Innerschweizerische Schwingertag

Text: feldwaldwiesenblogger / Quelle: Eidgenössische Schwingerzeitung 12. Jahrgang 1918

Vor einiger Zeit blätterte ich wieder einmal in alten Schwingerzeitungen, und zwar in solchen aus 1918. Diese enthielten etliche Schwingfestberichte von 1917. Ich pickte dabei einen Anlass heraus, welcher exakt vor 100 Jahren stattfand: Der 10. Innerschweizerische Schwingertag.

Nachfolgend zitiere ich wortwörtlich aus der entsprechenden Schwingerzeitung, dieser Text ist in Kursiv-Schrift. Auffällig dabei ist das „blumige“ Hochdeutsch und die Schachtelsätze.

Der 10. Innerschweizerische Schwingertag
Am 24. Juni 1917 fand der 10. Innerschweizerische Schwingertag in Horw statt.

Aus der Schwingerzeitung vom 15. Februar 1918:


Ein schön gestaltetes Plakat machte auf den 10. Innerschweizer Schwingertag aufmerksam

Die Wettkämpfe wurden belebt durch die herrlichen Weisen der Feldmusik Horw, sowie durch lustige Jodler und die heimeligen Töne des Alphorns. Abwechslung für das Auge bot das Fahnenschwingen.

Nach einer kurzen Pause vollzog sich der Schlussakt. Es erschienen vier stramme, schmucke Kranzjungfern und Herr Gemeindeammann Studhalter, Präsident des Organisationskomitees, entbot den Gruss der Behörden, der Bevölkerung und des Turnvereins von Horw, Schwinger und Turner ermunternd, kräftige Agitation zu entfalten, damit unser schönes, altes Nationalspiel weitere Freunde und grössere Ausbreitung finden möge. Hernach ergriff der Verbandspräsident Herr Otto Roth, als Präsident des Kampfgerichtes, das Wort. Er verdankte die flotte Organisation des 10. Innerschweizerischen Schwingertages und kritisierte kurz die geleistete Arbeit, um hernach die Rangverkündung vorzunehmen. Von den beinahe 100 Wettkämpfern konnten 11 durch zarte Hand mit dem Eichenlaub geschmückt werden.

War es auch dem Organisationskomitee zufolge der kurzen Vorbereitungszeit nicht möglich, Preise zu beschaffen, dürfte dennoch dieser vom Wetter so sehr begünstigte und ohne jeden Unfall verlaufene Anlass jedem Teilnehmer in angenehmer Erinnerung bleiben, umso mehr, da als Ersatz eine Anzahl Diplome verabfolgt und an die aktiven Teilnehmer, die grosse Reiseauslagen hatten, die Hälfte derselben entschädigt wurden.


Werner Lanz, Innerschweizer Sieger 1917
Quelle: Jubiläumsschrift „100 Jahre Innerschweizerischer Schwingerverband“

Der Innerschweizerische Schwingerverband feiert 2018 seinen 125. Geburtstag und wurde 1893 gegründet. 1917 fand in Horw das 10. Verbandsfest statt, bei welchem beinahe 100 Schwinger antraten. Die heutige Kranzquote von 18 Prozent hätte demzufolge (beinahe) 18 Schwingern den Kranz beschert. Dannzumal wurden 11 Eichenlaub-Exemplare abgegeben…
Werner Lanz aus Luzern hiess der Sieger des 10. Innerschweizerischen Schwingertages in Horw.

Das Innerschweizerische wurde vor hundert Jahren als „Innerschweizerischer Schwingertag“ bezeichnet. Wie man der Jubiläumsschrift „100 Jahre Innerschweizerischer Schwingerverband“ entnehmen kann, wurde das Teilverbandsfest bereits schon 1925 „Innerschweizerisches Schwing- und Älplerfest“ genannt. So heisst das Fest heute noch, und ist zu einem der grössten und beliebtesten Anlässe der Zentralschweiz geworden.

Man schrieb in der Schwingerzeitung vom 15. Februar 1918 von kurzer Organisationszeit und dass es demzufolge unmöglich war, Preise zu beschaffen. In der heutigen Zeit undenkbar. Man darf aber auch nicht vergessen, dass zu jener Zeit der erste Weltkrieg (1914 – 1918) wütete.

feldwaldwiesenblogger

Wysel Gwerder’s Erinnerungen an Polo Hofer

Text: feldwaldwiesenblogger

„Tschou zämä, es isch schön gsy!“ – So lautete die selber verfasste Todesanzeige von Polo Hofer. Als der Berner Oberländer am 22. Juli starb, war mir sofort klar, dass ich ihn und sein Lebenswerk auch in meinem Blog thematisieren möchte.

Polo Hofer, mit bürgerlichem Namen Urs Alfred Hofer, wurde am 16. März 1945 in Interlaken geboren. Polo war sein Pfadfindername und begleitete ihn ein Leben lang. Nach der obligatorischen Schulzeit erlernte er den Beruf eines Handlitographen. „New Orleans Function“ von Louis Armstrong war die erste Platte in jungen Jahren und Harry Belafonte im Kursaal Interlaken (1955) das erste Konzert.
Stationen von Polo als Trommler und Sänger: The Jetmen (1962 – 1967), Polo’s Pop Tales (1968/69), Rumpelstilz (1971 – 1978), Polo’s SchmetterDing (1978 – 1982), Polo Hofer und die SchmetterBand (1984 – 2002). Ab 2002 folgten The Alpinistos, Polo und Band sowie weitere musikalische Projekte.
Hofer war nicht nur Musiker. Seine Tätigkeiten wie Dichter, Schauspieler, Kolumnist, Maler, Moderator, Produzent, Referent und Lifestyle Consultant lesen sich äusserst vielseitig.

Mir ist bewusst, dass ich Polo und seinem Erbe nicht gerecht werde, wenn ich nur Fakten aus dem Internet zusammentrage und daraus einen Beitrag schustere. Denn zu diesem Zweck empfehle ich Lektüre von Samuel Mumenthaler, einem Berner Jurist, Autor und Musiker. Er gilt als Chronist der Schweizer Musikszene der Gegenwart und kennt Polo bestens. „Polo: eine Oral History“ oder „50 Jahre Berner Rock“ (mit Vorwort von Polo Hofer) sind beispielsweise zwei Veröffentlichungen von Mumenthaler.

Mein Ansinnen ging dahin, dass ich mit einem grossen Polo Hofer-Fan ein Gespräch über seine Erinnerungen an den Mundartrock-Sänger führen wollte. Und: Ich musste nicht lange suchen. Denn in meiner Umgebung kenne ich keinen grösseren Fan und Kenner als Wysel Gwerder. Ich fragte den 51-jährigen Muotathaler an, und dieser willigte sofort ein. Ein Gespräch über seine Erinnerungen an Polo Hofer fand kürzlich bei Wysel zuhause statt, inmitten seiner Erinnerungsstücke.


Wysel Gwerder mit Erinnerungsstücken und Musik von Polo Hofer
Foto: feldwaldwiesenblogger

Welches ist deine erste Erinnerung an Polo Hofer?
Wysel Gwerder: Das war Mitte der 1970iger Jahre. Ich erinnere mich an einen Bericht über Rumpelstilz in der Jugendzeitschrift Pop/Rocky. 1976 habe ich Rumpelstilz anlässlich der FERA im Schweizer Fernsehen gesehen. Sie spielten den Song „Kiosk“. Später habe ich sie immer wieder im Radio DRS gehört.


Rumpelstilz mit „Kiosk“ an der FERA 1976
Quelle: YouTube

Welches war dein erstes Konzert von Polo, welches dein letztes? Wie viele waren es?
Wysel: Das erste Konzert war Mitte der 1980iger Jahre im Stadtkeller in Luzern, und zwar Polo mit der SchmetterBand. Das letzte Konzert war im Sommer 2015 in der Mühle Hunziken in Rubigen.
Ich besuchte insgesamt etwa 60 Konzerte von Hofer. Von Polo’s SchmetterDing habe ich ein Konzert miterlebt. Polo mit der SchmetterBand habe ich etwa 30 Mal live gesehen, mit Rumpelstilz und mit The Alpinistos je fünfmal. Zudem war ich an etwa 20 Konzerten von Polo und Band, welches seine letzte Besetzung war. Ein paar Mal sah ich Polo live bei anderweitigen Projekten.

Erzähle über deine Konzerterinnerungen an Polo!
Wysel: Da sind viele Erinnerungen vorhanden. Meistens war ich mit Kollegen aus dem Muotathal feuchtfröhlich unterwegs. Nicht selten hat uns Polo erblickt und die Delegation aus dem Muotatal speziell begrüsst. Am meisten habe ich Hofer im Stadtkeller live erlebt, nämlich etwa 20 Mal. Man stelle sich vor, der Entertainer spielte dort sage und schreibe 178 Konzerte.
1987 feierte das Mythencenter in Schwyz das 15 Jahr-Jubiläum. Es wurde ein Zelt aufgestellt und Polo trat dort auf. 1988 spielte der Berner Mundartrocker im Casino Schwyz. Bei diesem Konzert herrschte ein dichtes Gedränge und es wurde gehopst und getanzt. Irgendwann gaben zirka zehn Quadratmeter Boden vor der Bühne nach, und wir standen einen halben Meter tiefer… Das hätte schlimm enden können! Nach einem kurzen Unterbruch wurde das Konzert weitergeführt. Dies war unter anderem ein Grund für den Bau des Mythenforums.


Beim Konzert im Casino Schwyz 1988


Wysel (ganz rechts) traf nach dem Konzert im Casino Schwyz Polo
Fotos: Wysel Gwerder

Einmal fuhr ich an ein Konzert nach Biel an die EXPO 02. Ich hatte fünf Tickets und fragte sicher 15 Personen. Aber niemand hatte Zeit mitzukommen. So ging’s halt alleine an die Arteplage nach Biel und ich sah Polo live mit den Rumpelstilz, welche extra für die EXPO 02 ein einmaliges Reunion-Konzert spielten. Das Vorprogramm bestritten übrigens Patent Ochsner, welche live auch immer toll sind. Übrigens: Vor Ort gingen meine vier restlichen Tickets weg wie warme „Weggli“.


Rumpelstilz an der EXPO 02 (Konzertplakat)
Foto: feldwaldwiesenblogger

Für welches Polo Hofer-Konzert bist du am weitesten gereist?
Wysel: Das waren zwei Mittelmeer-Kreuzfahren mit der Rock & Blues-Cruise (2013 und 2016), wo Polo auftrat und zugleich als Musical Director amtete. 2013 waren auch die dustyboots mit von der Partie. Die Roadmusic-Band aus dem Muotatal wurde von Polo eingeladen.


Polo Hofer und Alex Gwerder von dustyboots (Rock & Blues-Cruise 2013)
Foto: Wysel Gwerder

Da Polo Mundartrock spielte, trat er natürlich meist nur in der Deutschschweiz auf. Einmal gingen wir zu Dritt nach Mürren zum Allmendhubel an ein Openair-Konzert von Rumpelstilz. Dies war in den 1990iger-Jahren. Als wir zu später Stunde nach Konzertende mit der Mürren-Stechelberg-Bahn hinunterwollten, war leider bereits Betriebsschluss. So mussten wir zu Fuss durch den Waldweg bis nach Lauterbrunnen. Der Fussmarsch dauerte gut zweieinhalb Stunden und danach fuhren wir noch ins heimische Muotathal zurück.


Openair-Konzert auf dem Allmendhubel in Mürren (in den 1990iger-Jahren)
Foto: Wysel Gwerder fotografierte das Konzertfoto im Restaurant Allmendhubel

Hat Polo auch mal im Muotatal gespielt?
Wysel: Ja, hat er. Er spielte anno 1988 auf der Muotathaler Alp Ober Gschwänd (Bödmeren-Gebiet). Ich habe dieses Konzert leider verpasst, da ich zu jener Zeit auf einer USA-Reise war. Auf Ober Gschwänd feierten einige Männer von der Familie Schuler aus Küssnacht zusammen mit ein paar Kollegen ihren 25. Geburtstag. An diesem Anlass entstand die legendäre „Geissbock-Story“, welche Polo anschliessend an etlichen Konzerten erzählte. Bei dieser Geschichte wurde dem Berner Rocker am frühen Morgen ein Geissbock in sein Zelt geschoben. Aber hört selber, wie Polo bei einem Konzert in der Mühle Hunziken (März 2015) die Begebenheit in allen Details erzählt:


Teil 1 der Geissbock-Story


Teil 2 der Geissbock-Story
Videos: Wysel Gwerder

Deine Lieblings-Alben und Lieblings-Songs von Polo?
Wysel: Einerseits ist das die LP von Rumpelstilz „Live im Atlantis, Basel“ (veröffentlicht 1977), welche inzwischen vergriffen ist. Dazu kann ich nur sagen: Eine Kultband in Höchstform. Andererseits erwähne ich die CD „Polo Hofer singt Bob Dylan 1981 – 2011“ (veröffentlicht 2011). Aus Rohdiamanten (was Dylan-Songs meistens sind) schuf Polo mit der Schweizer Musikelite Perlen.
Am stärksten fand ich Polo sowieso immer, wenn er die feinen Töne anschlug. In den Balladen „Rosemarie und i“, „Im letsche Tram“, „Di gfallene Ängel“, „Stilli Wasser“ und „Wen mys letsche Stündli schlat“ spüren wir das Herz und die Seele dieses Mannes.


Polo Hofer mit „Stilli Wasser“ (30.10.2015)
Quelle: YouTube

Was ist für dich der Reiz oder das Spezielle an Polo’s Musik?
Wysel: Er gab seinen Songs ein Lebensgefühl und vermittelte eine Sprache, die man verstand. Seine Musik begleitete mich durch die Jugend. Die Texte sind stets mit Deutungen und Fingerzeigen, und sagen mit wenigen Worten viel aus.


Quelle: songtexte.com


Quelle: songtexte.com

Polo ist der Begründer und der Vater des Berner Rock, seine Songs sind heute teilweise Volksgut. Alle, die nach ihm gekommen sind, hat er nachhaltig geprägt. Hofer hat wie kein anderer vor ihm die Mundart und die Rockmusik zusammengeführt. Polo hat Generationen in allen Sprachregionen der Schweiz gezeigt, wie viel Kraft und Poesie in der Berner Mundart steckt.

Bist du Polo auch persönlich begegnet?
Wysel: Da gab es einige Begegnungen und hie und da einen Schwatz. Polo hatte ein grosses Allgemeinwissen über fremde Länder und Kulturen. Als die Schweizer Fussballnationalmannschaft einmal in Irland spielte, traf ich ihn in Dublin in der Hotelbar an. Er war auch am Spiel, und wir unterhielten uns darüber. Meistens diskutierten wir aber über Musik, wo er über ein unglaubliches Wissen verfügte. Speziell über die amerikanische Südstaaten-Szene.


Wysel mit Polo bei der Rock & Blues-Cruise 2013
Foto: Wysel Gwerder

Wer war Polo?
Wysel: Polo war der geborene Entertainer, auf der Bühne war er zuhause. Auf dieser übte er gerne eine Hofnarren-Funktion aus. Der Berner war ein Geschichten- und Anekdotenerzähler, war schlagfertig und ein philosophischer Sprücheklopfer. Nachfolgend drei wunderbare Beispiele:

„Als ich klein war, sagte man mir, jeder könne Politiker werden.
Jetzt fange ich an, es zu glauben.“

„Lieber eine freie Marktwirtschaft als eine geschlossene Beiz.“

„Ich trinke erst wieder Milch, wenn die Kühe Trauben fressen.“

Privates gab er nur den Wenigsten preis. Polo war ein Nachtmensch, die besten Ideen kamen ihm stets um Mitternacht bei einem Glas Wein und einem Joint.

Was bleibt von Polo?
Wysel: Das sind in erster Linie sicher seine Musik mit mehr als dreissig veröffentlichten Alben, sowie seine fast dreitausend Live-Konzerte. Weiter fünfzig Jahre Chilbi und Party, welche halt nicht spurlos an ihm vorbeigingen. In Erinnerung werden auch seine Bilder bleiben, welche teilweise öffentlich sind. Zum Beispiel das Cover des ersten KROKUS-Albums. Der Berner bleibt einer breiten Bevölkerung als „Polo National“ in Erinnerung, da er öfters zu verschiedenen aktuellen Themen seine Meinung kundtat.


Polo enthüllte im Mai 2017 eine lebensgrosse Holzstatue seiner Person
Foto: blick.ch

Ich bedanke mich bei Wysel für die wirklich sehr interessanten Informationen, Ausführungen, Anekdoten, Bilder und Videos. Polo’s Erinnerungen bleiben uns dank Fans wie dem Muotathaler erhalten, und in seinem Erbe, der Musik lebt er sowieso weiter. Als Anlehnung an Polo’s Todesanzeige sagte Wysel am Ende des längeren Gespräches: „Tschou Polo, äs isch schön gsi!“

feldwaldwiesenblogger

Besuch beim vierfachen Eidgenossen Toni Steiner in Ingenbohl SZ – Teil 2

Text: feldwaldwiesenblogger

Beim Teil 1 behandelte ich die erfolgreiche Schwingerkarriere von Toni Steiner. Weiter war die eindrückliche Kranzbilanz ein Thema und natürlich durften Anekdoten wie die „Episoden zum Schwarzsee-Kranz“ oder wie der Ingenbohler zu einem Appenzeller Kranz kam, nicht fehlen.
Toni erzählt im Teil 2 unter anderem, was er nach der aktiven Karriere machte, von den 12 Stoos-Kränzen, vom legendären Nordostschweizerischen 1967 in Glarus oder von seiner persönlichen Bilanz gegen Karl Meli und Ruedi Hunsperger.


Toni Steiner, 12-facher Stoos-Kranzer
Foto: feldwaldwiesenblogger

Nach der aktiven Karriere
Toni versah nach dem Rücktritt während zwei Jahren das Amt des Kampfrichters. Weiter war er Fähndrich beim Schwyzer Kantonalen, beim Innerschweizerischen und beim Eidgenössischen Schwingerverband. Der ehemalige Sennenschwinger erlebte eine Episode, wo sie ihn als ESV-Fähndrich gar sperren wollten. Toni erzählt: „Ady und Theo Zurfluh sowie Hans Mutzner und Leo Hug wurden angefragt, um bei einem Pferdewettkampf in Muntelier FR den Schwingsport zu zeigen. Ady bat mich einzuspringen, weil seine Frau in jenen Tagen ein Kind erwartete. Ich willigte ein und vertrat den Urner. Übrigens: Ich war damals bereits nicht mehr aktiver Schwinger. Verantwortliche Schwingerfunktionäre bekamen Wind von der Sache. Der damalige ISV-Präsident Edy Walker rief mich an, und erklärte, dass das nicht gehe. Ich entgegnete ihm, dass ich Ady zugesagt habe und dass wir dort antreten werden. Was wir in der Folge dann auch taten. ESV-Obmann Ernst Marti schickte etwas später ein Schreiben ans ESAF-OK nach Schwyz, dass sie beim Eidgenössischen 1977 in Basel als Fähndrich auf mich verzichten sollen. Mit der Begründung, weil ich bei dieser Schwing-Demonstration in Muntelier teilgenommen habe, und dies vom ESV nicht erlaubt gewesen wäre. Es gab in der Folge ein ziemliches Drama. Niemand wollte als Fähndrich ans ESAF nach Basel und sie fanden keinen Ersatz für mich. Denn es verhielten sich alle solidarisch mit mir. Darauf kamen Edy Walker und der ehemalige ESV-Obmann Hans Gisler gar zu mir nach Hause und waren der Meinung, dass ich trotzdem gehen soll. Ich wollte nämlich nach dem Schreiben von Marti überhaupt nicht mehr nach Basel. Walker und Gisler mussten mich dann richtiggehend überreden. Ich sagte ihnen schlussendlich zu.“
Toni war fast 30 Jahre im Vorstand des Schwingerverbandes am Mythen tätig, davon sechs Jahre als Präsident. Beim Stoos-Schwinget versah er viele Jahre das Amt des Empfangschefs, und während seiner Präsidialzeit bei den Mythenverbändlern war er OK-Vize-Präsident.
Der vierfache Eidgenosse gab zudem mehr als 100 Schwingkurse. Daraus entstanden viele Beziehungen zu anderen Schwingklubs. Vor gut drei Jahren gab der rüstige Rentner seinen bisher letzten Kurs in Lungern.
Toni ist Ehrenmitglied beim Schwingerverband am Mythen, beim Schwyzer Kantonalen und beim Innerschweizerischen Schwingerverband.


Toni (stehend) und Hans Mutzner bei der Schwing-Demonstration in Muntelier 1975
Foto: Toni Steiner

Mit 12 Kränzen der alleinige Rekordhalter beim Bergschwinget auf dem Stoos
1958 gewann Toni als 17-Jähriger seinen ersten Stoos-Kranz. Der 12. Kranz bei diesem traditionsreichen Bergkranzfest wurde ihm 1974 aufgesetzt. Diese zwölf Kränze bedeuten bis heute Rekord. Allerdings hat er nicht alle hintereinander gewonnen. Zweimal ging er ohne Kranz nach Hause und einmal konnte er nicht antreten, da Toni am gleichen Tag Gast beim Nordwestschweizerischen war. Der Stoos-Rekordkranzer erklärt: „Von den hiesigen Verantwortlichen musste ich mir wegen der Teilnahme beim Nordwestschweizerischen ein paar böse Worte anhören. In meiner Kranzsammlung fehlte mir aber dieser Teilverbandskranz noch. An jenem Schwingfest wurde ich Zweiter. Gewonnen wurde der Anlass von Marcel Buser, welcher mit Fredy Menzi im Schlussgang stand. Da es sich um ein Jubiläums-Schwingfest handelte, durfte jeder Teilverband drei Gäste schicken. Am Start waren so starke Gäste wie Karl Oberholzer, Peter Gasser, Ernest Schläfli oder Ruedi Hunsperger. Nach drei gewonnenen Gängen musste ich im vierten Gang prompt gegen Ruedi Hunsperger antreten, gegen den ich leider verlor. Am Abend wies mein Notenblatt fünf gewonnene Gänge auf. Von den Gästen kam ich noch am besten weg. Denn: Es kam zu vielen Gästepaarungen. Ich selber traf „nur“ auf zwei andere Gäste, die anderen alle auf drei. Da deswegen viele gestellte Gänge resultierten, schafften es letztendlich zwei Nordwestschweizer in den Schlussgang. Eine grosse Diskussion um die Einteilung, wie es heutzutage in den Medien geführt würde, gab es damals aber nicht.“
Zurück zum Stoos-Schwinget: Toni konnte dieses Bergfest leider nie gewinnen. Als er 20 Jahre alt war, stand der Mythenverbändler mit Max Widmer das erste Mal im Schlussgang. Zwei weitere Schlussgänge folgten. Einer bestritt er gegen Peter Nyffenegger, wo Toni eine Verletzung davontrug. Der andere war gegen Hans Zurfluh, bei welchem er gute Chancen auf den Sieg hatte.

Dreimal war Toni in den Kranzrängen und ging trotzdem ohne Kranz vom Stoos-Schwinget heim
Diesen kuriosen Umstand musste mir Toni erklären: „Ich ging dreimal ohne Kranz heim, war aber in den Kranzrängen. Damals gaben sie öfters einen Kranz zu viel ab, wenn es bei der Endabrechnung nicht aufging. Bei den drei erwähnten Malen gaben sie 17 statt 16 Kränze ab, es lagen aber nur 16 Kränze bereit. Ich war dann derjenige, welcher sich opfern musste. Die Begründung: Du hast schon ein paar Stoos-Kränze. Und es wäre nicht fair, dass einer, welcher den ersten Stoos-Kranz gewinnt, ohne Kranz heimkehren muss. An der Siegerehrung nahm ich natürlich trotzdem teil und mir wurde ein Kranz von einem Kollegen aufgesetzt. Der gewonnene Kranz wurde mir nachträglich nach Hause gebracht.“ Toni erläutert weiter, dass die Einhaltung der 18 Prozent-Regel, im Gegensatz zu heute, damals lockerer gehandhabt wurde. Einmal wurden auf dem Stoos sogar drei Kränze zu viel abgegeben. Dies hatte aber Folgen, respektive es wurde eine Strafe verhängt: Im Jahr darauf durften keine Gäste aus anderen Teilverbänden eingeladen werden. Zum Vergleich: Beim Thurgauer Kantonalen lag dieses Jahr die Kranzquote bei 18.1 Prozent, also 0.1 Prozent über der erlaubten Maximalquote. Die Thurgauer wurden dann mit 3000 Franken gebüsst.

Dank Gabriel Yerli’s Stoos-Sieg gute Kontakte in die Südwestschweiz
Mit dem ehemaligen Südwestschweizer Spitzenschwinger Gabriel Yerli pflegt Toni einen sehr guten Kontakt. Als Yerli 1987 den Stoos-Schwinget gewann, übernachtete er beim Ingenbohler. Übrigens: Der Freiburger bezwang damals im Schlussgang Leo Betschart aus Sins. Laut Toni ist Yerli seit diesem Sieg jedes Jahr beim Stoos-Schwinget dabei. „Das war für Gabriel einer der schönsten Siege. Seit vielen Jahren geht der Schwingerverband am Mythen dank dieser Verbindung als Gastsektion nach Charmey, respektive neu nach Riaz ans Schwingfest. Mit von der Partie sind jeweils Jungschwinger und Aktive“, rundet der 12-fache Stoos-Kranzer das Thema „Stoos-Schwinget“ ab.


Toni (links) wuchtig gegen Franz Isenegger beim Stoos-Schwinget
Foto: Toni Steiner

Das legendäre Nordostschweizerische anno 1967 in Glarus
Beim legendären Nordostschweizerischen in Glarus war für den neuen Schwingerkönig Ruedi Hunsperger nach vier Gängen der Wettkampf zu Ende. Toni war bei diesem Teilverbandsfest als ISV-Gast eingeladen. Er erinnert sich: „Soweit ich mich entsinne, fiel der andere Berner Gast, Hans Stucki, auch aus dem Kranz. Ruedi Hunsperger musste beim Anschwingen gegen Karl Meli antreten und verlor prompt. Meli stand übrigens am Abend mit August Brunner im Schlussgang und gewann das Fest. In meinen Augen lief für Ruedi nicht alles korrekt ab. Im zweiten Gang besiegte er Emil Zigerli. Meines Erachtens hätte Hunsperger den dritten Gang mit Walter Bleuler eigentlich gewonnen, kam aber unglücklich darunter und verlor. Im vierten Gang musste der Berner gegen Josef Hüsser erneute eine Niederlage einstecken. Mit solchen Resultaten muss halt jeder Schwinger leben. Ein anderes Mal ist einem das Glück wieder hold, das gleicht sich innerhalb einer Schwingerkarriere aus. An diesem Schwingfest hatte ich keinen Kontakt mit Hunsperger und konnte deshalb seine Gemütslage nicht einschätzen.“
Toni machte an diesem legendären Schwingfest den begehrten Nordostschweizer Kranz. Beim Anschwingen traf er auf Manfred John und bezwang ihn. Gegen Jakob Hälg resultierte im vierten Gang ein „gestellt“. Beim sechsten Gang musste der sechsfache Kranzfestsieger gegen Albert Langenegger antreten, welchen er auf den Rücken legen konnte. Wenn Toni diesen Kampf nicht für sich hätte entscheiden können, wäre er am Ende nicht in den Kranzrängen gewesen. Das Notenblatt zierten am Abend vier gewonnene, ein gestellter und ein verlorener Gang.

Die Bilanz gegen die beiden Überschwinger jener Zeit: Karl Meli und Ruedi Hunsperger
Zu diesem Thema meint Toni: „Die Bilanz sieht leider zu Null aus. Mit Karl Meli habe ich einige Gänge bestritten, vermutlich sieben oder acht. Auf dem Stoos hatte ich einmal einen guten Gang mit ihm. Mich beschlich damals aber das Gefühl, dass er mich gewähren liess. Denn er war so gut drauf und besiegte mich letztendlich problemlos. Bei einem Allweg-Schwinget standen wir beide einmal im Schlussgang. In diesem zog er gewaltig und machte kurzen Prozess. Bei einem Innerschweizerischen in Luzern konnte ich einige Zeit mit ihm schwingen. Meli zog dort aber nicht so einen guten Tag ein. Bei diesem Schwingfest begann ich gegen Karl Oberholzer und beendete das Fest gegen Meli. Es war nicht der Schlussgang.“
Gegen Ruedi Hunsperger musste der gelernte Maschinenschlosser einmal antreten. Nämlich beim bereits erwähnten Nordwestschweizerischen Jubiläumsschwingfest. Es war ein guter Gang und Toni bezwang Ruedi fast mit einem Brienzer. „Allerdings wurde ich zuletzt ein wenig frech und verlor leider. Ein Foto von diesem Gang wurde übrigens für ein Titelbild eines Buches verwendet“, ergänzt Toni.
Für Toni sind oder waren beide Überschwinger jener Zeit ganz flotte Typen. Auch nach der Aktivkarriere pflegte er Kontakt mit ihnen, vor allem mit Meli. Der Winterthurer kam jeweils auch an die Schwingerkönig-Treffen auf den Stoos. Paul Betschart, ehemaliger OK-Präsident vom Stoos-Schwinget, organisierte früher solche Treffen. Betschart hatte einen guten Draht zu den Schwingerkönigen Karl Meli und Max Widmer.

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