Rückblick Woche 4: Der einstimmige Luzerner Antrag und die ISV-Medienmitteilung

Text: feldwaldwiesenblogger

Diese Woche gab der Luzerner Antrag und seine möglichen Auswirkungen viel zu reden. Hierzu eine Chronologie der Ereignisse.
Der Luzerner Kantonale Schwingerverband hielt letzten Samstag ihre Delegiertenversammlung (DV) ab. An dieser wurde einstimmig ein Antrag gutgeheissen, welcher das Betreuerteam des Innerschweizerischen Schwingerverbandes (ISV) neu aufstellen, und der aktuelle Teamcoach Tom Burch absetzen soll.
Man fragte sich: Wie gross sind wohl die Chancen, diesen Antrag so an der Innerschweizer DV durchzubringen? Unweigerlich beschlich einem das Gefühl: Egal wie der Entscheid ausfällt – zurück bleiben Verlierer.
Just in dieser Phase entschärfte der ISV die «Bombe», und liess am Donnerstag per Medienmitteilung ausrichten, dass man sich vom umstrittenen Team-Coach Tom Burch trennen wird.

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Die Luzerner Schwinger proben den Aufstand
Bild: lk-sv.ch

Der Luzerner Antrag erklärt
Nach der mit Spannung erwarteten DV der Luzerner Schwinger veröffentlichten diese hinterher folgende Mitteilung: «An der DV in Rothenburg wurde auch die sportliche Bilanz der Luzerner- und der Innschweizer Schwinger in den letzten drei Jahren diskutiert. In einer vorgängigen Analyse, in welcher auch die Schwinger befragt wurden, stellten die verantwortlichen Personen unter anderem Optimierungspotential in den Bereichen Kommunikation und Athletenbetreuung fest. Da nach intensiven Gesprächen mit den zuständigen Personen im ISV zu wenig Veränderungsbereitschaft festgestellt wurde, hat der LKSV Vorstand in Zusammenarbeit mit den LKSV Ehrenmitgliedern ein Antrag eingebracht, der die weitere Zusammenarbeit mit dem ISV Teamcoach Tom Burch untersagt. Um das Team ISV besser zu betreuen, braucht es auch einen neuen Technischen Leiter. René Riedweg stellt sich an der Delegiertenversammlung vom 1. Februar 2020 zur Wahl als Technischer Leiter des ISV. Er wurde von der Versammlung einstimmig zur Wahl nominiert. Aktuell wird dieses Amt vom Nidwaldner Thedy Waser bekleidet, welcher dieses seit sechs Jahren ausübt. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass die Amtsdauer des Technischen Leiters maximal sechs Jahre dauert. Dies ist auch der Turnus, an welchen sich die anderen Teilverbände und der Eidgenössische Schwingerverband halten. Mit diesem Vorgehen soll die Entwicklung im sportlichen Bereich des ISV vorangetrieben werden.»

Wie gross stehen die Chancen für den Luzerner Antrag und ihren TK-Chef-Kandidaten?
Nach diesem klaren und einstimmigen Verdikt der Luzerner Schwinger stellte sich die Frage, wie gross überhaupt die Chance ist, diesen Antrag und ihren Kandidaten René Riedweg an der Innerschweizer DV vom 1. Februar durchzubringen. Weder der Luzerner Kantonale Schwingerverband noch der Innerschweizer Verband wollten anfangs Woche gross Stellung dazu nehmen. Einzig Roland Albisser, Präsident des Luzerner Kantonalen Schwingerverbandes, liess ausrichten: «In der Medienmitteilung sind bereits alle Informationen enthalten, die wir momentan veröffentlichen möchten. Die Delegierten und Ehrenmitglieder der Kantonalverbände haben an der ISV-DV die Chance, eine für die Schwinger im technischen Bereich wegweisende Wahl für die nächsten drei Jahre zu treffen. Diesen demokratischen Wahlausgang gilt es dann zu respektieren.»

«Fussball-typisch» einen Trainerwechsel fordern
Ein längst zurückgetretener Schwyzer Eidgenosse hat mir am letzten Samstag erklärt, dass es das gute Recht der Luzerner sei, einen Antrag zu stellen. Natürlich ist es das, dafür gibt es ja diese demokratischen Instrumente. Und den Luzernern ist es mit der einstimmigen Annahme des Antrages und der Nomination ernst: Es soll sich etwas bewegen.
Riskiert man einen Blick über den Innerschweizer Zaun hinaus, stellt man unweigerlich fest, dass die Berner ihrem Erfolg an Eidgenössischen Schwingfesten praktisch alles unterordnen. Diese Feststellung kommt nicht erst seit Zug. Die Luzerner Verantwortlichen haben sich wohl auch gesagt: Was die Berner können, bringen wir Innerschweizer auch zu Stande. Nur: Die Innerschweiz ist ein ziemlich heterogenes Gebilde, hier alles unter einen Hut zu bringen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem: Die Luzerner wollen nun mal «Fussball-typisch» den Trainerwechsel, und hoffen, dass dann vieles besser wird. Ausgeschlossen ist das nicht. Nur: Ziehen die anderen Kantonalverbände mit?

Schlechte Stimmung ist nicht leistungsfördernd
Es drängte sich rund um die Wirren im Innerschweizer Verband aber auch eine Feststellung auf: Ob der Antrag angenommen oder abgelehnt, respektive René Riedweg gewählt wird oder nicht, zurück bleiben Verlierer. Da erwarte ich von den Verantwortlichen, dass sie wieder Ruhe in den Verband bringen. Denn schlechte Stimmung im Verbandsgebiet ist für die Hauptakteure, die Schwinger, nicht gerade leistungsfördernd. Albisser machte uns dabei etwas Hoffnung, indem er festhält, dass es gilt, den demokratischen Wahlausgang zu respektieren. Und natürlich sollen sich die Funktionäre die Schwinger zum Vorbild nehmen: Nach einem harten Kampf reicht man einander so oder so die Hand.
Just in einer Phase des Ungewissen, und wie wohl die «Kampfwahl» und das Drumherum an der ISV-DV ausfallen könnten, liess der ISV am Donnerstag mit einer Medienmitteilung eine kleine «Bombe» platzen.


Die Innerschweizer Schwinger, voll motiviert und vereint beim Einzug am ESAF 2019 in Zug
Bild: isv.ch

ISV-Medienmitteilung vom 23. Januar: Der Innerschweizer Schwingerverband (ISV) trennt sich vom Team-Coach
«Im Sommer 2015 lancierte der Vorstand des ISV im Hinblick auf die kommenden Eidgenössischen Schwingfeste das Projekt 16 – 19 – 22 und engagierte dabei den ehemaligen Zuger Tom Burch als Team-Coach. Das Mandat war damals bis zum Eidgenössischen Schwingfest in Zug 2019 vorgesehen. Der Vorstand hat nun anlässlich seiner Sitzung vom 21. Januar 2020 beschlossen, die Zusammenarbeit mit Tom Burch nicht weiterzuführen, da in einzelnen Bereichen unterschiedliche Auffassungen bestanden. Die Trennung erfolgt im gegenseitigen Einvernehmen. Diesem Entscheid schliesst sich auch die Technische Kommission (TK) des ISV an. Am Projekt 16 – 19 – 22 wird jedoch weiterhin festgehalten, dazu gehört auch die Beschickung der Kantonalschwingfeste im ISV, welche mittlerweile unbestritten ist. Tom Burch hat in den vergangenen vier Jahren viel zur Weiterentwicklung des ISV-Teams beigetragen. Für die geleistete Arbeit dankt ihm der Vorstand ganz herzlich.
Bei der angekündigten Kampfwahl unterstützt der Vorstand des ISV voll und ganz die Wiederwahl des amtierenden Technischen Leiters Thedy Waser aus Beckenried. Die Delegiertenversammlung des ISV findet am 1. Februar 2020 in Schwyz statt.»

Situation massiv entschärft
Mit dieser Mitteilung streicht man das Thema «Tom Burch» ein für alle Mal und der ISV entschärft so die unhaltbare Situation massiv. Die Verbandsspitze nimmt dem Ganzen vor der DV viel Gegenwind aus den Segeln. Oder anders ausgedrückt: Die Hälfte der Luzerner Forderungen wurde bereits erfüllt. Die andere Hälfte wird mittels «Kampfwahl» ausgeschwungen.
Der ISV hat klug reagiert, und so bereits einen Kurswechsel in ruhigere Gefilde eingeleitet. Interessant dürfte zu beobachten sein, wie sich die Luzerner Schwinger nun verhalten werden. Der Innerschweizer Verband ist nun einen Schritt auf sie zugekommen. Werden sie in der nun verbleibenden Woche für ihren Technischen Leiter-Kandidaten René Riedweg gehörig die Werbetrommel rühren?
Verständlich ist auch das Festhalten der Verbandsoberen an Thedy Waser. Das angestossene Projekt 16 – 19 – 22 möchte man mit ihm weiterführen. Ob hier nun ungeschriebene oder geschriebene Gesetze vorliegen, die Verbandsspitze scheint mit seiner Arbeit zufrieden zu sein.
Das ISV-Präsidium beweist mit dieser Mitteilung Rückgrat, zeigt aber auch Verständnis für den Unmut, insbesondere von Seiten der Luzerner. Taten und Worte wurden in diesem Fall «Schwinger-typisch» angewendet. Letztendlich liegt es nun an den Innerschweizer Delegierten, ob sie Thedy Waser für drei weitere Jahre bestätigen, oder René Riedweg neu als TK-Chef wählen möchten. Auch das ist «Schwinger-typisch».

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Neue Funktionäre für den Schwägalp-Schwinget, von links nach rechts: Urs Abderhalden, Bruno Vestner, Christoph Raschle und Cornel Fürer
Bild: Karl Metzger

Zu Guter Letzt:
Delegiertenversammlung Verein Schwägalp-Schwinget: Rückblick auf eine erfolgreiche Jubiläums-Austragung 2019 und Neubesetzung von Funktionen

Quelle: Karl Metzger, Ressortleiter Medien Schwägalp-Schwinget

Traditionsgemäss trafen sich Mitte Januar die Delegierten der Trägerverbände Appenzell und Toggenburg, der Säntis Schwebebahn AG und der Alpgenossenschaft zur jährlichen Delegiertenversammlung des Vereins Schwägalp-Schwinget. Der Präsident Niklaus Hörler durfte im Rahmen seines Berichts auf die erfolgreiche 20. Austragung des Bergkranzfestes mit spannenden Zweikämpfen, prächtigen Wetterbedingungen und rund 13’000 Festbesucherinnen und -besuchern zurückblicken.

Weiter hatte die Delegiertenversammlung verschiedene Funktionärsstellen neu zu besetzen. Denn mit Valentin Hörler (Medien), Gabriel Koller (Bau), Fredi Kurmann (Rechnungsbüro), Markus Bösch (Bau), Corina Koch (Werbung und Marketing) sowie Hansjörg Rechsteiner (Bau) gaben sechs langjährige OK-Mitglieder ihre Rücktritte bekannt. Ihr unermüdliches und ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren wurde durch die Delegiertenversammlung entsprechend gewürdigt. Die freigewordenen Funktionen konnten durch Bruno Vestner (Bau), Christoph Raschle (Bau), Cornel Fürer (Protokoll), Urs Abderhalden (Bau), Corina Wirz-Kläger (Werbung und Marketing) sowie Pascal Schönenberger (Rechnungsbüro) neu besetzt werden. Das OK wünscht den neuen Mitgliedern viel Freude und Erfolg in ihren Ämtern.

Für 20-jährige Tätigkeit beim Schwägalp-Schwinget wurden folgende Personen geehrt: Andrea Abderhalden (Festwirtschaft), Alfons Hasler (Verkehr/Sanität) und Hansruedi Peterer (Schwingkomitee). Ihre langjährigen Dienste wurden von der DV mit grossem Applaus und einem Geschenk gewürdigt. Auch kann Niklaus Hörler (OK- und Vereinspräsident) auf 20 Jahre zurückblicken. Vize-Präsident Jörg Frei bedankte sich im Namen aller OK-Mitglieder für den unermüdlichen Einsatz von «Chläus» Hörler zu Gunsten des Schwägalp-Schwingets.

Die Vorbereitungen für die 21. Austragung des Schwägalp-Schwingets vom 16. August 2020 sind bereits voll im Gang. 15 Gästeschwinger aus dem Berner, 15 Schwinger aus dem Nordwestschweizer und 60 Aktivschwinger aus dem heimischen Nordostschweizer Verband werden wiederum für ein spannendes Schwingfest am Fusse des Säntis sorgen.

feldwaldwiesenblogger

Rückblick auf die DV des Nordwestschweizer Schwingerverbandes (NWSV)

Text und Foto: August Köpfli / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger


Die fünf neuen Ehrenmitglieder, flankiert von den Ehrendamen. Von links: Markus Birchmeier, Urs Lanz, Daniel Dreier, Felix Rappo und Stefan Strebel.

Fünf neue Vorstandsmitglieder
Die Rücktritte von Präsident Daniel Dreier und dem Technischen Leiter Stefan Strebel wurden schon an der letztjährigen DV angekündigt. Als neuer Verbandspräsident wurde von den 144 Stimmberechtigten Michael Saner gewählt, Guido Thürig wird neuer Technischer Leiter der Aktiven. Der Zufall wollte es, dass Ende 2019 gleichzeitig bei allen vier Kantonalverbänden die Präsidenten wechselten und so nebst Guido Thürig neu Lukas Meier (AG), Patrick Waldner (BL), Raymond Stalder (BS) und Paul Bologna (SO) Einsitz im Vorstand des NWSV nehmen. Magnus Döbeli (TL Jungschwingen), Thomas Notter (Nachwuchs) und Astrid Rohner-Vogt (Medienchefin) wurden für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt.
Die Nominationen von Markus Birchmeier als Präsident der ESV-Abgeordnetenversammlung und Stefan Strebel als technischer Leiter Aktive des ESV wurden von der Versammlung bestätigt. Über die Wahl entscheidet die ESV-Abgeordnetenversammlung vom 14./15. März in Pratteln.

Hochs und Tiefs
Aus sportlicher Sicht war der grandiose Sieg von Nick Alpiger am «Innerschweizerischen» in Flüelen einer der grössten Höhepunkte. Leider verhinderte eine Verletzung einen weiteren Exploit des Sennenschwingers am ESAF in Zug. Hervorzuheben sind auch der gemeinsame erste Rang von David Schmid und Andreas Döbeli am Nordwestschweizer Schwingfest in Wittnau und der Sieg von Joel Strebel am Solothurner Kantonalschwingfest. Total 112 Kränze gewannen die NWSV-Schwinger in der Saison 2019. Neun Kränze gewann Patrick Räbmatter, deren acht Nick Alpiger und auf sieben Exemplare brachte es Joel Strebel. Mit drei eidgenössischen Kränzen blieb der Verband zahlenmässig unter den Erwartungen.
Guido Thürig, der neue Technische Leiter Aktive, hat zusammen mit der Technischen Kommission aufgrund der Nachbesprechung des «Eidgenössischen» in Zug ein Leitbild erstellt. Dieses hat den Anspruch und das Ziel auf nachhaltigen sportlichen Erfolg, Verbesserungen im mentalen Bereich sowie der Schwingtechnik, Zusammenarbeit mit den Kantonalverbänden und eine jährliche Überprüfung der Ziele.
Daniel Dreier mahnte in seinem Jahresbericht, dass trotz der Popularität des Schwingens die Mitgliederzahlen der Aktiven (290) und besonders der Jungschwinger (338) zu beachten sind, und dass die Klubverantwortlichen gefordert sind, eine gesunde Anzahl Jungschwinger langfristig für den Schwingsport zu begeistern.
Für immer verabschiedet wurden die verstorbenen Ehrenmitglieder Christian Jäger, Josef Vogt, Altobmann Hans Pauli und Robert Greub.

Ehrungen
Stefan Strebel überreichte Patrick Räbmatter, Joel Strebel und Andres Döbeli als Anerkennung für den Kranzgewinn am ESAF ein Präsent. Der fünffache Eidgenosse Mario Thürig wurde für seine sportlichen Leistungen geehrt und von den Versammlungsteilnehmern mit grossem Applaus als Aktivschwinger verabschiedet. Daniel Dreier als abtretender Verbandspräsident, Felix Rappo (Vizepräsident), Stefan Strebel, Urs Lanz (Sekretär) und Markus Birchmeier (Protokollführer) wurden für ihre grossen Verdienste als Ehrenmitglieder des NWSV aufgenommen.

Daniel Dreier war 18 Jahre Präsident der Nordwestschweizer
Am vergangenen Samstag schloss Daniel Dreier um 20 Uhr zum letzten Mal eine Delegiertenversammlung als Präsident der Nordwestschweizer Schwinger und wünschte den Anwesenden einen guten Appetit für das von ihm offerierte Abendessen. 28 Jahre war Daniel Dreier Vorstandsmitglied des Nordwestschweizerischen Schwingerverbandes, davon führte er den Verband sagenhafte 18 Jahre als Präsident. Um die 1000 Sitzungen beanspruchten ihn während dieser Zeit: Zentralvorstand ESV, ESAF-OK’s, NWSV-Vorstand, NWSV-Kommissionen wie TK Aktive, TK Jungschwingen, Medien und Kampfrichter. Weiter war Dreier engagiert in NWSV-OK’s, im engeren OK vom ESAF 2007 in Aarau oder im ENST-OK 2015. Diese Aufzählung beinhaltet nur die wichtigsten Stationen. Denn: Die Liste liesse sich noch beliebig fortsetzen.

feldwaldwiesenblogger

Plätze sichern für «es bäumigs Fäscht»!

Text und Bild: Wolfgang Rytz / Bearbeitung: feldwaldwiesenblogger

Heute Samstag beginnt der Vorverkauf für das 114. Aargauer Kantonalschwingfest. Der grosse Hosenlupf in Beinwil/Freiamt steigt am Sonntag, 7. Juni. Dazu entsteht auf dem Festplatz «Chäbere» eine Arena für 4000 Zuschauer.


Die Freiämter Hoffnungsträger in Beinwil: Joel Strebel (links) und Andreas Döbeli

Können die beiden Freiämter «Neueidgenossen» Andreas Döbeli und Joel Strebel den Nordwestschweizer Leader Nick Alpiger herausfordern, oder gar am Tagessieg hindern? Diese Frage treibt die Schwingerfreunde schon jetzt um. Wer sich für diesen Showdown im Oberfreiamt gute Sitzplätze sichern will, tut gut daran, den heute Samstag, 18. Januar, beginnenden Vorverkauf im Internet unter www.ag20.ch/tickets zu nützen. Bei Fragen steht die Mailadresse ticket@ag20.ch zur Verfügung.

Gedeckte Sitzplätze und Rasensitzplätze
In den freien Verkauf gehen 2000 gedeckte Sitzplätze auf den Tribünen C und D. Nicht gedeckt, aber nahe am Sägemehl sind die Rasensitzplätze. Auch diese können im Vorverkauf gesichert werden. Erst an der Tageskasse verkauft werden die Stehplätze. Jugendliche unter 16 Jahren haben Anrecht auf einen Gratisstehplatz.
Der sportliche Grossanlass beginnt am Freitagabend, 5. Juni, auf dem temporären Festplatz «Chäbere», südlich des Dorfes Beinwil/Freiamt. Auf einem 6.5 Hektaren grossen Areal entsteht ein stimmungsvolles Festdorf, samt der Schwingerarena in quadratischer Form mit vier gedeckten Tribünen.
Am Samstag testen die Jungschwinger die Arena, bevor die «Grossen» am Sonntag in die Hosen steigen. Ebenfalls am Samstag geht um 19 Uhr im Festzelt der Ringerländerkampf Schweiz – Deutschland über die Bühne. Im Turnerzelt ist ein volkstümlicher Abend angesagt.
Das Organisationskomitee unter der Leitung von Hermann Bütler ist seit zwei Jahren an der Arbeit und unternimmt alles, um dem Motto «es bäumigs Fäscht» gerecht zu werden. Weitere Informationen und das Festprogramm findet man auf der Homepage unter www.ag20.ch.

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 3: Der Luzerner Antrag und Sepp Bergmann’s Rücktritt aus der ESV-Werbekommission

Text: feldwaldwiesenblogger

Die Delegiertenversammlung (DV) der Schwyzer Schwinger am vergangenen Samstag verlief nicht ohne Nebengeräusche. Die bereits bekannten Unstimmigkeiten im Innerschweizer Verband betreffs des TK-Chefs Thedy Waser und des Teamcoachs Tom Burch waren erneut ein Thema. Die Unzufriedenheit geht vor allem von Luzerner Seite aus. Diese wollen nun an der DV des Innerschweizer Verbandes (ISV) vom 1. Februar einen entsprechenden Antrag stellen.
Sepp Bergmann, der ISV-Vertreter in der ESV-Werbekommission, tritt nach der ganzen «Werbe-Geschichte» um Sven Schurtenberger entnervt zurück. Was steckt dahinter?
Am Schwyzer Kantonalen in Muotathal werden auch Tessiner Schwinger am Start sein. Wie bereitet sich der Speaker darauf vor?

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Im Innerschweizer Verband rumort es
Bild: isv.ch

Unstimmigkeiten im Innerschweizer Verband
Nach dem Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug traten Unstimmigkeiten im Innerschweizer Verband auf. In der Kritik stehen der TK-Chef Thedy Waser und der Teamcoach Tom Burch. Die beiden sollen, vor allem aus Sicht des Luzerner Schwingverbandes, ihre Arbeit nicht zur Zufriedenheit erfüllt haben. Denn die Luzerner Schwinger fuhren nur gerade mit zwei Eidgenössischen Kränzen nach Hause. Es entbrannte ein Konflikt, welcher noch nicht gelöst wurde. Der Umgang zwischen den Parteien soll dabei nicht immer anständig gewesen sein.
Die Innerschweizer Schwinger, welche am ESAF teilnahmen, wurden im vergangenen Herbst zu einer Aussprache eingeladen. 21 Schwinger sprachen sich für eine Weiterarbeit mit besagtem Tom Burch, 42 Schwinger dagegen aus.
Der ISV-Vorstand führte weiter eine Analyse durch, und will das gestartete Projekt «16-19-22» weiterverfolgen. Thedy Waser tritt darum nochmals für drei Jahre an, und stellt sich an der DV zur Wiederwahl. Burch soll dabei nur noch für die Athletik zuständig sein, und vom Schwing-Training abgezogen werden. Weiter möchte der ISV in Zukunft klarer kommunizieren, und hat ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet.

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Luzerner Antrag an der ISV-DV vom 1. Februar
An der Delegiertenversammlung des Schwyzer Kantonalen Schwingerverbandes erfuhr man, dass der Luzerner Kantonalverband an der DV des Innerschweizerischen Schwingerverbandes (1. Februar) im Mythenforum in Schwyz einen Antrag stellen wird. Dieser sieht vor, dass Thedy Waser nicht wie vorgesehen für drei Jahre, sondern nur für ein Jahr gewählt werden soll. Weiter soll Tom Burch durch eine andere Person ersetzt werden. Die Luzerner möchten dabei den Willen der Schwinger umsetzen.
Der Schwyzer Kantonalvorstand hat an einer Sitzung vor ihrer DV den Luzerner Antrag allerdings einstimmig abgelehnt. Präsident Ivan Besmer erläuterte, dass man die Luzerner verstehe. Die Vorgehensweise aber nicht der richtige Weg sei.
Die Luzerner Schwinger haben just an diesem Wochenende ihre DV. An dieser wird der Antrag wohl definitiv festgelegt und geschnürt. Ich werde dem nachgehen, und möchte in Erfahrung bringen wie dieser schliesslich aussieht – Fortsetzung folgt.

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Fragwürdige Rolle des ISV-Verbandssponsors «Leister»
An der Schwyzer DV kam auch die Rolles des Innerschweizer Verbandssponsors «Leister» zur Sprache. Diese wurde kritisch hinterfragt. Verschiedene Delegierte übten heftige Kritik, weil ein Vertreter dieses Sponsors angeblich an der Selektionssitzung der Schwinger für das Eidgenössische Schwingfest teilgenommen habe.

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Sepp Bergmann tritt aus der ESV-Werbekommission zurück
Bild: esv.ch

Rücktritt von Sepp Bergmann aus der ESV-Werbekommission
Ebenfalls an der Schwyzer DV war zu erfahren, dass Sepp Bergmann den Rücktritt als ISV-Mitglied aus der ESV-Werbekommission gab. Bergmann war demnach nach der «Werbe-Geschichte» um Sven Schurtenberger schwer enttäuscht. Was steckt dahinter? Ich habe deshalb bei ihm nachgefragt.

Warum trittst du zurück?
«Ich hatte das Gefühl, dass wir von der Werbekommission im Fall Sven Schurtenberger eine gute Lösung getroffen hatten, welche der Zentralvorstand vom ESV so unterstützte. Wie es Schurtenbergers gutes Recht ist, gelangte er an die Rekurskommission. Diese Kommission sperrte ihn nicht, sondern erteilte ihm bekanntlich eine Busse von 800 Franken. Dass Sven nicht gesperrt wurde, kann ich mittlerweile nachvollziehen. Die Busse fiel meines Erachtens aber viel zu tief aus. Eine Busse in der Grössenordnung von 5000 oder 6000 Franken wäre gerechtfertigter gewesen. Übrigens: Wir von der Werbekommission können nur Sperren aussprechen, aber keine Bussen erteilen.
Ich führte mit Sven in dieser Angelegenheit etliche Telefonate. Dabei habe ich vollstes Verständnis, dass er beim ersten Mal das Ganze als Versehen hinstellte. Inzwischen sind Bilder vom ersten, zweiten, dritten und vierten Gang aufgetaucht, wo das Werbe-Logo zu erkennen sind. Nach dem zweiten Mal glaubte ich einfach nicht mehr an ein Versehen, und dass gleich jedes Mal der Kleber abgefallen sein soll.
Ich habe für diese Geschichte viel Zeit geopfert, und die ist mir für solche Dinge in Zukunft einfach zu schade. So kann ich einfach nicht mehr zu 100 Prozent hinter meinem Job in der Werbekommission stehen. Und wenn ich dieses Jahr wieder Urteile fällen müsste, würde das für mich einfach nicht mehr stimmen.
Ich glaube, wenn uns Sven gleich die Wahrheit gesagt hätte, wäre es vermutlich nie zu einer Busse gekommen. Da Sven es mit der Wahrheit aber nicht so genau nahm, hatte ich einfach irgendwann genug.»

Hat dich der Rekurs-Entscheid überrascht?
«Überrascht war ich nicht, hingegen kam bei mir Unverständnis auf. Als der Entscheid der Rekurskommission so lange auf sich warten liess, waren wir von der Werbekommission überzeugt, dass da etwas in dieser Richtung kommen wird. Und: Mit dieser viel zu tiefen Busse zeigt man Sven nicht auf, dass er auf dem falschen Weg war.»

Haben deine Werbekommissions-Kollegen ähnlich reagiert wie du?
«Ich hatte mich mit meinen Kollegen ausgetauscht. Sie sehen es ähnlich wie ich. Wir haben es sehr gut untereinander, und sind uns jeweils schnell einig. Ich setze mit meinem Rücktritt nun ein Zeichen, dass gewisse Sachen so einfach nicht gehen. Weitere Zeit dafür zu investieren ist mir in Zukunft definitiv zu schade.»

Wird das Ganze ad acta gelegt, oder kommt da noch etwas?
«Es ist sehr gut möglich, dass da noch etwas kommt. Entweder von Seiten der Werbekommision, der Rekurskommission oder gar eine Reglementsanpassung. Bis zur ESV-Abgeordnetenversammlung im März bin ich noch im Amt, und helfe diesbezüglich gerne mit. Anschliessend ist das Thema für mich erledigt.»

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In eigener Sache
Liebe Leserinnen und Leser: Wie man unschwer erkennen kann, kommt der Schreibende aus dem Innerschweizer Verbandsgebiet. Daher sind etliche Beiträge naturgemäss aus dieser Gegend. Kein Wunder, kenne ich mich doch dort am besten aus, und erfahre dort auch am meisten. Das muss nicht so sein. Mein Bestreben ist es, aus allen fünf Teilverbänden zu berichten. Deshalb meine Bitte: Wenn es Informationen, Storys, News und Pressemitteilungen gibt, bitte ich die Schwingerfreunde aus der ganzen Schweiz, auch an mich zu denken. Am besten via Email: koni.schelbert@bluewin.ch. Herzlichen Dank!

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Das Schwyzer Kantonale 2020 findet im schönen Muotathal statt
Bild: schwyzer2020.ch

Zu guter Letzt: Italienisch am Schwyzer Kantonalen in Muotathal
Bekanntlich gehören die Tessiner Schwinger seit letztem Jahr nun definitiv dem Innerschweizer Verband an. Heisst: Schwinger aus der Sonnenstube können nun auch an Kantonalen Schwingfesten im Innerschweizer Teilverband starten. So werden auch am diesjährigen Schwyzer Kantonalen Schwing- und Älplerfest in Muotathal Tessiner Schwinger erwartet. OK-Präsident Richard Föhn erinnerte den Speaker Roland Gwerder an der Schwyzer DV daran, doch bitte vorher einen Italienisch-Kurs zu besuchen. Gwerder aber hat ganz andere Pläne: Er lädt einen italienisch sprechenden Kollegen ans Schwingfest ein, und bittet diesen, während dem Schwingfest mehrmals ein paar Sätze auf Italienisch vorzutragen. Der Speaker möchte nämlich kein «Kauderwelsch» von sich geben, und denkt bereits heute weiter. Denn: Am 18. September 2021 soll ein Tessiner Kantonales Schwingfest durchgeführt werden. Gwerder weiter: «Wir erhoffen uns, dass wir dann im Tessin auch auf Deutsch begrüsst werden!»

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 2: Nachgefragt bei Michael Bless und Werner Suppiger

Text: feldwaldwiesenblogger

Michael Bless und Werner Suppiger haben etwas gemeinsam: Beide haben sich am «Eidgenössischen» in Zug verletzt. Diese Woche war es mir ein Bedürfnis, bei diesen zwei Schwingern nachzufragen, wie es Ihnen geht, ob sie bereits wieder am Trainieren sind und wann ein Comeback geplant ist.
Gestern Freitag konnte man im «Bote der Urschweiz» lesen, wie der Siegermuni am diesjährigen «Innerschweizerischen» (ISAF 2020) in Ibach SZ heisst: «Hubi». Mehr zu diesem «Prachtskerl» unter der Rubrik «Zu Guter Letzt».


Michael Bless triumphierte letztes Jahr an seinem Heimfest, dem Appenzeller Kantonalen in Stein
Bild: appenzell24.ch

Nachgefragt bei Michael Bless
Der Appenzeller Michael Bless zog sich am ESAF im letzten Gang gegen Thomas Inniger leider eine gravierende Fussverletzung zu. Der dreifache Eidgenosse, welcher im kommenden Mai 34-jährig wird, hat 87 Kränze und acht Kranzfestsiege auf seinem Konto.
Michael ist gelernter Metzger, und hat während einer längeren Zeit auf diesem Beruf gearbeitet. Arthrose in den Fingern zwang ihn aber, sich beruflich neu zu orientieren. Der Familienvater liess sich zum Versicherungs- und Vorsorgeberater umschulen, und hat erst letztes Jahr die Ausbildung zum Eidgenössischen Finanzplaner erfolgreich abgeschlossen. Das Mitglied vom Schwingklub Gais arbeitet heute bei der «Mobiliar».

Wie geht es dir?
«Mir geht es den Umständen entsprechend. Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung, es ist aber noch nicht so wie es sein sollte.»

Was genau ist passiert am ESAF im achten Gang?
«Es zogen beide an, und ich hatte das ganze Gewicht auf meinem linken Fuss. Als ich den gesamten Druck auf diesen bekam, brach mir der Fuss weg. Ich fiel um, und dann war es passiert: Ich brach mir den Mittelfussknochen und riss mir die umliegenden Bänder. Bei der anschliessenden Operation wurde mir der Knochen verankert und die Bänder zusammengeflickt.»

Wie sieht dein momentaner Trainingsaufbau aus?
«Momentan trainiere ich den Oberkörper, und etwas den Oberschenkel. Den Fuss darf ich noch nicht belasten. Wann ich das Sägemehltraining wieder aufnehmen kann, steht noch in den Sternen.»

Wann planst du dein Comeback?
«Da ich nicht genau weiss, wie der weitere Verheilungsprozess verläuft, kann ich das heute nicht sagen. Erst muss ich meinen Fuss wieder belasten, und im Sägemehl trainieren können. Ein Termin für mein Comeback ist deshalb noch offen.»

Was für Ziele setzt du dir für 2020?
«Das einzige sportliche Ziel ist, dass ich meinen Fuss wieder richtig belasten und bewegen kann. Und dass ich keine bleibenden Schäden davontrage. Das ist aus heutiger Sicht mein Hauptaspekt.»

100 Kränze sind für dich ein realistisches Ziel?
«Das ist für mich kein realistisches Ziel. Für 100 Kränze fehlen mir noch einige Eichenlaub-Exemplare. Dafür bräuchte ich wahrscheinlich zwei oder drei Saisons, und das ist in meiner jetzigen Situation unrealistisch.»


Werner Suppiger gewann 2018 den Frühjahrsschwinget Oberarth
Bild: rigiverband.ch

Nachgefragt bei Werner Suppiger
Anders als Michael Bless fiel der Luzerner Werner Suppiger am ESAF in Zug bereits nach drei Gängen verletzt aus. In jenem Gang traf er auf den nachmaligen Schwingerkönig Christian Stucki und zog sich einen Schulterbruch zu.
Der 35-fache Kranzschwinger hat einen Kranzfestsieg auf seinem Konto, und wurde im vergangenen November 31-jährig. Werner absolvierte eine Ausbildung zum Logistik-Assistenten und war einige Jahre in unterschiedlichen Betrieben auf diesem Beruf tätig. Vor dreieinhalb Jahren hat sich der Familienvater beruflich neu orientiert, und arbeitet nun als Kammerjäger bei der Firma Rentokil AG. Werner ist Mitglied beim Schwingklub Wiggertal.

Wie geht es dir?
«Mir geht es so weit sehr gut. Ich konnte diese Woche mit leichtem Krafttraining beginnen. Die kaputte Schulter wurde operativ mit einer Platte verschraubt. Die Verheilung verläuft im grünen Bereich, und ich bin schon seit längerer Zeit in der Physiotherapie. Gewisse Bewegungen funktionieren zwar noch nicht so gut, der Verlauf ist aber zufriedenstellend.»

Was genau ist passiert im dritten Gang?
«Christian setzte einen Kurzzug an, und ich probierte mich zu wehren. Andererseits versuchte ich als normale Reaktion den Arm nach hinten zu ziehen, hatte aber keine Chance dies hinzukriegen. Die Schlussfolgerung war, dass ich mir dabei einen Schulterbruch zuzog.»

Wie sieht dein momentaner Trainingsaufbau aus?
«Wie bereits erwähnt, darf ich seit dieser Woche leichtes Krafttraining absolvieren. Ich möchte es dabei vorsichtig angehen, denn die Motivation ist mir nach dem Unfall etwas abhandengekommen. Nun kribbelt es aber wieder, und sobald es die Schulter (und auch mein Kopf) zulässt, möchte ich das Schwingtraining wieder aufnehmen.»

Wann gibt’s du dein Comeback?
«Möglichst bald, spätestens bis zu den Kranzfesten möchte ich wieder zurück sein. Sofern dies natürlich meine Schulter zulässt.»

Was für Ziele setzt du dir für 2020?
«Das primäre Ziel ist sicher, die Saison unfallfrei zu beenden. Ein Highlight wäre das Eidgenössische Jubiläumsschwingfest in Appenzell. Dafür braucht es aber eine sehr gute Saisonleistung. Mir geht es aber vorderhand darum, nach der Verletzung den Anschluss wieder zu finden.»

Ist der fehlende Eidgenössische Kranz Motivation genug, bis zum ESAF 2022 in Pratteln weiter zu schwingen?
«Absolut. Das Ziel ist, drei weitere Jahre anzuhängen. Und was ich letztes Jahr in Zug verpasst habe, 2022 in Pratteln nachzuholen.»


ISAF-Siegermuni «Hubi» und der stolze Besitzer Daniel Camenzind
Bild: Facebook-Seite ISAF 2020

Zu guter Letzt
Wie eingangs erwähnt, hört der Siegermuni vom Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfest in Ibach SZ auf den Namen «Hubi». Der Stier, welcher am 23. November 2015 geboren ist, gehört der Rasse Original Braunvieh an. «Hubi» wiegt satte 1’160 Kilogramm und ist im Besitz von Erika und Daniel Camenzind aus Gersau.
Das Palmarès dieses Siegermunis darf sich sehen lassen: An der Bezirksviehschau in Schwyz vom vergangenen Herbst siegte er überlegen. Und: Am Zuger Stierenmarkt war er ebenfalls Sieger und liess dabei gar den berühmten ESAF-Siegerstier «Kolin» hinter sich.

feldwaldwiesenblogger

Rückblick Woche 1: Nachgefragt bei Marco Reichmuth und Arosa Tourismus

Text: feldwaldwiesenblogger

Das neue Schwinger-Jahr wurde traditionell mit dem Berchtold-Schwinget eingeläutet. Samuel Giger bewies dabei bereits zu Jahresbeginn eine tolle Frühform und gewann mit sechs siegreichen Gängen. Der Thurgauer war eine Klasse für sich, und bewies auch, dass er an Vielseitigkeit zugelegt hat.
Nebst Giger war in der Saalsporthalle Zürich Marco Reichmuth ein tonangebender Schwinger. Der Innerschweizer qualifizierte sich absolut verdient für den Schlussgang. Ihm stellte ich heute fünf Fragen zum gestrigen Saisonauftakt.
Zum «Arosa Winter-Bergschwinget» wollte ich mehr wissen, und fragte deshalb bei Arosa Tourismus nach. Marco Mazenauer erteilte mir zu fünf Fragen schriftlich Antworten.


Samuel Giger war am Berchtold-Schwinget eine Klasse für sich
Bild: schlussgang.ch

123. Zürcher Berchtold-Schwinget: Der Sieger heisst Samuel Giger
Der Thurgauer gewinnt den Schlussgang in der zweiten Minute gegen den Zuger Marco Reichmuth mit Innerem Haken und Vervollständigen.

Am Morgen sind 116 Schwinger angetreten, darunter vier Eidgenossen und weitere starke Kranzer. Das Schwingfest in der Saalsporthalle in Zürich-Wiedikon verfolgten 1’700 Zuschauer. Obwohl die Schwinger mitten im Wintertraining stecken, boten sie gute und teilweise spektakuläre Schwingerarbeit. Die Schwingerfreunde zeigten sich begeistert vom ersten Schwingfest der Saison.

Giger zeigte eine überragende Leistung. Man darf deshalb auf die weiteren Auftritte des jungen Thurgauers gespannt sein. Gestern teilte der 15-fache Kranzfestsieger zudem mit, dass er als Gast am «Innerschweizerischen» in Ibach SZ (5. Juli) antreten, und eine Woche später auf der Rigi starten wird.


Marco Reichmuth war der glückliche Sieger vom Niklausschwinget Dietikon 2019
Bild: schwingklub-cham.ch

Nachgefragt bei Marco Reichmuth
Der jüngere Bruder von Pirmin Reichmuth zeigte am Berchtold-Schwinget, wie bereits vor fünf Wochen am Niklausschwinget in Dietikon, eine tolle Leistung. Mit vier Siegen und einem «Gestellten» erreichte Marco verdient den Schlussgang. Beim Anschwingen bodigte der 22-Jährige mit Roger Rychen gar einen Eidgenossen.
Marco hat 14 Kränze auf seinem Konto, darunter zwei Berg- und vier Teilverbandskränze. Der 187 Zentimeter grosse und 108 Kilogramm schwere Athlet ist Mitglied vom Schwingklub Cham-Ennetsee und arbeitet als Bauspengler.

Herzliche Gratulation zum Erreichen des Schlussganges! Was ging dir hinterher durch den Kopf?
«Ich war natürlich enttäuscht, wusste aber, was für eine Nummer Samuel Giger ist. Ich hätte auch gerne einen Angriff angesetzt, und nahm mir vor, in die Haken reinzugehen. Dass ich gleich im ersten Zug verlor, löste bei mir eine kleine Enttäuschung aus. Gegen den Thurgauer ist das schon anderen Schwingern passiert. Nach dem ersten Frust überwog aber die Freude über den gestrigen Tag.»

Würdest du heute mit einer anderen Taktik den Schlussgang in Angriff nehmen?
«Eigentlich nicht, ich würde erst abwarten. Von Giger kam ganz am Anfang ja auch nichts. Bei einem anderen Mal würde ich etwas mehr riskieren, und wer weiss, vielleicht würde dann was gehen.»

Du hast die Endausmarchung souverän erreicht. Welcher Gang war für dich ein sogenannter «Schlüsselgang»?
«Der erste Gang. Ich war ursprünglich gegen Roman Hochholdinger eingeteilt. Es erfolgte aber eine Umteilung, und so traf ich auf Roger Rychen, gegen welchen ich zuvor schon zweimal gewonnen habe. Mit einem Brienzer rückwärts konnte ich Roger gestern relativ rasch besiegen. Ich versuchte anschliessend genauso konsequent weiter zu schwingen. Mir war bewusst, dass vieles möglich ist. Es ging dann, abgesehen von einem «Gestellten», bis zum Schlussgang so weiter.»

Was für ein persönliches Fazit ziehst du vom Berchtold-Schwinget?
«Ein sehr gutes. Gewisse Schwünge, welche ich beim Techniktraining geübt habe, konnte ich gestern anwenden. Andere Schwünge kamen aber noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Ich werde bis zu den Frühlingsschwingfesten daran weiterfeilen, und hoffe, dass diese dann funktionieren.»

Nach dem Sieg am Niklausschwinget Dietikon und der tollen Leistung am Berchtold-Schwinget beweist du bereits jetzt eine tolle Form. Zudem reifst du nun zu einem Spitzenschwinger. Auf was führst du das zurück?
«Ich hatte bisher jedes Jahr einen Schritt nach vorne gemacht, und durfte gesund bleiben. An meinem Training habe ich nicht viel geändert, auch sonst nicht. Ich baue auf den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe, auf. Mit dem zunehmenden Alter kommt nun auch die Reife.»


Das Bündner-Glarner Kantonalschwingfest fand am 17. Juni 2018 nach 1936 und 2006 zum dritten Mal in Arosa statt. Das Organisationskomitee bestand aus Vertretern von Arosa Tourismus, sowie Schwingerfreunden aus Arosa und dem Schwingclub Chur.
Foto: arosalenzerheide.swiss

Nachgefragt bei Arosa Tourismus betreffs dem «Arosa Winter-Bergschwinget»
Guten Tag Herr Mazenauer,
Ich habe gehört, dass Sie den «Arosa Winter-Bergschwinget» geplant, und dabei Schwinger aus allen Teilverbänden eingeladen haben. Der Zentralvorstand (ZV) vom Eidgenössischen Schwingerverband (ESV) hat diesen Schwinget aber als «wildes Schwingfest» eingestuft. Heisst: Angetretene Schwinger und Funktionäre hätten sich strafbar gemacht. Wie ich vernommen habe, wurde der Bergschwinget inzwischen abgesagt. Ich habe zu dieser Thematik nachfolgend einige Fragen:

War Ihnen bei der Planung nicht bewusst, dass jedes Schwingfest gemäss den Bestimmungen eines Rangschwingfestes über einen Schwingklub laufen muss?
«Es war uns durchaus bewusst, dass wir das Schwingfest nicht im Alleingang durchführen können und auch nicht wollen. Mit der Durchführung des Bündner-Glarner Kantonalschwingfestes 2018 konnten wir zwar zeigen, dass wir alle nötigen Ressourcen zur Durchführung eines Schwingfestes mitbringen.»

Haben sich tatsächlich Schwinger angemeldet?
«Nein, es haben sich keine Schwinger angemeldet.»

Hat der ZV mit Ihnen Kontakt aufgenommen, und Ihnen erklärt, dass er diesen Bergschwinget als «wildes Schwingfest» einstufen wird?
«Wir standen in einem guten Austausch mit dem ZV. Natürlich verstehen wir auch die Vorgaben des Verbandes und haben uns dann gemeinsam gegen die Durchführung entschieden. Uns wäre es am «Arosa Winter-Bergschwinget» ein grosses Anliegen gewesen, die Schwinger einmal neben dem Schwingalltag zusammen zu bringen. Um auch neben dem Sägemehlring gemeinsam Zeit zu verbringen, und Kontakte zu knüpfen. Der Versuch unseren Event anzupassen, um trotzdem einige Eidgenossen nach Arosa einzuladen, ist dann allerdings ebenfalls gescheitert und musste abgesagt werden.»

Hätten Sie den «Arosa Winter-Bergschwinget» als Hallenschwinget durchführen wollen?
«Nein, die Idee war tatsächlich, draussen auf dem Schnee zwei Ringe zu platzieren.»

Wie weiter? Versuchen Sie nochmals einen Anlauf, gemäss den üblichen ESV-Bestimmungen?
«Wie bereits erwähnt, haben wir versucht den Event noch anzupassen. Auch diese Anpassungen wurden vom ESV nicht gutgeheissen. Deshalb sehen wir auch keinen Grund mehr, die Planung weiter zu verfolgen. In unseren Augen ist dies sehr schade. Wäre es doch eine Chance gewesen, unseren Nationalsport einmal in ein etwas anderes und neues Licht zu rücken.»


Dominik Streiff liess an Silvester trotzdem die Korken knallen
Bild: blick.ch

Zu guter Letzt
Wie der BLICK berichtete, liess Dominik Streiff an Silvester trotzdem die Korken knallen. Denn: Der Schwyzer fiel am ESAF bereits im ersten Gang verletzt aus, und wurde in der Schlussrangliste als Letzter geführt.
Dominik ist mittlerweile auf dem Weg zurück ins Sägemehl, und will nicht mit dem Schicksal hadern. Der Turnerschwinger hofft auf das ESAF 2022 in Pratteln, und erklärt: «Ja, es wäre schön, wenn ich nochmals an ein Eidgenössisches könnte. Das nächste Mal aber bitte für mehr als nur ein paar Minuten.»

feldwaldwiesenblogger

«Ich freue mich auf 2020!» – Nachgefragt bei Nick Alpiger

Text: feldwaldwiesenblogger / Bilder: Pascale Alpiger

Nick Alpiger gewann dieses Jahr sensationell das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest in Flüelen. Spätestens nach diesem Erfolg galt der junge Aargauer für viele als ganz heisser Kandidat auf den Königstitel in Zug. Leider kam es anders, denn Nick zog sich auf dem Weissenstein, fünf Wochen vor dem ESAF, eine Sehnenverletzung am Oberschenkel zu. Hernach begann für den frisch gebackenen Innerschweizer Sieger bis zum «Eidgenössischen» ein Wettlauf gegen die Zeit.
Nick trat frohgemut in Zug an, und bezwang im ersten Gang mit Samuel Giger doch etwas überraschend, aber überzeugend, einen der grössten Favoriten. Aber bereits nach dem ersten Gang spürte er die verletzte Sehne wieder. Und im zweiten Gang gegen Patrick Schenk hörte der gelernte Maurer einen Knall. Da war klar, jetzt ist die Sehne gerissen. Nick konnte ab diesem Moment das Bein nicht mehr anheben. Der faire Sportsmann wollte aber nicht einfach so aufgeben. Ehe im dritten Gang mit dem Sieg gegen Roman Fellmann noch ein Funken Hoffnung loderte, endete im vierten Gang mit einer Niederlage gegen Thomas Kropf das Eidgenössische. Die Sehnenverletzung verunmöglichte für den fünffachen Kranzfestsieger ein Weitermachen.
Nun sind fast vier Monate vergangen, die Schwingsaison 2019 mittlerweile Geschichte. Zeit also, bei Nick nachzufragen.


Nick als glücklicher Sieger vom «Innerschweizerischen»

Wie geht es dir? Ist deine Verletzung vollständig ausgeheilt?
«Mir geht es gut. Der Heilungsprozess ist auf gutem Weg. Seit zwei Monaten arbeite ich wieder, und bin auch wieder im Training. Ich gehe zudem zur Physiotherapie.»

Was genau ist beim Weissenstein-Schwinget passiert? Welche Verletzung hast du dir dort zugezogen?
«Im sechsten Gang gegen Michael Wiget hat es mir im ersten Zug einen Zwick gegeben. Nach kurzer Pflege ging ich dann wieder in den Platz rein. Beim zweiten Zusammengreifen hatte ich spürbar zu wenig Stand, Michael erwischte mich, und ich verlor. Bei diesem Zwick habe ich mir die Sehne am Becken angerissen. Dabei handelt es sich um die Beugesehne zwischen Becken und Oberschenkel.»

Warst du vor dem «Eidgenössischen» tatsächlich zu hundert Prozent fit?
«Ich war zu hundert Prozent fit. Ich wollte unbedingt am ESAF antreten, und es war mein Ziel, gesund in Zug an den Start zu gehen. Daraufhin habe ich mit meinem Physiotherapeuten und meinen Trainern gearbeitet. Ich konnte tatsächlich gesund antreten.»

Mit dem Sieg beim Anschwingen über Samuel Giger schien der Wettlauf gegen die Zeit gewonnen zu sein. Wie lief dieser Gang ab?
«Ich machte einen Griffwechsel über den Rücken, und als Samuel mich anzog, konnte ich ihn mittels einem Lätz ableeren. Ich habe nach dem ersten Gang natürlich gehofft, dass es so weiter geht. Ich spürte aber bereits in diesem Gang meine am Weissenstein zugezogene Verletzung wieder.»


Nick in seiner ihm typischen Schwingart, im Zweikampf mit Michael Gwerder

Nach dem vierten Gang war leider Schluss. Ab wann hast du deine Verletzung wieder gespürt?
«Während dem zweiten Gang verspürte ich im ersten Zug einen «Chlapf», und verlor den Kampf schliesslich. Daraufhin haben mich meine Betreuer behandelt. Den dritten Gang gestaltete ich wieder siegreich. Im vierten konnte ich nicht richtig auf dem rechten Fuss abstehen, und so erwischte mich Kropf. Am Samstagabend bin ich dann mit meinen Betreuern zusammengesessen, und habe beschlossen, den Wettkampf aufzugeben. Es war zwecklos, denn ich konnte einfach nicht mehr richtig abstehen. Stattdessen habe ich am Sonntag meine Teamkollegen unterstützt.
Ich war sehr stolz, dass Patrick Räbmatter seinen zweiten Eidgenössischen Kranz geholt hat. Wir arbeiten eng zusammen, und ich habe mich sehr für ihn gefreut. Das Ganze ging mir am Sonntag nach dem Schwingfest sehr nahe. Trotzdem: Ich würde alles nochmals genau gleich machen. Mein «Trostpflästerli» war, dass ich trotz Verletzung am Sonntag von der Punktzahl her hätte antreten können.
Die erwähnte Beugesehne habe ich mir auf dem Weissenstein angerissen, am Eidgenössischen riss sie dann komplett.»

Nun sind einige Wochen vergangen. Musstest du dich einer Operation unterziehen?
«Ja, ich wurde nach dem ESAF in der Rennbahnklinik Muttenz operiert. Die Operation verlief tipptopp, dabei wurde die Sehne wieder zusammengeflickt.»

Bist du schon wieder voll im Training?
«Wie bereits erwähnt, trainiere ich wieder. Momentan schwinge ich meist am Boden, und praktiziere vom Stand aus nur Schulschwingen. Ab Februar steige ich dann wieder voll ins Training ein. Ich bin sehr glücklich, dass ich wieder in meinem gewohnten Rhythmus, arbeiten und trainieren, bin.»

Apropos Training: Ich habe irgendwo gelesen, dass du gar kein Krafttraining machst – deine Arbeit als Maurer sei dein Krafttraining. Ist dem tatsächlich so?
«Bis zur Verletzung auf dem Weissenstein habe ich tatsächlich kein Krafttraining absolviert. Da ich Maurer bin, arbeite ich mit sehr viel Kraft und Gewichten. Ich habe zudem das Glück, dass ich über einen guten Körper verfüge. Für gewöhnlich mache ich Crossfit und Yoga als Fitnesstraining. Das Schwingen hat bei mir erste Priorität. Mir wurde vorgelebt, dass das Schwingtraining wichtiger ist als Krafttraining. Derzeit arbeiten wir in der Physiotherapie minim mit Krafttraining. Ich lasse es mir offen, wie ich dies nach Abschluss der Physiotherapie handhaben werde.»


Nick hat soeben den Baselstädtischen Schwingertag für sich entschieden

Saisonrückblick: Trotz Verletzung resultieren acht Kränze sowie zwei Siege an Kranz- und vier Siege an Rangschwingfesten – eine starke Saison. Wie ordnest du deine Saisonbilanz ein?
«Für mich war es die beste Saison, die ich bisher hatte. Acht Kranzgewinne, darunter drei Bergkränze. Zudem die Siege am Innerschweizerischen und am Baselstädtischen Schwingertag.
Am Frühling konnte ich vom Schwingkeller aus gleich alles auf den Schwingplätzen umsetzen, was ich mir vornahm. Ich habe mich bis zum Weissenstein-Schwinget sehr gut gefühlt. Ich war auch am ESAF wieder so in Form wie auf dem Weissenstein oder am Innerschweizerischen. Das erste Kranzschwingfest, welches ich verletzungshalber nicht bestreiten konnte, war das Nordwestschweizerische. Das ging mir nahe.»

Das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest (ISAF) muss dir wie ein Märchen vorgekommen sein, an diesem Tag hat einfach alles gestimmt. Was sagst du rückblickend zu diesem Triumph?
«2017 trat ich in Alpnach zu meinem ersten ISAF an, hatte dort einen guten Tag und gewann den Kranz. Für mich ist das Innerschweizerische eines der schönsten Feste. Ich habe mich auf das diesjährige ISAF in Flüelen sehr gefreut, und durfte mit Andi Imhof beginnen. Es war für mich eine grosse Ehre, und ich konnte das Glück auf meine Seite ziehen. Wenn ich den ersten Gang gewinne, ist jeweils vieles möglich. Ich freute mich von Gang zu Gang, und genoss das Schwingfest, obwohl ich die ganze Stimmung nicht gross aufnehmen konnte.
Mir wurde Damian Egli im zweiten Gang zugeteilt, welchen ich bezwingen konnte. Nach dem dritten Gang hatte ich bereits drei Siegkreuzlein auf meinem Konto. Im vierten bekam ich Christian Schuler, welchen ich gut kenne. Denn: Ich ging nach der Saison 2018 öfters zu den Schwingern nach Einsiedeln ins Training. Der Gang gegen Christian war gut, dennoch endete dieser gestellt.
Nach dem vierten Gang spürte ich, dass ich voll bei den Leuten bin. Um den Schlussgang-Einzug bodigte ich Benji von Ah. Ich freute mich sehr auf den Endkampf, in welchem ich wieder auf Christian Schuler traf. Dass es dann so schnell ging, hätte ich nicht gedacht. Wenn man im Schlussgang steht, hofft man natürlich zu gewinnen. Das ging mir alles sehr nahe. Wenn man als Gast aus der Nordwestschweiz das ISAF gewinnt, entspricht das schon nicht der Norm. Ich war nach dem Schlussgangerfolg sehr emotional, fühlte Stolz und eine Riesen Genugtuung. Das Notenblatt durfte sich ebenfalls sehen lassen.
Wenn an einem Tag alles zusammenstimmt, ist vieles möglich. Das gibt mir sehr viel Selbstvertrauen, und hat mich noch näher an die nationale Spitze gebracht.»

Du bist in der Nordwestschweiz die designierte Nummer eins. Nebst Patrick Räbmatter hast du mit Joel Strebel und Andreas Döbeli in deinem eigenen Kantonalverband gesunde Konkurrenz. Was oder wer macht euch so stark?
«Was uns stark macht, ist unser eigener Wille. Wir sind sehr verbissen, jeder auf seine Art. Jeder kann ans eigene Limit gehen, und uns ist kein Weg zu weit an ein Training. Wir sind uns nicht zu schade, mehr Aufwand auf uns zu nehmen. Es trainieren alle genau so hart wie ich. Ich bin sehr stolz auf dieses Team. Es zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Ich hoffe, dass ich mit diesen drei noch so manches gute Fest bestreiten kann. Ich bin auf sie angewiesen, ebenso sie auf mich. Ich bin stolz, Aargauer zu sein, und dass diese drei zu meinem Kantonalverband gehören. Und: Dass wir vier diese Saison eine konstante Leistung zeigen konnten, macht mich glücklich.»

Welche Ziele setzt du dir für 2020?
«Ich würde gerne am Nordostschweizerischen Schwingfest antreten, denn dieser Kranz fehlt noch in meiner Sammlung. Ebenso der Schwarzsee-Kranz, wo ich 2020 antreten werde. Ich möchte gesund in die Saison starten, und an die guten Resultate von 2019 anknüpfen. Dass ich wieder mit Freude schwingen kann, und es wieder so läuft wie in den vergangenen Jahren.
Ich probiere jeweils die maximale Leistung abzurufen, und mein Möglichstes zu geben. 2019 war mein bestes Jahr, und hat mir bei verschiedenen Aspekten die Augen geöffnet. Mein Comeback ist für den Hallenschwinget Brunegg geplant. Ich freue mich auf 2020!»

feldwaldwiesenblogger