Saison-Zwischenbilanz der Nordwestschweizer: Durchzogen, dennoch bereit und hochmotiviert fürs «Heim-Eidgenössische»

Text: Schwinger-Blog

Der Nordwestschweizer Schwingerverband (NWSV) hat die Selektion fürs ESAF in Pratteln nach ihrem Teilverbandsfest in Brugg bekanntgegeben. Der zweitkleinste Teilverband durfte 29 Schwinger und 3 Ersatzschwinger selektionieren. Der SCHLUSSGANG schreibt dazu: «Ein Blick auf die Selektion der Nordwestschweizer zeigt keine grossen Überraschungen. Die in Brugg verletzungsbedingt abwesenden Tobias Widmer und Lars Voggensperger wurden erwartungsgemäss selektioniert. Als Leader steigen die Eidgenossen Nick Alpiger, Joel Strebel, Patrick Räbmatter und David Schmid ins ESAF-Rennen.» Verletzungsbedingt fehlt mit Andreas Döbeli leider einer ihrer wichtigsten Team-Stützen. Der Aargauer zog sich beim Weissenstein-Schwinget einen Kreuzbandriss zu, was das Saison-Ende bedeutete. Der SCHLUSSGANG schreibt weiter zur Nordwestschweizer Selektion: «Blickt man auf die Selektionsliste, ist auffallend, dass nicht weniger als sieben Schwinger 20 Jahre und jünger sind. Weitere neun Schwinger sind noch nicht älter als 25 Jahre. Das unterstreicht, dass in der Nordwestschweiz in der Jugendarbeit Gutes geleistet wurde in den vergangenen Jahren.» 

Der Stoos als bisheriges Saison-Highlight

Die Zielvorgabe des Verbandes fürs «Heim-Eidgenössische» lautet: «Wir wollen uns in Pratteln als Team präsentieren und fünf Kränze gewinnen.» Ein ehrgeiziges aber durchaus realistisches Ziel, wenn beispielsweise neben den Eidgenossen auch die zur Spitze aufgeschlossenen Schwinger wie Adrian Odermatt oder Lars Voggensperger reüssieren. Dennoch: Der bisherige Saisonverlauf der Nordwestschweizer Schwinger war durchzogen. Eines ihrer Highlights war das Abschneiden auf dem Stoos, wo man fünf Kränze gewann. Die Kranzausbeute auf dem Weissenstein mit zwei Exemplaren war hingegen mager. Beim «Innerschweizerischen» und beim Bernisch-Kantonalen reiste man gar ohne Kranz heim. Und in den Schlussgang des eigenen Teilverbandsfestes stiess kein eigener Schwinger vor. Die Gründe reichen von Verletzungssorgen bis hin zu schwankender Form. Gewiss ist auch die Grösse des Teilverbandes ein entscheidender Faktor: Fehlen einzelne Spitzenleute wegen Verletzungen oder bringen ihre gewohnte Leistung nicht, sieht es gleich ziemlich düster aus. Der Schwinger-Blog zog mit Guido Thürig, dem Technischen Leiter der Nordwestschweizer, eine Saison-Zwischenbilanz. Der Aargauer nahm zu den bereits bekannten fünf Stichworten Stellung.  

Guido Thürig ist der Technische Leiter der Nordwestschweizer Schwinger

Bild: xing.com

Saison-Zwischenbilanz

Was für eine Saison-Zwischenbilanz ziehst du insgesamt vom Nordwestschweizer Team?

«Die fällt durchzogen aus. Es waren trotz allem sehr gute Sachen dabei. Das Highlight war das Abschneiden auf dem Stoos. Einzelne Schwinger wie Nick Alpiger beim Nordostschweizer Schwingfest oder Lars Voggenspeger beim Südwestschweizer Schwingfest stachen heraus. Auf dem Weissenstein hätte ich mehr erwartet und an unserem Teilverbandsfest in Brugg lief es nicht ganz nach Wunsch. Wir haben halt eine schmale Mannschaft und wenn nicht alle ihren besten Tag einziehen, ist dies sofort spürbar.»

Was fiel dir besonders positiv auf?

«Der Aufschwung im Basel-Land, angeführt von Adrian Odermatt und Lars Voggensperger, welche man als Aufsteiger der Saison bezeichnen kann.»

Was stach dir besonders negativ ins Auge?

«Die Verletzung von Andreas Döbeli und das fehlende Wettkampfglück von Nick Alpiger, welcher mehrfach unglücklich kämpfte. Uns war das Glück bisher nicht wirklich hold. Dies wird dann in Pratteln der Fall sein…»

Was sagst du zu den Leistungen deiner Schützlinge an den Kantonalfesten?

«Wir konnten mit Andreas Döbeli beim Basellandschaftlichen und Nick Alpiger beim Solothurner Kantonalschwingfest nur zwei Siege bei uns halten. Allerdings schlugen beim Baselstädter und beim Aargauer mit Samuel Giger respektive Pirmin Reichmuth gleich zwei Topcracks zu. Es freut mich, dass wir bei den Kantonalfesten jüngere Schwinger heranführen konnten und sie den ersten Kranz gewannen. Das ist sehr wichtig, damit sie sich nun bei den Aktiven etablieren können.»

Wie fällt deine Bilanz für die bisherigen Bergkranzfeste aus?

«Wie bereits erwähnt fällt die Bilanz für den Stoos sehr gut aus. Auf dem Weissenstein haben wir mehr erwartet. Wir konnten allerdings verletzungsbedingt nicht mit der besten Truppe antreten. Sehr positiv sind die vier neuen Bergkranzer Adrian Odermatt, Lars Voggensperger, Lukas Döbeli und Oliver Hermann. Das ist für uns von grosser Bedeutung.»

Wie beurteilst du die Leistung deines Teams am Nordwestschweizer Schwingfest in Brugg?

«Die Gäste haben dem Fest den Stempel aufgedrückt. Ich bin nicht ganz zufrieden mit unserer Leistung, es wäre für uns mehr möglich gewesen. Ich hätte erwartet, dass wir eine stärkere Rolle spielen. Von der Leistungsdichte her wäre das nämlich möglich. Ich bin zudem selbstkritisch hinsichtlich der Einteilung. Es wurde nicht alles richtig gemacht, und im Nachhinein würde ich anders einteilen. Trotzdem: Geschwungen wird auf dem Platz.»

Das Nordwestschweizer Team beim ESAF 2019 in Zug

Bild: aargauerzeitung.ch

Selektionierung fürs ESAF

Nach welchen Selektionskriterien hast du dein Team zusammengestellt?

«Anhand der Leistung und dem Commitment respektive Engagement für das Kader. Im Grenzfall wurden die Trainingsbesuche, das Mitmachen und etwas fürs Team beitragen miteinbezogen.»

Ein Heim-Eidgenössisches kann auch zur Bürde für die Schwinger werden. Wie siehst du das für deine selektionierten Athleten?

«Ich glaube, dass es für uns ein Vorteil ist. Ich bin zudem überzeugt, dass wir unsere beste Leistung in Pratteln zeigen werden.»

Beim Teamleader Nick Alpiger lief es bisher in dieser Saison noch nicht ganz rund

Bild: Aargauer Zeitung

Die Verletzungssituation und die Situation bei den Nachwuchsleuten

Wie auch die anderen Teilverbände hatten die Nordwestschweizer bisher viel Verletzungspech zu beklagen. Wie beurteilst du die aktuelle Verletzungssituation?

«Klar ist, dass Andreas Döbeli am ESAF nicht dabei sein kann. Ansonsten werden die Angeschlagenen rechtzeitig fit und es können alle, die selektioniert sind, starten.»

Am ENST 2021 in Schwarzenburg zeigten die Nordwestschweizer einen starke Mannschaftsleistung mit elf Doppelzweigen. Du musst zufrieden sein mit dem eingeschlagenen Weg für euren Nachwuchs?

«Ich bin sehr zufrieden und kann den Verantwortlichen nur ein Kompliment aussprechen. Ich kann nun von dieser grossartigen Arbeit profitieren. Wir haben inzwischen die erfolgreichen Schwinger vom ENST auch als Nichtkranzer ins Kader eingebrunden. Einige von ihnen holten in dieser Saison nun den ersten Kranz.» 

Die «Schwarzenburg-Erfolge» bedeuten vielversprechende Perspektiven für das NWSV-Kader der Aktiven? 

«Das sind definitiv gute Aussichten! Ich erhoffe mir durch diese Jahrgänge noch eine grössere Breite und Leistungsdichte. Das kann unserem Team nur guttun.»

Der Baselbieter Adrian Odermatt gewann in der bisherigen Saison sieben Kränze und darf sich berechtigte Hoffnungen auf den ESAF-Kranz machen

Bild: primenews.ch

ESAF in Pratteln

Welche Ziele definierst du als Technischer Leiter für das ESAF in Pratteln?

«Unser Ziel sind fünf Eidgenössische Kränze. Wir erwarten von unseren Schwingern einen markigen Auftritt, und haben das in der Vorbereitung bewusst thematisiert. Wir wollen zeigen, dass wir bereit sind. Wir wollen etwas reissen und sind hochmotiviert.»

Traust du einem deiner Schwinger den Königstitel zu?

«Ich sage ja, das ist durchaus möglich.»

Wie schwörst du dein Team aufs «Eidgenössische» ein?

«Wir hatten Ende Juli ein Trainingslager, wo wir uns aufs ESAF eingeschworen haben.» 

Wie sehen die letzten Vorbereitungen der Nordwestschweizer bis zum ESAF aus?

Am kommenden Sonntag steht der Schwägalp-Schwinget auf dem Programm und nächste Woche gehen wir gemeinsam nach Pratteln. Und dann denke ich sind wir parat.»

Saison-Zwischenbilanz der Nordostschweizer: Samuel Giger dominierte nach Belieben, dahinter besteht noch Luft nach oben

Text: Schwinger-Blog

Der Nordostschweizer Schwingerverband (NOSV) hat ihre Schwinger fürs ESAF von Ende August noch nicht selektioniert. Die Bekanntgabe der Selektion soll nach dem Schaffhauser Kantonalschwingfest am 9. August erfolgen. Die Nordostschweizer verfügen über den Königskandidaten Nummer 1, Samuel Giger. Der Thurgauer Überschwinger startete bisher an fünf Kranzfesten und trug bei vieren den Sieg davon. Eine am Nordostschweizer Schwingfest zugezogene Nackenblessur zwang ihn zu einer Pause. Auf dem Brünig ist der führende der SCHLUSSGANG-Wertung wieder dabei. Ein Blick auf die ersten 50 Plätze dieser Liste zeigt, welche Nordostschweizer Schwinger nebst Giger in dieser Saison bisher am meisten auf sich aufmerksam machten: Es sind dies Werner Schlegel (Rang 11), Domenic Schneider (Rang 14), Armon Orlik (Rang 15), Roger Rychen (Rang 17), Michael Bless (Rang 31), Samir Leuppi (Rang 37), Marcel Räbsamen (Rang 38), David Dumelin (Rang 46), Thomas Koch (Rang 47), Mario Schneider (Rang 48) und Janic Voggensperger (Rang 49). Erwähnenswert sind zudem der Rigi-Kranzer Shane Dändliker, der Weissenstein-Kranzer Martin Roth und der 150-fache Kranzer Nöldi Forrer. Man erkennt bei der Analyse eine deutliche Zäsur: Zur absoluten Spitze zählen demnach nebst Samuel Giger noch Werner Schlegel, Domenic Schneider, Armon Orlik und Roger Rychen. Es fehlt dabei der letztjährige Kilchberger Co-Sieger Damian Ott. Ihm lief es in dieser Saison bisher nicht nach Wunsch. Hinzu kommt eine Fussverletzung, welche bereits eine Teilnahme auf der Rigi verhinderte, und nun auch keinen Start auf dem Brünig und beim Nordwestschweizer Schwingfest zulässt. Für den Brünigschwinget mussten sich zudem auch Roger Rychen (Rückenbeschwerden), Michael Bless, Samir Leuppi (körperliche Beschwerden), Martin Hersche und Raphael Zwyssig abmelden. Die Spitze der Nordostschweizer ist dünn geworden.

Das Nordostschweizer Team ist derzeit wegen Verletzungen ziemlich gebeutelt. Hinzu kommt, dass sich einige routinierte Kräfte am Ende ihrer Karriere befinden. Und: Wie sieht es eigentlich mit den Nachwuchsleuten rund um Werner Schlegel und Damian Ott aus? Der Schwinger-Blog unterhielt sich heute mit Fridolin Beglinger, dem Technischen Leiter der Nordostschweizer. Der Glarner zog zu den bereits bekannten fünf Stichworten eine Saison-Zwischenbilanz.  

Fridolin Beglinger ist der Technische Leiter der Nordostschweizer Schwinger

Bild: nosv.ch

Saison-Zwischenbilanz

Was für eine Saison-Zwischenbilanz ziehst du insgesamt vom Nordostschweizer Team?

«Diese beurteile ich als positiv, mit Abstrichen wegen dem Abschneiden auf dem Weissenstein.»

Was fiel dir besonders positiv auf?

«Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass es an den bisherigen Kantonalschwingfesten fünf verschiedene Festsieger gab. Das ist für unser Team sehr motivierend. Und: Das Auftreten der Mittelschwinger auf der Rigi war auch sehr positiv.»

Was stach dir besonders negativ ins Auge?

«Negativ ist das ganze Theater um die Kampfrichter, welches in der Boulevardpresse breitgeschlagen wurde. Es missfällt mir auch, dass es wirklich Leute gibt, die ernsthaft über den VAR nachdenken.»

Was sagst du zu den Leistungen deiner Schützlinge an den Kantonalfesten?

«Wie bereits erwähnt freute ich mich über die fünf verschiedenen Festsieger. Zudem waren die Teilnehmer- und die Zuschauerzahlen an unseren Kantonalen sehr erfreulich.»

Wie fällt deine Bilanz für die bisherigen Bergkranzfeste aus?

«Die Bilanz auf der Rigi fällt sehr positiv auf: Wir haben am meisten Kränze gemacht, und Armon Orlik wäre für den Schlussgang qualifiziert gewesen. Auf dem Weissenstein traten wir hinsichtlich dem Brünig- und dem Schwägalp-Schwinget mit der zweiten Garde an. Nichtsdestotrotz: Domenic Schneider lieferte eine super Leistung ab.»

Wie beurteilst du die Leistung deines Teams am Nordostschweizer Schwingfest in Balterswil?

«Die Leistung in Balterswil war sehr erfreulich. Wir hatten die Gäste im Griff, auch unsere Mittelschwinger haben sehr gut mit ihnen geschwungen. Es wurde zudem attraktiver Schwingsport geboten. Die Zuschauer durften ein sehr schönes Schwingfest mit vielen spannenden Zweikämpfen erleben.»

Das Nordostschweizer Team beim Einzug am ESAF 2019 in Zug

Bild: Radio Top

Selektionierung fürs ESAF

Nach welchen Selektionskriterien wirst du dein Team zusammenstellen?

«Berücksichtigt werden die Leistungen dieses Jahres, der Formstand und wie häufig das Kadertraining besucht wurde. Wir führen deswegen aber keine Punkteliste.»

Kannst du bereits aus dem Nähkästchen plaudern: Werden Vater und Sohn Burkhalter gemeinsam fürs ESAF selektioniert? Nebst mässigen Kranzfest-Resultaten überzeugten die beiden immerhin an etlichen Rangschwingfesten.

«Beide sind fürs Schaffhauser Kantonalschwingfest angemeldet, und können sich dort mit guter Leistung empfehlen. Die Chancen sind intakt, fix ist aber noch gar nichts.»

Und: Wird Nöldi Forrer am ESAF antreten?

«Jeder Athlet, welcher den NOS-Kranz gewonnen hat, ist selektioniert. Nöldi ist also selektioniert. Ob er dann tatsächlich in Pratteln antreten wird, muss er selbst entscheiden.»

Die beiden Toggenburger Werner Schlegel (links) und Damian Ott führen die junge Garde des Nordostschweizer Teams an

Bild: Hallowil.ch

Die Verletzungssituation und die Situation bei den Nachwuchsleuten

Auch in dieser Saison hatten die Nordostschweizer bisher viel Verletzungspech zu beklagen. Für den Brünigschwinget fallen beispielsweise etliche Eidgenossen aus. Die Spitze ist demzufolge dünn geworden. Wie beurteilst du die aktuelle Verletzungssituation?

«Die einen Schwinger kurieren teilweise nur kleine Blessuren aus. Am meisten Sorgen bereiten mir Damian Ott, Martin Hersche und Roger Rychen. Bei diesen drei dürfte die Zeit bis zum ESAF knapp werden.»

Wie sieht die Situation der Nachwuchsleute rund um Werner Schlegel und Damian Ott aus? Es beschleicht einem das Gefühl, dass sich hinter diesen beiden ein Loch auftut.

«Das würde ich so nicht sagen. Mit This Kolb, Thomas Burkhalter oder Gian Maria Odermatt verfügen wir über aufstrebende Nachwuchskräfte.»

Wie sieht der eingeschlagene Weg für euren Nachwuchs aus?

«Nach dem biederen Abschneiden am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag (ENST 2021) in Schwarzenburg mussten wir etwas unternehmen. Wir haben inzwischen ein neues Nachwuchskonzept erarbeitet, mit welchem wir ab dem kommenden November arbeiten werden. Wir schlagen diesbezüglich einen neuen Weg ein und planen damit längerfristig.»

Samuel Giger ist der Topfavorit fürs ESAF in Pratteln

Bild: Tages-Anzeiger

ESAF in Pratteln

Welche Ziele definierst du als Technischer Leiter für das ESAF in Pratteln?

«Wir wollen den Königstitel holen und möglichst viele Kränze gewinnen. Eine Anzahl Kränze definieren wir nicht.»

Nebst Samuel Giger: Welchen deiner Schwinger traust du den Königstitel auch zu?

«Das sind die üblichen Namen, auf welche ich nicht näher eingehen möchte. Vor einem halben Jahr hätte ich auch Damian Ott zu diesen gezählt. Jetzt bin ich nur froh, wenn er antreten kann.»

Wie schwörst du dein Team aufs «Eidgenössische» ein?

«Wir haben bereits eine verschworene Truppe, diese hat sich in den letzten beiden Jahren gebildet. Man sieht nur schon am Auftreten an den Bergfesten, wie gut das Team funktioniert.»

Wie sieht die Vorbereitung der Nordostschweizer bis zum ESAF aus?

«Bis eine Woche vor dem ESAF haben wir jeden Donnerstagabend jeweils Kadertraining. Einen Tag vor dem Schwägalp-Schwinget (Samstag, 13. August) haben wir einen Zusammenzug geplant, an dem der Plausch im Vordergrund steht. An diesem sind Informationen fürs ESAF, die Einkleidung des Teams und ein Pressetermin auf dem Programm.»

Saison-Zwischenbilanz der Berner: Die breite Spitze macht sie am ESAF in Pratteln unberechenbar

Text: Schwinger-Blog

Der Berner Kantonale Schwingerverband (BKSV) hat nach ihrem Teilverbandsfest in Thun ihre Schwinger fürs ESAF von Ende August in Pratteln selektioniert: 59 Schwinger und 5 Ersatzschwinger. Überraschungen gab es keine. Es befinden sich Spitzenschwinger wie Schwingerkönig Christian Stucki, Michael Ledermann oder Michael Wiget darunter, welche derzeit noch rekonvaleszent sind. Ob sie dann am «Eidgenössischen» dabei sein können, wird sich zeigen. Nichtsdestotrotz: Die Berner bestechen durch ihre breite Spitze und ihre Tiefe im Kader. Ihre Stärke ist die Ausgewogenheit im Team, eine gesunde Mischung aus Routiniers und jungen hungrigen Akteuren. Gerade vor Wochenfrist liess sich das einmal mehr am Bernisch-Kantonalen Schwingfest beobachten. Da in dieser Saison bisher kein Schwinger hervorstach, wie beispielsweise Samuel Giger bei den Nordostschweizern, sind sie unberechenbar. Dieser Umstand könnte am ESAF ein grosser Vorteil sein. Sticht ein Trumpf nicht, folgt sogleich der andere. So geschehen auf dem Stoos. Bis zum Saisonhöhepunkt dauert es allerdings noch einen Moment, Zeit für eine Saison-Zwischenbilanz. Der Schwinger-Blog unterhielt sich zu diesem Zweck mit Roland Gehrig, dem Technischen Leiter der Berner. Gehrig wurde, wie schon vor einer Woche sein Innerschweizer Kollege Thedy Waser, zu fünf Stichworten befragt. 

Roland Gehrig ist der Technische Leiter der Berner Schwinger

Bild: Barbara Loosli

Saison-Zwischenbilanz

Was für eine Saison-Zwischenbilanz ziehst du insgesamt vom Berner Team?

«Ich ziehe eine sehr positive Bilanz, welche zudem ausgeglichen ausfällt. Wir durften verschiedene Festsieger feiern und die Verteilung der Favoritenrolle ist auf mehreren Schultern verteilt. Ich finde es positiv, dass keiner heraussticht. Das ist sicher ein Vorteil, und wir stehen so weniger unter Druck.»

Was fiel dir besonders positiv auf?

«Die jungen Athleten rund um Adrian Walther und Michael Ledermann. Sie sind den Erwartungen gerecht geworden. Es ist auch eine Bestätigung dafür, dass sie nochmals einen Schritt gemacht haben, um an die Spitze zu gelangen. Erfreulich ist für mich auch die Entwicklung von weiteren Jungen wie Matthieu Burger oder Lars Zaugg.»

Was stach dir besonders negativ ins Auge?

«Eigentlich nichts Spezielles. Die Verletzungen sind immer besonders hart. Mir persönlich tut es vor allem für Lukas Renfer leid. Die neuerliche Verletzung ist ein bitterer Rückschlag für ihn, und nach 2019 verpasst er erneut ein ESAF. Was mir nicht behagt, ist die Berichterstattung von gewissen Medienleuten betreffs der Kampfrichter und deren Leistungen. Für diese ist es sowieso schwierig genug, und wir sind nur schon froh, genügend gute Kampfrichter zu finden. Umstrittene Entscheide gehören einfach zum Schwingsport. Nick Alpiger hat es am Nordostschweizer Schwingfest richtig gesagt: Im Verlaufe einer Karriere gleicht sich das Ganze aus.»

Was sagst du zu den Leistungen deiner Schützlinge an den Gauverbandsfesten?

«Ich bin im Grossen und Ganzen zufrieden. Wie bereits erwähnt gab es verschiedene Festsieger. Unsere Stärke ist die Ausgeglichenheit. Das hätte eventuell anders ausgesehen, wenn ein fitter Christian Stucki dabei gewesen wäre. Mit dem Ausgang beim Seeländischen Schwingfest (fünf Festsieger) bin ich nicht ganz zufrieden. In meinen Augen wurde im vierten und fünften Gang nicht konsequent genug eingeteilt.»

Wie fällt deine Bilanz für die bisherigen Bergkranzfeste aus?

«Sehr positiv. Wir haben unsere Ziele erreicht und bei beiden bisherigen Bergkranzfesten auf dem Stoos und am Schwarzsee jeweils den Sieger gestellt und am meisten Kränze gewonnen. Ein weiteres Ziel ist es, an diesem Wochenende auch den Weissenstein-Schwinget zu gewinnen.»

Wie beurteilst du die Leistung deines Teams am Bernisch-Kantonalen Schwingfest in Thun?

«Die Leistung war gut, die Mannschaft trat geschlossen auf und es gab viele Entscheidungen. So konnten von Anfang bis Ende gute Paarungen eingeteilt werden. Es gab die eine oder andere Überraschung, die es braucht, damit es spannend bleibt. In meinen Augen war das ein top Fest, mitsamt einer super Infrastruktur in der Stockhorn-Arena.» 

Das Team der Berner, im Bild der Einmarsch beim ESAF 2019 in Zug, wird in Pratteln 59 Schwinger umfassen

Bild: Michael Wiget

Selektionierung fürs ESAF

Nach welchen Selektionskriterien hast du dein Team zusammengestellt?

«In erster Linie wird anhand einer Punkteliste, welche wir während der Saison führen, selektioniert. In zweiter Linie holen wir solche Schwinger ins Team, welche uns etwas bringen und die auch etwas reissen können.»

Unter den definitiv selektionierten Schwingern befinden sich auch Spitzenschwinger wie Christian Stucki, Michael Ledermann, Michael Wiget, Christian Gerber, Thomas Inniger und Dominik Roth. Sie sind derzeit noch rekonvaleszent. Werden diese Akteure rechtzeitig fit?

«Ich hoffe natürlich, dass sie rechtzeitig fit werden. Ich bin in ständigem Kontakt mit ihnen. Um eine Startberechtigung zu erhalten, müssen diese Schwinger bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Eine Ausnahmeregelung geniesst Christian Stucki als amtierender Schwingerkönig. Er darf in Selbstverantwortung entscheiden, ob es fürs ESAF reicht oder nicht.»

Wegen der breiten Spitze ist in dieser Saison bisher noch kein Schwinger hervorgestochen. Das macht die Berner in Pratteln unberechenbar. Würdest du diese Aussage unterschreiben?

«Ja, das würde ich unterschreiben. Wir sind tatsächlich breit aufgestellt und wenn die erwähnten rekonvaleszenten Schwinger zurückkehren, sieht das für uns noch besser aus. Diese Unberechenbarkeit ist sicher auch eine Stärke von uns.»

Adrian Walther, Sieger am Bernisch-Kantonalen Schwingfest in Thun, ist einer der Berner Trümpfe fürs ESAF

Bild: Berner Zeitung

Die Verletzungssituation und die Situation bei den Nachwuchsleuten

Auch in dieser Saison hatten die Berner bisher viel Verletzungspech zu beklagen. Wie beurteilst du die aktuelle Verletzungssituation?

«Aktuell ist Michael Ledermann’s Verletzung beim Bernisch-Kantonalen, die anderen Verletzten sind schon länger am Auskurieren. Zu hoffen ist, dass auf dem Weissenstein und auf dem Brünig keine neuen Verletzten hinzukommen. Wir hoffen einfach, dass diejenigen, die noch fraglich sind, in guter Verfassung zurückkehren und in Pratteln starten können.»

Mit Michael Moser und David Scheuner sind zwei junge Schwinger mit Jahrgang 2005 im Aufgebot fürs ESAF. Ein Indiz für sehr gute Nachwuchsarbeit. Bist du zufrieden mit dem eingeschlagenen Weg, dem Nachwuchskonzept und den Nachwuchsleuten? Wo gäbe es in deinen Augen noch Verbesserungspotential?

«Wir haben mit Moser und Scheuner zwei sehr junge Schwinger selektioniert. Die beiden haben die Kriterien mit Bravour erfüllt. Unser Nachwuchskonzept basiert auf dem Novizen-Kader. Meines Erachtens ist das eine sehr gute Sache, mit guter Betreuung und Trainings. Verbesserungspotential ist immer vorhanden. Besser dürfte zum Beispiel sein, dass die jungen Athleten noch regelmässiger an diesen Trainings teilnehmen würden. Mit unserem eingeschlagenen Weg werden die Nachwuchsathleten im Novizen-Kader und darüber hinaus gut betreut.»

Die letzten vier Königstitel gingen an die Berner: Kilian Wenger (links) war der erste der Serie, Christian Stucki der vierte

Bild: Christian Pfander (Berner Zeitung)

ESAF in Pratteln

Welche Ziele definierst du als Technische Leiter für das ESAF in Pratteln?

«Unser Ziel ist es, den Königstitel zu verteidigen. Ohne überheblich zu klingen, dürfen wir das nach vier Berner Königen in Serie sicher so benennen. Ein weiteres Ziel sind möglichst viele Kränze und auch Neueidgenossen. Der Fokus liegt nicht nur auf dem Königstitel. Unser Bestreben ist es auch, ein gutes Mannschaftsresultat zu erschwingen.»

Welchen deiner Schwinger traust du den Königstitel zu?

Roland Gehrig schmunzelt und lacht. «Das sage ich nicht. Wir haben eine breite Spitze. Und: Ich möchte nicht näher auf diese Frage eingehen.»

Wie schwörst du dein Team aufs «Eidgenössische» ein?

«Die Selektion haben wir nun hinter uns. Beim gestrigen ersten Kaderzusammenzug haben wir die Mission gestartet. Den Fokus legen wir auf die Team-Bildung und die Stärkung unseres Kaders. Das Bernisch-Kantonale Schwingfest war der letzte Ernstkampf, wo wir unter uns geschwungen haben. An den folgenden Kranzfesten und dann in Pratteln treten wir als Team an. Wir reisen zudem gemeinsam nach Pratteln und besuchen das Gelände des ESAF.»

Wie sieht die Vorbereitung der Berner bis zum ESAF aus?

«Die Vorbereitung beinhaltet unter anderem ein dreitägiges Trainingslager auf der Kleinen Scheidegg, inklusive Medientermin. Dort oben treffen wir auf den schönsten Schwingplatz der Welt. Während des Trainingslagers werden die Seeländer Schwinger abreisen und am Bözingenberg-Schwinget starten. Das ist wichtig für den Seeländischen Schwingerverband, welcher nicht über besonders viele Regionalschwingfeste verfügt. Für Christian Stucki ist dieser Schwinget eine gute Vorbereitung. Die Seeländer Schwinger reisen anschliessend wieder zur Kleinen Scheidegg hoch. Weiter stehen gezielte Einzeltrainings auf dem Programm. Wir legen viel Wert auf den Teamgeist und getreu nach unserem Motto «zämä simer starch» packen wir die Vorbereitung an und freuen uns auf das «Eidgenössische».

Saison-Zwischenbilanz der Innerschweizer: Es verlief nicht alles rosig, aber ein Aufwärtstrend ist deutlich erkennbar

Text: Schwinger-Blog

Der Innerschweizer Schwingerverband (ISV) hat bereits 82 von 85 Schwingern fürs «Eidgenössische» in Pratteln fix selektioniert. Viel früher als sonst, und viel früher als die anderen Teilverbände. Aber eigentlich logisch: Denn bis auf den Brünig-Schwinget sowie das Bernisch-Kantonale und das Nordwestschweizer Schwingfest stehen für die Innerschweizer Schwinger keine Kranzfeste bis zum ESAF in Pratteln mehr an. Zeit also, eine objektive Zwischenbilanz zu ziehen. Denn: Eine subjektive haben wohl schon etliche Schwingerfreunde gezogen. Man muss kein grosser Sachverständiger sein, um festzustellen, dass nicht alles rosig verlief. Dennoch: Ein deutlicher Aufwärtstrend ist erkennbar. Statt den Stab über dem ISV-Team zu brechen und voreilige Schlüsse zu ziehen, sprach der Schwinger-Blog mit Thedy Waser. Der Technische Leiter der Innerschweizer nahm zu fünf Stichworten eingehend Stellung.  

Thedy Waser ist der Technische Leiter der Innerschweizer Schwinger

Bild: esv.ch

Saison-Zwischenbilanz

Was für eine Saison-Zwischenbilanz ziehst du insgesamt vom ISV-Team?

Thedy Waser: «Ich ziehe eine gute Saison-Zwischenbilanz und ich bin zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Namhafte Schwinger kamen von Verletzungen zurück und bereichern nun wieder unser Team. Bei den Kantonalfesten kam bis aufs «Urner» der Sieger aus unseren Reihen. Bei den Bergfesten lief es uns, abgesehen vom Stoos-Schwinget, gut.»

Was fiel dir besonders positiv auf?

Waser: «Wir haben viele talentierte Nachwuchsleute wie beispielsweise Marc Lustenberger. Sie drücken nach und haben etliche gute Wettkämpfe gezeigt. Das hat mir sehr gefallen, und das ist für die Zukunft sehr wichtig.»

Was stach dir besonders negativ ins Auge?

Waser: «Von den Schwingern kann ich nichts Negatives berichten. Was mir ins Auge stach sind gewisse Medien mitsamt ihrer Berichterstattung. Sie kennen den Hintergrund einfach zu wenig und berichten dadurch auch zu wenig sachlich. Wenn ein Schwinger seine Leistung nicht bringt, spricht man gleich von einer grossen Krise. Alle, die eine Ahnung von Sport haben, wissen, dass solche Situationen einfach dazu gehören.»

Zuletzt liess sich ein deutlicher Aufwärtstrend bei den Innerschweizern erkennen. Würdest du diese Aussage unterschreiben?

Waser: «Ja, das hat man wirklich gesehen. Auch dank den Schwingern, welche zu Beginn noch verletzt waren oder denen die Praxis noch ein wenig fehlte. Sie kehren nun wieder sukzessive auf die Erfolgsstrasse zurück.»

Was sagst du zu den Leistungen deiner Schützlinge an den Kantonalschwingfesten?

Waser: «Es wurde gut geschwungen. Die bereits erwähnten Jungen drücken nach. Sie haben trotz der Corona-Pandemie ihre Arbeit gemacht. Aber auch die Arrivierten zeigten, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben.»

Wie fällt deine Bilanz für die bisherigen Bergkranzfeste aus?

Waser: «Auf dem Stoos sind wir mit einer arg dezimierten Mannschaft angetreten, diverse Kräfte fehlten verletzungsbedingt. Trotzdem hatten wir einen Schwinger im Schlussgang. So gesehen haben wir das Optimum herausgeholt. Beim Schwarzsee holten wir vier Kränze und die Jungen wussten zu gefallen. Auf der Rigi holten wir den Festsieg und wieder vier Kränze. Leider mussten Reto Nötzli und Mike Müllestein das Fest aufgeben. Ich denke, wir haben das beste aus der Situation gemacht.»

Wie beurteilst du die Leistung des ISV-Teams am ISAF?

Waser: «Am ISAF haben die Innerschweizer einen starken Wettkampf gezeigt. Wir erlebten etliche Überraschungen wie beispielsweise den Sieg von Nano Durrer gegen Benjamin Gapany, oder den Triumph von Urs Riebli über Michael Bless. Das sind eindrückliche Momente und sie zeigen uns, dass in Zukunft mit den Nachwuchskräften zu rechnen ist.»

82 von 85 Innerschweizer Schwingern wurden bereits definitiv fürs ESAF in Pratteln selektioniert

Bild: schlussgang.ch

Frühe Selektionierung fürs ESAF

Verfolgt man mit der frühen Selektionierung einen bestimmten Grund?

Waser: «Ja. Unter den 82 fix Selektionierten sind solche Schwinger darunter, welche noch nicht ganz fit sind. Ihnen wird so bewusst Druck genommen. Die 15 provisorisch selektionierten Schwinger stehen da schon mehr unter Druck. Sie haben noch die Möglichkeit, sich für eine definitive Selektion aufzudrängen. Für uns stehen noch verschiedene Entscheidungen um das Festsetzen der letzten Startplätze an.»

Unter den 82 selektionierten Schwingern sind 33 Luzerner, 16 Schwyzer, 14 Ob-/Nidwaldner, 11 Zuger und 8 Urner. Nebst der zahlenmässigen Überlegenheit der Luzerner sind sie auch derjenige Kantonalverband, welcher am besten unterwegs ist. Die Schwyzer haben nach fetten Jahren ganz offensichtlich eine Baisse. Wie beurteilst du die Situation der Kantonalverbände? 

Waser: «Die Schwyzer verzeichneten nach dem ESAF in Zug gewichtige Rücktritte, dann kam die Corona-Pandemie und die schwere Verletzung von Michael Gwerder. Die Zuger mussten lange auf Pirmin Reichmuth verzichten und nun fehlt ihnen wegen Krankheit Noe van Messel. Bei den Urnern sorgt neuerdings Lukas Bissig für viel Freude. Lange Zeit waren die Schwyzer die Leader in der Innerschweiz, zur Abwechslung sind es nun die Luzerner. Potential ist überall vorhanden, und diese Schwinger werden in den nächsten Jahren zeigen, dass auch sie zur Spitze gehören.»

Der Urner Lukas Bissig machte in dieser Saison bisher viel Freude und gewann fünf Kränze

Bild: Luzerner Zeitung

Die Verletzungssituation und die Situation bei den Nachwuchsleuten

Auch in dieser Saison hatten die Innerschweizer bisher viel Verletzungspech. Wie beurteilst du die aktuelle Verletzungssituation?

Waser: «Momentan sieht es nicht so schlimm aus wie auch schon. Die Rückkehr von Pirmin Reichmuth ist sehr erfreulich. Die derzeitigen Verletzten laborieren meist an leichten Blessuren, welche keine längere Pause nach sich ziehen. Bei Reto Nötzli ist es eine Muskelverspannung, keine grosse Sache. Christian Schuler wird vermutlich auf dem Brünig wieder dabei sein. Mike Müllestein sollte bis zum Nordwestschweizer Schwingfest wieder fit sein. Matthias Herger ist wieder im Schwingtraining, er plant einen Start am Sörenberg-Schwinget. Die Rückkehr von Michael Gwerder ist noch offen. Er praktiziert zwar schon seit einiger Zeit das Schulschwingen. Michael wird am ESAF aber nur antreten, wenn er für eine Topleistung bereit ist.»

Mit Marc Lustenberger, Lukas Bissig, Ueli Rohrer und Jonas Burch ernten junge Athleten die Früchte der Nachwuchsarbeit. Bist du zufrieden mit dem eingeschlagenen Weg, dem Nachwuchskonzept und den Nachwuchsleuten? Wo gäbe es in deinen Augen noch Verbesserungspotential?

Waser: «Das grösste Verbesserungspotential liegt darin, dass die Jungen zusammen trainieren und harte Trainings absolvieren. Der ISV bietet entsprechende Trainings für den Nachwuchs und die Aktiven an. Es wurden zudem Trainingsgruppen innerhalb des Verbandsgebietes gebildet. Gut ist, wenn die Schwinger diese Trainings regelmässig besuchen. Denn nur so werden sie stärker. Ich bin ansonsten mit dem eingeschlagenen Weg hinsichtlich des Nachwuchses zufrieden. Wir sahen dies letztes Jahr bei der erfolgreichen Teilnahme am ENST.»

Joel Wicki (links) und Pirmin Reichmuth sind rechtzeitig zum ESAF hin wieder bereit für grosse Taten

Bild: Luzerner Zeitung

ESAF in Pratteln

Welche Ziele definierst du als Technische Leiter für das ESAF in Pratteln?

Waser: «Ein Ziel sind neue Eidgenossen, ein weiteres Ziel ist, dass jeder Kantonalverband Kränze holt. Und schliesslich ist es unser Ziel, um den Königstitel zu schwingen.»

Mit Joel Wicki und glücklicherweise wieder mit Pirmin Reichmuth verfügt das ISV-Team über zwei Team-Leader, welche nach schwierigen Zeiten wieder bereit sind für grosse Taten. Die Erleichterung im Team muss gross sein. Traust du beiden den Königstitel zu?

Waser: «Ja, ich traue beiden den Titel zu. Beide haben das Potential und sie haben bereits in Zug bewiesen, dass sie um die Krönigskrone schwingen können. Aber: Schlussendlich braucht es das ganze Team, um den Titel holen zu können.»

Wie schwörst du dein Team aufs «Eidgenössische» ein?

Waser: «Das findet innerhalb des Betreuerteams statt. Unsere Schwinger sind ansonsten eingeschworen genug. Wir bieten ihnen Hand bei der Vorbereitung und geben ihnen die Unterstützung, welche sie benötigen

Wie sieht die Vorbereitung der Innerschweizer bis zum ESAF aus?

Waser: «Bis zum ESAF finden alle zwei Wochen Trainingszusammenzüge statt, der letzte ist am 18. August. Am 4. August steht ein Termin mit den Medien auf dem Programm und am 13. August besuche ich mit meinem Team den Festplatz in Pratteln. Ich bin zuversichtlich, und ich traue meinen Akteuren auch etwas zu.»

In Thun steigt am kommenden Sonntag das mit Spannung erwartete Bernisch Kantonale Schwingfest

Text: Toni Haldemann (Medien und Kommunikation) und Schwinger-Blog

Am kommenden Sonntag, 17. Juli findet in Thun in der Stockhornarena das diesjährige Bernisch Kantonale Schwingfest statt. Die drei Trägervereine Turnverein Reutigen, Turnverein Sigriswil und Schwingklub Thun und Umgebung freuen sich, den Grossanlass durchzuführen. Die multifunktionale Arena bietet eine sehr gute Infrastruktur und optimale Rahmenbedingungen für ein Teilverbandsfest. Wo sonst Fussball gespielt wird oder Konzerte über die Bühne gehen, erküren die Berner ihren diesjährigen Teilverbandssieger. Ihre Spitzenleute rund um Schwingerkönig Kilian Wenger und Kilchberger Sieger Fabian Staudenmann werden von acht hochkarätigen Gästen gefordert.

Titelverteidiger Kilian Wenger ist nach einer Verletzungspause bereits wieder in einer beneidenswerten Form

Bild: Berner Zeitung

Gekämpft wird um «Alan vom Stockhorn»

150 Schwinger werden sich im Sägemehl messen und um den Siegermuni «Alan vom Stockhorn», sowie die begehrten Eichenlaubkränze kämpfen. Ausserdem ist es für einige Athleten die letzte Gelegenheit, sich für das Eidgenössische Schwingfest 2022 in Pratteln zu qualifizieren. Diese Ausgangslage sorgt für grosse Spannung. Für die Schwingerfreunde ein Muss dabei zu sein, wenn es in Thun heisst: «Manne i d’Hose»!

Nur noch wenige Tickets erhältlich

Aktuell sind für das Kräftemessen am Sonntag nur noch wenige Tickets erhältlich. Es wird aber auch am Sonntagmorgen an der Tageskasse noch Tickets geben, welche bewusst für Schwingerfreunde ohne Internet und für Kurzentschlossene zurückbehalten wurden. Wer kein Ticket in der Arena besitzt, kann das Wettkampfgeschehen auf einer Grossleinwand im Aussenbereich gratis mitverfolgen. Für Speis und Trank ist auch rund um die Arena gesorgt.

Acht hochkarätige Gäste

Um 8.00 Uhr beginnt der Wettkampf mit dem Anschwingen. Acht hochkarätige Gäste aus den anderen vier Teilverbänden werden versuchen, den gastgebenden Bernern den Sieg streitig zu machen. Aber: Alles andere als ein Sieg der Gastgeber wäre eine Riesenüberraschung. Sind die Berner doch momentan der am stärksten einzustufende Teilverband. Ihre Leader sind der Schwingerkönig Kilian Wenger und Kilchberger Sieger Fabian Staudenmann. Trotzdem: Samir Leuppi und Roger Rychen (NOSV), Erich Fankhauser und Ueli Rohrer (ISV), Adrian Odermatt und Patrick Räbmatter (NWSV) sowie Romain Collaud und Mickael Matthey (SWSV) werden versuchen ihre Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Der Schlussgang ist für 17.00 Uhr geplant, etwa eine Stunde später werden die Kranzgewinner im Festzelt bei der Rangverkündigung gekrönt. 

Reichhaltiges Rahmenprogramm

Bereits am Freitag öffnen um 17.00 Uhr der Gabentempel und die Festwirtschaft ihre Tore, die Schwingerbar wird um 19.00 Uhr in Betrieb genommen. Am Samstag startet der Festbetrieb um 10.00 Uhr mit der Eröffnung des Gabentempels, und in der Arena wird ein Schnupperschwingen angeboten Das Abendprogramm ist analog dem Programm vom Freitag – der Eintritt ist für beide Abende kostenlos. Das Organisationskomitee freut sich auf zahlreiche Zuschauer und drei unvergessliche Tage in Thun, dem Tor zum Berner Oberland.

Aargauer Kantonalschwingfest in Beinwil/Freiamt: Das OK erwartet über 5000 Zuschauer

Text: Wolfgang Rytz (Medienchef) / Bearbeitung: Schwinger-Blog

Auf dem Areal «Chäbere» nördlich von Beinwil/Freiamt entsteht ein imposanter Festplatz für das 115. Aargauer Kantonalschwingfest, welches am nächsten Wochenende auf dem Programm steht. Im Zentrum steht die Schwingerarena für über 5000 Zuschauer. Mit sechs «Eidgenossen» im 120-köpfigen Teilnehmerfeld ist die Besetzung erstklassig. Gespannt erwarten die Schwingerfreunde das Comeback des Zugers Pirmin Reichmuth.

Auf dem Kulturland «Chäbere» nördlich von Beinwil/Freiamt erwartet eine prächtige Arena über 5000 Zuschauer zum 115. Aargauer Kantonalschwingfest

Bild: zVg

Die Bauchefs Pirmin Bucher und Rolf Schärer haben seit Beginn des Aufbaus zwei Wochen vor Festbeginn alles im Griff respektive unter Kontrolle. Nach weniger als einer Woche waren die vier Haupttribünen erstellt. Tribünenbauer Felder hatte dazu über 200 Tonnen Material angeliefert. Fast nochmals so viel Material wird um die Arena für Festzelte und weitere Einrichtungen auf dem elf Hektaren grossen Festareal verbaut. In der Schwingerarena werden in dieser Woche für die vier Ringe über 100 Kubikmeter Sägemehl angeliefert. Täglich treiben rund 50 Helfer unter der Leitung des Duos Bucher/Schärer die Arbeiten voran, damit am Donnerstagabend alles gerüstet sein wird für ein imposantes Aargauer Kantonalschwingfest, das sich über drei Tage hinzieht.

Sportliches Highlight

Das Aargauer «Kantonale» ist mit sechs eidgenössischen Kranzschwingern in diesem Jahr eines der bestbesetzten Kantonalfeste. Pirmin Reichmuth, der Gast des Schwingklubs Cham-Ennetsee, fordert bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause die fünf «bösen» Aargauer Nick Alpiger, Patrick Räbmatter, David Schmid sowie die beiden Freiämter Andreas Döbeli und Joel Strebel heraus. Gespannt warten die vielen Freiämter Schwingerfreunde aber auch auf das Abschneiden von Lukas Döbeli, der in diesem Frühling nach einer Schulteroperation vor einem Jahr mit zwei Kranzgewinnen erfolgreich ins Sägemehl zurückgekehrt ist. Auf den Sieger wartet der Brown-Swiss-Stier «Kümu II».

Das Comeback von Pirmin Reichmuth wird gespannt erwartet

Bild: pirminreichmuth.ch

Drei Tage Feststimmung

Nebst dem grossen Hosenlupf am Sonntag – letzte Tickets sind an der Tageskasse erhältlich – steht am Samstag ab 9 Uhr der Nachwuchs im Einsatz. 180 Jungschwinger im Alter von 8 bis 15 Jahren werden sich ebenfalls in der Schwingerarena messen. Um diese beiden sportlichen Anlässe herum findet auf dem Festplatz Chäbere in Beinwil/Freiamt ein dreitägiges rauschendes Fest statt.

Festbeginn mit einem Feierabendbier ist am Freitag, 8. Juli um 17 Uhr. Das Schwingerzelt mit integriertem Gabentempel nimmt seinen Betrieb um 19 Uhr auf. Im grossen Festzelt lanciert DJ Mario ab 20.30 Uhr den Unterhaltungsabend mit der Partyband «VolXRoX» als Höhepunkt. Im Turnerzelt ist ab 20 Uhr mit den «Örgeli-Chnächte» Volksmusik aus dem Seetal angesagt.

Nach dem Jungschwingertag am Samstag folgt um 16 Uhr im Apérogarten die Jubiläumsfeier des Turnvereins Beinwil/Freiamt «90 + 2 Jahre». Um 17 Uhr findet in der Arena die Siegerehrung für den Schwingernachwuchs statt. Im Turnerzelt sorgen die Trachtengruppen Mühlau und Merenschwand zusammen mit dem Duo Betschart/»D’Freiämter» für volkstümliche Unterhaltung.

Anschwingen ist am Sonntag um 8 Uhr

Am Sonntagmorgen gehts schon um 6 Uhr mit dem «Schwingerzmorge» auf dem Festareal los. Ab 6.45 Uhr ist der Zutritt in die Arena möglich. Der Einmarsch der Schwinger und Funktionäre lässt die Stimmung der Schwingerfreunde schon um 7.30 Uhr ansteigen, ehe der Wettkampf um 8 Uhr beginnt. Der Festakt am Nachmittag um 15 Uhr leitet über zum Kampf um die Kränze und die beiden Lebendpreise «Kümu II» und Holsteinrind «Sunshine». Schon jetzt laufen hitzige Diskussionen, welche zwei Spitzenschwinger sich um 16.45 Uhr im Sägemehl im Schlussgang gegenüberstehen werden. Das Freiamt und die Schwingerfreunde fiebern einem «bäumigen Fäscht» mit attraktivem Schwingsport entgegen.

Florian Gnägi ist dreifacher Saisonsieger und gewann unter anderem am Schwarzsee, für ihn ein spezieller Ort. Er sagt: «Ich gewann dort meinen ersten Bergkranz und nun mein erstes Bergkranzfest.»

Text: Schwinger-Blog

Florian Gnägi holte sich in dieser Saison bereits drei Kranzfestsiege. Der 33-jährige scheint in der Form seines Lebens zu sein und gewann nebst dem Seeländischen Schwingfest (Co-Sieger) auch den Bergschwinget Schwarzsee und letztes Wochenende das Bern-Jurassische Schwingfest. Zudem stehen beim dreifachen Saisonsieger bereits fünf Saisonkränze zu Buche. Eine hervorragende Zwischenbilanz, welche dem sympathischen Athleten den vierten Zwischenrang in der SCHLUSSGANG-Wertung einbringt.

Ein überglücklicher Schwarzsee-Sieger

Bild: Barbara Loosli

12 Kranzfestsiege und 106 Kränze auf dem Konto

Florian wurde am 31. Oktober 1988 geboren, ist verheiratet und wohnt in Aarberg. Er ist 188 Zentimeter gross und 125 Kilogramm schwer, was Idealmasse für den Schwingsport bedeuten. Florian ist gelernter Kaufmann und arbeitet beim Kompetenzzentrum Sport der Armee als Sachbearbeiter Finanzen. Nebst der Arbeit und dem Schwingsport sitzt der Seeländer im Vorstand des Turnvereins und spielt im Winter mit einem Plausch-Verein Eishockey. Zudem sieht er sich gerne Spiele vom EHC Biel an.

Florian ist Mitglied vom Schwingklub Biel und hat 12 Kranzfestsiege und 20 Regionalfestsiege auf seinem Konto. Weiter gehören zu seinem stolzen Palmarès 106 Kränze: 62 Gau-/Kantonalkränze, 24 Bergkränze, 18 Teilverbandskränze und 2 Eidgenössische Kränze. Der Turnerschwinger gewann seinen ersten Kranz am 14. Mai 2005 beim Oberaargauischen Schwingfest in Burgdorf. Nebst 9 Gauverbands-/Kantonalfest- und 2 Teilverbandsfestsiegen darf sich der versierte Athlet seit dem diesjährigen Bergschwinget Schwarzsee auch Bergfestsieger nennen.

Zweitbester Berner

Die hervorragende Klassierung in der SCHLUSSGANG-Wertung verdiente sich Florian mit drei Kranzfestsiegen und fünf Kränzen. Dies ist wohlverstanden erst eine Zwischenbilanz, welche ihn als zweitbesten Berner taxiert. Dass der Schwarzsee-Sieger ein regelmässiger Kranzsammler ist, beweist seine Zugehörigkeit zum «Hunderter-Klub». Anders als in anderen Jahren wirkt Florian aber noch fitter und abgeklärter. Die präzis angesetzten Schwünge sitzen und das Selbstvertrauen in sein Können ist vorhanden. Durchaus möglich, dass der Aarberger beim ESAF in Pratteln das berühmte Zünglein an der Waage spielen könnte.

Die jüngsten Erfolge, die «VAR»-Diskussion und das ESAF in Pratteln

Beim Gespräch mit Florian blickt der Schwinger-Blog auf seine jüngsten Erfolge zurück. Angesprochen werden dabei auch seine Fitness und die Vorbereitung. Es werden aber auch Themen angeschnitten wie die vom «Blick» losgetretene «VAR»-Diskussion, und welche Schwerpunkte ihn derzeit als Vorsitzenden des Aktivenrates beschäftigen. Selbstverständlich ist auch der bevorstehende Saisonhöhepunkt, das ESAF in Pratteln, ein Thema. Liebäugelt Florian gar mit dem Königstitel? Lesen Sie selbst!

Florian bodigte beim Bergschwinget Schwarzsee im ersten Gang den Zuger Marcel Bieri mit einem Plattwurf

Bild: Barbara Loosli

Herzliche Gratulation zu den drei Kranzfestsiegen und den fünf Kränzen. Erlebst du gerade deinen zweiten Frühling?

«Danke vielmals! Ich hatte einen sehr guten Winter. Ende letzter Saison konnte ich ohne Problem in die Winterpause und gut ins Training einsteigen. Das Wintertraining durfte ich ohne gesundheitliche Probleme absolvieren. Man darf vielleicht schon von einem zweiten Frühling sprechen. Dennoch: Es steckt viel Arbeit dahinter.»

Beim vierten Bergkranzfest-Schlussgang hat es beim Bergschwinget Schwarzsee zum ersten Sieg gereicht. Wie war die Gefühlslage hinterher?

«Ich habe mich sehr gefreut! Ich erwischte einen guten Tag und bezwang Gegner, welche ich vorher noch nie besiegt habe. Der Schwarzsee ist für mich ein spezieller Ort: Ich gewann dort meinen allerersten Bergkranz und nun mein allererstes Bergkranzfest.»

In der SCHLUSSGANG-Wertung liegst du auf Rang vier und bist der zweitbeste Berner. In dieser Saison scheint für dich fast nichts unmöglich zu sein?

«Im Sport ist bekanntlich vieles möglich. Ich lege aber nicht so viel Wert auf diese Liste. Es läuft mir gut, ich bin gesund und ich habe Freude an meinen Leistungen und Resultaten.»

Du wirkst noch fitter und abgeklärter als in vergangenen Jahren. Hast du in deiner Vorbereitung etwas verändert? 

«Nein, verändert habe ich nichts, auch der Trainer ist immer noch der gleiche. Letztes Jahr habe ich schon ähnlich geschwungen. 2021 musste ich anfangs Juni mein Knie operieren lassen. Hinterher ging es einen Moment, bis ich wieder richtig fit war. Anfangs September war ich rechtzeitig auf den Bergschwinget Schwarzsee hin in Topform. Kurze Zeit später lief es mir beim Kilchberger Schwinget ebenfalls sehr gut. In dieser Saison lief es mir schon von Anfang an sehr gut. Dass ich abgeklärter bin, ist dem Alter und der dazugehörigen Routine geschuldet

Beim Bern-Jurassischen Schwingfest vor Wochenfrist war die Entscheidung im Schlussgang umstritten. Der «Blick» hat nach dem Bergschwinget Schwarzsee eine «VAR»-Diskussion gerade wegen solchen Situationen losgetreten. Wie stehst du zu diesem Ansinnen?

«Ich persönlich halte nicht wirklich viel davon. Nick Alpiger hat es während dem NOS im Interview mit SRF treffend formuliert: Manchmal hast du Glück und manchmal trifft dich das Pech. Ich bin der Meinung, dass sich das im Verlaufe der Karriere gerecht ausgleicht. Nehmen wir das Beispiel Bern-Jurassisches Schwingfest: Der Verband ist nur schon froh, dass das Fest jedes Jahr ausgetragen werden kann. Wenn dann an so einem Schwingfest mit fünf Schwingplätzen noch ein «VAR» installiert werden sollte, mit je drei Kameras pro Platz und entsprechendem Personal vor Ort: Wer bezahlt das? Zudem: Mit unserem technischen Regulativ ist es schwierig, abschliessend sagen zu können, ob diese oder jene Situation nun Resultat ist oder nicht. In meinen Augen bringt der «VAR» im Schwingsport nicht viel. Und: Man sieht selbst beim Fussball, dass es trotz «VAR» immer noch strittige Entscheidungen gibt.»

Du bist seit 2019 der Vorsitzende des Aktivenrates und warst bei der Corona-Pandemie stark gefordert. Welche Schwerpunkte stehen momentan auf der Traktandenliste?

«Wir hoffen im Moment, dass Corona nicht mehr zum Thema wird. Ich stehe mit Stefan Strebel, dem Technischen Leiter vom ESV, im Austausch. Mit dem Aktivenrat tauschen wir uns regelmässig in einem Whatsapp-Chat aus. Wir greifen beispielsweise auf, was in den Medien gefordert wird. Da für mich an diesem Wochenende kein Schwingfest auf dem Programm steht, werde ich den «VAR» in die Runde werfen. Zudem diskutieren wir die Einteilungs-Zusammensetzung an Bergfesten. Das sind aber längerfristige Themen, die jetzt nicht eine Entscheidung erfordern.»

Der Berner Seeländer ist seit 2019 der Vorsitzende des Aktivenrates

Bild: esv.ch

Welche weiteren Saisonhöhepunkte stehen für dich vor dem ESAF noch auf dem Programm?

«Nun habe ich an zwei Wochenenden frei. Dann folgt das Bernisch-Kantonale Schwingfest, das Freiburger Kantonale und der Brünigschwinget. Auf dem Programm stehen bis zum ESAF also noch drei Kranzfeste. Am 13. August starte ich zudem am Bözingenberg-Schwinget, welches am Trainingswochenende mit den Berner Schwingern stattfindet.»

Wie sieht deine aktuelle Trainingswoche aus?

«Während der laufenden Saison steht am Montag ein Schwingtraining auf dem Programm. Am Dienstag eine lockere Ausdauer-Einheit, am Mittwochmorgen früh ein Krafttraining und am Abend ist Schwingen angesagt. Am Donnerstag ist Ruhetag. Vor einem Schwingfest-Wochenende absolviere ich freitags und samstags ein Warm-up. Bei einem schwingfestfreien Wochenende sind für Freitag und Samstag zwei harte Trainingseinheiten geplant.»

Absolvierst du auch ein Mental-Training?

«Nein, kein spezifisches. Ich stimme mich jeweils auf die Wettkämpfe ein und lege mir vor den Gängen einen klaren Plan zurecht. Diese Vorbereitung, welche ich ohne externe Hilfe absolviere, gehört zum Bereich Visualisierung.»

Wirst du dein Arbeitspensum hinsichtlich ESAF reduzieren, und dein Training noch intensivieren?

«Nein, ich werde arbeiten wie bisher. Vor dem ESAF werde ich am Freitag freinehmen. Zusätzlich stehen Trainings mit dem Berner Team auf dem Programm. Wichtig für mich ist aber gute Erholung, Regeneration und genügend Schlaf. Das ist in meinen Augen fast wichtiger als das Training noch zusätzlich zu forcieren. Denn: In den letzten Wochen vor dem ESAF kann man nicht das wettmachen, was man im Winter verpasst hat.»

Das starke Berner Team darf sich in Pratteln berechtigte Hoffnungen auf die Königskrone und die meisten Kränze machen. Wie ist die momentane Stimmung im Team?

«Auf dem Stoos und am Schwarzsee hat man aufgrund der Resultate gesehen, dass die Stimmung gut ist. Das Ziel unseres Teams ist, wieder den Schwingerkönig-Titel ins Bernbiet zu holen und erneut am meisten Kränze zu gewinnen.»

Liebäugelst du mit deiner derzeitigen Form gar mit dem Königstitel?

Florian grinst. «Nein, überhaupt nicht. Mein Ziel ist der Kranz.»

Samir Leuppi strebt am Sonntag in Balterswil seinen achten NOS-Kranz an. Er sagt: «Am Ende des Tages will ich sagen können, dass es ein super Wettkampf war und ich alles gegeben habe. Was dabei herausspringt ist Zugabe.»

Text: Schwinger-Blog

Samir Leuppi gehört mit seinem Palmarès und seiner offensiven Schwingweise zur Spitze in der Nordostschweiz. In dieser Saison gewann er bereits drei Kränze. Beim St. Galler Kantonalschwingfest stand der bärenstarke Athlet gar im Schlussgang und wurde hervorragender Zweiter. Die Vorbereitung auf die neue Saison wurde allerdings durch gesundheitliche Probleme beeinträchtigt. Nun ist Samir wieder einigermassen fit und so richtig im Wettkampf-Modus angelangt. An diesem Sonntag steht für ihn mit dem Nordostschweizer Schwingfest in Balterswil TG ein erster Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Beim Anschwingen wird er auf den Appenzeller Michael Bless treffen.

Samir konnte bisher drei Kranzfestsiege feiern

Bild: schlussgang.ch

2017, 2019 und 2021 jeweils 7 Kränze gewonnen

Samir’s Geburtsdatum ist der 24. Februar 1993. Der 29-Jährige wohnt mit seiner Freundin im Kanton Zug, und weist mit seiner Grösse (194 Zentimeter) und seinem Gewicht (140 Kilogramm) Idealmasse für den Schwingsport auf. Samir ist gelernter Zimmermann und lässt sich momentan bei der Transportpolizei zum Polizisten ausbilden. Nebst der Arbeit und dem Schwingsport benennt der Sennenschwinger Jassen, Kraftsport und Fischen als seine Hobbys.

Samir ist Mitglied vom Schwingklub Winterthur und hat drei Kranzfestsiege und sieben Regionalfestsiege auf seinem Konto. Weiter gehören zu seinem Palmarès 47 Kränze: 33 Kantonalkränze, 8 Teilverbandskränze, 5 Bergkränze und 1 Eidgenössischer Kranz (ESAF 2019 in Zug). Der Winterhurer gewann seinen ersten Kranz am 2. Mai 2010 beim Thurgauer Kantonalschwingfest in Wängi. Ab der Saison 2015 wurde Samir zu einem regelmässigen Kranzsammler. In den Jahren 2017, 2019 und 2021 gewann er jeweils sieben Kränze.

2022: Trotz beeinträchtigter Vorbereitung schon drei Kränze gewonnen

Von November bis Februar plagten Samir Schleimbeutelprobleme. Während dieser Zeit konnte der Eidgenosse leider kein Sägemehl-Training absolvieren. Hinzu kam anschliessend eine langwierige Reflux-Erkrankung, welche ihm zu schaffen machte. Für das Thurgauer Kantonale musste Samir deshalb Forfait erklären. Vor seinem Heimfest, dem Zürcher Kantonalen, musste Samir zudem eine Erkältung auskurieren. In Ossingen stieg er schliesslich in die Saison ein, und mit Rang 5d war der Einstand geglückt. Beim St. Galler Kantonalschwingfest in Wil wurde Samir sehr guter Zweiter. Bei diesem Anlass gewann er gleich gegen zwei Sieger eines eidgenössischen Anlasses, nämlich gegen Damian Ott und Arnold Forrer. Der Schlussgang gegen Werner Schlegel endete gestellt, was dem Toggenburger den Sieg einbrachte. Eine Woche später gewann Samir beim Glarner-Bündner Schwingertag in Netstal mit Rang 6d den dritten Saisonkranz.

Tragische Figur beim Kilchberger Schwinget

In den Köpfen der Schwingerfreunde blieb ein kapitaler Fehlentscheid beim letztjährigen Kilchberger Schwinget hängen. Samir bodigte im fünften Gang mit einer blanken Zehn Bernhard Kämpf. Die Kampfrichter sahen dies jedoch anders, der Gang endete gestellt und der Zürcher verpasste dadurch den Schlussgang. Der «Blick» schrieb hinterher: «Leuppi ist der Höhepunkt seiner bisherigen Karriere geraubt worden.» Samir verhehlte nicht, dass er am Boden zerstört war und die Welt nicht mehr verstanden habe. Er sagte aber auch: «Ich hatte trotz allem eine tolle Saison und habe in Kilchberg gespürt, dass ich ganz an der Spitze mithalten kann.»

Beim Gespräch mit dem dreifachen Kranzfestsieger blickt der Schwinger-Blog aber nicht mehr zurück, sondern nach vorn. In die aktuelle Gegenwart, auf das bevorstehende Nordostschweizer Schwingfest, auf einen möglichen Sieg an einem grossen Fest und natürlich auch aufs ESAF in Pratteln.

Beim St. Galler Kantonalen bezwang Samir Schwingerkönig Nöldi Forrer

Bild: Lorenz Reifler

Wie geht es dir? Bist du wieder vollständig gesund?

«Es geht mir so weit gut und ich bin gesundheitlich recht gut dran. Die Schleimbeutelentzündung ist vollständig auskuriert, der Reflux macht aber noch ein wenig Probleme. Bei übermässiger Anstrengung äussert sich dies mit Husten.»

Trotz beeinträchtigter Saisonvorbereitung hast du bereits drei Kränze gewonnen. Wie bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?

«Es läuft trotz der verkürzten Vorbereitung gut. Die Routine fehlt mir noch etwas und ich bin schwingerisch noch nicht ganz auf dem Stand wie ich gerne möchte. Dadurch, dass ich längere Zeit ausfiel, ist es dennoch gut herausgekommen.»

In der SCHLUSSGANG-Wertung für die diesjährige Saison belegst du aktuell Platz 43. In der Schluss-Wertung für 2021 warst du auf Platz 15 zu finden. In der zweiten Saisonhälfte besteht da durchaus noch Luft nach oben?

«Diese Wertung halte ich während der Saison nicht unbedingt für repräsentativ. Zum jetzigen Zeitpunkt wird wegen unterschiedlicher Anzahl Kranzfeste sowieso nicht mit gleichen Ellen gemessen. Und: Ich habe erst drei Kantonalfeste bestritten, die grossen Schwingfeste stehen für mich erst noch bevor.»

Nun steht am kommenden Sonntag mit dem Nordostschweizer Schwingfest ein erster Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Wie siehst du deine Erfolgschancen?

«Es ist ein erster Höhepunkt und wie ich auf Bildern gesehen habe, sieht die Arena toll aus. Ich handhabe es wie immer: Ich gehe an den Wettkampf und will ein gutes Gefühl haben. Ich werde meine beste Leistung abrufen und möchte wieder gesund heimfahren. Am Ende des Tages will ich primär sagen können, dass es ein super Wettkampf war und ich alles gegeben habe. Was dabei herausspringt ist Zugabe. Zudem: Die Jungen drücken und wir haben ein sehr gutes Team. Da bin ich gefordert, wenn ich vorne dabei sein möchte. Dieser Umstand bereitet mir aber grosse Freude.»

Samuel Giger ist der absolute Topfavorit in Balterswil. Du hast dir sicher auch schon Gedanken gemacht, wie man den Überschwinger aus dem Thurgau bezwingen könnte. Verrätst du uns diese?

Samir lacht. «Er ist der absolute Favorit. Wenn ich wüsste wie, hätte ich ihn schon längst bezwungen. Ich suche aber mein Erfolgsrezept gegen ihn immer noch.»

Samir will seine Aufgabe am Nordostschweizer Schwingfest konzentriert angehen

Bild: samir-leuppi.ch

Welche weiteren Saisonhöhepunkte stehen bei dir nebst dem NOS noch auf dem Programm?

«Nach dem NOS folgt mit dem Bernisch-Kantonalen Schwingfest ein weiteres Teilverbandsfest. Anschliessend geht es auf die Berge: Der Reihe nach trete ich auf dem Weissenstein, auf dem Brünig und auf der Schwägalp an. Und Ende August steht das ESAF in Pratteln auf dem Programm. Jetzt folgen in dem Sinne nur noch Highlights.»

Wie sieht deine aktuelle Trainingswoche aus?

«Im Moment gestalte ich diese flexibel. Weil ich im Praktikum stecke und Schicht arbeite, muss ich mein Athletiktraining flexibel planen und die Schwingtrainings auf die freien Abende legen. Das sind dann wöchentlich drei bis vier Trainingseinheiten: Zwei Krafttrainings und ein bis zweimal Schwingen.»

Wirst du dein Arbeitspensum hinsichtlich ESAF reduzieren, und dein Training noch intensivieren?

«Eine Reduktion des Arbeitspensums ist wegen der Ausbildung nicht möglich. Zudem stehen kurz vor dem ESAF Prüfungen an. Das Training werde ich so gut es geht intensivieren. Ich versuche alles unter einen Hut zu bringen, muss aber auch auf meinen Körper hören, damit ich nicht in ein Übertraining gerate.»

Das Nordostschweizer Team darf sich in Pratteln berechtigte Hoffnungen machen, dass der neue Schwingerkönig aus ihren Reihen kommen wird und sie ein gewichtiges Wörtchen um die Kranzverteilung mitreden werden. Wie ist die momentane Stimmung im Team?

«Mein Gefühl ist sehr gut. Der Team-Spirit ist sehr gut und man mag einander den Erfolg gönnen. Jeder gibt alles und nach dem Wettkampf sitzt man gemeinsam zusammen. Beim NOS treten wir noch als Gegner gegeneinander an. Bei den anstehenden Bergkranzfesten werden wir dann zum ersten Mal in dieser Saison als Team zusammenspannen und auftreten. Ich bin stolz, ein Teil dieses Teams sein zu dürfen und freue mich riesig auf diese Anlässe.»

Apropos grosse Feste: Beim letztjährigen Kilchberger Schwinget hast du gezeigt, dass du für den Sieg an einem grossen Fest bereit bist. Was braucht es in deinen Augen für so einen Triumph?

«Ich glaube, da müssen viele Faktoren zusammenstimmen und passen. Dazu gehört das nötige Glück, es muss dein Tag sein, du musst dich super fühlen, man muss mental parat sein und es müssen Gegner sein, die dir liegen. Ein eigentliches Rezept gibt es nicht. Am Ende so eines Tages wirst du vermutlich sagen, dass du niemals mit so einem Erfolg gerechnet hast.»

Der Spatenstich zum ISAF 2022 ist erfolgt

Am Sonntag, 3. Juli findet das 115. Innerschweizer Schwing- und Älplerfest (ISAF) in Ennetbürgen statt. Rund zwei Wochen vor dem Fest erfolgte am Freitag, 17. Juni der offizielle Spatenstich zum sportlichen Grossanlass, wie er so nur alle rund 15 Jahre in Nidwalden durchgeführt wird.

Text und Bild: Peter Bircher / Bearbeitung: Schwinger-Blog

In rund zwei Wochen, am Sonntag, 3. Juli, wird im Gebiet der Herdern in Ennetbürgen Schwingsport vom Feinsten geboten. Rund 200 Schwinger aus der Innerschweiz und aus anderen Teilverbänden schwingen um Kränze und um den Festsieg. Daneben werden auch Steinstösser um jeden Zentimeter kämpfen.

Von links nach rechts: Marco Zimmermann (OK-Vizepräsident und Festwirt Aussenstände), Peter Keller (OK-Präsident) und Yves Seiler (OK Infrastruktur und Bau) beim Spaten-, bzw. Tribünenstich des ISAF 2022

Auf- und Abbau dauert rund 3 Wochen

Am Freitag, 17. Juni fand vor Ort der offizielle Spatenstich und damit auch der Start zum Fest statt. In den kommenden rund zwei Wochen wird das gesamte Festareal aufgestellt und in Betrieb genommen. Neben der Schwingerarena mit rund 7’000 Zuschauerinnen und Zuschauer braucht es ein Festzelt für rund 1’000 Personen, ein Zelt für die Schwingerfreunde, zahlreiche Ess- und Getränkestände, sanitäre Anlagen sowie Strom- und Wasserleitungen. Weiter werden Mobiliar wie Tische, Bänke, Sonnenschirme, Einrichtungen für den Gabentempel und Einrichtungen fürs Festbankett für rund 1’500 Gäste aufgebaut. «Der ganze Auf- und Abbau beginnt heute und dauert bis rund eine Woche nach dem Schwingfest am 8. Juli», erklärt Yves Seiler, Leiter Infrastruktur und Bau. «Die Koordination mit allen Lieferanten, Partnern und Helfenden funktioniert hervorragend. Die grosse Unterstützung und auch Flexibilität aller Beteiligten helfen dabei sehr.»

Über 1’500 Personen im Einsatz

Für den Auf- und Abbau werden neben rund 30 Personen vom Zivilschutz auch 350 Helferschichten vorwiegend am Abend und teilweise auch am Tag unterstützend zur Seite stehen. Am Festwochenende werden rund 1’200 Personen vom Donnerstag bis Sonntag etwa 9’000 Einsatzstunden leisten. «Es ist einfach grossartig, wie uns die Helferinnen und Helfer, sowohl aus Vereinen wie auch Privatpersonen, unterstützen», meint OK-Präsident Peter Keller.

Rund 50’000 Liter Getränke und über 4 Tonnen Esswaren

Das ganze Festgelände öffnet bereits am Donnerstag seine Türen. Jeder Tag wird dabei unter ein Motto gestellt: Am Donnerstag ist «Ländlerabig», am Freitag «Partyabend» und am Samstag «Familientag». «Mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm wollen wir für jeden Geschmack und jedes Alter etwas bieten und natürlich auch die umfassende Infrastruktur über mehrere Tage nutzen», erklärt Peter Keller. Der Eintritt ans gesamte Rahmenprogramm ist frei.

Um das leibliche Wohl kümmert sich ein grosses Team unter der Leitung von Alois Keiser und Marco Zimmermann. Die Mengen, die dabei im Vorfeld bestellt werden müssen, sind beeindruckend: Je 4’500 Kalbs- und Schweinsbratwürste, 2’500 Schweinshalssteak, 3’000 Buttergipfeli, knapp 15’000 Liter Bier sowie rund 16’000 Liter Wasser und Softgetränke. «Die grosse Schwierigkeit für uns ist das Wetter und damit auch der Aufmarsch der Besucherinnen und Besucher», meint Marco Zimmermann, OK-Vizepräsident und Festwirt Aussenstände, und ergänzt, dass «wir dank der grossen Flexibilität der Lieferanten auch kurzfristig reagieren und allenfalls Nachschub organisieren können. Hunger oder Durst muss am ISAF bestimmt niemand haben.»

Buebeschwinget am Samstag

Als besonderes Highlight beim Rahmenprogramm findet am Samstag ein Buebeschwinget mit rund 250 Teilnehmenden im Alter von 8 bis 15 Jahren statt. «Für unseren Nachwuchs ist das Buebeschwinget in der grossen Arena enorm wichtig und im Rahmen eines Innerschweizer Schwingfests einzigartig», so Marco Zimmermann, der zudem Präsident der mitorganisierenden Schwingersektion Beckenried ist.

Die Vorfreude ist gross

Die Vorfreude auf das Fest ist riesig. Die Bilder der letzten Schwingfeste helfen hier sicher mit. «Das Kribbeln und die Spannung steigen wieder mit den Übertragungen im Fernsehen und natürlich mit den Besuchen vor Ort bei den zahlreichen Schwingfesten in den letzten Wochen», erklärt Peter Keller und ergänzt: «Das OK ist topmotiviert und arbeitet mit grossem Elan. Immer mehr Zahnräder greifen ineinander und bringen das ganze Fest mehr und mehr in Schwung.» Weitere Infos findet man unter www.isaf2022.ch.

Der Innerschweizer Schwinger-Nachwuchs misst sich am INST in Attinghausen

Text und Bilder: David Zurfluh / Bearbeitung: Schwinger-Blog

Stefan Arnold (rechts) sorgte 2004 in Cham für den ersten Kategoriensieg des Schwingklubs Attinghausen an einem INST

20. Innerschweizer Nachwuchsschwingertag (INST)

Am 26. Juni wird dem Schwingklub Attinghausen die Ehre zuteil, den 20. Innerschweizer Nachwuchsschwingertag (INST) zu organisieren. Die 160 besten Schwinger der Jahrgänge 2004 bis 2007 aus der Innerschweiz und dem Tessin werden in vier Kategorien jeweils den stärksten ihres Jahrgangs ausmachen. 
Um 08.15 Uhr werden die Athleten zum Appell erwartet, bevor dann um 09.00 Uhr die Wettkämpfe beginnen. Die Schlussgänge werden um etwa 16.00 Uhr stattfinden. An der Rangverkündigung um 17.00 Uhr erhalten die maximal ersten 40 Prozent einen Doppelzweig. Den ersten drei in jeder Kategorie wird eine Glocke überreicht. Zudem gibt es für alle angetretenen Schwinger einen praktischen Einheitspreis als Andenken an die Teilnahme.

2021 holte sich Lukas Bissig (rechts) den Kategoriensieg am INST in Baar

Gute Erinnerungen an den INST

Stefan Arnold, Marco Wyrsch, Michael Zurfluh und Lukas Bissig heissen die aktiven Kranzschwinger des Schwingklubs Attinghausen. Neben dem Schwingklub verbindet sie aber noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie alle konnten am INST schon einmal einen Kategoriensieg feiern. Stefan Arnolds Kategoriensieg liegt 18 Jahre zurück, Lukas Bissig gelang dieses Kunststück im letzten Jahr. In Attinghausen verbindet man durchaus positive Erinnerungen mit dem Anlass, deshalb freut man sich im Freiherrendorf schon jetzt auf den 26. Juni. «Das Organisationskomitee arbeitet seit mehr als einem Jahr daran, dem Ehrentag der Innerschweizer Nachwuchsschwinger einen würdigen Rahmen zu verleihen», sagt OK-Präsident Stefan Bissig. Der Festplatz und die Schwingarena sind frei zugänglich. Die leistungsfähige Festwirtschaft sorgt den ganzen Tag über für das leibliche Wohl der Athleten und der Besucher. Eine Reise nach Attinghausen lohnt sich definitiv! Weitere Informationen findet man unter www.inst2022.ch.