Philipp Laimbacher heisst der souveräne Sieger des Muotathaler Rangschwingets

Nachfolgend ein paar Eindrücke vom Muotathaler Rangschwinget (Bildquelle: feldwaldwiesenblogger), bei welchem wegen Verschiebung und heute gleichzeitig stattfindendem Ob-/Nidwaldner Kantonalen nur noch etwa 50 Schwinger antraten. Dank der Nachmeldung des Rothenthurmers Martin Grab, der Teilnahme von Topfavorit Philipp Laimbacher und Mike Müllestein, dem Sieger des Schwyzer Kantonalen, waren einige Hochkaräter am Start. Weiter wurde das Fest durch viele junge Nachwuchstalente, allen voran die Muotathaler Neukranzer, aufgewertet und jederzeit zu einer spannenden Angelegenheit.

1_platz von oben
Punkt 11.30 Uhr wurde der Muotathaler Rangschwinget auf der Sportanlage Stumpenmatt bei besten äusseren Bedingungen, angenehmen Temperaturen und herrlichem Sonnenschein gestartet.

2_grab martin-müllestein mikeBeim Anschwingen kam es zur Spitzenpaarung Martin Grab – Mike Müllestein. Der Gang zwischen dem Routinier und dem frischgebackenen Kranzfestsieger endete gestellt.

3_laimbacher philipp - gwerder carlo
In einem attraktiven Gang gewann der Sattler Philipp Laimbacher gegen den Muotathaler Carlo Gwerder.

4_trog
Ein schöner Holztrog durfte natürlich auch in Muotathal nicht fehlen und wurde regelmässig von den Schwingern aufgesucht.

5_dario gwerder - laimbacher philipp
Das Nachwuchstalent Dario Gwerder versuchte alles gegen den heute äusserst souveränen Philipp Laimbacher. Schlussendlich zog der Muotathaler gegen den Mythenverbändler den Kürzeren.

6_wunderbare kulisse
Für die Schwinger und die gut 500 Zuschauer zeigte sich das fast wolkenlose Muotatal von seiner besten Seite. Die herrliche Kulisse und attraktiver Schwingsport sorgte bei allen Anwesenden für gute Laune.

7_steinstossen
Das Steinstossen mit dem 34 Kilogramm schweren Stein gewann der Einheimische Christian Föhn mit einem tollen Stoss.

8_müllestein mike - schelbert ralf
Der Steinerberger Mike Müllestein sicherte sich mit einem Sieg im fünften Gang gegen die Bisisthaler Nachwuchshoffnung Ralf Schelbert die Schlussgangteilnahme.

9_grab martin laimbacher philipp
Philipp Laimbacher gewann seinen fünften Gang gegen den Rothenthurmer Martin Grab und sicherte sich ebenfalls die Schlussgangteilnahme.

10_laimbacher philipp - müllestein mike im sg
Im Schlussgang traten Philipp Laimbacher und Mike Müllestein, die beiden Klubkollegen vom Mythenverband, gegeneinander an. Nach einigen Minuten wurde das eine sichere Angelegenheit für Laimbacher, welcher heute in starker Manier alle sechs Gänge gewann.

11_laimbacher philipp mit tino
Philipp Laimbacher, der freudestrahlende Sieger mit dem Lebendpreis, dem zweijährigen Schafbock Tino. Herzliche Gratulation!

Die kleinere Anzahl Schwinger gereichte auch zu einem Vorteil: Der Schlussgang wurde nämlich Punkt 16 Uhr gestartet.
Da das Fest in Muotathal stattfand, hatte ich überdies einen kurzen Heimweg, und fand noch am frühen Abend Zeit und Musse, meine Eindrücke und Bilder zu einem Beitrag zu verfassen.

feldwaldwiesenblogger

Stellenwert des Schwingens im Muotatal (Teil 2)

Beim ersten Teil der neunteiligen Reihe „Schwingen im Muotatal“ erzählte René Schelbert, Präsident des Schwingklub Muotathal, über das aktuelle Geschehen. Dabei spielten die fünf Kränze und die vier Neukranzer zwischen dem Interview und dem Erscheinen des ersten Beitrages eine gewichtige Rolle. Sie prägen zurzeit ganz klar das aktuelle Schwinggeschehen im Tal.

Heute widme ich mich dem Stellenwert des Schwingens im Muotatal, nach welchem ich René bei unserem Gespräch auch befragte.
René sagte dazu: „Das Schwingen hat auch heute noch einen grossen Stellenwert im Tal. Es ist mit Tradition verbunden, und weil wir jedes Jahr zwei Schwingfeste durchführen.“
Gemeint ist der Rangschwinget der Aktiven und der Buebeschwinget. Die beiden Schwingfeste finden eigentlich jedes Jahr statt, ausser es wird ein Kranzfestanlass wie letztes Jahr mit dem Schwyzer Kantonalen durchgeführt.

Heinz Suter
Heinz Suter (oben) gegen Jakob Aeschbacher
Bildquelle: stoosschwinget.ch

Der Schwingklub-Präsident erklärte weiter: „Sicher ist nach den Rücktritten von Heinz Suter und Leo Betschart der Boom ein wenig abgeflacht. Wenn jetzt aber die Jungen wieder Schlagzeilen machen, ist und bleibt das Schwingen im Tal weiterhin ein Thema.“
Wie beim Beitrag zum aktuellen Geschehen bereits erwähnt, fand das Interview mit René eine Woche vor dem Schwyzer Kantonalen statt. Die fünf Kränze und die vier Neukranzer haben nun für positive Schlagzeilen gesorgt und lassen die Muotathaler Schwingerfreunde optimistisch in die Zukunft blicken.

„Nicht vergessen darf man dabei auch das Radio Central, das Fernsehen (Tele 1, aber auch das Schweizer Fernsehen SRF) und das Internet, wo viele das Schwingen verfolgen“, so René. „Auch Leute, von denen ich nie gedacht hätte, dass sie sich für den Schwingsport interessieren. An den Stammtischen wird ebenfalls rege über das Schwingen diskutiert. Das zeigt mir, dass immer noch ein grosser Stellenwert vorhanden ist.“

Der grosse Schwingerfreund meinte zu den Fragen „War der Stellenwert früher sogar grösser?“ und „Wann war der Stellenwert am grössten?“: „Zu Zeiten von Heinz Suter war der Stellenwert sicher sehr gross. Denn Heinz konnte praktisch an jedem grossen Schwingfest, an welchem er antrat, um den Sieg mitschwingen und unter Umständen gewinnen.
In früheren Zeiten hatte das Schwingen nebst der Tradition darum einen grossen Stellenwert, weil es neben dem Schwingklub mit dem Schiess- und dem Turnverein nur zwei weitere sportliche Vereine im Tal gab.“

Schwyzer Kantonales Muotathal 2014
Schwyzer Kantonales Schwingfest 2014 auf der Sportanlage Stumpenmatt
Bildquelle: sportalbum.ch

Beim Durchführen von Anlässen spürt der Schwingklub, dass die Gemeinde Muotathal hinter ihnen steht. Dazu René: „Das kann man so sagen. Die Gemeinde liess bei der Sportanlage Stumpenmatt eine hervorragende Infrastruktur erbauen, welche wir benutzen dürfen. Es ist alles vorhanden, was es für das Durchführen eines Schwingfestes braucht. Angefangen von den Garderoben bis zu den grossen Räumen in der Mehrzweckhalle und der Aula. Wir müssen beispielsweise keine zusätzlichen Zelte aufbauen. Auch mit den zuständigen Verantwortlichen der Schulhäuser klappt die Zusammenarbeit einwandfrei.“

Auf die Frage, ob der Rückhalt in der Bevölkerung heutzutage kleiner, gleich oder grösser als früher sei, überlegte der oberste Muotathaler Schwinger kurz und antwortete: „Ich denke, er wird heute gleich sein wie früher. Der Rückhalt in der Muotathaler Bevölkerung für das Schwingen war schon immer sehr gut.“

Die Organisation von Schwingfesten in Muotathal wurde letztes Jahr von verschiedener Seite gelobt, als ich einige prominente Persönlichkeiten für einen Beitrag zum Schwyzer Kantonalen im Tal befragte. Klar, die optimale Infrastruktur spielt ihnen zu. Im Schwingklub und in deren Umfeld hat es aber viele schwingbegeisterte Personen, die jeweils für eine tadellose Durchführung der Anlässe sorgen, wie das Buebeschwinget, das Rangschwinget, das Schwyzer Kantonale oder das Innerschweizerische, welches letztmals 2006 in Muotathal stattfand.

Wie könnte die Zukunft der Schwingerei im Muotatal aussehen? Könnte es da Veränderungen geben? René gab dazu folgenden Kommentar ab: „Veränderungen wird es nicht geben, das meiste ist gegeben. Es wird so weiterlaufen wie bisher. Für die Zukunft sieht es gut aus. Man muss natürlich immer dran bleiben, gerade beim Nachwuchs. Denn der Fussball ist momentan schon sehr ‚in‘. Trotzdem stimmen uns die neusten Zahlen hinsichtlich Nachwuchsschwinger sehr positiv.“

Der Stellenwert des Schwingsportes im Muotatal war schon immer gross. Er ist aber auch abhängig von seinen Aushängeschildern, den Schwingern. Nach den Rücktritten von den beiden Eidgenossen Heinz Suter und Leo Betschart wurde eine relativ grosse Lücke aufgetan, die sich mit den motivierten und nun auch erfolgreich in die Saison gestarteten „Neukranzern“ und arrivierten Kranzschwingern zu füllen scheint.
Der Stellenwert lebt aber auch vom Rückhalt in der Bevölkerung und der Gemeinde, welche in Muotathal dank der grosszügigen Sportanlage Stumpenmatt und den vielen begeisterten Schwingerfreunden vorhanden ist.
Beim nächsten Teil, dem Nummer drei meiner Serie, geht es um die Nachwuchsschwinger, und wie es um sie bestellt ist.

schwingklub muotathal_logo
Bildquelle: René Schelbert (Facebook)

Muotathaler Rangschwinget:
Ganz aktuell führt heute Sonntag der Schwingklub Muotathal den eingangs erwähnten Rangschwinget auf der Stumpenmatt durch. Das ursprünglich auf letzten Sonntag, 3. Mai, angesetzte Schwingfest musste leider wegen misslichem Wetter und Regen um eine Woche verschoben werden.
Übrigens: Laut meinen Informationen sind die fünf Muotathaler Kranzer von Küssnacht auch dabei. Sie versuchen mit Bestimmtheit dem Topfavoriten Philipp Laimbacher und dem Titelverteidger Mike Müllestein das Leben so schwer wie nur möglich zu machen.
Anschwingen ist um 11.30 Uhr. Chömid doch au zuänis!

feldwaldwiesenblogger