Die Wellenberg-Problematik

Nachfolgender Text samt Interview ist satirefrei.

Als neugieriger Zeitgenosse interessiere ich mich für verschiedene Aspekte um mich herum. Natürlich auch über jene, welche alles andere als lustig sind.

Anfangs Woche schnappte ich einen DRS1-Beitrag über die Wellenberg-Problematik auf. Für mich war diese Sache längst abgeschlossen. Ich meinte mich zu erinnern, dass nach zwei Volksabstimmungen ein atomares Endlager im Wellenberg gar nicht mehr in Frage komme.

Nun vernahm ich aber ganz andere Töne. Auf dem Infoportal Wellenberg ist u.a. folgendes zu lesen:
„Am 7. Februar 2012 wird das Bundesamt für Energie die Pläne für die Oberbauten der geplanten Wellenberg Atomanlage vorstellen. Der Anlass findet um 19’30h in der Mehrzweckhalle Zelgli statt.“
Jemand fragte dazu: „Jetzt ist der Wellenberg schon wieder im Gespräch? Wer stoppt diese Idioten in Bern?“
Die Antwort vom Infoportal: „Tja, das weiss wohl keiner. Kaum zu glauben, aber der Wellenberg ist noch immer top dabei. Aber wir vom Widerstand werden nicht nachgeben!“

Dies war für mich Grund genug, fünf Fragen an das Forum Wellenberg zu schicken.

Frage1: Was sind eigentlich die Gründe, dass Sie so vehement gegen ein Atomlager im Wellenberg sind?
Seit 1986 beobachte ich das Treiben am Wellenberg und bringe mich aktiv in die Debatte ein. Von Beginn weg wurde das Nidwaldner Volk bestochen, belogen, übergangen und fremdbestimmt. Die Bundesbehörden haben es bis zum heutigen Tag nicht fertig gebracht, eine vertrauensvolle Diskussionsbasis zu schaffen.
Nachdem das Parlament dem neuen Kernenergiegesetz zugestimmt hatte, war die Folge, dass dem Nidwaldner Volk das in der Kantonsverfassung verbriefte Mitspracherecht entzogen wurde. Als Folge kann somit der Staat das Lager bei uns anordnen. Fakt ist, dass die geplanten Anlagen in der Nordschweiz politisch nicht realisierbar sind, weil sich die deutsche Nachbarschaft mit deren Staatshilfe wehement dagegen wehren werden. Zudem ist bei einer schweizerischen Volksabstimmung damit zu rechnen, dass in der Zentralschweiz am wenigsten Opposition mobilisiert werden kann, was heisst, dass die Abstimmung locker zu gewinnen sein wird.
Neben den politischen, gibt es auch technische Aspekte. Die Beurteilungen der Bundesbehörden waren bisher untransparent und je nach Status des Wellenberg unterschiedlich. Ein neues Gutachten, welches der Kanton Nidwalden bei Jon Mosar, einem ausgewiesenen Wissenschaftler, in Auftrag gegeben hatte, zeigt gravierende Mängel an der Beurteilung des BFE/der Nagra auf und macht insbesondere bezüglich Erdbebensicherheit grosse Fragezeichen.
Weiter ist das Auswahlverfahren meiner Meinung nach zu wenig seriös. Richtig wäre gewesen, erst alle Standorte auf den gleichen Forschungs-/Wissensstand zu bringen und erst dann eine Auswahl zu treffen. Der Wellenberg ist ein Favorit, weil über diesen mit Abstand am meisten Informationen verfügbar sind.

Frage 2: Haben Sie eigene Experten engagiert, die den Wellenberg als ungeeignet für ein Atomlager erachten?
Nein. Mein Portal ist von privater Natur und vollumfänglich durch mich finanziert. Sponsoren finden sich keine ;). Es fehlen finanzielle Mittel um eigene Gutachten zu erstellen.

Frage 3: Ist für Sie die Demokratie ins Wanken geraten, wenn das entsprechende Bundesamt, trotz zweimaligem Nein des Stimmvolkes, weiter im Wellenberg „rumnodern“ will?
Wie schon oben erwähnt, ist der Entzug des Mitspracherechts durch das Parlament inakzeptabel. Das Nidwaldner Volk hat sich dieses Mitspracherecht erkämpft und es in die Verfassung verbrieft. Die Demokratie wankt nicht, sie wurde bereits zu Fall gebracht!

Frage 4: Planen Sie weitere Aktionen, dass die ganze Schweiz wieder auf die „Wellenberg-Problematik“ aufmerksam wird?
Der Bund kann sich getrost auf ein frostiges Klima im Kanton Nidwalden einstellen. Aktionen zum Wellenberg schlagen in der Regel immer schweizweit Wellen, was heisst, dass keine besondere „Werbung“ dafür gemacht werden muss.

Frage 5: Wo wäre in Ihren Augen der ideale Standort für ein Atomendlager?
Auch wir Hardcore-Gegner sind uns bewusst, dass der atomare Abfall entsorgt werden muss. Ob ein Endlager überhaupt die richtige Option ist, wird aber gar nicht erst diskutiert. Alternativen gibt es. Aber: zum Beispiel bei der „nuklearen Transmutation“ wird die Weiterentwicklung verweigert, weil sie teuer ist und man heute noch suggerieren will, dass radioaktiver Abfall gar nicht so schlimm ist. Wo schlussendlich ein Endlager stehen soll kann ich Ihnen nicht sagen. Um aber eine gewisse Akzeptanz in der Bevölkerung überhaupt zu erreichen, wäre es nötig erst mal alle Standorte auf den gleichen Wissenstand zu bringen, die Fakten sauber und offen darzulegen (auch die Negativkriterien) und vor allem eine Vertrauensbasis ohne Lügen und Intrigen zu schaffen. In Nidwalden ist es dazu allerdings längst zu spät.

Ich bedanke mich bei Herrn Wäli Kammermann für die ausführlichen Antworten.
Weitere Infos zur Wellenberg-Problematik findet man hier:
web: www.wellenberg.org
fb: facebook.com/infoportal.wellenberg

Das Forum Wellenberg macht einen ausgezeichneten Job. Man findet auf deren Homepage viel Wissenswertes über diese Problematik. Auch wenn ich im Muotathal einige Kilometer weit weg wohne, so fühlt man doch mit den Bewohnern rings um den Wellenberg. Ich denke, wir würden uns genauso wehren, wenn z.B. im „Hölloch“ ein atomares Endlager in Betracht gezogen würde. Ein Endlager in der Nähe von bewohnten Gebieten ist einfach undenkbar.

Nur: Dem Bund läuft die Zeit davon. Wohin will man in Zukunft mit diesem atomaren Mist?
Am besten wäre, wenn man keinen mehr davon produzieren würde!


Usum Chäs-Chessi:

Ab hier nun wieder mit Satire!

An den Schwyzer Strassen findet man wieder Papp-Kameraden, welche in den Regierungsrat möchten. Ohne Bruno Suter macht’s einfach nicht mehr so viel Spass, sich zum bereits „lauen Lüftchen-mässig“ angelaufenen Wahlkampf zu äussern.

Deshalb stelle ich gleich selber einen Kandidaten auf, um die anderen Kandidaten in grösste Aufruhr zu versetzen:

Der Hesigen-Schneemann. Ein ganz und gar unbestechlicher Kandidat, parteilos und nur für eine begrenzte Zeit im Amt zu halten. Zudem braucht er kein Büro und versteht sicher viel von Feldarbeit. Das Landwirtschafts- und/oder Umweltdepartement würde der Herr Schneemann geradlinig führen, wie seine Nase.
Der Mann ist wohl klein, aber clever. So schlägt er vor, dass einige Wahlkampf-Podien an Schneebaren abzuhalten seien. Er werde dabei zu Bestform auflaufen, die anderen Kandidaten wohl eher zu Frostform. Was einige aber auch in einem gut geheizten Saal sonst schon tun.

Was zudem für diesen Charakterkopf spricht: Er behält in jeder Lage einen kühlen Kopf!

Also Leute, werft im März die Eisliste mit unserem Hesigen-Schneemann ein. Ein viel grösseres Chaos im Schwyzer Justizwesen wird auch er in aufgetauter Form nicht verursachen.

feldwaldwiesenblogger