Roger Rychen – erster Dreifachsieger im Klöntal

Die Jubiläumsausgabe des 50. Bergschwingets vorne am Klöntalersee endete mit einem überlegenen Sieg von Roger Rychen. Der Eidgenosse gewann alle sechs Gänge und konnte sich als erster Schwinger der Geschichte zum dritten Mal in die illustre Siegerliste des Bergschwingets eintragen lassen.

Text: Jakob Heer und feldwaldwiesenblogger / Fotos: Jakob Heer

In den 49 Austragungen zuvor gab es 51 verschiedene Sieger, wovon acht Schwinger sich zwei Mal in die Siegerliste des Klöntaler Bergschwingets eintragen lassen konnten. Einer der acht Athleten war Roger Rychen, der 2014 und 2017 obenaus schwang. 2014 im Schlussgang gegen Peter Horner, im vergangenen Jahr gegen Reto Landolt. Nun gelang dem Molliser bei der Jubiläumsausgabe das Kunststück, als erster Schwinger den dritten Sieg im Glarner Seitental einzuheimsen. Damit hat er ein Stück Geschichte des Klöntalschwingets neu geschrieben.


Der dreifache Klöntal-Sieger Roger Rychen

Sieg mit Ansage
Rychens Triumph stand nie zur Debatte. Alle seine Gegner bezwang er nach kurzer Gangdauer und ohne selbst je in Bedrängnis zu geraten. Zwar hatte sich kurzfristig mit Stefan Burkhalter ein zweiter Eidgenosse nachgemeldet. Doch im Duell der beiden Eidgenossen besiegte er zum Auftakt den Thurgauer nach kurzer Gangdauer mit Kurz. Den nur schwer bezwingbaren Dominik Oertig bezwang der Molliser mit Fussstich und Nachdrücken am Boden. In der Folge waren es wiederum Kurzvarianten, die ihm gegen Nicola Wey, Andreas Höfliger und Ruedi Eugster jeweils den Sieg eintrugen. „Es gibt so Tage, da spürt man am Morgen, dass ein Schwung sitzt. Das war heute bei mir der Fall“, erklärte der Glarner seinen Erfolgsschwung. Im Schlussgang dauerte es knapp eine Minute, bis sich Stefan Burkhalter wieder auf einen Kurz geschlagen geben musste. „Vor so vielen Zuschauern, wo man die meisten kennt, und vor heimischer Kulisse zu gewinnen ist immer etwas Spezielles“ führte Rychen weiter aus. Nach dem Schlussgang, den Siegerfotos und Interviews freute sich der 26-Jährige auf ein kühlendes Bad im nahe gelegenen See.


Stefan Burkhalter bezwang im fünften Gang Michael Bernold

Zwei Mal Burkhalter
Stefan Burkhalter musste sich gleich zwei Mal Rychen beugen. Nach einer schnellen Niederlage zum Auftakt schaffte sich der 44-Jährige mit vier Siegen, darunter drei Maximalnoten, wieder nach vorne. Fabian Arnold, Hanspeter Kamer, Rico Baumann und Michael Bernold mussten sich dem Oldie beugen. Auch profitierte er davon, dass im fünften Gang Dominik Oertig und Dominik Streiff sowie Shane Dändliker mit Valentin Mettler stellten. Sie hätten alle ebenfalls Schlussgangambitionen gehabt. Am Ende blieb Burkhalter Rang 3a. Den Ehrenplatz teilten sich der Oberländer Routinier Ruedi Eugster und der bärtige Höfner Andreas Höfliger. Beide unterlagen sie dem überlegenen Sieger und stellten im Direktvergleich im zweiten Gang. Die übrigen Duelle gewannen sie.
Der Appenzeller Patrick Schmid, welcher zur Halbzeit mit 30 Punkten noch 0.50 Zähler vor Rychen lag, wurde im Nachmittagsprogramm mit zwei Niederlagen gegen Ruedi Eugster und Tobias Riget gestoppt. Spitzenplätze sicherten sich auch der aufstrebende Toggenburger Valentin Mettler und der junge Märchler Alex Huber, der bereits vor Wochenfrist auf der Rigi zu überzeugen vermochte. Die beiden Gasterländer Dominik Oertig und Tobias Riget, aber auch der Zürcher Shane Dändliker vergaben eine Spitzenplatzierung im Ausstich. Kurzfristig abmelden mussten sich Matthias Herger und Ralf Schelbert, welche beide verletzt sind.

Spitzenplätze für Horner und Landolt
Vom organisierenden Schwingklub Glarus-Mittelland konnte kein Schwinger um den Sieg mittun. Jedoch teilten sich Sämi Horner (Ennenda) und Reto Landolt (Näfels) den dritten Schlussrang, inmitten der Spitzengruppe. Horner stellte mit Lars Rotach, bezwang Andreas Niederer und unterlag Fabian Koller. Im zweiten Wettkampfsteil gewann er sämtliche Duelle, was den Älpler auf Rang 3c hochspülte. Landolt glückten vier Siege. Zuletzt gegen Roman Lozza, dem Sohn eines ehemaligen Siegers im Klöntal: Erich Lozza. Einzig im Duell mit Valentin Mettler musste sich Landolt geschlagen geben, dazu stellte er mit Manuel Keller.


Dominik Oertig musste sich ebenfalls dem stark schwingenden Roger Rychen beugen

Jöhl fehlten die Noten
Viertbester Glarner wurde Christian Pianta im Rang sechs. Auch der gross gewachsene Molliser unterlag Valentin Mettler und stellte zwei Mal. Drei Mal konnte er das bessere Ende für sich beanspruchen. Christian Jöhl (Mollis) folgt im Rang sieben, dies trotz vier gewonnenen Gängen. Dem Schlungg-Spezialist fehlten bei seinen Erfolgen die Maximalnoten. Drei Siege glückten auch Thomas Riedi (Netstal), Tobias Fässler (Engi) und Christof Kirchmeier (Mollis). Auf zwei Siege brachten es von der jungen Garde Loris Elmer (Schwanden), Michael Laager (Mollis), Patrik Schiesser (Linthal), Christian Schnyder (Näfels/Obersee) und Andreas Laager (Mollis). In den beiden Jungschwingerkategorien (nur für Glarner Buben) siegten Sven Schrepfer (Netstal) und Pascal Schmid (Bilten).

Ehrungen und Dank
Zum in allen Belangen gelungenen 50. Jubiläumsanlass trug der Wettergott seinen Teil bei. Bei heissen Bedingungen, die sogar zu einem Bierengpass in der Festwirtschaft führten, blieb es den ganzen Tag trocken. Nebst dem schwingerischen Teil umrahmte das Alphorntrio „Mürtschen“ und im Festzelt die Ländlerformation „Balmhöckler“ das Publikum. Alle noch lebenden OK-Mitglieder des Klöntalschwingets, alle noch lebenden OK-Präsidenten seit 1970 sowie alle bisherigen Sieger wurden zu einem Jubiläumsapéro in die Räumlichkeiten der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) eingeladen. Anschliessend wurden sie auf dem Festplatz durch den OK-Präsidenten Jakob Heer geehrt. Darunter befand sich auch Schwingerkönig Arnold Ehrensberger, Sieger anno 1975. Als ältester noch lebender Sieger durfte der Urner Josef Arnold im Klöntal begrüsst werden. Er gewann den Bergschwinget 1971, damals noch auf dem alten Festplatz, welcher etwa 150 Meter weiter vorne lag.

feldwaldwiesenblogger

50. Bergschwinget im Klöntal – Zur Geschichte

Was am 29. Juli 1956 im kleinen Rahmen begann, feiert heuer einen runden Geburtstag. Denn in diesem Jahr findet der Bergschwinget im Klöntal, vorne am See, zum 50. Mal statt.

Text: Jakob Heer und feldwaldwiesenblogger / Foto: Jakob Heer

Anlässlich einer Vorstandssitzung anno 1955 plädierte der damalige Klubpräsident Erwin Bihr (Glarus) für ein Reithallen-Schwinget. Kassier Fritz Kubli (Netstal) war für einen Bergschwinget. Zur Diskussion als Austragungsorte standen der Staldengarten Riedern, der Rhodannenberg im Köntal, der Plätz (hinten am See) und die Schwammhöhe. Letztlich entschied sich der Vorstand des Schwingklubs Glarus-Mittelland, im Klöntal (beim Restaurant Rhodannenberg), ein Bergschwinget im Zweijahresturnus abzuhalten. In der Verbandszeitung des Eidgenössischen Schwingerverbandes (SHJZ) wurde der erste Anlass noch als „Rhodannenberg-Schwinget“ benannt. Dies weil der Wettkampf keine 50 Meter vom „alten“ Restaurant Rhodannenberg entfernt zur Austragung gelangte. Jedoch setzte sich fortan der Name Bergschwinget Klöntal durch. Mit diesem regionalen Schwingfest ohne Kranzabgabe sollte die Schwingerei im Kanton gefördert werden. Sieger der Premiere am 29. Juli 1956 war Metzgermeister Heiri Marty aus Näfels.


Ein wunderbar hergerichteter Festplatz inmitten einer schönen Natur erwartet die Besucher am kommenden Samstag

Vorerst alle zwei Jahre
Da der Schwingklub Niederurnen in den ungeraden Jahren einen Kilbi-Schwinget abhielt, entschieden sich die Mittelländer, den Bergschwinget vorne am See in den geraden Jahren abzuhalten. Bereits 1957 wurde der Präsident des Jodelklubs Glärnisch mit zwei weiteren Vorstandsmitgliedern an eine Vorstandssitzung eingeladen. Man entschied sich, den Anlass ab 1958 gemeinsam durchzuführen. Die Preise waren damals anders als heute: Für das Festmenu „Suppe mit Schweinswurst, Schüblig und Kartoffelsalat“ zahlte man bescheidene Zwei Franken zwanzig.
Bis 1970 fand der Anlass alle zwei Jahre statt, zwischen 1966 und 1970 setzte man gar vier Jahre aus. Dies deshalb, weil der Schwingklub 1968 das NOS-Schwingfest auf Erlen in Glarus übernahm. Dieses Schwingfest besitzt denkwürdigen Charakter. Ruedi Hunsperger, der Berner Schwingerkönig von 1966, welcher im Thurgauer Hauptort Frauenfeld den Überschwinger Karl Meli entthronte, erlebte am Fusse des Glärnisch ein Fiasko. Mit einem Sieg und drei Verlorenen verpasste er als Gast den Ausstich. Ganz anders Karl Meli: Er revanchierte sich im ersten Gang an Hunsperger für die in Frauenfeld erlittene Niederlage und gewann anschliessend das Fest mit der Maximalpunktzahl.

Gründung eines Bergschwinget-OK
Auf Vorschlag des damaligen Klubpräsidenten Kurt Hefti (Ennetbühls) wurde 1969 entschieden, ab 1970 den Klöntaler Schwinget jährlich durchzuführen. Bis dahin wurde der Schwinget vom Vorstand des Schwingklubs und jenem des befreundeten Jodelklubs organisiert. 1970 wurde ein separates Bergschwinget-OK gegründet. Diesem gehörten bei der Gründung folgende Personen an: Fritz Oswald (Vorsitz), Balz Feldmann (Präsident Jodelklub), Kurt Hefti (Präsident Schwingklub), Melchior Laager, Kaspar Menzi, Hermann Noser, Jakob Oertli, Jakob Ginsig (Wirt Restaurant Rhodannenberg), Erich Schmid, Ernst Streiff und Kaspar Stüssi. Mit wenigen Ausnahmen fand das Fest nun jährlich statt. Wenn der Schwingklub mit der Übernahme eines anderen Schwingfestes beauftragt war, wurde der Bergschwinget ausgelassen.

Fünf Mal ausgelassen
1979 übernahm der Schwingklub das Jubiläumsfest „75 Jahre Glarner kantonaler Schwingerverband in Glarus“ und verzichtete auf den Bergschwinget. 1996 fand das Nordostschweizer Schwingfest in Schwanden statt, wiederum lies man den Bergschwinget aus. Mangels Bewerbungen fürs Glarner-Bündner im Jahr 2005 übernahm der Schwingklub (unter Mithilfe des Jodelklubs) das Kantonalschwingfest. Von Klöntal wollte man nicht abweichen und so fand hinten am See, beim Vorauen, erstmals ein Schwingfest mit Kranzabgabe statt. Auch 2012 waren die Mittelländer in die Organisation des Kantonalfestes in Niederurnen integriert. 2016 feierte der Mittelländer Schwingklub seinen 75. Geburtstag und übernahm in Glarus am Pfingstmontag das Kantonalschwingfest.
Das 1969 gegründete OK hat bis heute Bestand. Waren es in den Spitzenzeiten bis 13 OK-Mitglieder, sind aktuell sieben Personen (sechs Männer und eine Frau) für den traditionellen Wettkampf im Glarner Seitental verantwortlich. An der Schlusssitzung 2011 entschied sich der Jodelklub Glärnisch, sich nicht mehr am Bergschwinget zu beteiligen. Seither besteht das OK vollumfänglich aus Mitgliedern des Schwingklubs Glarus-Mitteland. Dies sind: Jakob Heer (Vorsitz), Rolf Figi (Vizepräsidium und Festwirt), Ueli Zimmermann (Gaben), Daniel Luchsinger (Bau), Jakob Feldmann (Personal/Schwingkomitee), This Trümpy (Finanzen) und Esther Landolt-Tschudi (Protokoll).

Anekdoten
Als Schönschwinger-Preis, welcher nichts mit dem Aussehen des Schwingers sondern mit der Schwingart der Athleten zu tun hat, konnte der auserwählte Schwinger 1960 zwischen einem Rollschinkli und einer Harasse Elmer Citro wählen. Später wurde ein Wanderpokal geschaffen. Gewann derselbe Schwinger drei Mal den Pokal, konnte er ihn behalten. Dieser Wanderpokal wurde später wieder abgeschafft.
1974 verunglückte der damalige Rhodannenberg-Wirt und OK-Mitglied Jakob Ginsig beim Holzen tödlich. An der Schlusssitzung im gleichen Jahr, am 2. November 1974, konnte OK-Mitglied Jakob Oertli nicht teilnehmen. Grund: Er war im Klöntal eingeschneit.
1977 erhielt der Schwingklub von der Gemeinde Netstal die Bewilligung für einen Schopfanbau bei den Garagen hinten beim Schwingplatz. Dort ist seither das Baumaterial eingelagert.
1982 verstarb OK-Mitglied Jakob Oertli entlang der Seestrasse bei einem Autounfall.
Speziell erwähnenswert ist Kobi Streiff (Ennetbühls): Quasi in Eigenregie räumte er nach dem Fest das Sägemehl beim alten Festplatz weg. Dies wohlverstanden in Handarbeit, fremde Hilfe lehnte er strikt ab. Dafür benötige er nicht selten eine ganze Woche, unvorstellbar in der heutigen Zeit.

Neuer Festplatz
Wegen dem Neubau des Hotel Rhodannenberg gab es 1984 eine Neubeurteilung des Festplatzes. Unter der Obhut des damaligen OK-Präsidenten Hansruedi Hauser entscheid man sich 2007 für einen neuen Festplatz. Der alte Festplatz zwischen dem Rhodannenberg und dem Stall kämpfte mit Sickerungsproblemen. Da beim alten Festplatz zudem das Zelt auf dem Parkplatz des Hotels Rhodannenberg stand, gab es Engpässe, die zu Zwist zwischen dem Wirt und den Schwingern führten. Mit dem neuen Festplatz konnte das behoben werden. Fündig wurde man rund 150 Meter weiter hinten, unmittelbar vor den Gebäuden der Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK). Seit 2010 findet das Schwingfest jeweils an einem Samstag statt.

Sieger-Statistik
In der Statistik des Klöntalschwingets gab es in 49 Austragungen 51 Sieger (1987 und 2000 gab es jeweils zwei Sieger). Noch nie siegte ein Athlet drei Mal am Bergfest. Folgenden acht Schwingern glückten zwei Siege: Roland Gwerder (Ried-Muotathal), Peter Horner (Ennenda), Peter Jutzeler (Näfels), Hansjürg Küng (Mühlehorn), Albrecht Rhyner (Ennenda), Roger Rychen (Mollis), Jörg Schneider (Rudolfingen ZH) und Kurt Schneiter (Schmerikon). Rychen besitzt dieses Jahr die Möglichkeit, als erster Wettkämpfer den dritten Sieg im Klöntal zu realisieren.
Aufgeteilt nach Kantonen sind die Gastgeber obenauf. 15 Mal siegte ein Vertreter aus dem Lande Fridolins. Die weitere Verteilung sieht wie folgt aus: Zürich neun Sieger, St. Gallen acht, Schwyz sieben, Uri vier, Appenzell drei, Schaffhausen und Thurgau je zwei und Graubünden einer.

feldwaldwiesenblogger

Flüelen rüstet sich für Grossanlass

200 Schwinger, 1000 Helfer und 10‘000 Festbesucher: Im kommenden Jahr wird sich die Flüeler Allmend in ein riesiges Festgelände verwandeln.

Text und Foto: Elias Bricker, Medienchef ISAF 2019

Genau in einem Jahr ist es so weit: Am Sonntag, 7. Juli 2019, findet das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Flüelen statt. Dabei treten die 192 besten Schwinger aus der ganzen Innerschweiz und acht prominenten Gäste aus den anderen Teilverbänden an. Das Schwingfest wird bestimmt ein regelrechtes Volksfest. Die Organisatoren bauen dafür auf der Flüeler Allmend extra eine Arena für rund 8500 Zuschauer – und zwar direkt am Urnersee mitten in einer einmaligen Bergkulisse. Insgesamt rechnen sie mit über 10’000 Festbesuchern. Denn neben dem eigentlichen Schwingfest am Sonntag wird bereits am Freitag und Samstag, 5. respektive 6. Juli 2019, im Schwingerdörfli einiges los sein.

Der Schwingklub Flüelen, der nach 1985 turnusgemäss wieder an der Reihe ist, den Traditionsanlass durchzuführen, gehört jedoch zu den kleineren Schwingklubs der Schweiz. Daher hat er einen Trägerverein gegründet, der das Fest organisiert. Das Organisationskomitee unter der Leitung von OK-Präsident Franzsepp «Bobby» Arnold ist bereits seit zwei Jahren mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. «Das Innerschweizer Schwingfest wird einer der grössten Urner Events der vergangenen Jahre», sagt er. «Wir benötigen dafür mehr als 1000 Helfer. Ein ganzes Dorf hilft also mit.»


Das OK besichtigte am Samstag die Arena des «Innerschweizer» in Ruswil. Von links: Finanzchef Erich Planzer, OK-Präsident Franzsepp Arnold und Schwingklub-Präsident Christian Arnold.

Urner Kantonalbank wird Hauptsponsor
Am vergangenen Samstag und Sonntag machten sich die OK-Mitglieder am Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfest in Ruswil LU ein Bild darüber, was nun auf sie zukommt. «Wir haben in den kommenden Monaten noch viel Arbeit vor uns», sagte OK- Präsident Franzsepp Arnold beim Betreten der Sägemehlarena. Dabei wird vor allem das Ressort Bau gefordert. Denn auf der Flüeler Allmend fehlt es an Infrastrukturen. Sie müssen grösstenteils aus dem Boden gestampft werden.

«Solch grosse Anlässe sind ohne grosszügige Sponsoren und Partner gar nicht mehr denkbar», sagt OK-Präsident Arnold. Zwar seien noch nicht alle Sponsoringverträge unter Dach und Fach. Dennoch ist bereits jetzt klar: Die Urner Kantonalbank (UKB) wird als Hauptsponsorin agieren. Damit verstärkt die Bank ihr Engagement im Schwingsport. Denn bereits bei den bisher letzten Austragungen des Innerschweizer Schwingfestes im Kanton Uri 2010 und 2015 trat die UKB als Hauptsponsorin auf. Zugleich unterstützte sie auch schon tatkräftig die vom Schwingklub Flüelen organisierten Kantonalfeste 2011 und 2015. «Ich bin sehr froh darüber, dass wir mit einer bewährten Partnerin, das Innerschweizer Schwingfest bestreiten können», sagt Franzsepp Arnold.

SRF will Fest live übertragen
Das Innerschweizer Schwing- und Älplerfest 2019 ist zudem die Hauptprobe für das «Eidgenössische» 2019, das Ende August 2019 in Zug stattfinden wird. Dementsprechend gross dürfte das Zuschauer-und Medieninteresse sein. Bereits haben das Schweizer Fernsehen SRF und Tele 1 Interesse angemeldet, das Fest live aus Flüelen zu übertragen.

Hinweis
Mehr Infos zum Schwingfest finden Sie im Internet unter www.isaf2019.ch.

feldwaldwiesenblogger

NOS-Vorausguck – Wer schlägt Stucki? – 2019: Tessiner Kantonales? – Wie geht’s Dario Gwerder?

Text: feldwalwiesenblogger

Derzeit ist im Schwingsport einiges los und dieser ist nun in die heisse Phase eingebogen: Nach dem stimmungsvollen Stoos-Schwinget findet am kommenden Sonntag mit dem Schwarzsee-Schwinget bereits das zweite Bergkranzfest statt. Zudem steht mit dem Nordostschweizerischen Schwingfest (NOS) das erste von fünf Teilverbandsfesten auf dem Programm.
Wenn es so weiter geht wie auf dem Stoos, nämlich mit einer faustdicken Überraschung, erwartet uns am Sonntag absolute Hochspannung. Wer hätte gedacht, dass mit Lario Kramer ein Südwestschweizer die Phalanx der Innerschweizer und der Berner durchbricht? Dem Schwingsport kann nichts Besseres passieren! Überraschungen sind das Salz in der Suppe und machen so jedes Schwingfest zu einem Highlight. Zudem beweisen der Erfolg von Kramer und Benjamin Gapany’s Stoos-Kranz, dass auch im kleinsten der fünf Teilverbände hervorragende Arbeit geleistet wird.
Bei meinen Besuchen in der Südwestschweiz habe ich schon lange herausgespürt, dass hier etwas nachwächst. Die jungen und ungestümen «Pflänzlein» müssen sorgsam gehegt und gepflegt werden. Das Eidgenössische in Estavayer anno 2016 hat definitiv auch in der Südwestschweiz seine Spuren hinterlassen…


Kann Armon Orlik auch am Sonntag in Herisau einen Sieg feiern?
Bild: Lorenz Reifler

Vorausguck auf das Jubiläums-NOS
Beim Jubiläums-Schwingfest in Herisau AR kommt es beim Anschwingen bereits zu ein paar «gröberen» Leckerbissen. Paarungen wie Armon Orlik – Joel Wicki, Daniel Bösch – Kilian Wenger oder Samuel Giger – Matthias Aeschbacher vergehen einem wie Butter auf der Zunge. Aber: Werden diese Spitzengänge auch wirklich die erwarteten Knüller, oder erwartet uns eher ein vorsichtiges Abtasten und gar ein laues Lüftchen?
Trotzdem: Die Einteilung kann nicht anders und bewies ein feines Fingerspitzengefühl. Bei Orlik-Wicki treffen zwei zweifache Kranzfestsieger aufeinander, bei der Paarung Giger-Aeschbacher gar zwei dreifache. Und bei Bösch-Wenger zwei Spitzenschwinger, welche diese Saison noch nicht ganz wunschgemäss auf Touren kamen. Beide suchen noch nach ihrer Bestform. Vielleicht finden sie diese beim NOS?
Da der Nordostschweizer Verband, genau wie der Innerschweizer, dieses Jahr seinen 125. Geburtstag feiert, dürfen je drei Gäste von jedem Teilverband eingeladen werden. Dies bringt so natürlich noch mehr «Pfeffer» in die Angelegenheit. Da grad Fussball-WM ist, versuche ich mich auch im Tippen. Mein Tipp für den Tagessieg ist Armon Orlik. Warum? Der Bündner ist seit anfangs Saison in einer ausgezeichneten Form und die Nacken-Geschichte von 2017 ist definitiv vergessen. Zudem hat er 2018 noch keinen einzigen Gang verloren und verliess mit Ausnahme des Zürcher Kantonalen (Rang 2) alle Schwingfeste als Tagessieger. Und: Armon möchte sich garantiert für die Schlussgangniederlage von letztem Jahr in Davos revanchieren. In diesem unterlag er in einem packenden Duell Samuel Giger.


Christian Stucki ist ein heisser Sieg-Kandidat beim Schwarzsee-Schwinget
Bild: aargauerzeitung.ch

Wer macht Stucki den Sieg beim Schwarzsee streitig?
Da mit Matthias Aeschbacher und Kilian Wenger gleich zwei «böse» Mitstreiter um den Tagessieg beim NOS schwingen, fragt man sich schon, wer Christian Stucki den Sieg auf dem Schwarzsee streitig machen könnte. Klar, mit einem Matthias Glarner in Bestform wäre immer zu rechnen. Immerhin ist der Berner Oberländer im absoluten Spitzengang mit Stoos-Sieger Lario Kramer eingeteilt. Trotzdem: Zuletzt verpasste «Mätthel» den Kranz beim Seeländischen und dem Vernehmen nach spürt er immer noch Schmerzen beim Fuss, welchen er sich beim Gondel-Sturz verletzte. Der Schwingerkönig ist aber zuversichtlich, dass es nun von Fest zu Fest besser wird.
Und Lario Kramer? Der 19-Jährige Freiburger hat nach dem Stoos-Sieg gleich verlauten lassen, dass es nicht in diesem Stil weitergehen wird. Dem schliesse ich mich an, mehr noch: Man soll die eingangs angesprochenen «Pflänzlein» jetzt nicht einer übermässigen Erwartungshaltung aussetzen. Dennoch traue ich Kramer eine gute Platzierung und den Kranz zu, ebenso Benjamin Gapany und Steven Moser.
Thomas Sempach ist für mich öfters eine Wundertüte. Der Frühling gehörte aus Berner Sicht eindeutig ihm. Der absolute Höhepunkt war der überlegene Sieg beim Basel-Städtischen Schwingertag. Seither schwingt er regelmässig vorne mit, die Tagessiege bei den Gaufesten holten aber andere. Ein Spitzenplatz ist ihm aber stets zuzutrauen.
Wie wir diese Woche erfahren haben, plant Schwingerkönig Matthias Sempach für das Innerschweizerische Schwingfest sein Comeback. Ein Sempach in Topform hätte Stucki den Tagessieg garantiert streitig gemacht.
Und sonst: Gespannt bin ich auf das Abschneiden von Nick Alpiger, dem neuen Teamleader der Nordwestschweizer. Nicht umsonst wurde er beim Anschwingen gleich mit dem Seeländer Hünen eingeteilt. Übersteht er den ersten Gang schadlos, ist dem Aargauer Spitzenmann sehr viel zuzutrauen.
Mein Sieger-Tipp für den Schwarzsee-Schwinget: Christian Stucki. Wenn «Chrigu» einen tollen Tag erwischt, ist er nicht zu stoppen. Mein Geheim-Tipp: Nick Alpiger. Sollte der «Trumpf» Stucki nicht «stechen» und die anderen Berner unter ihren Möglichkeiten bleiben, könnte das Mitglied vom Schwingklub Lenzburg erben.

Findet 2019 ein Tessiner Kantonales statt?
Diese Frage haben sich wohl auch schon einige gestellt. Ich wollte es genauer wissen und ging diesem Aspekt nach. Folgendes muss man dazu wissen: Der Tessiner Kantonalverband gehört dem Innerschweizerischen Schwingerverband (ISV) an, und zwar provisorisch. Die Verantwortlichen einigten sich auf eine Probezeit bis Ende 2017. Theoretisch hätte anfangs 2018 bei der ISV-Delegiertenversammlung über die definitive Aufnahme befunden werden sollen. Wie mir zu Ohren kam, wurde aus verschiedenen Gründen darauf verzichtet, in erster Linie aber wegen fehlender Tessiner Funktionäre. Stillschweigend wurde die Probezeit für die Tessiner Schwinger verlängert. Darum: Ohne definitive Aufnahme in den Innerschweizer Verband findet somit 2019 kein Kantonales in der Sonnenstube statt.


Dario Gwerder hofft, dass er 2019 wieder schwingen kann
Bild: feldwaldwiesenblogger

Dario Gwerder’s Gesundheitszustand
Vielleicht hat sich schon der eine oder andere gefragt, wann der Muotathaler Dario Gwerder sein Comeback nach dem Kreuzbandriss geben wird. Denn: Dario war anfangs Jahr zuversichtlich, dass er im Verlauf des Frühlings auf die Schwingplätze zurückkehren wird. Es kam aber anders. Der 20-Jährige Sennenschwinger musste sich das Kreuzband am rechten Knie nochmals operieren lassen. Denn dieses hat sich ohne Fremdeinwirkung aufgelöst und die nötig gewordene Operation ist Ende Mai bereits erfolgt. Die Saison 2018 ist für den Muotathaler leider gelaufen, ohne dass er je hätte ins Geschehen eingreifen können. Der Netzelektriker möchte mit dem Aufbau sobald wie möglich beginnen und plant für 2019 sein Comeback. Dario dazu: «Es wäre schön, 2019 wieder schwingen zu können. Die Gesundheit hat aber in jedem Fall Vorrang.»
Ich wünsche Dario gute Besserung und alles Gute bei der Rückkehr ins Sägemehl!

Zu guter Letzt
Nachfolgender «Täfäli-Buäb»-Ausschnitt habe ich zwar schon auf dem «Schwinger-Blog» bei Facebook veröffentlicht. Trotzdem, die Aussage bringt mich immer wieder zum Schmunzeln.

Aufgeschnappt vom Täfäli-Buäb:
Joel Wicki meinte nach dem Sieg beim Luzerner Kantonalen zur Besetzung des Innerschweizerischen in Ruswil (1. Juli): «Äs abnormals huärä Teilnehmerfeld – etwas vom Gröbsten!»

Man darf so seine Vorfreude über dieses Wochenende hinaus hochhalten und bereits schon auf das nächste Wochenende aufbauen. Wie wir wissen, feiern auch die Innerschweizer ihr 125 Jahr-Jubiläum und werden beim ISAF von starken Gästen («Äs abnormals huärä Teilnehmerfeld») gefordert.

feldwaldwiesenblogger

Auf der Schwägalp kämpfen 27 Eidgenossen um «Gust»

Text und Foto: Valentin Hörler

Im Schwingsport findet heuer eine nicht-eidgenössische Saison statt. Dies bedeutet, dass an keinem Fest Schwinger aus allen fünf Teilverbänden aufeinandertreffen und um Eichenlaub kämpfen. Der Schwägalp-Schwinget vom 19. August 2018 avanciert mit einem eindrücklichen Teilnehmerfeld, das drei Könige und 27 eidgenössische Kranzschwinger umfasst, zum Saisonhöhepunkt. Auf die Bestklassierten aus den teilnehmenden Verbänden Nordostschweiz, Bern und Innerschweiz warten attraktive Lebendpreise.


Zuchtstier Gust mit Züchter und Besitzer Ernst Zellweger aus Urnäsch

«Gust» für den Schwägalp-Sieger 2018
Der Schwägalp-Sieger 2018 darf am Sonntagabend den von der Migros gespendeten Zuchtstier Gust aus Urnäsch in Empfang nehmen. Für die Schwinger auf den Rängen zwei bis vier warten traditionellerweise Zuchtrinder. Toni Fässler aus Uesslingen stiftet das Rind Regi für den zweitplatzierten, während Helana, gespendet von den Olma Messen St. Gallen, auf den drittplatzierten Schwinger wartet. Regi und Helana stammen – wie Gust – ebenfalls aus Urnäsch. Der Schwinger auf dem vierten Schlussrang darf am Sonntagabend Rind Simba aus Wildhaus, das von Erwin Kobelt aus Marbach gespendet wird, sein Eigen nennen. Der Reigen der Lebendpreise beschliesst Fohlen Harma aus dem Gestüt von Kappensand, das von Peter Hafner aus Lutzenberg gestiftet wird.

Schwägalp-Schwinget live auf SRF
Schwingen boomt – dieser Trend ist nicht neu. Um dem stetig wachsenden Interesse am Schwingsport gerecht zu werden hat der Eidgenössische Schwingerverband (ESV) mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) vereinbart, ab der Saison 2018 vermehrt Schwingsport live zu zeigen. So werden in dieser Saison mehrere Teilverbands- und Bergkranzfeste übertragen. Den Anfang macht am 24. Juni 2018 das Nordostschweizerische Teilverbandsfest in Herisau. Abgeschlossen wird die Übertragungssaison mit dem Schwägalp-Schwinget am 19. August 2018. Das Berg-kranzfest am Fusse des Säntis wird den ganzen Tag via Online- bzw. Mobile-Livestream von SRF übertragen. Zudem finden über den Tag verteilt punktuelle TV-Liveeinschaltungen mit Teilaufzeichnungen auf SRF zwei und SRF info statt. Als Highlight wird der Schlussgang in voller Länge live auf SRF zwei gezeigt.

Kostenloses ÖV-Angebot wird erneut ausgeweitet
Das vor zwei Jahren lancierte und mittlerweile erprobte Verkehrskonzept hat sich sehr bewährt: Am Festsonntag entstand dank des im Schwingfest-Ticket integrierten ÖV-Angebotes jeweils kein Verkehrschaos mehr auf der Schwägalp und ein beachtlicher Anteil der Festbesucherinnen und Festbesucher nutzte die Möglichkeit der inbegriffenen Anreise. Dieser Erfolg hat das OK dazu bewogen, das Angebot erneut auszuweiten: Neu reisen sämtliche Besucherinnen und Besucher am Festsonntag mit gültigem Vorverkaufsticket ab Wil, Gossau, St. Gallen oder Appenzell kostenlos auf die Schwägalp und wieder zurück. Die Postautokurse verkehren bereits ab 05.30 Uhr im Viertelstundentakt von Urnäsch und Nesslau auf die Schwägalp.
Weitere Informationen findet man unter folgendem Link: www.schwaegalp-schwinget.ch

feldwaldwiesenblogger

Cornel Suter – Alpinist, Fotograf und Filmer

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Cornel Suter

Der Muotathaler Cornel Suter hat sehr aufwändige Hobbys, welche er geschickt miteinander verbindet. Bei seinen Touren ist er ganz der Alpinist, macht im Winter Skitouren, im «Lanzig» Skihochtouren und im Sommer Berg- und Hochtouren. Dabei fotografiert und filmt der 41-Jährige und lässt uns so an seinen Expeditionen teilhaben. Cornel ist der älteste Sohn von Melk (ds Länzä) und Berta Suter (ds Zenis), seine zwei jüngeren Brüder heissen René und Kilian.


Cornel Suter auf dem Gross Ruchen (3’138 Meter)

Wie alles begann
«Los ging’s 1988 mit elf Jahren, bei einer Bergtour auf den Chaiserstock (2’515 Meter), zusammen mit meinem Vater und anderen Muotathalern. Auf meine erste Skitour ging ich mit 15 Jahren. Von Lidernen auf den Blüemberg (2’405 Meter), und vom Blüemberg die Abfahrt ins Muotathal hinunter», erinnert sich der Alpinist. Cornel’s Eltern gingen früher auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm» «z’Alp», von dort aus ging der Bursche öfters mit ihnen auf eine Wanderung, hauptsächlich auf «Rupperslaui». Heute ist Bruder Kilian mit seiner Familie als Älpler auf «Grindsplacken» und «Rotenbalm».
Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte Cornel bei der Bäckerei Schwegler in Ibach eine Lehre als Bäcker-Konditor. Zu dieser Zeit war der Lehrling oft mit seinem Vater in den Bergen unterwegs, hauptsächlich auf Skitouren. Irgendwann kamen andere Interessen. Das Autofahren und der Ausgang standen eine Zeit lang im Vordergrund. Nach einem zehnjährigen Unterbruch zog es ihn wieder auf Skitouren. Von da an ging er regelmässig «obsi». Bald kamen die Bergtouren hinzu, etwas später mit den Hochtouren anspruchsvollere Touren, bei denen er viel lernte.
Seine grosse Leidenschaft sind die Berge. Er ist so oft wie möglich draussen in der Natur und unternimmt zahlreiche Touren. Der Bergsteiger ergänzt: «Ich bin draussen in der Natur aufgewachsen, in unserem schönen Tal und auf unserer Alp. Mich hat es immer in die Natur gezogen. Bergsteigen bedeutet für mich Freiheit, Erholung und etwas Neues entdecken.» Nach eigenen Aussagen unternimmt er mehr Skitouren als Bergtouren. Seine Lieblingsjahreszeit ist unbestritten der Winter: «Von mir aus könnte es das ganze Jahr Winter sein.»

Bisherige Höhepunkte als Alpinist
Der gelernte Bäcker-Konditor absolvierte bisher vier Touren ausserhalb der Schweiz. 2010 machte er eine Reise nach Afrika und bestieg den Kilimanjaro (5’895 Meter), das höchste Bergmassiv Afrikas. Cornel war 2011 in Frankreich unterwegs und unternahm eine Skitour auf den Mont Blanc (4’810 Meter), den höchsten Berg der Alpen. Im Jahr 2014 begab er sich auf einen 17-tägigen Ecuador-Galapagos-Trip und bestieg die beiden Viertausender Fuya Fuya (4’279 Meter) und Imbabura (4’621Meter) sowie den Illiniza (5’126 Meter), Cotopaxi (5’897 Meter) und den Chimborazo Veintimilla (6’228 Meter). 2016 reiste das Mitglied vom SAC-Mythen nach Norwegen und erlebte eine wunderschöne Skitouren-Woche, bei welcher er auf dem Tafeltinden (1’395 Meter) und weiteren Tinden war. Übrigens: In Norwegen werden viele Berge Tinden genannt.
In bester Erinnerung bleiben die unzähligen Besteigungen des Höch Turms (2’666 Meter), seinen Lieblingsberg. Die Skihochtour auf das Lauteraarhorn (4’042 Meter), bei welcher Cornel und sein Kollege ein Südwand-Couloir mit 900 Höhenmetern hochstiegen, hinterliess bei ihm einen bleibenden Eindruck. Weiter machte er viermal eine Skihochtour auf die Dufourspitze (4’634 Meter), den höchsten Punkt der Schweiz. Zweimal führte ihn bisher eine Hochtour auf den Dom (4’545 Meter) der höchste Berg, welcher komplett innerhalb der Schweiz liegt. Als spezielle Tour erwähnt Cornel die Besteigung des Mönchs (4’107 Meter), via Gletscher-Nordroute vom Nollen (3’520 Meter) her.
Im Winter ist der Alpinist auf vielen Skitouren anzutreffen, wie beispielsweise aufs Rau Stöckli (2’290 Meter), den Blüemberg (2’405 Meter), den Pfannenstock (2’572 Meter) oder aufs Wintertürmli 3’003 (Meter). Die sogenannten «Lanzig»-Touren sind Skihochtouren. Diese sind wegen den Verhältnissen erst ab Ostern möglich. Dabei erklimmt Cornel auch das Finsteraarhorn (4’274 Meter) oder den Tödi (3’614 Meter). Bei den Skihochtouren ist der geübte Berggänger mit Skiern unterwegs und überquert Gletscher mit Steigeisen und Pickel. Im Sommer ist Cornel einerseits auf Bergtouren wie auf den Höch Turm oder den Gitschen via Ostflanke. Andererseits begibt er sich auf Hochtouren und besteigt Gipfel wie die Blüemlisalp (3’661 Meter) und überschreitet das Weisshorn (4’506 Meter) und das Bietschhorn (3’934 Meter). Da man auf einer Hochtour auch auf Gletscher unterwegs ist, werden entsprechende Hilfsmittel benötigt.
Seine Touren plant Cornel nicht auf längere Zeit hinaus und schaut vor allem auf die passenden Witterungsbedingungen. Das Matterhorn oder der Bifertenstock sind zwei von vielen Berggipfeln, welche er irgendwann auch besteigen möchte.


Der Muotathaler geniesst einen herrlichen Sonnenaufgang auf dem Raustöckli

Passionierter Fotograf
Parallel zu den Touren begann die Fotografie. Ob Ski-, Berg- oder Hochtour: Der Fotoapparat begleitet den Alpinisten stets. Er hält dabei Orte und Augenblicke fest, schöne Morgenstimmungen beim Sonnenaufgang, oder besondere Erinnerungen von einem schönen Grat. Auf seiner eigenen Homepage (cornelsuter.ch) findet man viele schöne Bilder von seinen Touren, welche mit einem Bericht unterlegt sind.
Der sympathische Muotathaler hat bei seinen Touren meist zwei Fotoapparate dabei. Eine Digitalkamera ist am Rucksack befestigt, um Schnappschüsse zu machen. Für die speziellen Bilder kommt eine Spiegelreflex-Kamera mit einem 300 Millimeter-Objektiv in den Rucksack. Diese ist dann dabei, wenn der Platz im Gepäck nicht für technisches Hilfsmaterial benötigt wird. Die Fotos verarbeitet Cornel hinterher am Computer mit einem entsprechenden Bildbearbeitungsprogramm, Panorama-Bilder setzt er aus Einzelbildern zusammen.
Das Fotografie-Handwerk brachte sich der Bergsteiger selber bei, indem er verschiedene Einstellungen ausprobierte oder unterschiedliche Objektive testete. Irgendwann war der Fotograf, wie man an seinen schönen Bildern feststellt, bestens mit der Materie vertraut. Das Resultat sind nun regelmässige Anfragen nach Fotos von ihm. Cornel verlangt inzwischen etwas dafür und sieht das als «Sackgeld», um sich beispielsweise ein neues Objektiv oder eine längere Bergtour-Reise im Ausland zu finanzieren. Auftraggeber sind meist Privatpersonen, welche gerne Bilder von ihm zuhause aufhängen möchten. Diese Fotografien lässt er auf Leinwand aufziehen. Verschiedene Firmen beziehen Bilder für Magazine oder auf Leinwand zum Aufhängen im Betrieb. Weiter liefert er Bilder für Routen-Beschreibungen in SAC-Führern und dem «Bote der Urschweiz». Für 2018 veröffentlichte Cornel einen Kalender mit schönen Fotos, welcher rege bezogen wurde. Für 2019 ist wieder ein Foto-Kalender geplant.
Die Ideen sprudeln nur so aus dem Skitourenfahrer: Er nimmt sich vor, die Milchstrasse von einem speziellen Standort im Muotatal zu fotografieren. Diese hat er bereits schon mal vom Furkapass und vom Oberberg aus aufgenommen.


Die Mythenbergweg-Beleuchtung, eines von Cornel’s Fotografie-Projekten

Unter die Filmemacher gegangen
Neuerdings ist der Alpinist auch unter die Filmemacher gegangen. Fragt man ihn, wie er alles unter einen Hut bringt, meint Cornel lachend, dass er eigentlich ein Chaot sei. Trotz 100 Prozent-Job bei Strüby Holzbau (Seewen) bringt er irgendwie alles auf die Reihe. Nach der Lehre zog es ihn als Bäcker-Konditor ins Urnerland, nach Rotkreuz und nochmals zu seinem Lehrbetrieb. Später arbeitete der Muotathaler eine Zeit lang bei der Firma Felchlin. Inzwischen ist er seit zehn Jahren als Logistiker bei der Holzbau-Firma tätig, bei welcher er abwechslungsweise für eine Woche Frühschicht oder eine Woche Spätschicht eingeteilt ist. Wenn Frühschicht an der Reihe ist, unternimmt Cornel im Sommer nach Arbeitsende öfters eine Feierabend-Tour auf den Haggenspitz, das Gitzischössli oder die Rigi-Hochfluh, im Winter geht’s mit den Skiern auf den Brünnelistock. «Damit man im Training bleibt», fügt er schmunzelnd hinzu.
Alles begann mit Dia-Filmen, also Filme mit statischen Bildern. Der eigentliche Start war vor fünf Jahren, als Cornel die Alpauffahrt seiner Familie filmte. Den sechsminütigen Film stellte er anschliessend auf YouTube. Später kamen einige Zeitraffer-Filme hinzu. Den bisher längsten Film produzierte der Filmemacher auf Anfrage für den letztjährigen Alpkäsemarkt in Muotathal. Bei der Produktion hatte er freie Hand und die Absicht war, den Zuschauern schöne Landschaftsbilder, aber auch unbekannte Orte im Muotatal zu präsentieren. Zu sehen sind im Film nebst herrlichen Landschaftsaufnahmen auch solche von Alpauffahrten, Alpen mit Vieh, und eine Eishöhle. Das Feedback der Zuschauer auf den Film war sehr gut. Im 20-minütigen Film kommen auch viele Flugaufnahmen vor, welche ein Kollege von Cornel mit seiner Drohne aufnahm. Für den diesjährigen Alpkäsemarkt wird wieder ein Film produziert.
Der zweite Film wurde erst kürzlich bei der Eröffnung der Kanu-WM in der Mehrzweckhalle uraufgeführt. Der Auftrag für den sechsminütigen Image-Film kam vom Gemeinderat Muotathal. Sie wollten darin schöne Aufnahmen vom Muotatal, deren herrlichen Landschaft, der Natur, den Bergen, vom Bödmeren-Urwald, von Alpen und der Alpkäse-Produktion.
Inzwischen gehört nebst der Digitalkamera auch eine Drohne zur Ausrüstung. Die gespeicherten Filmaufnahmen werden mit einem speziellen Video-Programm bearbeitet und geschnitten. Die ausgewählten Filmsequenzen werden zu einem Film zusammengefügt und mit Musik und Text untermalt. Wie bei der Fotografie eignete Cornel sich das Film-Handwerk selber an, und auch hier lassen die Nachfragen nicht auf sich warten. Laut dem begeisterten Filmemacher stecken zwei weitere Filmprojekte in der Pipeline, und er freut sich auf weitere interessante Fotografie- und Film-Projekte.


Geschafft: Cornel ist auf dem Schächentaler-Windgällen

Langweilig wird es dem 41-Jährigen nie. Ist das Wetter gut, ist Cornel am Samstag und Sonntag auf einer Tour, entweder mit Kameraden oder alleine. An verregneten Wochenenden wird zuhause am Computer gearbeitet, Fotos sortiert, Filme bearbeitet und die eigene Homepage aktualisiert. Zusätzlich füttert der geschäftige Mann seine Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook mit Fotos und Kurzberichten.

feldwaldwiesenblogger

Gespräch mit Steven Moser, einem Team-Leader der Südwestschweizer

Text: feldwaldwiesenblogger

Nach dem Genfer Kantonalen und vor dem Neuenburger Kantonalen traf ich Steven Moser am 19. Mai zum Gespräch. In der SCHLUSSGANG-Wertung, der offiziellen Jahrespunkteliste des Eidgenössischen Schwingerverbandes, belegte Steven 2017 den guten Platz 27 und war somit der beste Südwestschweizer. Er fand sich dabei in guter Gesellschaft, unmittelbar vor ihm war der Innerschweizer Sieger Marcel Mathis klassiert. Gleich hinter dem Freiburger lag mit Stefan Arnold der beste Urner. Steven erreichte diese Position mit fünf Kränzen (Freiburger und Waadtländer Kantonales, Schwarzsee Bergschwinget sowie Südwestschweizer Schwingfest und Berner Kantonales). Beim Waadtländer Kantonalen gelang dem Leistungsträger mit dem verdienten Kranzfestsieg gar eine Premiere. Dabei können auch der Schwarzsee und der Berner Kantonalkranz nicht hoch genug eingeschätzt werden. Übrigens: Der zweitbeste Südwestschweizer 2017 war Johann Borcard und folgte auf Rang 48.


Steven beim Gespräch, inmitten der schönen Natur auf dem Menzisberg
Bild: feldwaldwiesenblogger

Berg- und Teilverbandskranzer
Der Freiburger erblickte am 29. März 1996 als jüngstes Kind von Ruedi und Marlis Moser in Brünisried das Licht der Welt. Steven hat noch zwei ältere Geschwister, nämlich Kevin und Tanya. Bruder Kevin schwang auch, hängte den Schwingsport mit 17 Jahren aber nach einem Kreuzbandriss an den Nagel. Steven wohnt bei seinen Eltern in einem schönen Bauernhof auf dem Menzisberg und ist gelernter Polymechaniker. Der Bauernsohn beginnt kommenden September eine dreijährige Ausbildung als Maschinenbau-Ingenieur. Zu seinen Hobbys zählt der Polysportive nebst dem Schwingsport Ringen, Velofahren, Bergwandern und Skifahren.
Der 22-Jährige bringt mit seiner Grösse (192 Zentimeter) und seinem Gewicht (109 Kilogramm) optimale Voraussetzungen für den Schwingsport mit. Der Sennenschwinger ist Mitglied beim Schwingklub Sense. Steven schwingt seit seinem achten Lebensjahr und gewann um die 100 Zweige sowie etwa 15 Schwingfeste als Jungschwinger. Beim ENST 2012 in Hasle gewann er den Doppelzweig. Das weitere Palmarès des Brünisrieders beinhaltet 19 Kränze: 4 Teilverbandskränze, 1 Bergkranz und 14 Kantonalkränze. Den ersten Kranz gewann der Polymechaniker am 21. April 2013 beim Genfer Kantonalschwingfest in Satigny. Dazu kommen der Kranzfestsieg beim Waadtländer Kantonalen (2017), fünf regionale Festsiege und 6 Schlussgangteilnahmen an Kranzfesten.


Neuenburger Kantonales 2018: Steven bei einem seiner vier gewonnenen Gänge
Bild: Facebook

Gespräch:

Letztes Jahr lief es dir mit fünf gewonnenen Kränzen (Vorjahr vier) am besten von allen Südwestschweizern.
«Anfang letzter Saison ging es sehr gut. Ab Mitte der Saison lief es nicht mehr so optimal. Dafür gibt es aber eine Erklärung: Ich musste im Sommer in die Rekrutenschule (RS) und es blieb mir nicht mehr viel Zeit für das Training. Ich wurde beim Militär als Fliegersoldat eingeteilt und wurde während 21 Wochen zum Heli-Wart ausgebildet. Den Berner Kantonalkranz machte ich noch zu Beginn der RS. Dann wurde es leider immer harziger. Beim Saisonhöhepunkt am Unspunnen-Schwinget lief es nicht nach meinen Vorstellungen. Ich habe versucht, bei der Sport-RS unterzukommen. Es wurde mir leider nicht ermöglicht.»

2017 gewannst du den Schwarzsee-Kranz und den Berner Kantonalkranz. Liegt der Schwarzsee-Kranz dieses Jahr wieder drin?
«Ich weiss nicht, ob dieser wieder drin liegt, ich werde aber sicher mein bestes versuchen. Es kommt auch auf die körperliche Verfassung an.»

Bist du derzeit fit? Wie lief das Wintertraining?
«Ich startete im Januar, mit einem Rückstand von zwei Monaten, ins Wintertraining. Die RS ging bis Ende November, dann machte ich im Dezember Ferien und über die Weihnachts-Festtage wird gewöhnlich nicht trainiert. Die Aufbauphase dauerte dann nur drei Monate. Den Trainingsrückstand habe ich soweit aber wett gemacht.
Die ersten drei Regionalfeste liefen mässig und aus meiner Sicht gab es zu viele gestellte Gänge. Beim Genfer Kantonalen konnte ich glücklicherweise kranzgeschmückt heimkehren. Kleine Blessuren hat man als Schwinger sowieso meistens. Momentan musste ich wegen Nackenschmerzen, welche von einem verschobenen Wirbel herrühren, ein wenig schonen. Ich bin aber bereit für das Neuenburger Kantonale.»

Das Neuenburger Kantonalschwingfest in Dombresson gewann Florian Gnägi. Steven belegte mit vier gewonnenen und zwei gestellten Gängen den guten Rang 5b.

Bei welchem Teilverbandsfest bist du Gast und bei welchen Bergkranzfesten kannst du antreten?
«Beim Jubiläums-Innerschweizerischen in Ruswil LU darf ich antreten. Das Ziel ist der Kranzgewinn, auch wenn dies bei diesem toll besetzten Anlass schwierig wird. Neben dem Schwarzsee-Schwinget bin ich zudem für den Weissenstein-Schwinget qualifiziert.»

Wie sieht dein Trainingsaufwand aus?
«Gewöhnlich trainiere ich vier- bis fünfmal pro Woche. Während der Schwingfestsaison trainiert man weniger als bei der Vorbereitung, um am Wochenende frisch zu sein. Den grössten Teil macht man im Winter, die Feste gewinnt man dann. Während dieser Zeit absolviere ich zwei bis drei Schwingtrainings und drei separate Kraft- und Konditionseinheiten.
Am Dienstag besuche ich gewöhnlich in Bern das Schwingtraining der Mittelländischen Schwinger. Am Donnerstag absolviere ich das Klubtraining, welches abwechslungsweise in Tafers oder Plaffeien stattfindet.
Einen Coach in dem Sinne habe ich nicht. Bei meinen Trainings sind Leute dabei, die mich beobachten. Für die Kraft- und Konditionseinheiten trainiert uns Christoph Feyer, ein ehemaliger Ringer, welcher uns ein spezifisches Programm zusammenstellt. Vor den Kantonalen legen wir jeweils eine Regenerationswoche ein, in welcher wir kein Krafttraining ausüben.»

Wie oft habt ihr Südwestschweizer 2018 einen Trainingszusammenzug? Auf was liegt bei diesen Zusammenzügen der Fokus?
«Einmal im Monat steht ein Südwestschweizer Trainingszusammenzug auf dem Programm. Entweder findet dieser in Oron-la-Ville oder in Cottens statt. Bei diesen Trainings wird vor allem geschwungen.»

Studiert man deine Kranzgewinne, stellt man fest, dass du seit deinem ersten Kranz regelmässig welche sammelst. Ist das auf einen guten und kontinuierlichen Trainingsaufbau zurückzuführen?
«Ja, ich denke schon. Wie bereits erwähnt, macht man die Kränze im Wintertraining. Ohne dieses läuft nichts. Ich darf behaupten, dass ich bei den Trainings nie gefehlt habe, ausser ich musste Blessuren auskurieren. Als Jungschwinger habe ich eigentlich mehr gemacht als die anderen und trainierte früh mit den Aktiven.»

Man hat das Gefühl, dass die Südwestschweizer letztes Jahr im Vergleich zu den anderen Teilverbänden deutlich aufgeholt haben. Wie erklärst du das?
«Es sind einzelne Athleten, welche wirklich gut schwingen. Wir müssen nun darauf achten, dass alle mitziehen. Wenn wir hier in der Südwestschweiz «nur» untereinander schwingen, fehlt der Vergleich mit «ausserhalb». Es gilt, noch mehr Trainingsmöglichkeiten bei anderen Verbänden zu organisieren. Damit jeder erkennt, wie es dort läuft. Denn ein Nichtkranzer bei uns schwingt anders als ein Nichtkranzer in den anderen Teilverbänden. Diese gehen viel aggressiver an die Sache ran. Bei uns schwingen diese oft defensiv. Aber diese Punkte haben sich zu früher doch ziemlich verbessert.»


Steven als glücklicher Kranzfestsieger beim Waadtländer Kantonalen 2017
Bild: schlussgang.ch

Die Südwestschweizer sind auch dieses Jahr auf einem guten Weg. Erst kürzlich gewann Johann Borcard als Gast beim Schwyzer Kantonalen den Kranz. Welche Südwestschweizer sind nebst dir zudem bereit und fähig ausserhalb der Südwestschweiz den Kranz zu gewinnen?
«Ich denke, das sind in erster Linie Benjamin Gapany, Michel Dousse (ein Klub-Kollege von mir), Samuel Dind, Marc Gottofrey und Marc Guisolan.»

Dein schwingerisches Vorbild ist Matthias Sempach. Ist dein Schwingstil ähnlich?
«Ich gab wohl mal Matthias Sempach an, orientiere mich aber nicht unbedingt an Vorbildern. Denn jeder bringt seine eigenen Voraussetzungen, Eigenheiten und Spezialitäten mit. Als Jungschwinger glich mein Schwingstil sicher jenem von Sempach. In der Zwischenzeit habe ich meinen Stil etwas angepasst, welcher nun jenem von Kilian Wenger näherkommen würde.
Zwei Wochen vor dem Eidgenössischen in Burgdorf (2013) riss ich mir das Kreuzband im linken Knie. Nach dem Kreuzbandriss habe ich meine Schwingweise etwas geändert und musste erst wieder das Vertrauen zurückgewinnen.»

Welches sind deine bevorzugten Schwünge? Mit welchem Schwung gewinnst du die meisten Zweikämpfe?
«Das ist vor allem der Kurz, mit diesem gewinne ich die meisten Zweikämpfe. Zudem gewinne ich einige Gänge mit einer Spezialkombination aus Kurz-Lätz-Fussstich. Ich wende weiter Standschwünge und Seiten-Flankenschwünge an. Die Bodenarbeit kommt auch zum Zug. Es ist mir aber lieber, wenn die Gegner gleich platt ins Sägemehl fliegen.»

Woran müsstest du arbeiten, um noch weiter an die Spitze vorzurücken?
«Ein grosses Manko von mir ist das Reagieren auf Schwinger, welche mit mir nur stellen wollen. Mein Ziel ist, ein Rezept zu finden, damit ich solche Gänge auch siegreich gestalten kann. Es ist für mich schwieriger Schwinger zu besiegen, welche nicht schwingen wollen.»

Bist du bereit für deinen zweiten Kranzfestsieg?
«Was soll ich sagen? Es kommt jeweils auf die Tagesform an. Wenn diese stimmt, ist ein weiterer Kranzfestsieg sicher möglich. Es wäre schön, wenn ich das in diesem Jahr als Bestätigung schaffen könnte. Beim Waadtländer Kantonalen letztes Jahr lief es mir sehr gut und im Schlussgang konnte ich Lario Kramer im ersten Zug bezwingen. Gegen Kramer ist das gewöhnlich nicht einfach.»

Du und Benjamin Gapany sind gewissermassen die Teamleader bei den Südwestschweizern? Welche sind es noch?
«Ich sehe Gapany und mich als Freiburger Teamleader, weiter auch Johann Borcard. Hinzu gekommen ist zudem Michel Dousse. Bei den Waadtländern sind es Pascal Piemontesi und Marc Gottofrey, welche auch schon einiges erreicht haben.»

Welche Ziele hast du dir für 2018 gesetzt? Welches werden deine persönlichen Highlights im Schwingerjahr 2018?
«Das Innerschweizerische Teilverbandsfest, der Schwarzsee- und der Weissenstein-Schwinget sind sehr wichtig für mich. Bei diesen Schwingfesten möchte ich viel erreichen. Das Ziel ist der Kranzgewinn und gut zu schwingen.»

Was meinst du, bist du mit dem eingeschlagenen Weg in Zug gar auf Eidgenössischem Kranz-Kurs? Oder müsstest du dafür noch eine Schippe drauflegen?
«Ich denke, auf diesem Weg bin ich bereit dazu. Ich war schon für Estavayer parat, es war dort aber auch eine Kopfsache. Bei meinem ersten Eidgenössischen war ich sehr nervös. Beim zweiten in Zug hoffe ich besser abschliessen zu können. Es bringt gar nicht viel, noch eine Schippe draufzulegen. In den drei Jahren um ein ESAF sollte der Trainingsaufwand eigentlich gleichbleiben und gleichmässig verteilt sein. Mehr trainieren sollte man auch nicht, nur schon wegen der Ermüdungs- und Verletzungsgefahr.»

Die Südwestschweizer machen nächstes Jahr zwei Kränze beim ESAF. Würdest du diese Aussage unterschreiben?
«Nein, würde ich nicht. Es liegt jeweils auch in den Sternen und wie eingeteilt wird.»


Steven vor dem Elternhaus in der Gemeinde Brünisried
Bild: feldwaldwiesenblogger

Übrigens: Beim Treffen sassen wir bequem draussen und ich durfte eine herrliche Aussicht auf die Freiburger Alpen geniessen. Zum Schluss sagte ich zu Steven: «Ich drücke dir meine Daumen, damit du auf deinem eingeschlagenen Weg erfolgreich bist. Und wenn der Eidgenössische Kranz in Zug gelingt, ist das umso schöner!»
Ich bedanke mich beim sympathischen Sennenschwinger für das offene Gespräch und wünsche ihm alles Gute und vor allem beste Gesundheit. Denn ohne diese geht es schlicht und einfach nicht.

feldwaldwiesenblogger