Der Maronichor feiert sein 30-jähriges Jubiläum

Der 1988 gegründete Muotathaler Chor hat schon bei unzähligen Auftritten wie an Gottesdiensten, im Altersheim oder an Hochzeiten mit seinem vielseitigen Repertoire begeistert. Am 10. November feiert der Maronichor bei einer Jubiläumsmesse seinen runden Geburtstag.

Text: feldwaldwiesenblogger / Bild: Renato Wyler

An jedem Montag wird im «Muotatreff» geprobt. Die Lieder sind sehr abwechslungsreich: Klassische vierstimmige Stücke, Spirituals und Gospels werden ebenso gesungen wie Schlager, Jodel- oder Cowboylieder. Im Jubiläumsjahr zählt der Maronichor 29 Sängerinnen und Sänger. Der «Grillabend» und der «Chlausabend» gehören mittlerweile zum Jahresprogramm. Feiert ein Mitglied einen runden Geburtstag, ist der Chor meist dabei und untermalt die Feier mit Gesang und Musik.


Der Maronichor im Jubiläumsjahr

Aus der Geschichte
Der aus dem Puschlav stammende Theologe Josef Maron begann im Sommer 1988 sein Pastoraljahr in Muotathal und gründete im Herbst einen Chor. Schon bald versammelte sich ein kleines Grüppchen Frauen wöchentlich in einem Schulzimmer zur Probe. Pius Christen stiess in der Anfangszeit dazu, und war nebst dem Dirigenten lange der einzige Mann im Chor. 1991 wurde der Pastoralassistent Josef Maron zum Priester geweiht, und an der Primizfeier sangen «seine» Sänger rassige Tessiner Lieder. Um 1990/1991 wurde der Chor von seinen Mitgliedern spasseshalber «Maronichor» genannt, was als Abkürzung für «Maron Josef Chor» stand. Dieser Name hält bis heute Bestand. Die Gesangsgruppe hatte in der Folge immer mehr Einsätze in der Kirche. Zu jeder Bussfeier wurde gesungen, sowie zunehmend auch an Weihnachten, Firmungen oder Vorabendgottesdiensten.
Nach dem Weggang von Josef Maron im Jahr 1991 stellte die Pfarrei Muotathal den Pastoralassistenten Rolf Dittli aus dem Urnerland an. Dieser quirlige junge Mann übernahm fortan die musikalische Leitung des Maronichores. Der Urner begleitete die Sänger mit seiner Gitarre und führte auch erste Spirituals ein. In der Ära Dittli hatten der Gitarrist Roger Schelbert und der Schlagzeuger Koni Schelbert ihre ersten Einsätze. Weiter kamen in dieser Zeit auch Auftritte volkstümlicher Art hinzu, bei welchen Marie-Louise Kistler ihr Können in Sachen Jodelliedern einbrachte. Als der eifrige Dirigent 1994 wegzog, blieb er dem Chor noch ein ganzes Jahr treu und fuhr jede Woche die Strecke von Sarnen nach Muotathal.
Im August 1995 erklärte sich die damalige Kirchenchordirigentin Erika Fässler bereit, den Maronichor weiterzuführen. Die Musikbegeisterte, welche damals in Ausbildung zur Kirchenmusikerin stand, gestaltete mit dem Chor vor allem Jugendgottesdienste und brachte ein stimmlich höheres Niveau ein. Zum bis dahin einzigen Sänger gesellten sich in dieser Zeit weitere Männer. 1997 sang der Maronichor zusammen mit dem Kinderchor Schwyz beim Gesangsfest in Stans, bei welchem gemeinsam «Sister Act» vorgetragen wurde. Ein Höhepunkt in Fässler’s Zeit als Dirigentin war das Weihnachtskonzert im Dezember des gleichen Jahres, bei dem sie nebst den Muotathaler Chören ein ad hoch-Orchester und weitere Sänger aus der Umgebung begeistern konnte. Erika Fässler demissionierte auf Ende Juli 1998 als Chorleiterin.

Raphael Schelbert ist seit 20 Jahren Dirigent
Im August 1998 übernahm Raphael Schelbert den Maronichor. 1999 begann der Primarlehrer die Ausbildung zum Kirchenmusiker an der Musikhochschule Luzern und schloss 2002 sein Studium im Fach «Chorleitung» und 2003 im Fach «Orgel» ab. Von Beginn an brachte der junge Chorleiter sein grosses musikalisches Können sowie methodisches Wissen ein, und steigerte die Gesangsqualität stetig. Schelbert förderte auch die instrumentale Begleitung und alsbald wurde die «Maroni-Band» gegründet. Zum Gitarristen und Schlagzeuger gesellten sich die beiden Chorsänger Andy Heinzer (Gitarre) und Walter Betschart (Bass, Gitarre).
Der Auftritt beim Zentralschweizerischen Gesangsfest 2003 in Altdorf war ein Meilenstein in der Geschichte. Für die Darbietung erhielt der Chor die Höchstnote «vorzüglich». Weitere Höhepunkte waren zwei gemeinsame Konzerte anno 2005 mit dem Chor St. Niklaus aus Geuensee. Im gleichen Atemzug gilt es auch die Teilnahme beim Zentralschweizerischen Gesangsfest 2009 zu erwähnen. Diesmal schnitten die Muotathaler mit dem Prädikat «sehr gut» ab. 2016 nahm der Maronichor im Rahmen des Schwyzer Kulturwochenendes bei der Veranstaltung «Sattel is(s)t» teil und begeisterte das Publikum mit zwei Auftritten. Im gleichen Jahr traten sie beim von Peter Betschart organisierten Kirchenkonzert in der Pfarrkirche Muotathal auf und konzertierten unter dem Motto «Bunte Welt».
Der Maronichor singt nicht nur in der Kirche. Es erfolgten bisher Auftritte an Hochzeits-Aperos, in Altersheimen, an Winzerfesten, an Pfarreiabenden, im «BSZ» oder bei «Insieme». An der Fasnacht ist der Maronichor ebenfalls regelmässig anzutreffen. Deren Mitglieder kleiden sich gemäss einem Motto und bringen entsprechende Lieder zum Besten. So traf man die Sänger schon als Seefahrer, Mexikaner oder in «Glanz und Glamour» gekleidet an.

Am 10. November wird gefeiert
Das 20-jährige Jubiläum feierte der Chor 2008 mit zwei Jubiläumsgottesdiensten, bei welchen eine Gospelmesse vorgetragen und die gesamte Bevölkerung zu einem Apéro eingeladen wurde. 2011 machten sie zum ersten Mal eine zweitägige Reise, welche nach Murten führte. Im Jahr 2014 erfolgte eine Chorreise an den Bodensee. Der dritte Ausflug führte am 24. und 25. Juni 2017 ins Berner Oberland.
Innerhalb des Chores macht sich die Repertoiregruppe nebst dem Erstellen von handlichen «Liederbüechli» über verschiedene Dinge Gedanken. So zum Beispiel über neue Lieder, allgemeine Richtlinien, oder welche einheitliche Kleidung man beschaffen möchte. Zudem führt der Chor regelmässig Gesamtsitzungen durch, bei welchen über verschiedene Aspekte diskutiert und Beschlüsse gefasst werden.
Am 10. November wird nun bei einer Jubiläumsmesse in der Pfarrkirche Muotathal das 30-jährige Bestehen gefeiert. Die Sängerinnen und Sänger proben seit August die Stücke und vertiefen diese Ende September bei einem Probeweekend auf dem Stoos. Bei der Vorabendmesse um 18 Uhr möchte der Maronichor die Zuhörer ein weiteres Mal mit der Vielseitigkeit ihres Repertoires, ihrem mehrstimmigen Gesang und der «Maroni-Band» begeistern. Anschliessend ist die Bevölkerung zu einem gemeinsamen Apéro in die Aula eingeladen.

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