Rückblick auf Wolfmother-Konzert

Vergangenen Donnerstag Abend fuhren wir zu viert nach Zürich, ins Volkshaus. Das Konzert der „Wolfmother“ stand auf dem Programm. Nach kurzer Verpflegung im nahen Hooters-Restaurant (Uff, die Kellnerinnen laufen dort trotz kalten Temperaturen ziemlich luftig rum) gings in die Kultstätte. Eröffnet wurde der Konzertabend durch die Black Angels, eine junge Band, die einen kruden Mix zwischen Schülerrock, Beatles, Oasis und Alternativ-Sound zelebrierten. Nicht ganz mein Ding, was dann auch eine Bierpause bedeutete.
Etwas nach 21 Uhr stürmte dann die australische Band Wolfmother die Bühne. Sofort ging die Post ab und der Schreibende probierte auch etwas nach vorn zu gelangen. Immerhin bis auf die Höhe des Mischpultes, welches einen gnadenlos guten Sound garantierte. Kompliment an den Mischer.
Der charismatische Gitarrist und Sänger Andrew Stockdale griff so beherzt in die Saiten und sang seine Songs mit so einer wunderbar schrillen Stimme, dass einem warm ums Herz wurde. Ich bin an einem Konzert schon länger nicht mehr so herrlich in die Musik eingetaucht. Der Groove, die Riffs, der Gesang, die Orgel, einfach alles passte und liess einen schweben, mitwippen. Das taten auch die 1800 Zuschauer im ausverkauften Volkshaus. Die seit 2009 bis auf Andrew Stockdale komplett andere Bandbesetzung zelebrieren eine Art Stoner Rock, mit Anlehnung an die legendären Led Zeppelin, Black Sabbath, AC/DC, Aerosmith, Deep Purple oder Black Crowes.
Die Mischung des Publikums war an jenem Abend ziemlich breit gefächert: Von ganz jungen Zuhörern bis zu ergrauten alten Rockern, welchen die Wolfmother auch wegen der Ähnlichkeit zu den besagten Altrock-Bands gefallen. Die Stimmung war ausgelassen. Es wurde Bier getrunken und gekifft, und alles lief sehr gesittet ab. Der Frontmann Andrew Stockdale ist einer der charisamtischsten Musiker, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Der Mann hatte sein Publikum im Griff. Wenn er seine Hand hob, dann sah das in etwa so aus, wie wenn er als Messias eine Botschaft durchzugeben hätte. Dies hat er mit seiner Musik wohl auch. Die Fans hoben dann auch ihre Hände gen Himmel und liessen ihrer Freude freien Lauf. Stockdale versteht sein Handwerk wirklich exzellent, seine Riffs kommen gandenlos und sein Gesang ist das Tüpfelchen auf dem „i“. Seine Band geht neben ihm etwas unter. Der Keyboarder/Bassist Ian Peres, Drummer Dave Atkins und der zweite Gitarrist Aiden Nemeth verrichteten ihren Part trotzdem ausgezeichnet. Dies eher still und unbemerkt. Einzig Ian Peres, der ähnlich aussieht wie Stockdale, benahm sich ab und zu wie ein Berserker und bei einem Song stand er vor lauter Groove-Spass sogar auf dem Keyboard und hämmerte auf die Tasten.
Das reguläre Set war dann auch viel zu schnell vorbei. Nach heftigstem Rufen der Fans kam die Band nochmals und schmetterte noch zwei Songs ins Publikum. Beim, oder nach der letzten Zugabe kam Stockdale in so ein Fieber, dass er Hendrix-gleich (er sieht ihm übrigens auch Frisur-ähnlich) drei Mik-Ständer auf den Boden schmetterte und kurz davor stand, seine Gitarre zu zertrümmern. Dies liess er aber bleiben (sehr vernünftig!). Der Drummer suchte beim Fieberausbruch seines Frontmannes das Weite und man rieb sich ob diesem Treiben schon ein wenig die Augen. Aber eben, dies ist Rock’n’Roll. Die Show war dann auch viel zu schnell zu Ende und feldwaldwiesenblogger tauchte wieder aus der Wolfmother-Soundtiefe auf. Was für ein tolles Musikerlebnis!
Nach einem kurzen Bier gings ab nach Hause ins Muotathal, wo ich dann auch bis Freitag Nachmittag blieb. Denn es stand wieder ein Freitag (und ein sogenannter Freitag) mit skifahren auf dem Programm. Es schneite zwar, aber das störte mich nicht. Ich meinte nur, da ich wohl sehe wie ein Maulwurf, ist es mir egal bei schönem oder schlechtem Wetter Ski zu fahren. Da es viel Neuschnee hatte und die Piste nur am Morgen präpariert wurde, war es super weich zu fahren. Dies kommt meinem Fahrstil sehr entgegen, denn man kann mit sehr wenig Kraftaufwand „pülverlen“. Es war vollgeil (sorry, wegen dem Kraftausdruck)! Schneemässig war das in diesem Jahr der schönste Skinachmittag. Am Abend war ich dann hundemüde und schlief bereits beim Fernsehen ein.

Ich wünsche einen schönen, verschneiten Sonntag!
feldwaldwiesenblogger